1 - 2 Stunden Konzerte - wie schafft man das?

von Mucki, 20.11.16.

  1. Mucki

    Mucki Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.11.16   #1
    Hallo,

    mich interessiert schon lange, wie man es schafft, 1 - 2 Stunden am Stück zu singen. Bei mir ist oft schon nach 20 - 30 Minuten die Luft raus. Bei anspruchsvolleren Songs wohl schneller als bei einfachereren?!

    Wie bereitet man sich da vor? Die 1 - 2 Stunden am Stück öfter komplett durchsingen oder wie?

    LG

    Mucki
     
  2. Bell

    Bell HCA Gesang HCA

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    Erstellt: 20.11.16   #2
    Puh, also ehrlich gesagt.... bei mir ist das Standard, zumindest bei den Kommerzgigs. Die dauern in der Regel 4 bis 5 Stunden. Ein set kann durchaus mal 60 Minuten lang werden; 45-50 Minuten dauern sie immer. Dann gibt es eine kleine Pause und weiter geht´s im Programm. Meistens bin ich erst ab dem zweiten set richtig schön warmgesungen und kann dann noch sehr lange weitermachen.
    Ich nehme an, es ist pures Training: je mehr man singt, umso mehr Kondition hat man. Außerdem drücke ich nicht und ich schreie auch nur sehr dosiert und wenn, dann erst gegen Ende. Man muss das Programm auf jeden Fall so aufbauen, dass man sich stimmlich nicht gleich am Anfang völlig verausgabt, also erst mal ein paar softere Nmmern mit nicht allzu großem Umfang und dann nach und nach Gas geben. Wenn man natürlich von Anfang bis Ende ein Brett fährt, geht das nicht - dann muss man aber auch entsprechend kurze gigs absolvieren. Oder eine längere Pause einbauen.
    Aber ein Sänger singt doch auch nicht eine ganze Stunde am Stück ... es gibt Instrumentalteile, Soli, Ansagen zwischen den Stücken und so weiter. Jedenfalls würde ich dir Atemtraining empfehlen, und jeden Tag ein paar Übungen zu machen und ein paar Songs zu singen. man muss seine Gesagsstimme regelmäßig benutzen, sonst kann sie an Ausdauer verlieren.
     
  3. Silvieann

    Silvieann Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.11.16   #3
    Ich hatte vor einiger Zeit mal 2 Zeitstunden Korrepetition, ich hätte gern noch länger gesungen ...
    Ich denke, es kommt stark darauf an, wie Du singst. Du solltest dringend stimmschonend singen, meine Gesangslehrerin hat mir gezeigt, wie das geht. Nach dem Gesangsunterricht ist meine Stimme dann meist auch noch besser eingestellt als vorher, und ich könnte locker weiter singen.
     
  4. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 20.11.16   #4
    Wie man das schafft? Indem man es muss. Die Proben sind oft länger als ein Gig. Das ist eigentlich kein Problem. Das nüchtern bleiben finde ich schwieriger ;)
     
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  5. TaTu

    TaTu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.11.16   #5
    die Frage erinnert mich an meine letzte Woche:
    Mittwoch Vormittag: Workshop Gesang
    Donnerstag Vormittag 2 Stunden Bandprobe (wobei ich dabei kaum singe, nur mal etwas Background)
    Donnerstag Nachmittag 3 Stunden mit Band - Jamseasion (da habe ich durchgehend gesungen, meist Background, aber auch Hauptstimme)
    Freitag: Muskelkater :D + Gesangsunterricht
    Samstag: Noch mehr Muskelkater :D (Zwerchfell und Zwischenrippenmuskulatur)

    Das am Stück singen war dabei kein Problem. Da hatten wir Spaß und ich habe einfach gemacht.
    Das hinterher über den Muskelkater jammern, ging auch Problemlos. :D
    und ich habe jetzt gerade mal 1 Workshop und 3 Gesangsstunden hinter mir, in der Band singe ich selten mal etwas Background, ich bin also weder ausgebildet noch trainiert.

    Lg, Tatu
     
  6. moniaqua

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    Erstellt: 24.11.16   #6
    Dann passt vielleicht die Technik nicht. Zwei Stunden am Stück (ok, mit Pausen zwischendrin, wo Noten gewechselt werden oder etwas erklärt wird) ist doch schon an einem normalen Probentag beim Chorwochenende, da kommen dann aber noch zwei bis drei mal zwei Stunden :D Eineinhalb bis zwei Stunden ist auch eine ganz normale Chorprobe. Und danach bin ich eigentlich gerade eben schön eingesungen...

    Muskelkater hatte ich vom Singen noch nie :D Vielleicht hilft Sport für einen Grund-Muskeltonus? ;)
     
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  7. Jed

    Jed Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.16   #7
    Hmm...

    Was mich interessieren würde, ist wie man 42 Kilometer im Laufschritt schafft! :evil:

    Ich habe den Verdacht, dass die Marathon-Junkies genauso viel laufen, wie ich singe. Und vielleicht haben sie während des Laufs so viel Adrenalin im Blut, wie ich während eines 4-stündigen Gigs.

    Körperliche Leistungsfähigkeit kommt nun mal von Training und Gewöhnung.
    Bei den Athleten kommen ein paar Pharmazeutika dazu - im Falle des Sängers lediglich etwas Flüssignahrung (selbstverständlich nach dem deutschen Reinheitsgebot!)

    Cheers,
    Jed
     
  8. TaTu

    TaTu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.11.16   #8
    Vielleicht sollte ich nur nicht völlig untrainiert einen 3 Tage Marathon hinlegen? :D Aber wenn es doch gerade soooo einen Spaß macht. :nix:
    Wenn ich einfach öfter singe, wird das schon. ;) Ohne Sport. :cool:

    Lg, TaTu
     
  9. Jed

    Jed Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.11.16   #9
    Vielleicht ...!

    So um 1900 (zumindest in Irland) soll es vorgekommen sein, dass ein GL einem Schüler empfahl, zuerst 2 Jahre in der Landwirtschaft zu arbeiten und dann erst mit dem GU anzufangen! Zu meiner Anfangszeit (mitte der 1960er Jahre) waren Sense und Heugabel keine Option - aber das leistungsmäßige Rudern! Bei 6 Tage die Woche jeweils 2 Stunden im Achter schaffte ich die 2 anspruchsvollen Chorproben pro Woche zu je 2 Stunden locker.
    Der Leistungssport hörte bald auf; das Singen ging weiter. Aber die Fitness, die ich aus dem Sport mitbekommen hatte, wirkte lange nach. Erst mit etwa 65 merkte ich, dass die Puste ein wenig nachließ. Da fing ich an, regelmäßig Rad zu fahren. Keine Spazierfahrten, sondern so, das die Lunge richtig arbeiten muss.

    Neulich wagte ich mich an eine Händel-Arie, die ich seit 30 Jahren nicht mehr "angefasst" hatte - in der Zeit sang ich ausschließlich Folk - und siehe da: die langen Läufe konnte ich immer noch in einem Atemzug durchsingen! (Es handelt sich um die Arie "Honour and Arms" aus dem Oratorio "Samson" - findet man hier )
    Hätte ich das auch ohne Sport geschafft? Vor 20 Jahren, vielleicht, aber jetzt bestimmt nicht mehr!

    Cheers,
    Jed
     
  10. Silvieann

    Silvieann Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.11.16   #10
    Meine Gesangslehrerin hat mir auch erzählt, dass sie früher aus diesem Grund gerudert ist.
    Also, wenn Du das professionell oder wirklich ernsthaft betreiben willst, keine schlechte Option.
     
  11. TaTu

    TaTu Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.11.16   #11
    In meinem Fall ist das singen schon der Sport. :D
    Ich sollte vielleicht aber auch dazu sagen, das ich nicht gesund bin. Die allermeisten Sportarten kann/darf ich gar nicht mehr machen. Meine Lunge hat auch schon ordentlich was weg. Mittellappen weg, Asthma. Da ist singen allerdings auch gut.

    Ich werde auch nie die große Sängerin, dazu bin ich auch schon viel zu alt, aber es ist ein schönes Hobby und es macht unheimlich Spaß. Da ich aber nicht völlig taub bin höre ich durchaus, wenn ich die Töne nicht treffe und das stört mich. Deshalb jetzt die Gesangslehrerin. ;)

    Lg, TaTu
     
  12. Vali

    Vali Vocalmotz Moderator HFU

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    Erstellt: 25.11.16   #12
    Naja, wenn man sich Montserrat Caballé, Pavarotti und Beth Ditto anguckt, sieht man dass Singen zumindest kein Leistungssport ist :D Da kommt es doch eher auf Körperbeherrschung, dann auf Ausdauer und dann ganz abgeschlagen erst auf Körperkraft an.
    Was die Eingangsfrage angeht, habe ich im Grunde nichts weiteres hinzuzufügen. Singen können ist schon mal das wichtigste, nicht unnötig auspowern (z.B. andauern schreien, zerren, hauchen, rhythmische Tanzgymnastik machen), außerdem noch das Set so aufbauen, dass man warm werden kann, zwischendurch mal Pause hat (indem ein anderer singt oder längere Instrumentalparts oder eine echte Musikpause) und die verausgabenden Stücke am Ende kommen, sich selbst gescheit hören können, Spaß haben (Adrenalin und Endorphine, wuhuii!).
    1-2h sind für mein Empfinden auch normal. Mit Band mit eigenen Songs war bei mir die übliche Konzertlänge 45-60 Minuten, das kürzeste 15 Minuten, das längste 2 Stunden. Probe dauert ja schon 3h. Mit Coverband war die übliche Konzertlänge 2h mit 2 Sets. Das längste das ich je gesungen habe war, sofern ich mich richtig erinnere, 4-5h mit 3 Sets auf einer Firmenweihnachtsfeier. Ich hätte da noch locker ne weitere Stunde singen können, wär kein Problem gewesen. Wenn man mit Coverband nur ne halbe Stunde durchhält, kann man einen ja für keine Party gescheit buchen.
     
  13. Cookiemoenster

    Cookiemoenster Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.11.16   #13
    Ich würde auch sagen: üben, üben, üben....
    Ich zB hab in meiner Jugend in mehreren Bands gesungen. Damals hatte ich nie ein Problem und mir auch nie Gedanken drüber gemacht. Hatte auch nie Gesangsunterricht.

    Jetzt 20 Jahre später hat mich das alte Fieber wieder gepackt und am Anfang war nach 3-4 Power-Nummern Schluss.
    Teilweise sogar mit Stimmaussetzern.
    Aber ich werde von Probe zu Probe wieder besser und ausdauernder und komme auch wieder höher rauf.
    Inzwischen kann ich eine 3-4 stündige Probe problemlos durchsingen.
     
  14. vidus

    vidus Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 27.11.16   #14
    Ein Paar tips von mir

    1. Viel trinken ist für die Schleimhäute extrem wichtig um sie von Austrocknen zu schützen. So beugst du Heißerkeit vor (1l Während des Konzertes wäre gut)
    2. Schau dir deine Songs noch mal an ob sie auch wirklich in deinem Ambitus sind. Wenn du bei den hohen tönen dauert Vollgas geben musst und es nur durch pressen schafft diese zu halten ist es kein wunder wenn eine Stimmlippen nach 20 Minuten einfach k.o. sind. Gitarren einen halb oder gnatzen runterstufen hilft oft schon.
    3. Ich weis es ist teuer und aufwendig. Aber nimm ein Paar Gesangstunden. Eine richtige Haltung der des Stimmaperstes hilft oft umgemein.
    4. Versuch nicht durch presse eine Kratzige stimme zu erhalten. Es gibt da schon Techniken wie man das erreicht aber die Sind schonender.
    5. Üben üben Üben. Hilft leider nicht muss halt sein

    Ich hoffe ich konnte dir ein bisschen weiterhelfen

    Schönen Gruß

    Vidus
     
  15. MartinJ2EX

    MartinJ2EX Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 01.12.16   #15
    Also ich kann durchaus 5-6 stunden durchsingen. :D
    Am Schluss merk ich dann schon dass die Stimme etwas rauh wird, aber mit Technik leicht zu verbergen.
    Hab bereits um die 15 Gesangsstunden genommen in CVT - also Complete Vocal Technique, was sich vor allem mit Atmungstechnik, Stütze und Tweang beschäftigt..

    Kann ich nur empfehlen! :)
     
  16. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 02.12.16   #16
    Das trifft auf jede Gesangslehre zu und ist praktisch die Basis.

    Twang ohne E.
     
  17. MartinJ2EX

    MartinJ2EX Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 02.12.16   #17
    Danke fürs Ausbessern, ich war mir nicht sicher;)

    Aber ich denke, hier gehts darum was gemeint ist, und nicht die theoretische und Rechtschreibbezogene Richtigkeit ;)
     
  18. antipasti

    antipasti Singemod Moderator

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    Erstellt: 02.12.16   #18
    Stimmt. Aber ich weiß nicht, was gemeint war. Dass man singen können sollte, um mehrere Stunden zu singen, liegt ja auf der Hand. Dass zum Singen können Atemtechnik und Stütze gehört, ist Allgemeinwissen und keine Erfindung von CVT.

    Und inwiefern Twang dazu dient, mehrere Stunden am Stück zu singen, müsstest du nochmal erklären.

    Die Rechtschreibung können wir gern außen vor lassen. Aber die theoretische Richtigkeit bzw inhaltliche Relevanz spielt schon eine Rolle. Wenn du sagst "Ich lerne nach CVT, die sich vor allem mit Atemtechnik und Stütze beschäftigt", ist das etwa so aussagekräftig wie "Ich fahre BMW, der hat vier Räder".

    Das eigentliche Merkmal von CVT ist aber die Einteilung in Vocal-Modes unter optionaler Beimischung von Effekten.
     
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