Brauche lange mich einzuspielen

  • Ersteller 4DayCreep
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Ja, aber ich glaube, eher genau umgekehrt.
Je länger man spielt, umso mnehr wird einem bewusst, dass man sich aufwärmen sollte. Und das, so sehe ich das, in erster Linie körperlich.
Am Anfang schnappt man sich die Gitarre in jeder Lebenslage und spielt einfach so los. Zumindest war es bei mir so. Auch, weil sowieso alles, was man so spielkte irgendwie nicht so richtig klang....
Irgendwann hat man gelernt, wie etwas gut klingen kann, selbst, wenn man es selbst verzapft hat. Und der Anspruch steigt.

Noch später kommt dann bei manchem - auch wieder zumindest bei mir - dazu, dass die Finger irgendwie unter dem intensiven Spiel gelitten haben und die Aufwärmphase immer wichtigter wird und immer länger dauert. Wie bei Sportlern: je älter, desto wichtiger ist das schlichte, körperliche Aufwärmen.

Im Kopf sollte man - nach Möglichkeit - immer halbwegs "klar" sein, wenn man spielt! Und wenn nicht, dann hört man selbst es sowieso nicht.;)

Ach so: Pause. Die Erfahrung habe ich nicht gemacht. Nichts am eigenen Spiel wird durch eine Pause wirklich besser. Wie auch? Wenn man etwas lange nicht gespielt hat, klingt es nur anders, vielleicht frischer. Und glaubt, es ginge besser....
 
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Ich stimme da mit den meisten überein: Aufwärmen macht durchaus Sinn und kann je nach Tagesform mal etwas länger oder kürzer dauern. Mich hat es auch dauernd demotiviert, dass ich nicht direkt nachdem ich meine Gitarre in die Hand genommen habe, das Sechzehntelgeschrammel, das mir durch den Kopf ging umsetzen zu können. Meine Abhilfe: Dreiklänge hoch- und runternudeln! Das auf jeweils drei Saiten für Dur, Moll, verminderte und übermäßige Akkorde, entlang des Quartenzirkels, begleitet vom Metronom, dauert etwa 20 Minuten. Nebenbei prägt sich immer wieder ein, wo die Töne auf dem Griffbrett sitzen, wie der entsprechende Fingersatz aussieht, außerdem wird das eigene Timing verbessert. Motivierend kommt auch noch dazu, dass zumindest bei den Dur und Moll Akkorden etwas "vernünftig" klingendes herauskommt.
 
Je länger man spielt, umso mnehr wird einem bewusst, dass man sich aufwärmen sollte. Und das, so sehe ich das, in erster Linie körperlich.
Am Anfang schnappt man sich die Gitarre in jeder Lebenslage und spielt einfach so los. Zumindest war es bei mir so. Auch, weil sowieso alles, was man so spielkte irgendwie nicht so richtig klang....

Gebe ich dir völlig Recht und ist bei mir auch so.

Es kann aber hinsichtlich Threadfrage durchaus sein, dass sich der User mit seinen zu spielenden Stücken am Limit seines Könnens bewegt.
Er spielt also nicht einfach so drauf los, sondern "unterwirft" sich vielleicht zu früh dem Musikstück: Im Takt bleiben, komplizierte Passagen greifen usw.

Dann klappt es nicht so gut; er spielt sich quasi erst "warm", zu einem späteren Zeitpunkt - wenn sich der Kopf wieder beruhigt hat - geht es dann besser.
So in der Art meinte ich es. Die Aufwärmphase bezieht sich in dem Stadium außer auf Sehnen, Muskeln und Gelenke auch in stärkerem Maße auf sowas, wie das Stück nun ging, wie was gegriffen wird oder was damit noch so zusammenhängt?

Also nicht nur das physische, sondern auch das psychische Aufwärmen:D
 
Zuletzt bearbeitet:
Ich weiß ja nicht wie es euch geht, aber wie lange denkt ihr dauert es bis die Fingermuskulatur warm wird? Benötigt man wirklich eine Technik-Übung um seine Finger geschmeidig zu machen?

Viel mehr geht es doch beim Einspielen darum, sich an die gelernten Bewegungsmuster zu erinnern. Das ist ein unbewusster Vorgang und hat für mich viel mit dem Körpergefühl zu tun mit dem ich an mein Instrument gehe.

Wenn ihr Angst habt euch an eurem Instrument zu verletzen, dann stellt sich automatisch die Frage ob eure Technik ökonomisch genug ist oder ob ihr zu viel Kraft aufwendet. Ein Leistungssportler wärmt sich auf damit sein Körper die hohe Belastung verträgt. Beim Spielen eines Instrumentes geht es um filigrane Feinmotorik. Zugegeben wird auch da oft moderat viel Kraft benötigt, aber vor allem wird es Anstrengend wenn man an die Grenzen seiner Technik gerät.

Ich bin überrascht, dass die geistige Ebene hier so runtergespielt wird. Der TE schreibt eindeutig von Frustration und dem Gefühl dass nichts Funktioniert. ISt doch völlig klar, dass das Auswirkungen auf die Motorik hat.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich mein Einspielprogramm über die Jahre von 1h auf zwei kurze meditative Übungen reduziert hat. Wenn es keine Einspielmöglichkeit gibt, dann mache ich eine Atemübung und kann trotzdem selbstbewusst auf die Bühne gehen ohne Angst zu haben dass meine Finger nicht tun was sie sollen.

Seit dem finde ich es immer etwas befremdlich zu sehen wie manche Musiker vorm Gig nochmal kurz technische Übungen machen die eindeutig keinen kurzfristigen Nutzen haben. Der psychologische Effekt ist, dass man sich daran erinnert und sich versichert dass man bestimmte Dinge kann.
 
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Also in Sachen Gitarre hab ich noch keine große Erfahrung mit dem (Warm-)Spielen aber vom Schlagzeug kenne ich diese Einspielphase als eine Mischung aus körperlicher und psychischer Vorbereitung. Ich hab da auch immer so zwei, drei gemütlicher Lieder oder Melodien gehabt zu denen man einen bequemen Groove zum Einstieg spielen kann, um einerseits die Bewegungsabläufe langsam warmlaufen zu lassen und zum anderen um mich auch psychisch auf das Instrument einzulassen und mich zu fokussieren.

Pausen zwischendrin hab ich persönlich auch nie gemacht, wenn ich einmal "in Fahrt" gekommen bin spiel ich immer so lange, bis halt der Akku leer is sprich bis ich irgendwann merke, dass mir die Konzentration oder Fokussiertheit flöten geht und ich anfange erste Flüchtigkeitsfehler in meinem Spiel zu machen. Aber das ist sicher ne individuelle Präferenz

Wie gesagt, das sind meine Erfahrungen vom Schlagzeug aber ich denke egal bei welchem Hobby ist es meistens sowohl ne körperliche, als auch ne psychische Ebene auf der man sich "bereit" macht, bei manchen überwiegt halt das Eine und bei anderen eben das Andere so würde ich das sehen.
 
Ich bin überrascht, dass die geistige Ebene hier so runtergespielt wird.

Finde ich eigentlich nicht und die Sache mit den Bewegungsmustern (wie du es treffend formuliert hast) bzw. dem Kopf wurde ja bereits angesprochen.

Seit dem finde ich es immer etwas befremdlich zu sehen wie manche Musiker vorm Gig nochmal kurz technische Übungen machen die eindeutig keinen kurzfristigen Nutzen haben. Der psychologische Effekt ist, dass man sich daran erinnert und sich versichert dass man bestimmte Dinge kann.

Es geht ja eher um die nötige Flexibilität in den Gliedmaßen und nach einer kleinen Aufwärmphase spielt es sich nunmal leichter.
 
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I...........

Wenn ihr Angst habt euch an eurem Instrument zu verletzen, dann stellt sich automatisch die Frage ob eure Technik ökonomisch genug ist oder ob ihr zu viel Kraft aufwendet. Ein Leistungssportler wärmt sich auf damit sein Körper die hohe Belastung verträgt. Beim Spielen eines Instrumentes geht es um filigrane Feinmotorik. Zugegeben wird auch da oft moderat viel Kraft benötigt, aber vor allem wird es Anstrengend wenn man an die Grenzen seiner Technik gerät...........
Angst sich zu verletzen? Nein, wohl eher weniger. Vielleicht ist es einfach nur so ein Psychoding, aber ich bilde mir ein, eben jene filigrane Feinmotorik, die man beim Gitarrespielen braucht funktioniert nunmal besser wenn ich mich vorher "aufwärme". Bzw. ich bilde es mir nicht nur ein, es ist einfach so. Kopfsache oder tatsächliches Aufwärmtraining wie bei einem Sportler - keine Ahnung, aber interessante Frage.
Wobei ich dazusagen muß, daß ich - vielleicht alters- oder auch raynaudsyndrombedingt - schon öfter mal das Gefühl steifer Finger habe, die durch das Ausführen eingeübter Bewegungsmuster einfach wieder flüssiger laufen. Gerade bei kälteren Temperaturen merke ich das verstärkt. Mir tuts gut und wenns denn auch nur ein Placeboeffekt wäre - solange es hilft ist es doch egal, oder? :)

Da hier die geistige Ebene bzw. Frustration angesprochen wurde: es wäre interessant zu wissen, auf welchem Level der TE denn spielt. Weil dann könnte man evtl. schon die Frage stellen, ob er sich nicht evtl. mit dem einfach drauf los spielen des Liedes vielleicht zuviel zumutet und es eben dann zum Frust kommt. Allerdings würde ich auch hier dann diverse "einfache" Übungen zum Warmwerden vorschlagen. Stärkt auf jeden Fall das Selbstbewußtsein und lässt einen dann etwas unverkrampfter an die eigentliche Aufgabe herangehen.
 
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Ich weiss ja nicht, wie alt Du bist, aber ich kann Dir als bald 60jähriger und nach ca. 46 Jahren Gitarre - Spielen eins ganz sicher sagen:
ob ich meine Technik jetzt vernünftig einsetze oder nicht, ist mir wirklich völlig wurscht. Ich brauche jedenfalls ein paar Minuten, bis ich auf Temperatur bin und ich glaube nicht ernsthaft, dass ich vor dem Spielen noch mentale Vorbereitung durch autogenes Training oder sonstwas brauche.
Ich weiss aber, dass ich heutzutage keinen lockeren Ragtime mehr spielen kann, ohne vorher ein wenig etwas anderes herumgeklimpert zu haben.
Die Aussagen klingen mir hier irgendwie teilweise zu sehr nach "Wenn Du Dich körperlich aufwärmen musst, machst Du irgendwas falsch."
 
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Wenn ihr Angst habt euch an eurem Instrument zu verletzen, dann stellt sich automatisch die Frage ob eure Technik ökonomisch genug ist oder ob ihr zu viel Kraft aufwendet. Ein Leistungssportler wärmt sich auf damit sein Körper die hohe Belastung verträgt. Beim Spielen eines Instrumentes geht es um filigrane Feinmotorik. Zugegeben wird auch da oft moderat viel Kraft benötigt, aber vor allem wird es Anstrengend wenn man an die Grenzen seiner Technik gerät.

Die feinmotorische Bewegung ist auch eine starke Belastung und hat nicht nur mit Kraft zu tun. Wenn man mit der Gitarre mehr macht als in dreieinhalb-Viertel-Takt Knocking on Heavens Door zu shreddern, dann kann man auch alles richtig machen und trotzdem kann man sich ohne Aufwärmen schädigen. Die Sehnen und vor allem die Sehnscheiden können nicht nur durch falsches, sondern auch durchaus durch richtiges und höchst ökonomisches Spiel geschdigt werden. Dass du das mit falscher bzw. unökonomischer Technik gleichsetzt zeigt für mich von deutlich eingeschränkter Weitsicht.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass sich mein Einspielprogramm über die Jahre von 1h auf zwei kurze meditative Übungen reduziert hat. Wenn es keine Einspielmöglichkeit gibt, dann mache ich eine Atemübung und kann trotzdem selbstbewusst auf die Bühne gehen ohne Angst zu haben dass meine Finger nicht tun was sie sollen.

Ist ja schön. Und weil das bei dir so ist muss das bei jedem anderen Musiker auf der Welt exakt genauso sein? Ich glaube nicht, Tim.

Seit dem finde ich es immer etwas befremdlich zu sehen wie manche Musiker vorm Gig nochmal kurz technische Übungen machen die eindeutig keinen kurzfristigen Nutzen haben.

Also ... ich glaube was du tust ist, eine Meinung, mit einem Fakt zu verwechseln. Ich möchte mal wissen wieso du glaubst dass diese Übungen keinen kurzfristigen Nutzen haben. Es gibt doch nichts was dafür spricht, außer deine Erfahrung, dass es bei dir nicht ums körperliche sondern um das geistige Aufwärmen geht. Wieso ist für dich so undenkbar dass es für andere Leute nicht so ist wie für dich? Das grenzt ja an religiöser Indoktrination.
 
Ah, sehr gut, dass es ganz offensichtlich nicht nur mir so geht. Auch ich brauche etwas "Anlaufphase", bis ich wieder sauber(er) spiele. Die ersten Akkorde, die ich greife klingen sehr schlampig (auch für meinen Maßstab ;) ), aber nach einigen Minuten wird es dann deutlich besser - irgendwann ist man dann im "Flow". :)

PS: Ich bin mir sicher, dass es bei mir kein Kopf-Problem ist, ich muss meine linke Hand einfach wieder für die Griffe warm spielen.
 
Entschuldige MrPolli falls es wirklich so klingt wie du das beschreibst.

Natürlich kann man anderer Meinung sein. Aber wir sind uns doch hoffentlich einig darüber dass die meisten Technik-Übungen ihre Wirkung durch monatelange tägliche Wiederholung erzielen um eben diese Bewegungsmuster ins Unterbewusstsein zu prägen. Das ist nicht nur meine Erfahrung. Jeder der sich mit Lernprozessen methodisch auseinandergesetzt hat weiß das.

Zugegeben kann ich nichts über gesundheitliche Probleme sagen die die Beweglichkeit der Finger einschränken.

Och glaube auch ihr versteht mich beim Wort "geistig" falsch. Ich meine einfach die unterbewussten Software die die Motorik steuert. Sich von seinem Alltagsstress zu befreien ist ja nur ein Mittel um dem Körper mehr Kapazität für solche unbewussten Leistungen zu ermöglichen.

Es ist ja auch gar nicht's dabei wenn sich jemand lange einspielen will. Wenn es den gewünschten Effekt bringt, dann ist ja gut. Ich sage nur, dass es Wege gibt den Prozess zumindest teilweise zu beschleunigen.

Das war rein hilfsbereit gemeint. Es steht natürlich jedem frei seine eigenen Rituale zu entwickeln.
 
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chaos.claus, vielleicht ist es wirklich etwas unglücklich rübergekommen, aber ich finde, darüber kann man ja auch reden :). Welche Motivation jeder für sein "Aufwärmtraining" hat ist wohl vom Typ Mensch abhängig. Die einen nutzen es um ihr, wie Du es schreibst, "eingeübtes Bewegungsmuster aus dem Unterbewußtsein" abzurufen, die anderen wollen damit ihre Fingerchen geschmeidiger machen, andere wiederum nützen es als Überbrückung zwischen schnödem Alltag und Musikmachen und wiederum andere sind auf Knopfdruck präsent und brauchen all das gar nicht.
Die Motivationen werden wohl immer verschieden sein, und nein, es ist nicht ausschließlich vom Können abhängig. Es gibt etliche gestandene Profimusiker, die sich vor ihren Auftritten "warmspielen". Andere wiederum gehen hin, nehmen noch einen Drink, rauchen eine Zigarette und unterhalten sich nett mit den Leuten bevor sie sich ihr Instrument schnappen und direkt damit auf die Bühne gehen.
Letzten Endes muß jeder für sich selber herausfinden was ihm liegt und was nicht. Da muß der TE (4DayCreep, wir freuen uns auch immer über eine kleine Rückmeldung ;-)) wohl ein bisschen rumprobieren. Ich für meinen Teil denke nach wie vor, daß er die ganze Sache zu schnell angeht und sich dabei überfordert und da ein gewisses Aufwärmritual schon sehr gut wäre.
 

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