Der Sound von ZZ Top

  • Ersteller Rockabillybass
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Ich bin ja bekanntermaßen ein großer Fan des Reverend und finde das neue Soloalbum nun auch nicht gerade ein Meilenstein, aber ist trotzdem viel drauf was Gibbons hörenswert macht - sein unglaublicher Sound. Klar könnte man es überproduziert nennen, oder man ist etwas versöhnlicher und nennt es "sehr im Vordergrund" :D.

Die Sache mit dem reproduzierbaren Ton, was im Video erwähnt wurde, gilt nur für seinen Live Sound.

Ich finde sein Ton ist nie gleich und man glotzt von Song zu Song doof aus der Wäsche und wundert sich wie er diesen Ton hinbekommen hat, denn es ist nie einfach nur Paula/Tele in Marshall/Fender.
 
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Also bei ZZ Top muss man grundsätzlich von Live und Album sound unterscheiden.

Live hat benutzt er (mein letzter aktueller Stand) Marshall JMP1 preamps und Valvestate 80/80s preamps welche in eine DI gehen und einen Magnatone Super Fifty nine welcher direkt in eine normale Box welche mikrofoniert ist geht.
Zudem benutzt er alles mögliche an Fuzz pedalen und anderen verschiedenen Overdrives mit denen er rumprobiert.
Die Live Amps wechseln ständig, wenn er in seinen Heimatland spielt, spielt er auch oft die "alten" Amps welche auf den Alben zuhören sind.

Alben: Zitat Reverend "Small Amps Big Sound".
Auf den Alben (Besonders die ersten 3) benutzte er Fender 5e3 Amps welche voll aufgerissen waren und verschiedene alte Fender Champs.

An Gitarren benutzt er ja alles mögliche. Viele verschiedene Telecater, SG´s, ungewöhnliche Formen aber auch Les Pauls. Nur mit Strats sieht man ihn nie wirklich.
 
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Ich habe auch mal gelesen, dass sie beim ersten Album 3 Amps im Dreieck mit der Front nach innen aufgestellt und in der Mitte das /die Mikro(s) positioniert haben.

Fender 5E3 Tweed, Marshall 18W und den dritten weiss ich nicht mehr.

An der Gitarre auf dem "First Album" gibt es glaube ich relativ wenig Zweifel; das war schon Pearly Gates und auch nur die.

Im Studio hat er dann schon Strats benutzt; zB auf "Apologies to Pearly"
 
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Der Bassist meiner Band sagte neulich: "Music is good when it's easy, but it's hard to make it sound easy".
Diese Aussage trifft ohne Frage auf den Billy Gibbons Sound zu. Zwischen den vielleicht widersprüchlichen Aussagen "egal welches Equipment er verwendet, der Sound kommt aus den Fingern und man hört Gibbons immer raus", dem bekannten Bonmot von Gibbons selbst ("willst Du einen fetteren Sound, verwende nen leistungsschwächeren Amp!") und bei den Shows zu hörenden, sehr aufwändig "durchproduzierten" Analog-Digital-Mischsound liegt die Wahrheit: Es ist alles zusammen. Seine Technik, seine über 50-jährige Erfahrung (ZZ-Top hat dieses Jahr 50! jährigen Geburtstag), und leider auch das ausgefeilte und wohlselektierte Equipment.

In diesem Kontext aufschlussreich auch das Zitat von Gibbons aus einem Interview in der "Gitarre & Bass" (2009):
"Dann kam er [gemeint ist der Tontechniker] auf die Bühne, sah den Röhren-Preamp von Marshall, und sagte: „Ja, da hört man, dass es ein echtes Röhrengerät ist. Aber wie schafft ihr es, diesen Sound so problemlos auf die PA zu übertragen? Meistens gibt es da doch Übertragungsverluste.“ Ich antwortete: „Schau mal hier, schau mal auf den Computerbildschirm. Wir verwenden einen Modeling-Amp mit einer bestimmten Software und das ist der Sound, den das Publikum größtenteils hört. Wir mischen beide Signale, einmal den Preamp und dann das Computer-Signal.“"
https://www.gitarrebass.de/stories/billy-gibbons-ueber-gitarren-gear-und-den-sound-von-zz-top/

Klingt nach ausgefeilter live-Technik, die man nicht so "mal eben" wird reproduzieren können. (Nebenbei erwähnt in dem Zusammenhang erstaunlich, dass die neueren Alben so mies überproduziert klingen, denn eigentlich wissen die von ZZ-Top ja schon, was gut ist.) Mein Tipp wäre aber, nicht mit der Technologie anzufangen, sondern mit dem Sound aus den Fingern. Für die preiswerte Lösung zum Üben (solang man noch keine Röhrenamps kaufen will) würde ich einen Fender Mustang II oder III empfehlen. Das ist ein Modelling-Amp, bei dem man die Effektketten am PC selbst zusammenklicken und diese dann via USB auf den Amp übertragen kann, aber für den auch recht gute vorgebastelte Sounds (natürlich auch mehrere ZZ-Top ähnliche Sounds, oft von den bekannten Tracks inspiriert) im Inet zu finden sind.

Rock on \m/
 
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Der Reverend scheint in der Tat "Bretter" zu lieben. LP, Tele und viele Sonderformen haben keinen contoured Body.

Einzige "Strats" die mir einfallen, sind die Erlewine - und auch die hatten kein Shaping des Bodies (sowie Non-Tremolo).
 
@colourize wie recht Dein Bassist hat!

Beim Reverend gilt das sicher für sein Spiel wie für die verwendete Technik.

Ich werde jedes mal schier wahnsinnig, wenn ich mir das Solo von Brown Sugar anhöre und erkenne, mit welcher Lockerheit das eingespielt wurde. Das groovt "wie Sau". Das kann man gar noch 1:1 so spielen, weil da wahnsinnig viel eigener Stil drin steckt.

Und was die Technik angeht - ich habe zwar nicht viel, aber doch so viel Studioerfahrung, dass ich weiss, wie verdammt schwer es ist, einen guten Gitarrensound aufzunehmen und zu produzieren.
 
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Die für mich relevanten Alben, alle vor Eleminator, wurden bestimmt ohne grosse Effekte eingespielt. Fandango live , Jailhouse Rock , da da, da da, was für ein Sound. Back from Baby‘s , Brown Sugar , Beer Drinkers , blue Jean Blues usw, ohne Fürze straight gespielt .
Over you von Futura ist einer der neueren Songs die meiner Meinung nach an die alten Songs anknöpfen können.

Lange Zeit dachte ich dass Blue Jean Blues auf der Platte mit Pearly gespielt wurde, falsch , es war eine 55 Hardtail Strat. Ich kann mit normalen Strats relativ wenig anfangen, aber so ne Hardtail ist was ganz besonderes.

Über allem steht aber, das der Reverend egal was fürn Zeugs er spielt , immer ein begnadeter Musiker mit einem Eigenen Sound ist.
 
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Jo, "Over You" ist ein Knaller, der das ganze Album aufwertet. Und der Song ist auch nicht einfach nur mit Gitarre, Kabel, Amp eingespielt :D.
 
Die Live Amps wechseln ständig
Genau. Kaum einer hat sich so durch die Geschichte gewechselt wie er, ohne seinen Sound zu verlieren.
Ob Marke, Bauform (Stack oder Combo), oder Technologie (Röhre, Transistor, Hybrid), er klang immer wiedererkennbar.
Selbst der wechsel von Gitarren (Dean oder Paula auf Tele, klingt immernoch nach ihm) oder Saitenstärken (von ganz dick auf ganz dünn) hat kaum Änderungen reingebracht.

Unterm Strich hat er ne gewisse lockere, aber technisch extrem sichere Spielweise, die seinen Sound ausmacht. Den finde ich generell nicht sehr besonders, ich finde seine Art winzigste Spielereien dauernd einzubauen viel interessanter - aber jedem das seine :)
 
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Ich meine in einem der YouTube Rig-Rundowns mal gesehen zu haben, dass sie über einen EQ mit dem Soundprofil der Pearl Gates alle Gitarren auf deren Sound anpassen.
 
Ich glaube, so was ähnliches habe ich auch mal gelesen. Aber ob das auch fürs Studio oder nur für live gilt, wage ich nicht zu beurteilen. Was ich aber gelesen habe ist, daß Billy Gibbons wohl ein Fan der Fender Tweed-Amps ist. Ich denke mal, mit so einem Amp und einer guten Les Paul schon verdammt nahe an den Sound heran kommt. Wirklich außergewöhnlich, im Sinne von ausgefallen, scheint mit der ZZ Top Sound wohl nicht so sein.
 
Ich werde jedes mal schier wahnsinnig, wenn ich mir das Solo von Brown Sugar anhöre und erkenne, mit welcher Lockerheit das eingespielt wurde. Das groovt "wie Sau". Das kann man gar noch 1:1 so spielen, weil da wahnsinnig viel eigener Stil drin steckt.

Das unterschreibe ich.
Für mich war ZZ TOP bis Ende der 1970er eine total lockere Band. Mit Beginn der 1980er kam der Kommerz ins Spiel.

Zum Billy Gibbons und der "Brown Sugar"-Aufnahme von 1971.
Unweigerlich muß ich beim Gesamtklang Parallelen zu den englischen Cream ziehen. Dort war ein paar Jahre zuvor Eric Clapton mit SG/Paula und Marshall Amps unterwegs.


Ich denke, daß sich da der Reverend ursprünglich ziemlich am Clapton-Sound orientiert hat. Eine mögliche Alternative für ihn wäre Hendrix gewesen.
Und auch ZZ Top klingt insgesamt etwas ange-"Creamt". ;-)

Sind meine Ohren, ich höre das halt so...

Gruß,
Dirk
 
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Ich nochmal. Wandere mit meinem Hund durch die Alpen und höre die Rio Grande Mud. Weiter oben hat einer was von Garagensound geschrieben. Mitnichten. Selbst das First Album, mit Kopfhörer gehört, lässt eine astreine Gitarrenproduktion erkennen und genießen.

@all, @6L6 - nochmal zurück. Ich weiss dass vom Setup der ersten Alben wenig bekannt ist und Billy sich einen Jux daraus macht und das Geheimnis hütet.

Aber höre ich da manchmal doch ein Fuzz heraus? ZB auf Francine? Die Rhythmusgitarre?
Wer weiss was?

Aber wahrscheinlich ist es doch nichts weiter als Pearly und ein Tweed Champ :nix:
 
Aber höre ich da manchmal doch ein Fuzz heraus? ZB auf Francine? Die Rhythmusgitarre?
Wer weiss was?

Wissen ist zu viel gesagt ( :D ), ich könnte mir vorstellen dass da maybe ein treblebooster zum Einsatz kam, aber who knows....
 
Jaha, das ist ja das "schlimme", das Rätselraten über seinen Ton :D. Gibbons hat nach eigenen Angaben wirklich alles mögliche im Studio benutzt - u.a. sehr früh ein Dualamping System (Fender/Marshall).
Könnte auch ein Marshall mit Fuzz sein :nix:.

Btw. Hörst du die alte Mischung der Platte oder remasterte Version der CD?
 
Spotify. Schwer zu sagen. Als "Expanded & remastered" sind da nur die Deguello und die Fandango gekennzeichnet.

Und Download mit höchster Auflösung.
 
Billy Gibbons verbinde ich jetzt in erster Linie mit seiner '59er Gibson Les Paul Standard namens "Pearly Gates". Aber auch mit diversen anderen charakteristischen (Show-)Gitarren wie Fender Telecaster + Esquire, Gretsch Bo Diddley und Thunderbird/Jupiter/Billy Bo, Dean Plüsch-Explorer, Düsenberg 49er, etc.
Allerdings hat er wohl von nahezu jeder seiner Lieblingsgitarren ein leichteres Replica von John Bolin http://bolinguitars.com/ als Bühnengitarren anfertigen lassen.
Darauf verwendet er, wie bereits erwähnt, 08er-Saiten. Angeblich hat ihn einst kein geringerer als B.B. King wohl mit den Worten "you're working too hard with these thick strings" auf die dünnen 08er gebracht.
Als Amps sind mir auch die Rio Grande und Marshalls am meisten in Erinnerung geblieben. Billy hat auch mal Werbung für den THD Univalve gemacht; ein Topteil, dass mit den verschiedensten Röhrenkombinationen bestückt werden kann. Aber im Grunde ist man mit nem guten Crunch und der entsprechenden Spieltechnik auf dem richtigen Weg.
Allzu dicke Saiten würde ich für ZZ Top nicht verwenden, wenn es wirklich um DEN Sound geht. Würde da glaube ich mal mit nem 09er-Satz ansetzen und von da aus experimentieren.
 
Aber wahrscheinlich ist es doch nichts weiter als Pearly und ein Tweed Champ :nix:
Vielleicht eher ein 5E3, der bröselt mehr wie ein Fuzz.

Spotify. Schwer zu sagen. Als "Expanded & remastered" sind da nur die Deguello und die Fandango gekennzeichnet.
ZZ Top selbst haben sich mit den ganzen remastered Versionen keinen Gefallen getan. Gab es nicht ein CD Box Set auf dem die ollen Aufnahmen sind? Keine Ahnung welche auf Spotify gelistet sind.
 
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oh ja - absolut! interessant; auf Basis eines 2204 - diese Verbindung hätte ich jetzt nicht zu den ersten drei ZZ Top Alben hergestellt.

netter Build - für schlappe 2700 USD ...
 

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