Erlaube mal, lieber Kollege, was meinst Du mit "meiner ewig alten Leier?" Gefällt Dir meine Aussage etwa nicht? Das sind doch Feststellungen, die auf realen Gegebenheiten beruhen. Das hat nix mit "Leier" zu tun. Und wer sich ressourcenfressende FX oder Synths oder was auch immer kauft, weiß hoffentlicht, dass er letztlich weggeschaut hat, als es um akzeptable Performance für sein Setup ging. Überdies kann man auch vorzüglich mit ressourcenhungrigen VST(i) arbeiten, wenn man weiß, dass man Spuren nach deren Anfertigung freezen kann ohne sie lahmzulegen. Da muss man halt seine DAW kennen und wissen, was man macht. Und wenn man nicht benötigte Spuren mutet, wenn man sie zum aktuellen Zeitpunkt gerade nicht braucht, reduziert man die Prozessorlast weiter. Also alles im grünen Bereich - mit dem nötigen Know-How!
Aber es trifft sich gut, dass Du das Thema nochmal aufs Tapet bringst, denn während der Mittagspause habe ich mir beim Hundespaziergang überlegt, dass dies hier eine interessante Frage ist, die ich gerne mal am praktischen Beispiel überprüfen wollte. Deshalb habe ich soeben, bevor ich wieder online gegangen bin, vier meiner "großen Projekte" am Musikrechner geladen und alles aktiviert, was zu aktivieren war. Eigentlich wollte ich überprüfen, wieviel RAM tatsächlich benötigt wird, denn das war die Ausgangsfrage. Ich sehe im Ergebnis, dass man (dass ICH) selbst bei großen Projekten mit wenig RAM klarkommt. Stattdessen ist die Prozessorlast teilweise recht hoch, was ich so nicht erwartet hatte. Erklärbar wird das jedoch durch Realtime-Berechnungen z.B. mit meinem Pianoteq VSTi oder den Instrumenten von AAS (Realtime-Modelling), die sehr viel Rechenpower, aber wenig RAM (da kleine Programmchen) erfordern. Und damit wir
ein für alle Mal mit diesen nicht belegten Streitfragen aufhören können, habe ich 4 Screenshots vom Performance-Meter angefertigt. Wer Augen hat, sieht in den vier Beispielen einen Plot mit Angaben zur gesamten Prozessorbelastung oben links, gestaffelt nach grün/gelb/rot. Rechts oben wird eine Kurve geplottet und dazwischen finden sich in ziemlich kleiner Schrift die konkreten Angaben zur Bandbreite der Prozessorbelastung für den erstellten Plot. Bleiben wir zunächst bei diesen "Basisdaten":
Erster Performance-Meter: durchschnittliche Prozessorbelastung 32,76%, davon entfallen 15,37% auf Effekte.
Zweiter Performance-Meter: durchschnittliche Prozessorbelastung 53,82%, davon entfallen 37,96% auf Effekte.
Dritter Performance-Meter: durchschnittliche Prozessorbelastung 62,4%, davon entfallen 48,62% auf Effekte.
Vierter Performance-Meter: durchschnittliche Prozessorbelastung 20,28%, davon entfallen 32,09% auf Effekte.
Interessant wird`s beim RAM.
Erster Performance-Meter: benötigt für das Projekt mit 28 Spuren und 40 FX/VST 5,4GB, darunter sind 5 VSTi mit Realtime-Berechnungen.
Zweiter Performance-Meter: benötigt für das Projekt mit 30 Spuren und 47 FX/VST 5,2GB, darunter ist 1 VSTi mit Realtime-Berechnung.
Dritter Performance-Meter: benötigt für das Projekt mit 26 Spuren und 63 FX/VST 3,8GB, darunter sind 2 VSTi mit Realtime-Berechnungen.
Vierter Performance-Meter: benötigt für das Projekt mit 25 Spuren und 47 FX/VST 2,6GB, darunter sind 4 VSTi mit Realtime-Berechnungen.
In allen Beispielen arbeite ich mit den XLN-Addictive Drums.
Wer jetzt noch behauptet, man brauche 32 GB für einen Audiorechner, der - so konstatiere ich jetzt mal - hat absolut keine Ahnung von der Materie.