War Leo Fender ein Genie?

  • Ersteller blechgitarre
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Fakt ist, dass auf unserem Planeten die guten Tonhölzer aussterben, was zwangsläufig einen Run auf alte und ältere Instrumente auslöst....
Erle, Esche, Ahorn ? :eek:
das ganz jetzt auf Rio-Palisander zu reduzieren, wäre wohl etwas zu grob gerastert.
problematischer ist imho eher der Gebrauch schnell wachsender oder nicht entsprechend abgelagerter Sorten.
Bin kein Holzfachmann, habe aber bei aktuellen Instrumenten öfters diesen Eindruck.
Visuell wirkt das 'anders', als noch vor (zB) 20 Jahren...

cheers, Tom
 
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Ich behaupte mal, wenn man sich eine 98 Euro Bullet Strat ungesehen von der Stange kauft steckt da mehr Leo Fender drin als in der künstlich gealterten Custom Shop Strat für x-tausend Euro.

Ich weiß nicht, wie patriotisch Fender war. Ob er eine Produktionsstättenverlagerung nach Ostasien in Erwägung gezogen hätte. Immerhin ist auch das ein Aspekt. :gruebel:

Abgesehen davon stimme ich dir zu. :)

Alex
 
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Neben Voodoo und Zeitgeist spielt letztlich die Qualität des Tonholzes wohl die grösste Rolle.

RJJC

Was aber wohl bei akustischen Instrumenten die weitaus wichtigere Rolle spielen dürfte! (Ohne jetzt eine weitere fruchtlose Diskussion hierüber anzetteln zu wollen, muss das aber gleichwohl angemerkt werden!)

Ich behaupte, so ein Tüftler wie Leo Fender würde auch noch vernünftige E - Gitarren hinkriegen, wenn es nur noch Gummibäume oder Palmen gäbe. Bei Akustik - Gitarren wäre ich da skeptischer.
 
Zuletzt bearbeitet von einem Moderator:
Das mit den Fender Gitarren ist schon bemerkenswert. Einfach erfunden und Fertig!
Das ist schon krass, dass da eigentlich jede "Weiterentwicklung" (mal abgesehen von etwas Feinmechanik bei den "Stimmwirbeln"...) im Grunde immer nur eine Verschlimmbesserung war. Selbst bei Fender haben es "Konkurenzprodukte" zur Strat und Tele nicht geschafft, diese Typen ein oder gar zu überholen. Was aber natürlich ähnlich auch für die Les Paul gilt! So wie die Paula 1959 gebaut wurde war, die schon genau richtig.
Was aber eben für andere Modelle nicht gilt und die dann schlicht wieder verschwunden sind oder nur eine sehr viel geringere Beliebtheit erlangen konnten.

In wie weit das Genialität ist, wenn es jemanden gelingt aus einfachsten und alles andere als hochwertigen Teilen -mit klarem Fokkus darauf, eben einfach und günstig zu produzieren können- sogar zwei Instrumente zu schaffen, die einfach (so) "gut" sind, vermag ich dennoch nicht zu sagen.
Ich glaube auf jeden Fall nicht, dass Leo Fender damals mit der Intention ans Werk gegangen ist, Gitarren zu bauen, die irgendwann maßgeblich Musikgeschichte schreiben werden. Da hat er dann auch schlicht neben einem guten Ohr und Sachverstand einfach auch ein glückliches Händchen gehabt. Das ist aber letztlich irrelevant. Denn diese Gitarren sind seine Babys. Punkt!
 
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Hinzu kommt noch die, für die damalige Zeit, unerhört futuristisch-moderne Form der Stratocaster. Während man beispielsweise einer Les Paul noch deutlich ansieht woher sie kommt, nämlich aus der Jazz/Blues Ecke, bricht die Stratocaster radikal mit dem Althergebrachten. Futuristisch designt, leicht, körperbetont und handlich - genau passend für die Zeit des aufkeimenden Rock'n'Roll, des Science-Fiction und des ungebrochenen Technologieglaubens der 50er und frühen 60er Jahre.
 
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Es ist einfach so, dass es zur Zeit eines Jimi Hendrix nicht recht viel anderes als Gibson und Fender gab.
Bzw. es gab schon anderes, aber die beiden waren einfach Marktführer.
Oder was meinst du, warum so ziemlich jeder Gitarrist der 60er Fender oder Gibson spielt(e)?
Und so unterschiedlich eine Gibson Les Paul und eine Fender Strat auch sind, diese Gitarren waren es einfach, mit denen Jimi Hendrix, Eric Clapton, Jimmy Page, B.B. King und viele mehr einfach den Sound entwickelten, den wir heute für typisch halten.
Von dem her ist es immer schwer zu sagen, ob eine Fender besser klingt als eine Ibanez, aber das hängt vom Musiker ab.
Manche spielen einfach Fender und Gibson, weil sie einfach klassisches besser finden und Ibanez, ESP und so für sie Hi-Tech ist.

Ich muss aber sagen, dass ich eine Fender habe, weil mir der Sound gefällt. Ich habe nie eine Zeit erlebt, in der es keine Ibanez gab und keinen Modelling-Amp.
Vielleicht ist es deshalb auch so, dass ich felsenfest davon überzeugt bin, dass mein Fender Mustang II absolut reicht und kein Röhrenamp her muss.
Vielleicht würde ich auch alles verachten außer Fender und Gibson, wenn ich älter wäre.

Aber ich bin nunmal nicht in den 50ern und 60ern aufgewachsen, sondern mit (relativ) modernen Geräten.

Und wie gesagt, ich spiele trotzdem lieber Fender und mir gefallen Ibanez E-Gitarren einfach nicht.. der Sound, die Hälse.. puh.. bin ich froh, dass ich ne Fender hab.

Soviel dazu. Ich möchte jetzt keinen Ibanez-Fanatiker angreifen, sonder einfach nur sagen, dass es reine Geschmackssache ist, ob einem alte oder neue Gitarren besser gefallen.
Das ist genau wie bei den alten Zündapps.. manche fahren lieber Roller und andere kaufen sich ne gute alte Zapp.

lg
Valley
 
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Nur zur Information:
Die Firma Ibanez vertreibt seit 1908 Gitarren und stellt seit 1935 Instrumente her. In den 60ern produzierte sie noch Kopien der Marktführer, später entwickelte sie eigene Modelle.
Vielleicht gab es vor 50 Jahren noch mehr Gitarrenbaufirmen als heute? Die Beatles spielten zu Anfang ihrer Karriere keine Gibson oder Fender, weil sie sich keine leisten konnten. Sie waren nicht die einzigen! Wer einen Ibanez-Nachbau hatte, konnte von Glück reden, weil es schlimmeres gab. "Verwöhnt" waren die Gitarristen zu der Zeit wirklich nicht. ;)
 
Das habe ich nicht behauptet.
Es war Fender bzw. Gibson einfach das Maß aller Dinge.
Heute gibts ja Ibanez Prestige usw..
 
Naja, aber Ibanez, ESP usw. sind ja mittlerweile auch schon postmodern! Deren erfolgreiche Modelle stammen doch größtenteils aus den 80ern.
 
ich denke, der nachhaltige Erfolg der Marken Gibson und Fender hängt mit unseren Hörgewohnheiten zusammen. Wir haben uns an den Klang gewöhnt und wollen daß eine Gitarre genau so klingt und nicht anders. Revolutionäres hat dann wieder Eddie Van Halen geleistet, der der Strat einen Humbucker verpasst hat und ein Floyd verwendet hat.

Deshalb sind auch die meisten Ibanez Gitarren nur Strat Nachbauten.

Grüße
 
War Leo Fender ein Genie?



Meiner meinung nach ja....ABER eher was das konstruieren der Amp´s betrifft.

Hätte es ohne den Tweed-Bassman die Firma Marshall gegeben? Dessen Schaltung ja Marshall übernommen hat und nach diesen Schaltungen seine ersten Amp´s baute....oder würde der gute Jim Marshall noch immer ein Ladengeschäft haben in dem er Schlagzeuge verkauft?

Oder was wäre aus Randall Smith geworden, wenn der gute Leo Fender nicht den Princeton konstruiert hätte? Den hatte ja Randall Smith genommen, ihn aufgeblasen bis zum geht nicht mehr, und daraus seine ersten Boogie´s gemacht. Oder würde er noch in seiner Garage sitzen und nach der richtigen Schaltung suchen?

Die Solidbody E-Gitarre wäre meiner meinung nach sowieso gekommen.

Paul Bigsby baute in verbindung mit einem gewissen Merle Travis 1948 seine erste Solidbody E-Gitarre. Leider ist sie nicht in Serie gegangen. Googelt mal nach dieser Gitarre und seht euch die Kopfplatte dieser Bigsby/Travis Gitarre an. Kommt doch bekannt vor, oder!

Les Paul hatte auch schon in den 40er jahren seine erste Solidbody E-Gitarre entworfen. Es kam aber erst anfang der 50er jahren zu einer zusammenarbeit mit Gibson aus der 1952 die erste Les Paul entstanden ist.
Jetzt kann man sagen "Gibson hat das gemacht als antwort auf Leo´s Tele". Glaub ich aber nicht. Denn zu dieser zeit wurde Leo noch eher belächelt für seine E-Gitarren. Keiner glaubte das sich seine Gitarren halten würden.

Anders sieht es beim Bass aus. Da gab es bis dato nichts. Was ja weiter oben schon geschrieben wurde.

Also Leo.....vielen Dank für deine Amp´s und auch den E-Bass den DU uns geschenkt hast.
 
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Die erste Gitarre mit magnetischem Tonabnehmer, die sogenannte "Frying Pan" hat sogar noch früher Adolf Rickenbacker erfunden, in den 30er Jahren. Das war eine Lap-Steel Gitarre, könnte man aber eigentlich als Solidbody gelten lassen.
 
Vielleicht kann man Fender mit Steve Jobs von Apple vergleichen. Beide haben nix erfunden weder die E Gitarre noch die Computermaus, aber sie haben vorhandenes genial zusammengefügt und vermarktet. Sie haben Standarts gesetzt und waren Marketinggenies.
 
+1 für die Wertung als Genie! Auch wenn er selber die Bezeichnung wahrscheinlich zurückweisen würde.

Ein Genie ist für mich nicht nur jemand, der eine herausragende Intelligenz im Sinne des IQ hat, sondern vor allem einer, der andere Wege geht als der Mainstream, neue Möglichkeiten sieht und diese dann durchdenkt und kreativ umsetzt, auch wenn andere ihn anfangs belächeln.

Das geniale an Leo Fender war die Begabung, sensationell einfache Lösungen für bekannte Probleme zu finden. Die Gitarre koppelt? Weg mit dem schwingenden Body, den braucht man verstärkt nicht! Ich hab keine Gitarrenbauer? Ich lass das Zeug von Handwerkern zusammenschrauben! Gitarren haben alle die gleichen paar Farben? Frag ich doch mal den Hersteller von Autolacken!

Umso mehr gilt das, nachdem er ja nicht mal Gitarre spielen konnte und der Bau von Amps ja technisch nochmal was ganz anderes ist. Es spricht Bände, dass er die bis heute einzige Firma gegründet hat, die Gitarren und Amps dauerhaft und in großem Maßstab erfolgreich verkauft, und dabei sind seine ersten Entwürfe noch immer (oder wieder)fast unverändert mit im Programm und erfolgreich.

Es gehört viel dazu, sich dann so treffsicher in die Bedürfnisse anderer hinein zu versetzen und dann: "To boldly go where no man has gone before". Logisch, dass da auch mal was schief geht, aber die Trefferquote war letztlich erstaunlich. Gerade der Umstand, dass die Strat (seine zweite Gitarre!) heute noch den meisten als ultimativ bequeme und zugleich ästhetische Korpusform erscheint, zeigt seinen Blick für das Wesentliche.

Klar ist der Bau von Gitarren und Verstärkern nicht so heroisch wie die Relativitätstheorie, aber er hat unsere Gesellschaft mindestens genauso verändert. Indem er Gitarren von "ernsthaften" Musikinstrumenten zu einem neuartigen, modernen Industrieprodukt gemacht hat, hat er Massen von jungen Leute das Musikmachen ermöglicht, die sich nie eine Jazz-Mama umgehängt hätten. Vorher gab es eigentlich nur Profimusiker, die aufgetreten sind und Amateure, die Hausmusik gemacht haben. Vor Publikum haben die höchstens in der Kirche gesungen, und auch da nur die Lieder von anderen. Nie zuvor hatten so viele Amateure die Idee, selber Songs zu schreiben und andere damit zu beglücken, womöglich ohne jeden Unterricht :eek:. Und diese Demokratisierung der Kreativität hat die dominierende Leitkultur nun wirklich auf den Kopf gestellt (auch wenn das wahrscheinlich nicht der Plan war...).

Gruß, bagotrix
 
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Genau. Der kulturelle Einfluss ist enorm. Man muss sich nur mal vor Augen führen, wie sehr die Stratocaster als kulturelles Symbol die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts geprägt hat. Ungefähr so wie Coca Cola oder Mickey Mouse.
Du kannst im hintersten Winkel der Welt jemandem die Umrisse einer Strat zeigen und derjenige wird Dir mit größter Wahrscheinlichkeit sagen können, was das ist.
Die Strat ist "der größte gemeinsame Nenner" was E-Gitarren angeht. Ob nun Fender, Squier oder gar Harley Benton draufsteht, ob für 1000 oder 100 Euro, überall stecken die Ideen von Leo Fender drin.
Dazu kommt noch, dass sie bis heute fast unverändert so verkauft wird, wie sie 1954 zuerst auf den Markt kam. Welchen anderen Gegenstand im originalen 50er-Jahre Design benutzen wird heute sonst noch? Mir fällt keiner ein.
 
+1 für die Wertung als Genie! Auch wenn er selber die Bezeichnung wahrscheinlich zurückweisen würde.

Ein Genie ist für mich nicht nur jemand, der eine herausragende Intelligenz im Sinne des IQ hat, sondern vor allem einer, der andere Wege geht als der Mainstream, neue Möglichkeiten sieht und diese dann durchdenkt und kreativ umsetzt, auch wenn andere ihn anfangs belächeln.

Das geniale an Leo Fender war die Begabung, sensationell einfache Lösungen für bekannte Probleme zu finden. Die Gitarre koppelt? Weg mit dem schwingenden Body, den braucht man verstärkt nicht! Ich hab keine Gitarrenbauer? Ich lass das Zeug von Handwerkern zusammenschrauben! Gitarren haben alle die gleichen paar Farben? Frag ich doch mal den Hersteller von Autolacken!
Er war eben ein innovativer Unternehmer. Er war Ami, und hatte keine Ahnung vom Gitarrenbau. Das war hilfreich um neue Wege zu gehen:great:


Klar ist der Bau von Gitarren und Verstärkern nicht so heroisch wie die Relativitätstheorie, aber er hat unsere Gesellschaft mindestens genauso verändert. Indem er Gitarren von "ernsthaften" Musikinstrumenten zu einem neuartigen, modernen Industrieprodukt gemacht hat, hat er Massen von jungen Leute das Musikmachen ermöglicht, die sich nie eine Jazz-Mama umgehängt hätten. Vorher gab es eigentlich nur Profimusiker, die aufgetreten sind und Amateure, die Hausmusik gemacht haben. Vor Publikum haben die höchstens in der Kirche gesungen, und auch da nur die Lieder von anderen. Nie zuvor hatten so viele Amateure die Idee, selber Songs zu schreiben und andere damit zu beglücken, womöglich ohne jeden Unterricht :eek:. Und diese Demokratisierung der Kreativität hat die dominierende Leitkultur nun wirklich auf den Kopf gestellt (auch wenn das wahrscheinlich nicht der Plan war...).

Naja Woody Guthrie http://de.wikipedia.org/wiki/Woody_Guthrie war wohl nicht von Fender beeinflußt :gruebel:
Und die Gitarre war ja auch schon vor Fender ein billiges Volksinstrument. Man denke an die deutsche Wanderklampfe und die cigar box guitars http://cigarboxguitar.com/
 
Dazu kommt noch, dass sie bis heute fast unverändert so verkauft wird, wie sie 1954 zuerst auf den Markt kam. Welchen anderen Gegenstand im originalen 50er-Jahre Design benutzen wird heute sonst noch? Mir fällt keiner ein.
Die Strat als Nierentisch :) ein interessanter Gedanke. Irgendwie hielt ich das Design für so gut und selbstverständlich, dass mir das garnicht aufgefallen ist.
 

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