Ton-/Licht-/Veranstaltungstechniker Ausbildung/Praktikum

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felixsch
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Hey,
ich weiß nicht ob ich hier im Richtigen Unterforum bin, wenn nicht schmeißt das hier bitte wo anders hin ;)

Es ist so, ich bin 15 Jahre alt (Realschule) und habe mir vorgenommen nächstes Jahr mein Plichtpraktikum bei einen Veranstaltungstechniker/Tontechniker/Lichttechniker zu machen , da mich später evtl. auch eine Ausbildung in dem Beruf interessieren würde.

Ich habe mich allerdings noch niergens Beworben, ich hätte erst noch ein paar Fragen an euch bzgl. der Vorbereitung/den Voraussetzungen auf das Praktikum bzw. evtl. späterer Ausbildung.

Was sollte man vor so einem Praktikum schon so alles über Ton, Licht und Bühnentechnik wissen? Ich war vor einigen Jahren in der Technikgruppe unserer Schule und habe da für Konzerte aufgebaut und Technik bedient (da ich allerdings jetzt selbst oft mit Schulband/andren Gruppen spiele geht das jetzt nicht mehr). Reichen diese kleinen Aufbauerfahrungen als "Grundwissen"? Wenn nein was würdet ihr mir noch empfehlen mir mal anzuschauen?

Meine weiteren Fragen wären, was den die Vorausetzungen für eine Ausbildung wären? Wie sieht es standartmäßig aus, welchen Abschluss braucht man? Muss man gut in Naturwissenschaftlichen Fächern wie Mathe/Physik sein? Muss man besonders viel Kraft haben (gut, bin zwar ein Strich in der Landschaft und nicht besonders stark aber bissl was kann ich auch heben :p)?
Wie siehts mit der Bezahlung aus, wie mit den Aufstiegsmöglichkeiten?

Zu guter letzt wärs noch spitze wenn ihr mir Tipps geben könntet wo ich mich bewerben könnte (Raum München) :) Was denkt ihr wär am besten für mich? Fernsehen, Radio (???), Studio, Veranstaltungstechnik? Was sind die Vor und Nachteile dieser Einzelnen Bereiche?

Ich weiß, viele Fragen, aber ich hoffe möglichst viele Antworten zu bekommen :) Danke schonmal dafür :)

Felix
 
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moin Felix,

ich denk mal Du bist im richtigen Sub ;)

Für das 1-2 wöchige Praktikum im Rahmen der schulischen Ausbildung reichen Deine Grundkenntnisse wohl lockerst aus, da das Ziel dieser Praktika ja das Kennenlernen des Berufes ist.

Wie in allen technische Berufen ist ein gutes bis sehr gutes Verständnis der Naturwissenschaften eine Grundvoraussetzung.
... in der "Laut vs. Leise" Fraktion geht es um die Wandlung von Schall nach Strom nach Schall.
... in der "Hell vs. Dunkel" Fraktion geht es um die Wandlung von Strom nach Licht.
... und bei den Bühnenbauern geht es um die Statik.
... überall ist etwas zu berechnen ...

Für mich als Ausbilder reicht ein Schulabschluß ... egal ob Haupt- / Realschule oder Gymnasium ... Hauptsache das technische Verständnis, die Motivation und der Lernwille stimmen.
Du mußt Dir bewußt sein, daß Du im VA-Geschäft an wenigen Tagen mehr als das normale Stundenpensum eines "9till5" Jobs abreißt, es sehr viel Leerlauf gibt und die Arbeitszeiten famlienunfreundlich sind. Wer diesen Job macht, sieht ihn mehr als Berufung denn als Beruf an ;)

Fernsehen / Radio, Studio, Theater und VA-Sektor sind vier völlig verschiedene Baustellen, da es in den jeweiligen Bereichen andere Prioritäten gibt. Hier mußt Du schauen, was Dir am meisten liegt.

Bzgl. Praktikumsplatz im Großraum München ... sry aber wenn es daran scheitert, einfach mal das Branchenbuch aufzuschlegen und sich durch zu telefonieren ... such Dir einen anderen Job ;)

grüße, humi
 
Hi,
das wichtigste hat humi ja schon geschrieben. Für den Praktikumsbetrieb würde ich dir empfehlen, direkt mal bei den großen Firmen anzufragen, die dann auch ausbilden.

Bsp.: Limelight, Neumann&Müller, Wilhelm&Wilhalm

Zum Lernen der Grundlagen wäre ein kleines Unternehmen zwar vielleicht sogar besser, weil man da in der Regel eher auch mal selbst an die Technik kommt, aber im Hinblick auf die weitere Ausbildung dürfte ein großes Unternehmen zielführender sein.

Grüße
 
Bsp.: Limelight, Neumann&Müller, Wilhelm&Wilhalm
Um zu ergänzen: Fournell und Backstage, von denen weiß ich auch dass sie ausbilden ;)

Wenn man sich wie ich für die Ausbildung entscheidet (bin jetzt fertig), sollte man sich seinen Betrieb gut aussuchen und vorher vielleicht gleich die Karten auf den Tisch legen, was man möchte, wenn man sich interessiert.

Aber du solltest dir bewusst machen: Um in der Branche Fuß zu fassen kannst du die Ausbildung vergessen. Die ist nicht mehr als ein Wisch, auf den jeder Arbeitgeber auch pfeifen kann...
 
Hi,

ich denke schon das du hier ganz richtig bist.

Der Beruf, als anerkannter Ausbildungsberuf, ist Fachkraft für Veranstaltungstechnik (IHK) und zu Zugangsberechtigung seitens der IHK ist der Hauptschulabschluss, (oder sogar gar keiner :gruebel: )
Nun ist es möglich, dass einige Firmen die Latte etwas höher legen, und ein erweiterten Sek I Abschluss fordern, ebenso fordern manche ein Vorpraktikum im eigenen Betrieb, aber auch "mit dem Kopf durch Wand"-Erfahrungen als Schultech sind nie umsonst.
Aber nun extra n Buch kaufen, um noch etwas Vorwissen zu ergattern muss nicht sein.

In dem Beruf muss man natürlich schon etwas Kraft haben, aber Rampen, Gabelstapler, Lifte, sind da gängige Hilfsmittel. So dass man eher selten wirklich schwer heben sollte, man hat hat ja auch nur einen Körper den man versauen kann. Viel wichtiger sehe ich die Kondition, denn es ist ja nun mal nicht so, dass nach 8 Stunden der Hammer fällt, und der Feierabend eingeläutet wird.
Viel arbeiten, Wochenenden durch arbeiten, mit wenig Schlaf, manchmal auch viel "on-the-Road", das zerrt an der Kondition.

Das Problem was meistens bei jungen Azubis besteht ist, dass viele Firmen nicht unter 18 Jahren einstellen, um Ärgernissen mit dem Jugendarbeitschutzgesetz von vornerein aus dem Weg zugehen.
18 Jahre und Führerschein ist gern gesehen.

Um in dem Job (über)leben zu können, muss man sich schon während der Aubildung gut verkaufen, und auch danach. Es gibt in der Branche ja nicht nur Fachkräfte, sondern auch einen Haufen Quereinsteiger, die ihre Sache auch gut machen, ganz ohne Ausbildung als Fachkraft, sondern Elektiker, Schlosser, Bauzeichner, oder auch wirtschaftliche Berufe gelernt haben.
Sofern du eine Ausbildung machen solltest, nutze die Zeit und suche Kontakte, zu Bands, anderen Firmen,...aber nicht anderen Firmen/Tonleuten böswilig die Jobs abjagen, damit macht man sich nur unbeliebt. Die Zahl der sozialversichtungpflichtigen Anstellungen ist eher gering, da endet man meist als Freelancer, was auch nicht schlecht sein muss. Ein richtiger Kontakt, einmal zur rechten Zeit, auf der richtigen Veranstaltung gewesen, und schon ist man drin, hat die gute Anstellung oder nen guten Freelancer Kontakt.

Hier in der Gegend gibt es kleinere und größere Firmen bei den man als Strippenzieher, Kistenschubser und Lichtmann versauert, und es gibt größere und kleinere Firmen da bekommt man je nach Fahigkeit auch VAs übertragen, die man dann plant und auch durchführt, natürlich nie ganz alleine, aber so kann man auch Konzerte mal am Ton-Pult fahren. Meistens besteht das Problem, dass die Misch-Jobs an feste Mischer vergeben sind, und so meist nur der Licht-Job oder gar nur der Job als Hand übrigbleibt.
Um das rauszufinden, welche Firma wie gut ausbildet muss man ebenfalls Zugang zum "Branchen-Geflüster" der Region bekommen.

Die Ausbildung ist die eine Sache, einfach anfangen die andere, Hands und Helfer die für ne schmale Mark auf Stadtfesten, Schützenfesten,..... aufbauen und abbauen (auch tagsüber, nicht nur nachts) werden immer gesucht, vor allem jetzt in der Saison, in meiner Anfangzeit habe ich auch kostenlos gearbeitet, einfach um mal dabei gewesen zu sein, und war stolz wie Oskar als ich dann mit 16 Jahren meinen ersten fuffi inner Hand hielt :D ;) (aber aufpassen, nich ausbeuten lassen, es gibt auch schwarze Schafe! :mad: )

Wie sinnvoll oder unsinnvoll die Ausbildung ist, bleibt immernoch ein Streitthema, es ist immernoch eine Branche der Quereinsteiger, aber der Stellenwert der Ausbildung ist in den letzten 10 Jahren, zumindest hier in der Region gestiegen.

Grüße cat.....
 
Danke für die ausführlichen Antworten!

Zum begriff "Familienunrfeundlich": heißt das, dass ich überhaupt keine Zeit für Freundin vielleicht sogar Kinder haben werde? Gut, das man in dem Job ungeregelte Arbeitszeiten hat, war mir klar, aber ist das echt so heftig ?

Könntet ihr mir vielleicht noch andrere Jobs nennen, die mit Technik und Musik zu tuen haben? (Gut, das passt jetzt vielleicht nicht gaaaaanz hier in den Thread :D) . Also so in dem Bereich Recording Mixing? Könnte mir vorstellen das da die Zeiten etwas geregelter sind...
 
Zum begriff "Familienunrfeundlich": heißt das, dass ich überhaupt keine Zeit für Freundin vielleicht sogar Kinder haben werde? Gut, das man in dem Job ungeregelte Arbeitszeiten hat, war mir klar, aber ist das echt so heftig ?

Naja besser als einer der zur See fährt und mal eben 3 Monate am Stück weg ist.
Aber man stelle sich vor deine Freundin hat einen von 8-16 Uhr Job. Und dein Job ist nachts und am Wochenende, schon doof, aber auch nicht unmöglich! Natürlich kann das klappen mit Frau, Kind, Haus, Baum,....

Ein bekannter von mir hats recht gut drauf in den Pausen der Coverbands zu pennen, immer so knackige 20 min :D

Es kommt auch auf die Firma drauf an, und was die so macht, der Rock'n'Roll Bereich und Tourbetrieb, ist schon hart, ein lokaler Bühnen Verleih hat durchaus normale Arbeitstage dazwischen, in denen man von 8-17 Uhr Bühnen baut, aber es gibt selten reine Bühnenbau Firmen, d.h. ein oder zwei Leute müssen Abends die VA fahren. Ein andere Firma hier macht viel Gala, für große Firmen, die Arbeiten teils mehrere Wochen an dem Konzept und der Planung, für nur einen großen Gala Abend, das sind auch nettere Arbeitszeiten.

oder man landet als Techniker in der Stadthalle oder am Theater, da kann ich aber recht wenig zu sagen.

Berufe gesucht (ja da sind auch technische dabei)
https://www.musiker-board.de/ausbil...bildungsplaetze-musikbranche.html#post3900612

und mal einen Einblick in den Bereich der Fachkraft.
https://www.musiker-board.de/ausbil...ung-fachkraft-fuer-veranstaltungstechnik.html
 
Hallo, ich würd auch zwischen den verschiedenen Firmen differenzieren.
Natürlich musst du am Wochenende arbeiten. Aber die Leute vom Schicht und Wochendienst, Restaurantangestellte, Securitys usw. müssen das ja auch.
Eine Touring Wochenende sieht meißt so aus. Freitag in der Früh austehen, zur VA fahren und Aufbauen. Band spielt. Um 11 abbauen und gleich bei der nächsten VA aufbauen. Dann nachmittag schlafen, gegen Abend beginnt die VA.
Das ist ziemlich hart. Nicht zum vergleichen mit "nacht durchmachen" in der Jugendzeit, man muss oft hart arbeiten und sehr konzentriert sein.

Bei einem örtlichen Verleiher, der Stadtfestbühnen aufbaut, konferenzen bereut, gelegentlich Bands mischt...usw. sind die Arbeitszeiten nicht schlechter als beim Früh/Spätschichtsystem.

Und denk daran du wirst irgendwann älter und du kannst nicht mit über 60Jahren in dem Job arbeiten.
 
Und denk daran du wirst irgendwann älter und du kannst nicht mit über 60Jahren in dem Job arbeiten.
:rofl:

Werd erst mal 40, dann wirst du merken dass es bereits dann nicht mehr geht.
Und wer der Meinung ist, bis 40 ist es noch lange, darauf sag ich nur: :rofl:

Warum sucht ihr euch eigentlich nix vernünftiges? Das Hobby zum Beruf zu machen gelingt nur in den wenigsten Fällen erfolgreich.

(Natürlich bin ich nicht für deine Lebenserfahrung zuständig, es ist nur ein gutgemeinter Ratschlag).
 
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Ja... vor allem ist der Aspekt nicht zu vernachlässigen, dass bei beruflicher Ausübung der Spaß am "Hobby" ganz schnell verschwinden kann...

Könntet ihr mir vielleicht noch andrere Jobs nennen, die mit Technik und Musik zu tuen haben?

Da du speziell nach dem Recording-Bereich gefragt hast: Der Markt ist überlaufen mit qualitativ guten Heimstudios, die durchaus brauchbare CD-Aufnahmen abliefern können. Nicht wenige Profis betreiben ihr Studio mehr oder weniger nebenbei, oder anders rum, haben einen festen Job neben dem Studio am laufen. Wer gut ist, hat Aufträge. Aber es besteht auch die Gefahr, sich halb zu Tode zu schuften, weil man es sich nicht leisten kann, Aufträge ein mal abzulehnen (dann kommt der Kunde nie wieder, weil er mit einem anderen Studio glücklich wird).


In dem Bereich Technik+Musik gibt's auch noch einiges... außerdem reizt "unsereins" ja oft nicht nur die Tontechnik, sondern das ganze Drumherum bei Veranstaltungen - und auch in dem Bereich geht noch viel. Nur um mal einige Stichworte in den Raum zu werfen:
Elektronik (Mikro- oder Lautsprecher-Entwicklung, sonstige Hardware), Software (DAWs, PlugIns, Digitalpulte und Effektgeräte,...), auch im Instrumentenbau werden Techniker gebraucht. Ausbildung zum Musikalienhändler, Event Management,...
Oder du wählst einen "stinknormalen" Beruf und schaust, dass du den im Umfeld der Musikbranche ausübst. Produktmanager, Fachinformatiker, wirtschaftlicher Bereich (z.B. Einkauf, Verkauf,...), Projektmanagement,... Es gibt SO vieles!


Ich für meinen Teil hab mich dafür entschieden, die (Ton)Technik nicht hauptberuflich zu betreiben. Ich hab ein Duales Studium in der Informatik gemacht. Spiele bei meiner Arbeit jetzt mit welchen der leistungsstärksten Großrechnern, die's von der Stange gibt und mach ganz tolle Sachen damit, die jeden normalen Menschen nicht die Bohne interessieren :D (Also eine gewisse Ähnlichkeit zur Tontechnik ist schon da^^)
Die ganze Musik- und Tontechnik-Geschichte will ich auch mal wieder verstärkt machen. Idealerweise sogar meinen Alltags-Job um ein paar % reduzieren und ein kleines Nebengewerbe betreiben. Aber was oder in welche Richtung ist mir selbst noch nicht ganz klar.

Wie gesagt: Möglichkeiten gibt's soooo viele. Mein Tipp: Halt die Augen offen, schau dich um was es gibt, frag jeden den du kennst nach seinem Job und was er da so tut. Schränke dich nicht selbst ein. Du wirst feststellen, dass du mit etwas Willen auch immer eine Verbindung zwischen Hobby und Beruf hin bekommst - auf dem einen oder anderen Weg (soll heißen: ob nun in den Beruf integriert oder neben dem Beruf her).

MfG, livebox
 
Es ist so, ich bin 15 Jahre alt (Realschule) und habe mir vorgenommen nächstes Jahr mein Plichtpraktikum bei einen Veranstaltungstechniker/Tontechniker/Lichttechniker zu machen , da mich später evtl. auch eine Ausbildung in dem Beruf interessieren würde.

Ich würde mir an deiner Stelle ein festes Haus suchen (Theater, Oper, Kongresszentrum) oder einen Betrieb, der es mit den Jugendarbeitsschutzgesetz nicht so eng sieht. Du bist durch dein Alter in deinen Arbeitszeiten extrem eingeschränkt (was ich so auch befürworte) und in einem festen Haus hättest du die Möglichkeit auch tagsüber was zu erleben, was "im Rock'n'Roll" ja eher weniger der Fall ist. Und nur irgendwo im Lager rumgammeln und Lampen reinigen bringt dir letztendlich auch nix.
 

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