Wie oft probt ihr und was macht ihr wenn...

Auch wenn sich das Repertoire verändert, wird es einen Kern an Songs geben (50%?), der immer dran kommt.
Ein paar Genretypische Hits werden doch gleich bleiben, oder? Ferner spielt sich eine Band ja mit der Zeit auch ein.
Du mußt bedenken, wir spielen nicht Top40, haben also nicht 400 Songs, von denen 200 mal durchgetauscht werden. Wir haben aktuell 35-40, alle nicht schnell-schnell mit Erfolgs- und Performancedruck, sondern mit Herzblut gemacht, von denen vielleicht zwei oder drei zur Disposition stehen werden, wenn wir mal mehr Songs haben, und noch einiges an Material, das wir zusätzlich zu diesen Songs ins Repertoire einarbeiten wollen.

Erschwerend kommt hinzu, daß wir seit ein paar Monaten einen neuen Drummer haben, der vorher jahrzehntelang fast gar nicht getrommelt hat und zum ersten Mal in einer Soulband ist. Mit dem müssen wir momentan all diese schon vorhandenen Songs neu einschleifen. Er ist leider auch nicht so ein chirurgisch-präzise analytischer Raushörer wie sein verkopfter Vorgänger, der auch schon mal versucht hat, Figuren einer Drummachine 1:1 nachzuspielen, sondern mehr der Rocker, der bisher immer alles lockerer gesehen hat und jetzt das Problem hat, daß in unserer Musik vieles wirklich bis auf den letzten Schlag exakt so gespielt werden muß wie im Original.

Wenn Ihr monatelang an einer Nummer feilt, klingt es aber auch danach, dass sich die Musiker zu Hause nicht genug vorbereiten? In den meisten Coverbands, die ich kenne, hört sich jeder seine Parts zuhause raus und in der Probe wird das Ganze nur zusammengefügt. Wobei es selbstverständlich Nummern gibt, die es in sich haben, und denen es gut tut, in einer zweiten oder dritten Probe gefestigt zu werden. Das geht aber nur, wenn wir ca. 3 neue Songs je Probe haben. Für einen einzelnen Song mein Zeug dreimal in den Proberaum schleppen würde ich nur machen, wenn wir was von Dirty-Loops covern :)
Da kann man zu Hause nicht viel vorbereiten. Bei rhythmus- und ablaufmäßig einfacheren Songs hat die Rhythmusgruppe die Nummer in 10-15 Minuten während der Probe gigreif. Kompliziertere Nummern kann nicht jeder für sich zu Hause vorbereiten, und dann kann man erwarten, daß die Musiker beim ersten Mal, wo sie den Song gemeinsam spielen, ihn auftrittsreif perfekt hinkriegen. Man muß ja auch trainieren, miteinander zu interagieren, auf die Einsätze zu achten, nicht, wie sie im Original klingen, sondern wie sie in der eigenen Band klingen, mehrstimmiger Gesang will mit allen Leuten gleichzeitig geübt werden, die Rhythmusgruppe will sich aufeinander einspielen.

Und wie gesagt: Es ist kein Pop, es ist kein Rock, es sind mehr und mehr die überarrangierten Soul-, R&B- und Disconummern der späten 70er und frühen 80er Jahre. Celebration von Kool & The Gang ist relativ einfach, da muß man nur darauf achten, wann was kommt. Boogie Wonderland von Earth, Wind & Fire ist die Hölle, speziell für mich.

Ich kann nämlich nicht zu Hause vorbereiten. Zum Vorbereiten bräuchte ich 1:1 exakt dasselbe Equipment wie in der Band. Zu Hause nachbauen ist sehr schwierig, weil erstens kostenintensiv, zweitens platzintensiv (ich hab ⅓ meines Schlafzimmers mit Elektronik vollgestellt, und ich meine voll, und mehr Platz ist da nicht), drittens schwierig bis gar nicht in mein anderweitig ausgelegtes Heimsetup zu integrieren. Abgesehen von Platzgründen geht Hin- und Herschleppen auch nicht. Erstens dauern Auf- und Abbau bei mir lange, zweitens Platz zu Hause, drittens kann ich ohne Auto nicht mal eben ein 15/10HE-Rack, ein ca. 135 cm langes Keyboard-Flightcase, zwei Kabelkoffer, einen Ultimate Apex und einen Pianotisch hin- und hertransportieren.

Im Probenraum vorbereiten geht auch nur selten. Ich habe wie alle anderen in der Band einen regulären Vollzeitjob, der nicht Musiker ist. Das heißt, daß ich häufig erst um 18.00 Uhr oder später Feierabend habe. Die Fahrt von zu Hause zum Probenraum dauert eine Stunde. Der Probenraum befindet sich in einem Industrie-Innenhof. Ich habe einen Schlüssel zum Probenraum, einen zum Gebäude, aber keinen zum Hoftor, das um geschätzt 20.00 Uhr geschlossen wird und am Wochenende (inklusive Samstag) ganztägig geschlossen ist. Ich kann mich nicht darauf verlassen, daß der letzte, der den Hof verläßt, überprüft, ob da nicht vielleicht noch jemand ist (weil Gebäudetür auf) und sich nicht darauf verläßt, daß derjenige, der da die Tür offen hat, einen Torschlüssel hat. Wenn ich eingeschlossen werden sollte, muß ich einen Bandkollegen aus einem Vorort (!) herbeitelefonieren, der mich wieder befreit, und der hat auch schon mal eine Stunde Anfahrt. Das bedeutet, ich sollte um 19.30-19.45 Uhr aus dem Probenraum raus sein.

Wenn ich um 18.00 Uhr zu Hause loskomme, bin ich um 19.00 Uhr am Probenraum, gegen 19.10 Uhr ist alles eingeschaltet und hochgefahren, dann brauche ich meine Zeit, um mich in einen Song (wieder) einzufinden, und spätestens um 19.30 Uhr muß ich anfangen, alles wieder herunterzufahren und abzuschalten. Es steht also komplett außer Frage, daß ich mehrere Stunden pro Woche in Songs investieren kann.

Ich muß in meine Parts in den Songs aber sehr viel Zeit investieren. Ich muß es, damit ich die Songs so spielen kann, wie ich es kann. Und wie gesagt, wir spielen sehr überbordend arrangierte Songs im Originalarrangement. Boogie Wonderland hatte ich schon genannt. Fantasy ist ein noch schlimmerer Fall - fast schon jazzartig kompliziert und dann auch noch sehr orchestral arrangiert, und weil es eine Ballade ist, kann man nicht davon ausgehen, daß der ganze Orchesterbombast hinter Gesang und Rhythmus verschwindet, also muß ich das nachbauen. Da gibt's nicht die eine markante Hookline, da gibt es ein opulentes Geflecht aus mehreren Bläsersätzen und (im Original auch schon unechten) Streichern. Und Earth, Wind & Fire leben nicht von einer markanten Hookline, das sind nicht Kool & The Gang. Earth, Wind & Fire leben von eben diesen Bombast-Arrangements. Und warum soll ich umarrangieren, wenn a) ich das Originalarrangement spielen kann (und auch zeigen will, daß ich das kann) und b) auch sonst keiner in der Band umarrangiert?

Mich würde mal interessieren, wie lange eine semi- oder vollprofessionelle Top40-Band braucht für eine endgültige (also nicht Work in Progress) Version von Fantasy mit vollständigem Originalarrangement, also inklusive allen mehrstimmigen Gesangsparts, inklusive originalem Songablauf (Albumversion bitte) und inklusive komplettem Orchesterbombast. Einmal vollständig händisch gespielt, einmal mit vom Keyboarder selbst erstelltem Sequencerbacking und Click.

Einer der nächsten Songs, die nicht mal eben in einer Woche oder weniger fertig sein werden, auch wenn es kein Soul ist: Clouds Across The Moon von der RAH Band. Praktisch alle meine Sounds (ich werde das komplette Elektronikgedöns nachbauen inklusive Spracheffekten) werden Eigenbauten im Virus sein müssen, und mein einziger Virus ist im Probenraum im Rack verschraubt. Für die Spracheffekte brauche ich dann das Signalrouting über meinen Submixer in den Virus und zurück sowie die Regelung des Audioeingangs des Virus über MIDI per Pedal von der XP-80 aus, möglicherweise inklusive Control-Change-Wandlung in der MIDI-Matrix. Das sind Sachen, die ich nicht zu Hause und schon gar nicht auf komplett anderem Equipment vorbereiten kann.

Mein Problem ist auch, daß meine Bandkollegen ständig Songs in die Band holen, von denen sie nicht mal erahnen können, daß das Arrangement für mich die Hölle sein und mehrere Monate an Vorbereitung brauchen wird.


Martman
 
@Martman,
ich hatte mir eigentlich vorgenommen, Dir keine Tipps mehr zu geben, da ich nicht das Gefühl habe, dass Du es in Irgendeiner Form annimmst!
Ich weiß, es klingt hart, aber Du bist für mich das beste Beispiel für: „Kaum macht man´s kompliziert und ineffizient dann läuft´s nicht“. Darüber hinaus, höre ich nur „Ausreden, Ausreden, Ausreden“! Es ist kein Problem für mich, wenn man auch einfachem Niveau oder zum Spaß Musik macht. Du trittst hier aber immer wieder wie ein Vollprofi auf, obwohl Du alles viel komplizierter machst, als es sein müsste.
Fast alles was Du als Gründe aufführst halte ich für „hausgemacht“, änderbar oder unlogisch.

An konkreten Beispielen von Dir:
„Ich kann mich nicht gut vorbereiten, weil die Songs so schwer und überarrangiert sind“. „Viele können sich zuhause nicht vorbereiten, weil Sie einen Vollzeitjob haben“


Antwort: Gerade dann ist eine Vorbereitung Zuhause wichtiger, damit man sich in der Probe nicht gegenseitig aufhält! Zumal Ihr Euch sehr ans Original haltet, wie Du schreibst. Gerade dann ist es doch möglich, sich zuhause vorzubereiten? Lieber alle 2 Wochen eine vorbereitete Probe, als jede Woche eine hingewurschtelte.


„Ich kann mich zuhause nicht vorbereiten, da ich Zuhause anderes Equipment habe, als im Proberaum“. (inkl. Vieler Begründungen: Auto klein, Schlafzimmer mit Elektronik voll, wenig Geld“
Antwort: Alles hausgemacht! Du hast mehr Elektronik, als die meisten hier im Forum! Aber anstatt ein beherrschbares und transportables Setup zu organisieren, findet man zuhause und im Proberaum unterschiedliche Instrumentenparks vor. Das Ergebnis heißt, dass Du Dich zuhause nicht richtig vorbereiten kannst und somit im Proberaum Sounds programmieren und suchen musst. Und dann muss man die Parts auch noch üben und unabhängig voneinander spielen können. Dafür geht bei mir zum Beispiel viel Zeit drauf. In jeder mir bekannten Band mit ein wenig Anspruch würde ich rausfliegen, wenn ich im Proberaum stundenlang nur für meine Parts üben müsste, weil ich mich zuhause nicht vorbereitet habe. An dieser Stelle kann ich nur sagen, dass das für Mitmusiker unheimlich nervig sein muss, stundenlang auf den Kollegen zu warten, bis er Sounds gefunden hat und diese auch noch unabhängig voneinander spielen kann. Keyboarder haben eine Menge Arbeit, die Ihnen sonst keiner dankt, aber das ist nun mal das blöde an diesem Job! Die Lösung wäre so einfach: 2 aktuelle Keyboards, die gut klingen, können alles abdecken, was man braucht. Dann Keyboardständer einmal im Proberaum, so dass man nur die Keyboards in den Proberaum transportieren müsste. Wenn kein Auto da ist, wird man abgeholt. Oder wenn man sich keine 100 anderen Instrumente leistet, geht eventuell ein doppeltes Setup im Proberaum und man muss nur einen USB-Stick transportieren.
Du bist aber ein Verfechter davon, dass man ein RIESIGES Setup mit Analogen usw. benötigt. Meine Meinung. Den „Virtuell Analogen“ im Setup hört man live nicht raus! Das holprige Spielen, weil man es zuhause nicht mit dem gleichen Equipment üben konnte, hört man schon raus. Und den groovenden Drummer, den man nicht bekommen hat, weil die Band 6 Wochen für einen Song braucht, hört man auch raus.

„Wir sind nicht performanceorientiert, sondern wollen Songs mit Herzblut!
Wenn die Vorbereitung zuhause ordentlich war, hat man viel mehr Zeit, Herzblut und Eier in einen Song reinzuüben! Bei ineffizienter Vorbereitung, besteht doch 80 % der Zeit darin auf andere Musiker zu warten, bis die Pflicht steht. Bei guter Vorbereitung geht die Proberaumzeit mehr für die Kür drauf. Und selbstverständlich braucht es auch bei guter Vorbereitung einen Moment, bis schwierige Songs in guter Qualität stehen. Das ist bei allen anderen Bands auch so. Ihr seid nicht die einzige Band, die schwierige Songs spielen.

„Du verneinst, dass ein Kern an immer gleichen Songs einer Band mit der Zeit für Arbeitsreduktion sorgt. Begründung: „Wir machen nicht 400 sondern nur 35 bis 40.“
Antwort: Das verstehe ich nicht! Wenn ein Teil immer gleich bleibt, muss man nicht ständig ein volles Programm neu lernen. Und 50 % von 35 Songs sind doch weniger als von 200?

„„Unser neuer Drummer hat Schwierigkeiten die Songs präzise und schnell rauszuhören und ist ohnehin eher ein Rocker“.
Antwort: „Wollte kein passender Drummer mitmachen?“ Und was werden die Gründe dafür sein?

Ich bin auch nur ein engagierter Hobbymusiker. Aber die Gründe für das schleppende Vorankommen und das viele Futter für den Live-Pannenthread sind überwiegend hausgemacht.

Den zweiten Teil der Beispiele nenne ich in Deinem anderen Thread!
 
@Martman,
ich hatte mir eigentlich vorgenommen, Dir keine Tipps mehr zu geben, da ich nicht das Gefühl habe, dass Du es in Irgendeiner Form annimmst!
Weil wir laufend aneinander vorbeireden. Weil wir vollkommen unterschiedlich denken. Und weil deine Ratschläge an a) meinen Möglichkeiten und b) meinen Anforderungen weit vorbeigehen.

Ich weiß, es klingt hart, aber Du bist für mich das beste Beispiel für: „Kaum macht man´s kompliziert und ineffizient dann läuft´s nicht“.
Es geht mir nicht um Effizienz um jeden Preis. Es geht mir um Spaß am Musizieren, um Verwirklichung, gewissermaßen um Kunst. Da kann's auch gerne mal nicht der absolut effizienteste Weg sein. Unsere Band gehört keinen amerikanischen oder asiatischen Investoren, die uns Lean, Agile, Kanban und Kaizen aufdrücken, um mit möglichst geringem Einsatz ein möglichst großes Endergebnis rauszuquetschen. So funktioniert Kunst nicht. Und Musik als Hobby ist Kunst und kein knallhartes Business.

„Ich kann mich zuhause nicht vorbereiten, da ich Zuhause anderes Equipment habe, als im Proberaum“. (inkl. Vieler Begründungen: Auto klein, Schlafzimmer mit Elektronik voll, wenig Geld“
Antwort: Alles hausgemacht! Du hast mehr Elektronik, als die meisten hier im Forum! Aber anstatt ein beherrschbares und transportables Setup zu organisieren, findet man zuhause und im Proberaum unterschiedliche Instrumentenparks vor.[/quote]
Weil der Instrumentenpark bei mir zu Hause einer völlig anderen Zielsetzung dient, also nicht der Bandvorbereitung, und für völlig andere Stilistiken gedacht ist.

In der Band spiele ich Soul, R&B, Funk. Bläser, Streicher, Rhodes, gewisse spezialisierte Synthsachen.
Zu Hause spiele ich keinen Soul, keinen R&B, keinen Funk. Da spiele ich Elektronik. Komplett andere Anforderungen. Mit dem Bandsetup so nicht umsetzbar, und mit dem optimalen Bandsetup so auch nicht umsetzbar.

Beides ist Hobby. Folglich ist beides für mich gleichbereichtigt. Folglich hat keines der beiden sich dem anderen vollständig und kompromißlos unterzuordnen.

Im übrigen hast du gerade bewiesen, daß du meine Postings nur überfliegst.
Das habe ich nicht geschrieben. Ich habe überhaupt kein Auto. Ich habe noch nicht mal einen Führerschein.

Das Ergebnis heißt, dass Du Dich zuhause nicht richtig vorbereiten kannst und somit im Proberaum Sounds programmieren und suchen musst. Und dann muss man die Parts auch noch üben und unabhängig voneinander spielen können. Dafür geht bei mir zum Beispiel viel Zeit drauf. In jeder mir bekannten Band mit ein wenig Anspruch würde ich rausfliegen, wenn ich im Proberaum stundenlang nur für meine Parts üben müsste, weil ich mich zuhause nicht vorbereitet habe. An dieser Stelle kann ich nur sagen, dass das für Mitmusiker unheimlich nervig sein muss, stundenlang auf den Kollegen zu warten, bis er Sounds gefunden hat und diese auch noch unabhängig voneinander spielen kann.
Während der eigentlichen Probe, also wenn außer mir noch jemand anders im Probenraum ist, komme ich gar nicht dazu, an den Sounds zu arbeiten. Da wird nur mit der ganzen Band gespielt. Und die können erfahrungsgemäß nicht mal eine Minute warten, bis ich eine Kleinigkeit eingestellt habe.

Das kann ich nur, wenn ich alleine bin.

Die Lösung wäre so einfach: 2 aktuelle Keyboards, die gut klingen, können alles abdecken, was man braucht. Dann Keyboardständer einmal im Proberaum, so dass man nur die Keyboards in den Proberaum transportieren müsste.
Wäre so einfach, wenn ich a) das Geld hätte, b) vom Klavier käme und c) "normal" arrangieren und spielen würde. Alle drei Punkte treffen aber auf mich nicht zu.

Ich werde jetzt mal darlegen, warum die hier so populäre Top40-Kombination Motif + Nord bei mir nicht funktionieren kann.

Zunächst einmal gibt es kein einziges Tasteninstrument auf dem Markt und gab es nie, auf dem ich meine Spielweise so umsetzen kann wie auf der XP-80. Das ist ganz einfach erklärt, warum das so ist: Genau mittschiffs, direkt oberhalb der Tastatur, unmittelbar in meinem Blickfeld ist ein Block mit 16 Tastern. Die lassen sich so umschalten (ohne Programmieraufwand über einen eigenen dedizierten Taster), daß man damit Direktzugriff auf alle 16 Multimode-Parts hat, daß man jeden der 16 Parts intern oder extern ruckzuck ein- und ausschalten kann. Mit sehr kurzen Wegen von der Tastatur aus für beide Hände, ja sogar mit einer Hand, die gleichzeitig Tasten spielt. Letzteres ist zwingend notwendig bei All Around The World.

Bei allen aktuellen Workstations hätte ich zunächst mal erheblich längere Wege und einen so großen Abstand von der Tastatur, daß ich nicht beliebige Parts zu- oder wegschalten kann, während ich beide Hände auf der Tastatur habe. Bei Kurzweil müßte ich mir dafür Taster programmieren, und die liegen gaaaanz oben links. Bei Korg geht das nur über den Touchscreen, und das ist bei weitem nicht so präzise wie dedizierte Hardwaretaster. Besonders nicht, wenn es schnell gehen muß, und bei so einigen Stücken (Fantasy, Boogie Wonderland, A Night To Remember, Give It Up) muß es blitzschnell gehen. Vom Keyboard zum Taster innerhalb eines Wimpernschlages, und ich habe nur einen Versuch.

Und nein, mehrere Multimode-Programme mit entsprechend aktiven Parts und Durchschalten per Fußtaster, wie es so viele tun, bringen mir gar nichts – Boogie Wonderland bräuchte alleine ca. 13 aneinandergereihte Speicherplätze.

Abgesehen davon war die XP-80 die allerletzte Workstation auf dem Markt mit fünf Pedalanschlüssen, davon vier komplett frei belegbar. Drei sind jetzt schon belegt, bald wird wahrscheinlich ein vierter belegt, und zum Durchschalten bräuchte ich dann noch einen.

Klartext: Die XP-80 bleibt, Punkt. Und sei es als Masterkeyboard. Vor allem habe ich davon schon zwei.

Das heißt, das zweite Keyboard muß den ganzen Rest auffangen. Und meine Attitüde gegenüber Synthesizern unterstützen und mich nicht frustrierenderweise einengen. Auch wenn es noch so effizient ist, ich werde einen Deibel tun und alles mit Samples fahren. Ich bin kein Pianist, ich bin kein Ablieferer, ich bin ein Synthesizer-Nerd. Ich denke bei elektronischen Klängen nicht "das klingt so ähnlich wie", ich denke in Oszillatoren, Filtern, LFOs, Hüllkurven. Subtraktive Sounds baue ich nicht am Rompler aus ähnlich klingenden Presets um, die lade ich mir auch nicht als fix und fertige Samples irgendwoher runter, die baue ich from scratch aus einem Init-Sound.

Auf der einen Seite brauche ich also definitiv einen leistungsfähigen VA. Multitimbral, mindestens drei vollwertige samplelose Rechenmodell-Oszillatoren nebst Noise pro Stimme, zwei separate, frei verschaltbare Multimode-Filter mit unabhängig von LP/BP/HP wählbarer Flankensteilheit, guter, flexibler Sound (statt Emulation eines einzelnen konkreten Vorbildes), nicht zu direkt, nicht zu digital, genügend mögliche Modulationsverknüpfungen (Anzahl der Verknüpfungen, Quellen, Ziele) auch mit externen MIDI-Signalen (zwingend notwendig für Kiss), Vocoder mit frei wählbarer Bandzahl (wenn er nicht genau 16 Bänder haben kann, habe ich ein Problem damit), Einspeisung des Audio-In-Signals auf Oszillatorebene, also noch vor den Filtern, editierbare Effekte inklusive Hall und Delay (das Gerät ist unbrauchbar, wenn ich beim Delay Zeit und Panorama nicht einstellen kann).

Auf der samplebasierten Seite wiederum brauche ich eine ziemliche Bandbreite an hochwertigen Bläsersounds, und zwar auch mal mehr als zwei oder drei in einem Song, praktisch gleichzeitig. Damit scheiden Korg und Yamaha schon mal komplett aus. (Ich habe die Kronos-Bläser gehört. Würg. Kurzweil konnte es vor 20 Jahren besser als Korg heute.) Wenn Clavia nicht schon durch das Unvermögen ihrer virtuell-analogen Synthesizer (inklusive Nord Lead 2X, 3, 4, Nord Modular und Nord Modular G2), ganz zu schweigen von der elenden Krücke im Nord Stage, ausgeschieden wäre, würden sie es jetzt anhand der Multimode-Split/Layer- und Modulations-Orgie, die ich bei einigen Songs abhalten muß.

Roland ist auch aus dem Rennen. Der Jupiter-80 hat einen miserablen "Multimode für Doofe", untauglich für jemanden, der in den meisten Songs fünf, sechs oder mehr Multimode-Parts hat, er kann keine Samples importieren und mappen, und der irgendwo angeblich versenkte VA auf GAIA-Basis ist nicht ansatzweise genügend ausgestattet – mein mehr als 10 Jahre alter Virus kann das besser. Die Fantom-G ist eine bugverseuchte Bedienungskatastrophe. Die Fantom-X ist nicht aktuell, es ging ja um ein aktuelles Gerät, und so gewaltig groß, daß sie auf der oberen Lage eines Säulenständers wie mein Ultimate Apex AX-48 keinen Platz hat. Alles, was Juno heißt, scheidet aus mangels Sampleimport, und der Integra-7 ist ein Expander, aber wir suchen ja ein Keyboard, oder wie?

Jetzt klingt die Kurzweil PC3K6 perfekt. Ist sie aber nicht, weil sie keine Audioeingänge hat. Keine Bearbeitung des Mikrosignals, kein Vocoder. No deal. Mal abgesehen, daß mich zwei davon auch schon um 4000 € zurückwerfen, die ich nicht habe (immer noch besser als die mehr als 6500 € für zwei Korg Kronos X 61).

Fazit: Es gibt keine aktuelle Workstation, die meinen kompletten Bedarf abdeckt, mit der ich das ohne Abstriche und in mindestens gleichwertiger, wenn nicht höherer Qualität und für mich persönlich mindestens so zufriedenstellend umsetzen kann, was ich jetzt mit meiner Uralt-Riesen-Burg mache.

So, dann kommt dazu noch ein Submixer mit gewissen Anforderungen: guter Mikrofon-Preamp, generell klanglich sehr gute Eignung für Synthesizer, mindestens ein Pre-Fader-Auxweg zum Abgreifen des Mikrofonsignals zwecks Einspeisung in einen Synthesizer. Den habe ich, der bleibt an sich also, nur müßte ich zu Hause und im Probenraum baugleiche Mixer haben. Nun erfüllt allerdings der Mackie, der im Probenraum steht, nicht die Anforderungen, die er bei mir zu Hause für bandexterne Elektronikmusik hätte. Mein Yamaha 01V erfüllt diese Anforderungen, ist vielen aber inzwischen für den Live-Einsatz zu unzuverlässig und paßt möglicherweise nicht ins Rack. Außerdem bin ich es gewohnt, mit aufwendigem MIDI-Routing zu arbeiten, und einige Songs erfordern das auch, also kann auch die MIDI-Matrix nicht gestrichen werden.

Wenn kein Auto da ist, wird man abgeholt.
Nächstes Problem: Ich wohne als einziger in der Band südlich des Probenraums. Der Schlagzeuger wohnt weit westlich (und fährt einen Kleinstwagen), alle anderen wohnen nördlich, teilweise sogar in einem Vorort. Für jeden meiner Kollegen wäre das ein Umweg von mindestens 50 km und im Hamburger Cityverkehr einer Dreiviertelstunde, um mich abzuholen. Eine Taxifahrt dauert 25 Minuten außerhalb der Rush Hour und kostet 35–40 € pro Richtung, das sind 280–400 € pro Monat.

Oder ist auch das wieder nur eine faule Ausrede?

Oder wenn man sich keine 100 anderen Instrumente leistet, geht eventuell ein doppeltes Setup im Proberaum und man muss nur einen USB-Stick transportieren.
Ist nicht so, daß mein ach so gewaltiges Heimsetup teuer war oder ständig um teure Geräte wächst. Das, und ich habe nicht vor, mich zu Hause musikalisch einzuschränken, weil ich mein ganzes Heimsetup auf einen Klon meines Bandsetups reduzieren muß.

Du bist aber ein Verfechter davon, dass man ein RIESIGES Setup mit Analogen usw. benötigt. Meine Meinung. Den „Virtuell Analogen“ im Setup hört man live nicht raus!
Die Anführungszeichen um den virtuell-analogen kannst du dir sparen. Das klingt für mich wie "oh mein Gott, was für eine lächerlich ineffiziente Verschwendung von Bandressourcen", also abfällig.

Und virtuell-analoge Synthesizer gehören zu meiner Arbeitsweise und zu meiner Denke bei der Klangerstellung.
Manchen Leuten reichen für Hammond-Sounds fertige samplebasierte Presets aus einem Rompler, andere brauchen Drawbars und Fußlagen, um den Sound zu formen.
Manchen Leuten reichen für subtraktive Sounds fertige samplebasierte Presets aus einem Rompler, ich brauche Oszillatoren und Filter, um den Sound zu formen.

Und warum kaufen sich alle wie blöde einen Nord und einen Ventilator, wenn's auch Orgel und Leslie aus einer MOX tun würden?

Letztlich soll ich ja auch selbst mit dem zufrieden sein, was ich da mache. Das ist schließlich keine Fronarbeit oder Sklavenarbeit im Dienste der Band, das ist ein Hobby, daran will ich, MUSS ich auch Spaß haben, MUSS ich mit dem, was ich da mache, zufrieden sein.

Es geht nicht darum, was das Publikum über die Stadtfest-PA hört. Es geht darum, daß mich das zufriedenstellt, was ich unter den Händen habe.

Und den groovenden Drummer, den man nicht bekommen hat, weil die Band 6 Wochen für einen Song braucht, hört man auch raus.
Erstens: Unser neuer Drummer groovet an sich wie Hulle, wenn er sich in einen Song eingefunden hat. Er braucht nur eine Weile, um sich in einen Song einzufinden, jetzt, wo er zum ersten Mal in seinem mehr als 50jährigen Leben so komplizierte Sachen spielt. Das ist immer noch ein Mensch und kein MPC.

Zweitens: 6 Wochen sind normal für einen einfachen Song. Ungetüme wie Fantasy brauchen mehrere Monate zur Bühnenreife.

Drittens: Das eine hat mit dem anderen genau gar nichts zu tun. Daß unser Drummer mit ungewöhnlichen Intros, Abfolgen und Timings nicht auf Anhieb klarkommt, wird sich nicht dadurch ändern, daß wir von jedem noch so komplizierten Song pro Woche drei von null auf auftrittsreif haben. Im Gegenteil.

„Du verneinst, dass ein Kern an immer gleichen Songs einer Band mit der Zeit für Arbeitsreduktion sorgt. Begründung: „Wir machen nicht 400 sondern nur 35 bis 40.“
Antwort: Das verstehe ich nicht! Wenn ein Teil immer gleich bleibt, muss man nicht ständig ein volles Programm neu lernen. Und 50 % von 35 Songs sind doch weniger als von 200?
Wenn man ein Repertoire von 400 Songs hat, dann sind 50% davon 200, und damit hat man für fast jede Gelegenheit und fast jede Giglänge immer sofort greifbares Musikmaterial, egal, wieviel man gerade durchtauscht.

Wenn man ein Repertoire von 35 Songs hat, dann sind 50% davon 18, und die reichen erfahrungsgemäß mit Not für zwei Sets ohne Zugabe. Wir können nicht austauschen, wir können nur erweitern.

„„Unser neuer Drummer hat Schwierigkeiten die Songs präzise und schnell rauszuhören und ist ohnehin eher ein Rocker“.
Antwort: „Wollte kein passender Drummer mitmachen?“ Und was werden die Gründe dafür sein?
Die Gründe dafür werden sein, daß wir keinen Bock hatten, wieder so einen überstudierten Verkopften in die Band zu holen, der glaubt, er sei eine Drummaschine, aber selbst dafür nicht präzise genug spielt. (Sein Vorgänger war um ein Vielfaches verkopfter und mehr auf Grundsatzdiskussionen aus als ich, wußte auch das alles besser, was gar nicht sein Fachgebiet war, und entschied gewisse sensible Dinge am Rest der Band vorbei.) Und daß der neue Drummer bei den ersten beiden Testproben einen sehr guten, "mal anderen" Eindruck machte.

Im übrigen war es nicht unbedingt so, daß uns die Drummer die Bude einrannten. Die meisten Hobbyisten hätten an einer Band wie unserer kein Interesse, weil es nicht ihre Musik ist, weil sie wirklich nur Rocker oder gar Metaller sind, und weil sie entweder glauben, Soul und so ist doch langweilig, oder ein bißchen Ahnung davon haben, aber wissen, daß sie diffiziles Funk-Gefrickel nicht können. Die besseren Drummer lesen "Hobbyband ohne professionelle Ambitionen", sehen, daß man in dem Laden kein Geld machen kann, und haben schon kein Interesse mehr. Die verschwenden nicht ihre Zeit in Bands, die (schon aus Steuergründen) keinen Gewinn machen.

Und wie hätte es ausgesehen, wenn wir, nachdem wir ihn mit Begeisterung in die Band aufgenommen hätten, ihn nach sechs bis acht Wochen (und seinerseits der Anschaffung zweier neuer Schlagzeuge) wieder rausgeworfen hätten, um dann wieder nach einem Drummer suchen zu müssen, der sich vielleicht erst nach Monaten gemeldet hätte? Das war schon schwierig genug, unseren letzten Drummer und unseren letzten Sänger aus der Band zu befördern. Den Leuten das schonend beizubringen, daß es für alle Beteiligten das Beste ist, wenn sie gehen. Die Diskussionen. Die Emotionen. Ich meine, wir haben keine HR, die mal eben anonym und kaltschnäuzig einen nicht hinreichend effizienten Mitarbeiter schriftlich feuern kann.

Ich bin auch nur ein engagierter Hobbymusiker.
Der Unterschied ist: Du kommst aus der Wirtschaft, ich aus dem Engineering. Du bist knallharter Streamliner und Optimierer, ich bin ziemlich größenwahnsinniger Perfektionist und Technokrat.

Aber die Gründe für das schleppende Vorankommen und das viele Futter für den Live-Pannenthread sind überwiegend hausgemacht.
Bei meinen diversen letzten Pannenpostings gehörte meine Burg tatsächlich zu den wenigen Dingen, die optimal funktionierten. Das merkt nur keiner mehr, weil alle so geil darauf sind zu lesen, daß es die ganze Zeit meine Burg war, die den ganzen Ärger verursacht hat, daß sie am Ende glauben, es stünde da tatsächlich, und sie hätten es tatsächlich gelesen.


Martman
 
Solange es Dir, Deinen Mitmusikern und auch noch dem Publikum Spaß macht, ist alles ok!
Es klang in einigen Deiner Postings aber auch einiges an Frust und Futter für den Live-Pannenthread durch.
Und auf diese Punkte wollte ich eingehen, weil es da meiner Meinung einfach viele Möglichkeiten gibt. Selbstverständlich ticken wir da in einigen wesentlichen Punkten anders, das heißt aber nicht, dass kein einziger Vorschlag passt. Selbstverständlich kann man sich noch einen VA dazustellen, wenn es wichtig ist. Nur ist es eben auch wichtig, sich gescheit vorbereiten zu können.

Zum XP-80. Das ist wiederum witzig, denn ich vermisse bis heute die Part-an und Part-aus-Schalter meines 20-Jahre alten Roland D-70, bei denen man z.B. Streicher ab dem nächsten Ton zu- und wegschalten konnte. Heute wird meistens nur 'gemuted' und das ist nicht das Gleiche.

Zu Deinen Umschaltorgien am habe ich aber dennoch einen Tipp: Wenn man 2 Tastaturen intensiv layert und splitted kann man sich einiges an Umschalterei sparen. Als Grundregel versuche ich nie im Song umzuschalten und alles was ich beauche schon vorher auf der Tastatur zu verteilen. Bis auf sehr wenige Ausnahmen haut das auch hin. Bei einer Band mit 2 Keyboardern könnte das doch auch funktionieren?
Ist nur 'ne Anregung. Und auch bei den Pedalen habe ich reduziert, da ich im Eifer des Gefechts oft das falsche Pedal treffe :) Das könnte auch an meiner Schuhgröße liegen.

Letztes Thema: Soundfrickeln vs. Effizienz. Da schätzt Du mich auch falsch ein. Ich suche auch manchmal eine Stunde nach dem richtigen Sound und schraube eine weitere Stunde an den Sounds für den Song herum.
Das mache ich aber nicht immer, sondern dann wenn es mir wichtig erscheint. Bei einem bekannten Klassiker eher als bei einer House-Nummer, die ohnehin unseren eigenen Anstrich bekommt.
Mit der Zeit hat manaber so viele Song-Vorlagen, dass es einfacher wird.

Man sagt mir oft nach, dass man die Klangschrauberei auch hört. Und das ist mein Herzblut ;-)

Mein Fazit: Lass Dir nicht alles ausreden, was Dir Spaß macht. Aber schau hin und wieder auch mal bei anderen Cover-Bands hin. Ich lerne ständig neu dazu, wenn ich bei meinem Klavier-Lehrer bin, der nebenbei auch noch 30 Jahre Synthesizer- und Keyboarderfahrung hat.
 
Bei uns steht meist eine Probe in der Woche an und je nach Zeit und natürlich kommenden Veranstaltungen werden 2-3 daraus. Auch wenn mal einer ausfällt treffen wir uns (schlagzeug, 2x gitarre inkl. 1x gesang, bass). Man merkt zwar dass was fehlt aber dank Proberaummitschnitt (Digicam oder Mikro) kann sich derjenige zur nächsten Probe auf evtl. Neuerungen vorbereiten. Und wenn dann mal der Drummer fehlt oder später kommt weil er arbeiten muss dann wird eben radikal an der Melodie geschraubt bis alles kaputt und dick klingt ;-)

Komplett machts aber immer noch den größten Spaß!!!
 
Wie oft probt ihr...

Wie oft wir proben kommt stark darauf an, in welcher Phase wir gerade sind. Wenn wir, wie aktuell, primär an neuem Material feilen, versuchen wir mindestens eine, besser zwei Proben die Woche einzurichten; jeden Donnerstag fest für 3-4 Stunden und Sonntags nach Möglichkeit ca. 4 Stunden.
Wenn wir gerade nur Gigs vor der Brust oder gar Sommerpause oder Weihnachtspause haben, nehmen wir uns auch gerne den Sonntag frei und schlafen aus und legen jeder einen Familientag ein.

...und was macht ihr wenn mal einer von euch nicht zur Probe kommen kann ?

Da haben wir verschiedene Möglichkeiten. Die Donnerstagsprobe wird generell versucht auf den Freitag zu legen. Wenn jemand am Sonntag nicht kann oder verlegen nicht möglich ist, dann arbeitet der Rest an spezifischen Dingen. Unser anderer Gitarrist und ich arbeiten an Melodien und Riffs oder einer von uns Gitarristen stellt dem Trommler Ideen vor oder oder oder, die Möglichkeiten sind da vielfältig.

Wir haben aber Glück, dass wir die Band alle recht stark priorisieren und es so zu wenig Ausfällen kommt, Donnerstags vielleicht einmal im Vierteljahr.
 
Gestern hatten wir 'ne strange Probe. Leadsänger/2. Keyboarder war nicht da, Sängerin war nicht da, Drummer war nicht da. Wir waren nur Gitarre, Baß/2. Sänger und ich, 1. Keyboarder/3. Sänger. Ich bin kurzerhand bei den meisten Songs zum Leadsänger befördert worden. Drums hab entweder ich an den Tasten gespielt unter weitgehendem Verzicht auf meine normalen Parts, oder der Basser hat sich ans Schlagzeug gesetzt, dabei noch Backing gesungen, und ich hab den Baß an den Tasten übernommen.

Zwei Ausnahmen gab's: Für eine Nummer hab ich ein komplettes gespeichertes Drum-Backing, die konnten wir mit wenigen Abstrichen spielen. Und den einzigen Song, den unser Basser leadsingt, haben wir testweise mal ohne Drums gespielt.

Fast ein Wunder, daß wir nur eine halbe Stunde eher gegangen sind.


Martman
 
In solchen Fällen ziehen wir den Biergarten vor, vor allem bei dem Wetter... :mampf:
 
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Wir proben 3x die Woche und müssen dann schon gucken, dass es wirklich so oft hinhaut. Wenn man nicht alleine spielt, ists manchmal schwer, alle unter einen Hut zu bekommen. Wenn jemand nicht kann, verschieben wir es auf nen anderen Tag. Es ist aber eher das Motto, diese Tage so gering wie möglich zu halten....

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Wir proben 3x die Woche und müssen dann schon gucken, dass es wirklich so oft hinhaut. Wenn man nicht alleine spielt, ists manchmal schwer, alle unter einen Hut zu bekommen. Wenn jemand nicht kann, verschieben wir es auf nen anderen Tag. Es ist aber eher das Motto, diese Tage so gering wie möglich zu halten....
 
In solchen Fällen ziehen wir den Biergarten vor, vor allem bei dem Wetter... :mampf:
Stimmt, das Philosophieren über Digitalpulte, das die ersten 15-20 Minuten einnahm, hätte man auch im gastronomischen Rahmen erledigen können.


Martman
 
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Wir proben, wenn möglich, alle 2 Wochen für ca. 5 Stunden. Wir sind eine Latin-Folk-Formation mit 6 Musikern. Wir versuchen immer, alle zu proben und verschieben schon mal eine Probe, wenn einer nicht kann und nix ansteht. Wenn doch was ansteht, versuchen alle da zu sein, und wenn doch einer fehlt proben wir eben mit denen, die kommen.

Wir haben 2 Frontmänner und es ist extrem schlecht, wenn einer von denen ausfällt. Trotzdem haben wir auch schon Abendfüllende Konzerte gemeistert, als einer von Ihnen plötzlich im Krankenhaus lag. Bemerkt haben das nur die Fans.

20 Jahre Spielerfahrung nimmt uns so schnell keiner weg...:cool:
 
Gestern hatten wir 'ne strange Probe. Leadsänger/2. Keyboarder war nicht da, Sängerin war nicht da, Drummer war nicht da. Wir waren nur Gitarre, Baß/2. Sänger und ich, 1. Keyboarder/3. Sänger. Ich bin kurzerhand bei den meisten Songs zum Leadsänger befördert worden. Drums hab entweder ich an den Tasten gespielt unter weitgehendem Verzicht auf meine normalen Parts, oder der Basser hat sich ans Schlagzeug gesetzt, dabei noch Backing gesungen, und ich hab den Baß an den Tasten übernommen.

Zwei Ausnahmen gab's: Für eine Nummer hab ich ein komplettes gespeichertes Drum-Backing, die konnten wir mit wenigen Abstrichen spielen. Und den einzigen Song, den unser Basser leadsingt, haben wir testweise mal ohne Drums gespielt.

Fast ein Wunder, daß wir nur eine halbe Stunde eher gegangen sind.
Diese Woche war ein Neuaufguß derselben Besetzung. Mit ein paar Änderungen: Die Drums hat bis auf die eine im zweiten Absatz genannte Nummer (die ich wieder alleine gesungen hab, obwohl ich sonst nur im Refrain Backing sing; eigentlich könnte ich die ganze Nummer jetzt auch alleine machen, weil es niemanden in der Band gibt, den ich noch nicht ersetzt hab) das Smartphone des Bassisten geliefert.

Anderthalb andere Nummern hab ich Falsett gesungen, weil sie im Original Falsett sind. Mein lieber Olli...

Und wir haben jetzt ein paar andere Nummern im Repertoire. Etwa "Good Times", wo ich sonst nur Rap-Parts hab. Was mach ich? Telefon schnappen und Text suchen. Den von "Rapper's Delight", um mehr als nur die üblichen acht Textzeilen rappen zu können. Daß ich keinen Bock mehr hatte und die Nummer langsam mal zum Ende kommen sollte, hab ich signalisiert, indem ich das längst erwartete "Wot!" gerappt hab.


Martman
 
Nachdem Du hier schon einen 2+ Jahre alten Text von Dir selbst zitierst - wo kann man diese perfekten Arrangements den mal hören? Ich bin da echt interessiert, weil ich genau aus der anderen Ecke komme als Du. Mein Motto ist: "Wir nehmen den Song, machen ihn uns zu eigen mit den, was wir halt so haben" - das ist ganz ganz ganz weit weg von "1:1 nachspielen mit denselben Versionen und denselben Sounds". Wir haben in der letzten Band vor allen Dingen eigene Sachen gemacht, aber eben auch ein paar Covers... alles mit starkem 70s Soul / Deep Funk / bisschen Jazz Einfluss.

Wäre halt mal interessant.
 
Also bei uns (3Git, Bass und Drums) ist es so, das wir komplett 3 mal die Woche spielen. Allerdings treffen der Rhytmusgitarrist und ich uns 5 mal die Woche um Arrengements zu schreiben, Songs in die richtige Tonart zu bringen, eignene Sachen zu schreiben usw.

Allerdings wird angestrebt, dass wir als Band komplett 5x die Woche Proben, Arbeit hin oder her.

Meiner Meinung nach wird man erst richtig gut, wenn man täglich zusammen spielt.
 
Wir proben im Normalfall so alle 2 Wochen, in manchen heißen Phasen als Vorbereitung auf Gigs aber auch mal mehrmals die Woche. Da wir z.T. halt 60km auseinander Wohnen und Berufstätig sind und ich Schicht arbeite, ist es auf Dauer schwer, öfter zu proben. Dass einer nicht kann hatten wir so noch nicht allzu oft, da wir die Termine für die Proben meist mehrere Wochen und mehrere Proben im Voraus festlegen, so dass jeder weiß, dass an dem Tag Probe ist. Klar kann es mal vorkommen, dass sich jemand um die eine oder andere Stunde verspätet, dann gibt er aber Bescheid. Dann können die anderen entweder einfach nur gemütlich n Bierchen zusammen trinken, die Zeit nutzen um knifflige Parts zu proben oder aber einfach nur zu jammen. Da kommen einem manchmal auch gute Ideen für neue Songs ;-)

Wir hatten es auch schon, das wir Spontan ohne Sänger z.B. geprobt haben, weil der Gitarrist und ich bei nem Bierchen zusammen saßen und irgendwie die Idee hatten wir könnten ja paar unserer Songs proben. Bassist ist der Bruder vom Gitarrist und im selben Haus (und praktischerweise ist der Proberaum im Keller von ebendiesem Haus) und hatte eh nix besseres vor, Sänger hat 45min Anreise mitm Auto und konnte auf die schnelle nicht. Hab ich als Schlagzeuger halt nebenher noch den Gesang übernommen... Wobei das ne schöne Sch*** war :D Singen okay, Schlagzeug spielen okay, aber beides Gleichzeitig :O Bewundere da echt Phil Collins.

In der Zeit in der wir übergangsweise keinen Bassisten hatten, haben wir natürlich ohne Bass geprobt. Aber wie heißt es so schön in der Werbung eines Elektronik-Marktes: "Hauptsache ihr habt Spaß"

Was wir aber alle beinahe Täglich machen, ist jeder für sich zu Hause üben, üben, üben.
 
Nachdem Du hier schon einen 2+ Jahre alten Text von Dir selbst zitierst - wo kann man diese perfekten Arrangements den mal hören? Ich bin da echt interessiert, weil ich genau aus der anderen Ecke komme als Du. Mein Motto ist: "Wir nehmen den Song, machen ihn uns zu eigen mit den, was wir halt so haben" - das ist ganz ganz ganz weit weg von "1:1 nachspielen mit denselben Versionen und denselben Sounds". Wir haben in der letzten Band vor allen Dingen eigene Sachen gemacht, aber eben auch ein paar Covers... alles mit starkem 70s Soul / Deep Funk / bisschen Jazz Einfluss.

Wäre halt mal interessant.
Unsere Proben veröffentlichen wir aus gutem Grunde nirgendwo. Und Live-Mitschnitte existieren von uns auch nicht wirklich, jedenfalls keine aktuelleren.


Martman
 

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