Semi-hollow im ES33*-style mit "schnellerem" Hals gesucht

  • Ersteller Blademage
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Hier kommt halt wieder das Thema "alte Tonhölzer und ihre Qualitäten" zum Vorschein (bin selbst überzeugter Anhänger dieser "These"), aber in diesem Forum führt das leider regelmässig zu hysterischen Ausfällen, daher kein weiterer Kommentar hierzu.

RJJC
^^gut so. Ich will auch keine Diskussion darüber entfachen, erlaube mir aber meine Meinung dazu zu äussern: Früher wurden Hölzer vor der Verarbeitung schon länger gelagert statt industriell zu trocknen (erfolgreichster Auswuchs ist wohl das Rösten von Ahorn), es wurden teils andere Methoden und Materialien bei der Verarbeitung (Hobel, Leime, Lacke,... ) verwendet und seither hat das damals schon alte Holz nochmal einen Alterungsprozess durchlaufen. Je resonanter die Korpora um so deutlicher die Wahrnehmung. Das sollte man aber nicht hier besprechen.

Leider schaffe ich es wohl diese und nächste Woche nicht mehr in weitere Läden ;(
 
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Heute habe ich mir beim großen T doch mal die HB35+ (Blau-metallic B-Ware) zum Vergleich geordert, da ich schon jemanden habe, der sie mir bei Nichtgefallen "ungschaut" sofort abnehmen würde. Die "alte" Linkshändige hatte bei mir ja einen sehr guten Eindruck gemacht. Mal sehen, wie die neue ist, wenn ich drauf auch spielen kann^^.

Diese Woche werde ich noch zwei Ladenbesuche einschieben, einmal durch die breite Epiphone Palette und einmal durchs Gebrauchtregal schlendern, dann sollte eine Entscheidung fallen. Entweder ich finde was noch tolleres, die HB macht sich gut, oder es wird im Frühjahr dann die Viking.
 
Die HB35+ ist heute gekommen.
Der Hals ist genau meins - nochmal "besser" als bei der Viking. Der Rest ist leider erschreckend. Saitenlage bei etwa 3,8-5 mm am 12. Bund, die Lackierung stellenweise entsetzlich verronnen (schwarze Bindings sind keine schwarzen Bindings, sondern schwarz lackierte...), die Griffbrettkanten ab dem Korpusübergang sehr grob verschliffen, etc. Also alles in allem leider sehr schlecht im finish und der Justage, was aber für das Geld OK ist.

Das Setup wird die nächsten Tage gemacht. Dann kann ich mehr sagen.
Das Griffbrett ansich ist sehr schön und angenehm. Die Deckenlackierung ist auch super. Sattel, Mechaniken, Hardwarebolzen, Potis, etc. sind tadellos verarbeitet. Die Potis sind super, laufen gut, regeln gut und sind robust.
Den Sound beurteile ich nach einer halben Stunde mal als überraschend gut, richtig gut, speziell durch die einzeln splitbaren Pickups recht interessant, von Klassik über Rockabily bis Metal geht eigentlich alles gut.

Dass ich eine makelbehaftete bestellt habe, war mir klar (um € 180,-). Also raunze ich nicht über den Lack, auch dem zukünftigen Besitzer ist das vollkommen egal.

Die mit gleichen Pickups ausgestattete CST24HB-TOL ist genau umgekehrt. Baseballschläger-Hals, wackelige Potis, lockere Bridge, schief eingesetzter Sattel, matter Sound, aber tadellose Lackierung^^

Ich werde die HB35+ nun den Jänner lang spielen und mich dann zwischen ihr (würde mir eine nicht B-Stock bestellen) und der Viking entscheiden.

Nun auf jeden Fall:

Guten Rutsch Leute!
 
Die HB35+ ist heute gekommen. *** Also alles in allem leider sehr schlecht im finish und der Justage ***

Naja..., in vorherigen Posts hattest du noch über eine Epiphone nachgedacht, die nicht aus China kommt...

und nun ist es halt doch das sehr "wenig kostende" (um nicht billige zu sagen...) aus China geworden.

Irgendwo muss man halt Abstriche machen.

Guten Rutsch zurück!

(das Dessert ruft...)

RJJC
 
hehe jaja, die Abstriche sind absolut klar. Nur nach der Linkshand HB35+, die ich gelegenlich "warte", ist die hier enttäuschend. Die LH hat keinerlei derartige Makel, dafür musste ein neuer Sattel dran...
Der Hals ist halt für mich ein extrem wichtiges Kriterium und da kann die Billig-Klampfe halt gut punkten. Die HBs sind immer wieder in einigen Bereichen herausragend, aber sehr auch immer wieder ein Glücksgriff.

Was die Epiphone angeht: ganz aus dem Rennen ist sie noch nicht, nur bisher hatte keine Epiphone so einen Hals, wie ich ihn suche.

Lass es Dir schmecken! :D
 
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anschauen vielleicht mal "Stanford T30 oder T35". Ich hab die T30, sie hat keinen Soustainblock, P90 Pu`s, ein ziemlich
total leicht bespielbar, ist nur die Frage, ob sie deinen Preivorstellungen entspricht, um die 1100€, auch in der Preiklasse, Eastmangitarren.
+1
Ich spiele bereits eine Heritage H535 mit Seth Lovers, die über jeden Zweifel erhaben ist, aber auch fast 3k kostet. Obwohl ich stets versuche die Anzahl meiner Gitarren übersichtlich zu halten war eine mit P90's noch ein Herzenswunsch. Ich bin grundsätzlich geneigt für eine gute Gitarre auch viel Geld in die Hand zu nehmen.

Nach Durchsicht der Specs und diesem Test
https://www.gitarrebass.de/equipment/test-stanford-thinline-30/
war ich aber so angefixt, dass ich glaube, dass die Gitarre mehr als ok ist, das gilt umso mehr angesichts des Preises. Und dass in dieser Region sogar schon Nitrolack am Start ist hat mich noch mehr zum Kauf bestärkt. Wie rmb bereits schrob gibt es das Modell (35) auch mit Center Block und Hamburgern 😉.
Koffer ist btw. dabei.

Die T30 kommt im Laufe der nächsten Woche bei mir an, ich berichte dann.

Müsste ich angesichts übersichtlicherem Budget unter 1k bleiben würde ich wohl zur Larry Carlton V7 greifen. Ich besitze einen Sire Bass, der nicht nur hinsichtlich seines Preises sensationell ist. Wenn Sire diese Qualität halten konnte kann man kaum etwas falsch machen.
 
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...end 70er ES335TD sind relativ schlank behalst :D Tiefe unter 1,8cm bei 4,35cm am ersten Bund bei leicht C-Tendenz D-Profil (also kein schroffer 90°-Übergang Halsrückseite/Griffbrett). Ich fand die auf Anhieb (als Stratspieler) sehr sympathisch, vor allem im Vergleich zu anderen G-Halsprofilen auch aus der Zeit.
 
Ich weiss nicht, ob der Threadersteller bereits gewählt hat, kann nun aber ein paar Worte zur Stanford Thinline 30AV verlieren.

Bedingt durch die matte Lackierung hat sie einen weniger glamourösen Auftritt als Modelle mit glänzender Oberfläche. Wer nach den negativen Aspekten sucht ist hier aber bereits am Ende angelangt.

Nimmt man die Gitarre aus dem äußert wertigen Case verwundert das sehr geringe Gewicht. Akustisch angespielt tönt es relativ laut, leicht boxy, aber dennoch vollmundig und mit sehr langem Sustain. Als jemand der gern "trocken" übt ist so schöner Klang eine gern genommene Beigabe. Die Verarbeitung und Intonation der Gitarre ist untadelig. Sie kam sehr gut eingestellt an und bringt neben den bereits positiv genannten Attributen auch noch eine lebendige und spritzige Ansprache mit.

Der flache Hals ist sehr gut bespielbar, das gilt umso mehr als das die Gitarre perfekt eingestellt ankam. Ich bevorzuge eine flache Saitenlage, da gibts für mich hier nichts mehr nachzujustieren. Das ist die erste Gitarre, der ich dies direkt nach dem Kauf nachsagen kann. Die Mechaniken sind ok und die Stimmstabilität ebenfalls.

Vor der elektrischen Inbetriebnahme hatte ich eine Befürchtung. Nämlich dass die PU's ZU mittig ausgelegt sind. Obwohl ich grundsätzlich nach dem rauheren Charme dieser PU's gesucht habe gibt es Kandidaten die fast brutal klingen, mit einem unangenehmen mittigen Peak der alle anderen Frequenzen überlagert. Aber auch hier gibt es Entwarnung und ein breites Grinsen, die PU's klingen sehr ausgewogen, mal scharf und durchsetzungsfähig, dabei mit offenen Höhen auch schön drahtig, mal glockig, mal holzig, je nach PU Anwahl und Ampeinstellungen. Hätte ich zu diesem Preis nicht erwartet, geht in Richtung Duesenberg Domino, ein P90 den ich sehr schätze. Vergelichbar sind auch die in der FGN Masterfield verbauten PU's. Die Masterfield passt durchaus auch in mein Beuteschema, aber ich wollte UNBEDINGT ein Trapez Tailpeace.

Dreht man das Gain auf gibt es ordentlich Schub und es schmatzt auch herrlich. Aber hier muss man bauartbedingt gut dosieren oder die Klangregelung anpassen. Bei zu viel Bässen gibt es eine konstruktionsbedingte Neigung zum Sägen und/oder Poltern. Gitarristen wie Jack White nutzen Sowas auch mal als Stilmittel, mir wird es dann zu archaisch.

Ist eine äußerst vielseitige Gitarre für Rock, Blues, Country und Jazz gleichermaßen geeignet. Dabei stelle ich einmal mehr fest wie sehr ich Single Coils liebe, und dies gilt noch mehr in einer Semi, und nochmal mehr wenn es so geil zusammen passt wie in diesem preisgünstigen Modell. Ich habe sehr teure Gitarren, da kann man Einiges erwarten, dieses Modell hat meine Erwartungen weit übertroffen, und dies komplett losgelöst vom Schnäppchenpreis.
 
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Akustisch angespielt tönt es relativ laut, leicht boxy, aber dennoch vollmundig und mit sehr langem Sustain. Als jemand der gern "trocken" übt ist so schöner Klang eine gern genommene Beigabe. Die
(y), deinem Bericht kann ich mich nur anschliessen, ich bin auch froh, daß ich so eine habe:). Zum "Trocken" spielen, ich nehm sie oft einfach mal so von der Wand und klimper drauf rum. Zum "Lautspielen", da hat sie ihre Grenzen, irgendwann fängt die ganze Decke an zu vibrieren, und dann wird mir schon mulmig, aber bei "gepflegter Lautstärke" hat sie in allen 3 Stellungen, auch mit (nicht zu viel) gain, einen supersound.
 
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Ja, ist eine herrliche Gitarre. Ich könnte nicht zufriedener sein. Sie entspricht exakt dem was ich mir gewünscht habe, und das muss ein Hersteller erstmal hinbekommen! Da kann man nix falsch machen.
 
Habe mich übrigens noch nicht entschieden. Genieße aber überraschenderweise erstmal die Harley Benton.
 
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Heute war ich wieder mal bei den Vikingern. Unfairerweise mit der Harley Benton im Gepäck für direkten Vergleich der Pro- und Contra-Punkte.
Was die Verarbeitung angeht, hat die HB weit, weit und an jeder Ecke das Nachsehen. Keine Frage.
Die Hälse sind erstaunlicherweise fast identisch, ich hätte wetten wollen, dass die Vikingerhälse noch flacher wären, sind sie aber nicht. Nur der Sattel der Vikings ist etwa einen Millimeter breiter.
Von der Bespielbarkeit ist das dann aber auch schon wieder der einzige große Vorteil. Denn sie sind sich verdammt ähnlich. Die "lange" Mensur der Super-Viking ist stellenweise angenehm, dann aber doch auch wieder eher "irritierend", das lasse ich mal aussen vor.
Vom Klang war ich, nach drei Stunden Vergleich, eindeutig bei der "kleinen" Viking Goldtop, die hat mehr Fülle, mehr Fundament als die Große, aber der Unterschied zur HB ist recht klein, wenn die Potis alles durchlassen. Die Klangregelung der Vikinger mit ihren Bass-Cuts ist halt nicht vergleichbar, interessant, aber eher schwierig, wenns mal weniger Höhen sein sollten...
Am AC30 sind sie aber alle toll.
Ca. 10 Minuten habe ich mich jeweils mit Schätzchen ausserhalb meiner Suchkriterien befasst. Mit der Stanford Thinline, die gleich in einer anderen Liga spielt. Klanglich ein unvergleichlicher (mit den Hagstroms und der HB) Traum, der Hals lag mir aber noch immer nicht, auch wenn er wohl nicht merklich mehr Fleisch hat. Auch die noch teurere Eastman war nichts für mich. Ja, wunderschön, seidiger Sound, aber eben nicht der Hals, den ich suche. Die Tokai hat ja gleich einen Baseballschläger, der gefühlt mehr wiegt als jeder Hals den ich bisher in Händen hatte. Da war dann der Wechsel zur Scofield Ibanez sehr leicht, die spannender weise am AC30 fast genauso klingt, wie meine AR520H, die Verythin hat doch einen "sehr thin, aber zu eng" Hals und kaum den Sound, den ich suche. Die zwei Epiphones (eigentlich beides aktuelle ES335 hatten merklich unterschiedliche Hälse. Die schwarze einen schlankeren, die Burst einen 60 Slim Taper wie die Casino Coupe, die auch klanglich nicht meine Wünsche abdeckt (Ich mag P90s , aber das Paket stimmt nicht für mich).
Dann hab ich immer wieder die Goldtop Viking in der Hand gehabt und am Ende etwa 30 Minuten auf ihr gespielt.
Und während ich da in Gedanken versunken schon fast sicher bin, dass sie es wird, kommt der Verkäufer noch mit einer Solidbody Gitarre vorbei und drückt mir die Ultramax Deluxe Limited (seine letzte) in die Hand. Ihm war eingefallen, dass ich vorletztes Jahr mal nach einer LP mit drei Pickups gefragt hatte. Die kostet € 800,-, ist genau das, was ich ebenfalls schon lange gesucht hatte und da es die letzte war (kommt wohl auch so schnell nicht wieder seitens Hagstrom) habe ich sie angezahlt mit der Bitte sie mir bis Mitte März aufzuheben (ich krieg das Geld dann zurück, sollte ich mich anders entscheiden)...


VERDAMMT ist das schwierig. Die Supermax hat am Mini-Humbucker in der Mitte genau den Sound, den ich schon so lange suche (wurde von einer 78er LP Deluxe mit P90/Mini-HB/HB angefixt) und würde sich perfekt anbieten, am Hals auch einen P90 zu verbauen... Die Goldtop Viking ist € 100,- günstiger, leisten kann / darf ich mir aber nur eine der beiden und eigentlich spielt sich die olle Harley Benton (inzwischen mit Earvana-Sattel und sehr gutem Setup) nicht schlecht, geht aber in 2 Wochen und dann sollte ja eigentlich die Viking einziehen und nicht die Supermax und wieder eine Harley Benton...

Fazit ist auf jeden Fall: Die HB35+ ist zwar von der Verarbeitung nicht ganz auf der Höhe wie die ums doppelte, dreifache, 4-10 fache Geld, aber abgesehen von Sattel und Lackierung ein ohne wenn und aber gutes Instrument (tadelloser Hals, sehr ordentlich bundiert, nichts schief, verzogen oder scharfkantig,...) mit dem man gute Bespielbarkeit und richtig guten Klang zu einem konkurrenzlos kleinen Preis bekommt. Und eigentlich brauch ich ja nicht mehr. Mit dem Earvana (43mm auf 42 gefeilt) ist auch der Saitenabstand etwas gewachsen (von 34,2 auf 35,5mm) und die Saitenlage bei 1,3-1,5mm am 12. Bund. Das auch wieder was, was man bei den anderen Gitarren auch erst machen müsste. Denn im Laden gabs keine mit so einer Saitenlage...

Was meint ihr?
 
Als Jugendlicher war auch ich sehr stark auf schlanke Hälse fixiert und so ganz egal ist es mir auch heute nicht. Aber mit zunehmender Spielpraxis fiel es mir leichter mich auf unterschiedliche Stärken einzustellen. Im Grunde habe ich bei meinen Gitarren nur einen Ausreisser, die Heritage H150 (LP) hat einen Hals wie ein Baseballschläger, was ihr zu einem sehr guten Sustain verhilft.

Meine Tele und die beiden Gretsches sind ungefähr auf dem Niveau der Stanford. Damit komme ich sehr gut klar, ist eigentlich mittlerweile zu einem Optimum geworden. Die Stanford habe ich nun schon eine Weile und der sehr gute Eindruck ist geblieben. Ich spiele sie sehr gern und sehr viel, finde sie mit den P90 unglaublich vielseitig. Ich wüsste nicht, was auf der nicht geht.....und ich finde sie mega inspirierend, das hat sich im Laufe der Zeit zu meiner höchsten Priorität entwickelt.
 
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In meiner Jugend wars mir egal, da hab ich auf allem Wirbel gemacht, was Saiten hatte, selbst wenns ein Hals war, der dicker war als breit^^.
Vor einigen (ok, etwas mehr als 10) Jahren, als meine Gelenke angefangen haben, sich bemerkbar zu machen, hab ich mich dann auf schlankere Hälse konzentriert und bin damit sehr gut gefahren. Ist Geschmackssache, ein Freund von mir ist genau umgekehrt, er muss "was" in der Hand haben, am besten noch 10mm Abstand zwischen den Saiten am 1. Bund^^

Bei der Stanford, wie gesagt, könnt ich nicht mal sagen, was tatsächlich mich gestört hat, denn in Wirklichkeit war der Hals nicht viel kräftiger, auf jeden Fall zarter als bei den Epiphones.

Und ja: das Inspirierende einer Gitarre ist was ganz besonderes. Unter meinen zahlreichen habe ich da genau 2, die mich richtig inspirieren und beide sind älter als ich selber: Eine Strat (die ich allerdings nicht gerne spiele, da sie echt schlecht behandelt wurde ehe ich sie bekam und noch nicht alles reparabel war, (sie bräuchte noch ein neues Griffbrett und jemanden, der ihre drei Body-Parts wieder sauber und fest verleimt), sowie meine älteste Ibanez Performer - die auch die Inbegriffe eines perfekten Halses (flach aus Ahorn und geschraubt^^), von Sustain (trotz des Halses) und 70er Rocksound in sich vereint.
Aber für manche Dinge sind diese Gitarren eben nicht das Gelbe vom Ei und lösen eine innere Unruhe mit der Suche nach was neuem, anderen, besser passenden aus... Und ich hab ja eine AR520 Semihollow, die HB 35+ und eine PRS Semi, sowie eigentlich auch die Performer (die ja unter der Furnierdecke auch hohl ist^^)... Und dennoch sehnt man sich nach so einer Viking - oder eben der Supermax...
 
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Update vom Wochenende:

Da ich wohl so einen bemitleidenswerten Eindruck hinterlassen hatte, wurden mir übers Wochenende eine AS93, eine Viking Goldtop und eine Epiphone Riviera zum Testen in Ruhe mitgegeben, gestern habe ich mich dann vereinbarungsgemäß von der HB 35+ getrennt, wobei der Käufer und ich gemeinsam fast drei Stunden lang verglichen haben.

Es war sehr interessant, eine zweite Meinung zu haben, andere (teils sehr originelle) Spielweisen zu erleben.
Der "Junge" (auch schon 18 inzwischen, wie die Zeit vergeht...), der die Harley Benton bekommt, darf sich über sein Instrument und über seinen Dad freuen, der ihm viel Unterstützung zukommen lässt.

Alle vier Instrumente kommen aus Fernost, die Hälse sind alle recht "unvintage" schlank, wobei ich den der Riviera als Prügel empfunden habe, bis mein alter Freund mich aufgeklärt hat, wie verwöhnt ich inzwischen bin. Wir haben in Erinnerungen aus dem letzten Jahrtausend geschwelgt und dabei sind Erinnerungen an wirkliche Prügel aufegekommen.

Um nochmal auf die Kandidaten ein wenig einzugehen:

die Riviera war in dem sprarkling Red einfach wunderschön. Sie ist gewichtsmäßig bei der Harley Benton, der Hals ist durchgehend etwa 2,5mm kräftiger, die Verarbeitung beim Finish ist 1A, das Griffbrett dieses Exemplars war besonders beeindruckend, da es eine durchgehend lebendige Maserung aufweist, die die Inlays nochmal besser zur Geltung kommen lässt.
Die Verarbeitung der Bünde allerdings war bedenklich schlecht. Die Bünde dürften auf 9,5" gebogen sein, während das Griffbrett wohl einen 12" Radius hat, dadurch sieht man Schlitze unter den Bünden, die Kanten sind zwar schön verrundet, schließen aber nicht immer mit der Griffbrettkante ab. Das geht garnicht. Die Mechaniken sind top, die Brücke recht hoch eingestellt, was eine hohe Saitenlage verursacht und beim Spielen schon mal dazu führt, dass sich die hohe e-Saite unter einem Bund verklemmt. Auch trotz der hohen Saitenlage war immer wieder ein Schnarren über das ganze Griffbrett zu merken. Wir haben dann ein "kleines Setup" (Halstab und Brückenhöhe) vorgenommen, was leichte Besserung beim Schnarren brachte, aber auch aufzeigte, wie mies die Bünde montiert sind. Über das ganze Griffbrett und alle Saiten kam es immer wieder zu Resonanzschnarren am nächsten Bund, e-Saite 3.Bund, da kann man kein sauberes D-Dur greifen, D-Moll im 5. Bund wird gleich was anderes, da die A-Saite am 6. und die G-Saite am 8. Bund aufliegen. Also wieder rauf mit der Brücke für den Soundtest (und Zettel für den Laden geschrieben, dass sie die Bünde zumindest nochmal abrichten müssen, ehe das Ding in den Verkauf geht). Der Sound der Mini-Humbucker war ok, wobei nicht vergleichbar mit den alten Gibson Minis oder dem in der Hagstrom Ultramax Special. Also auch hier eher eine Enttäuschung, wobei es auch an den gewaltigen Abständen zu den Saiten gelegen haben kann. Die Pickups waren recht weit unten.

Die AS93 ist ebenso makellos im Finish, hier passt aber auch der Rest der Verarbeitung. Die Tuner sind etwas leichtgängiger, die Hardware aus eiegenem Haus wie immer restlos überzeugend. Der Hals ist eben etwas fleischiger als von Ibanez gewohnt, ich habe mich zwar schnell dran gewöhnt, aber für mich kommt sie nicht in Frage, da ich ja schon ihre kleine Schwester (AR520) mit etwas schlankerem Hals habe. Die 93 hat im Gegensatz zur AS73 19mm am 1. und 25mm am 12 Bund. Meine AR520 19,5 am 1. und 23,5 ab dem 12. aufwärts. In der ES Größe ist die AS93 aber wohl ein goldener Mittelweg. Klanglich ein Traum, die "besseren" S'58 Pickups sind ein gelunges Remake (es gibt wohl zwei verschiedene. Welche für die kleineren, die eher outputschwache 08/15 Pickups sind, und diese hier, bzw. auch in der AR520, die richtig gut klingen (und dann gibts natürlich noch die orinalen aus den 70ern).
Die fast schon vergleichsweise billig wirkenden Inlays werden dem gleichmäßig dunklen Ebenholz Griffbrett leider nicht gerecht, hier muss noch Abstand zur Scofield gewahrt werden. Und ja - ich bestelle mir gleich noch ein paar Shuregrip Poti-knöpfe. Ich liebe sie...
Wir haben beide nichts an der AS93 auszusetzen gehabt, toll. Sie war die schwerste im Vergleich.

Ich habe die AS93 weitergereicht und mir die Hagstrom genommen, die doch ein ganz anderes Instrument ist, weniger Vintage-like, weniger konventionell, auch wenn das Goldtop erstmal klassisch aussieht. Der Korpus ist vom Material her etwas dünner als die anderen beiden, eher wie die Harley Benton, sie spielt sich toll, die Verarbeitung ist annähernd auf Niveau der Ibanez, wenn man vom Übergang Neckbinding>Body unterhalb des Pickguard absieht.
Im gemeinsamen Spiel mit den beiden Gitarren, war sofort zu bemerken um wie viel spritziger, auch "rotziger", mit Tone-reglern auch funkier, die Viking agiert. Das ist vielleicht nicht jedermanns Sache, mir gefällts und es passt in mein Konzept, Jazz ist mit jedem Instrument möglich, die Viking wirkt da aber schon sehr avantgardistisch dominant (Da gabs mal eine Platte oder ein Band mit Friedrich Gulda am Cembalo, daran hat sie mich erinnert^^).

Dann fleigender Wechsel zurück zur Ibanez, mein Freund endlich (jetzt) seine HB 35+ und nach ein paar Minuten zurück und mir wars klar.

Die HB 35+, mit inzwischen einigen kleinen Modifikationen ist für mich die angenehmste. Wir waren beide richtig begeistert. Sie spielt sich fast von allein, der Sound ist sehr, sehr nah an der Ibanez, vielleicht mit einem 10-56 Satz statt der 10-46 mit gleichem Bassfundament, der schlankeste und flachste Hals in der Runde, perfekte Balance im Gewicht und die Verarbeitung technisch top (die Bünde sind zwar nicht poliert gewesen, aber tadellos verrundet und sauber installiert, nicht wie bei der Riviera). Nur die Lackierung lässt den Preis erahnen. Aber was solls. Sie ist zum Spielen da, nicht zum Macken suchen.

Wir saßen dann noch gemeinsam über dem Webshop des großen T und mit Lineal und Maßband an den Instrumenten.

Für mich wirds nun tatsächlich eine VintageBurst HB-35+, wieder mit Earvana Sattel, TonePros Tom, diesmal Shuregrip Knobs, Schaller Tuner und ein Pickguard von der Ibanez AS93 (ja, das passt mit minimalem Dremeleinsatz und ist eine deutliche Aufwertung).

Die Testinstrumente habe ich heute Morgen gleich zurück gebracht und hatte auch eine Unterhaltung bezüglich der Riviera. Das Exemplar ist ein Ausreisser, den ein Kunde letzte Woche zurückgebracht hat und makellosen Ersatz bekommen hat. Der Händler entschuldigte sich bei mir und ich hab ihm auch gleich meine Entscheidung wissen lassen, die er mit Verständnis zur Kenntnis nahm.




Wie ein guter Händler seine Kunden kennt, bekam ich die Info mit auf den Weg, dass die Hagstrom Ultramax Specials bei ihm die letzten mit freier Farbwahl wären, andere Händler haben nur mehr Reste und sie kommt in absehbarer Zeit nicht nach.

Also freue ich mich auf die neue HB 35+, freue mich, dass mein alter Freund für seinen Sohn ein gutes Instrument bekommen hat und stehe selbst nun vor der nächsten Frage:

"Lila, Rot oder Orange bei der Ultramax special..."
 
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