18 Monate Gitarre - (tw. frustriertes) Resümee

  • Ersteller Alien68
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Gute Nachricht für dich: Das kann schon ab nächste Woche Realität sein. Ich will dir da ganz bewusst eine unbegründete, abstrakte Angst nehmen.
Zusammen musizieren ist keine "Königsdisziplin", die nur den fehlerfreien Musikern vorenthalten ist. Wäre dem so, gäbe es nicht einmal ein Zehntel der Bands, die man heute kennt. Im Gegenteil: Ich würde dir raten, über Kleinanzeigen, schwarze Bretter, Musikläden nach Gleichgesinnten zu suchen, die am besten auch noch ein bisschen besser sind als du. Warum? Weil der Lerneffekt nirgendwo so groß ist, wie im Kontext mit anderen Musikern. Es würde mich nicht wundern, wenn du nach 90 Minuten "Bandprobe" sagen würdest, dass du da mehr gelernt hast als in den letzten 18 Monaten. Musik muss zusammen gemacht werden - Akkordwechsel werden dabei von alleine sauber, weil man durch das gemeinsame Spielen Dinge irgendwann intuitiv (sprich: ohne noch groß drüber nachzudenken) macht.
.................
Einspruch, Euer Ehren! Sooooo einfach ist das leider nicht, ich weiß wovon ich rede. Ich suche mir schon seit Ewigkeiten nen Ast ab um ein paar Leutchen zum Jammen oder für ne Band zu finden. Diverse Musikermärkte (auch hier im Board), zahlreiche Facebookgruppen abgegrast, mich in der Musikerszene herumgetrieben und und und......mein frustriertes Resume als jemand, der zwar kein richtiger Anfänger mehr ist, aber auch noch nix wirklich "Richtiges": es scheinen nur Vollprofis unterwegs zu sein, die ebensolche suchen oder halbwüchsige Anfänger, die altersmäßig locker meine Kinder sein könnten und wenn man dann vielleicht doch endlich mal jemanden findet, der halbwegs ins Konzept passen würde wohnt der mehr oder weniger immer am anderen Ende Deutschlands. Dabei habe ich meine Ansprüche schon relativ heruntergeschraubt (menschlich muß es aber immer passen!), aber irgendwie wohne ich anscheinend falsch oder es gibt tatsächlich keine älteren "Nicht-mehr-ganz-Anfänger" die Bock hätten mit anderen zu spielen usw.....
Also leider ist es nicht so, dass man man schnell eben ein paar Leutchen zum Zusammenspielen findet.





Hallo,

die Angabe des Budgets sollte nur ein Richtwert sein (bin auch kein Millionär und die 2500 Euro habe ich mir dafür über die letzten 18 Monate zur Seite gelegt). Ich möchte keinesfalls als Großkotz verstanden werden und würde das Geld liebend gerne in einen Privatlehrer stecken, bin bisher jedoch nicht fündig geworden. Von daher wird es wahrscheinlich auf die Musikschule hinauslaufen. Ich weiß auch, dass neben Gitarre und Amp evtl. noch anderes Equipment benötigt wird. Eine Gitarre bauen lassen kommt für mich nicht in Frage, da, wie bereits einige erwähnt haben, ich bisher noch nicht weiß, wohin genau die Reise hingehen soll.

Die Gitarre sollte auch kein Kompromiss sein. Damit meine ich, wenn ich die Wahl habe zwischen einer günstigen (was ja nicht unbedingt schlecht bedeutet) und einer teureren, möchte ich mich für die entscheiden können, mit der ich das beste Gefühl habe. Gleichgültig, welcher Name oben drauf steht. Ich möchte gleich etwas kaufen, was mir Spaß macht und an dem ich ggf. auch längere Zeit Spaß habe. Deshalb habe ich für mich das Budget auch (vermutlich für einen Anfänger) relativ hoch gesetzt. Ich hoffe, ihr versteht was ich damit meine.

Viele Grüße
Alien
DAS finde ich eine verdammt gute Einstellung! Ich teile die Meinung, daß für einen Anfänger billiges Equipment für den Anfang erstmal reicht auch nicht. Wenn die Billiggitarre die erste Wahl ist, gerne. Aber man muß sich mit dem Teil wohl fühlen, es muß gut bespielbar sein etc., sonst gibt man relativ schnell sehr frustriert auf. Ich hab hier auch feines Equipment stehen. Rein von meinem Können her völlig überflüssig. Aber scheiß drauf. Es macht Spaß und es macht Bock auf mehr! Seit ich mir z.B. den Kemper als Amp geholt habe übe ich nochmal deutlich mehr, fleißiger, motivierter und zielorientierter also zuvor. Gilt für meine Klampfe ebenso.
Es muß für einen selber passen und wenns das Budget hergibt warum denn nicht? Denke, es gibt verwerflichere Arten sein Geld loszubringen :D.
 
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@Saatkrähe,

da stimme ich Dir voll und ganz zu. ich bin zwar von den Jahren her noch um einiges älter (65), muss aber auch sagen, daß es sehr schwer ist die "Gleichgesinnten" zu finden. Dabei kommt mir es überhaupt nicht auf den Altersunterschied an. Es muss einfach die Chemie stimmen. Die Wege zueinander sollten dabei auch nicht zu groß sein (relative Entfernung).

Durch das ewige alleine-Dudeln, schleichen sich auch immer mehr Fehler ein. Ja, ja, ja, nen guten Lehrer suchen ist schön und gut, hatte ich auch (sorry Carsten). Habe auch wöchentlich Unterricht gehabt, der mir persönlich sehr viel brachte.Wenn die liebe zeit in Form von Kleingeld nicht so knapp wäre!!

Es wird ganz bestimmt einige alte Herren/Damen geben die gerne Musik machen würden, nur die meisten trauen sich nicht. Sie tragen die kleinen Komplexe (Alter) mit sich rum, oder sie trauen sich nicht "Ihre" Lieblingsmusik spielen zu erlernen und zupfen dafür mit anderen Nicht-Gleichgesinnten ihre 45min weg. (Nichts gegen diese Art Musik machen zu erlernen), ist aber nicht mein Ding.

Ich glaube auch, je älter man(n)/frau ist desto scneller ist man frustriert, wenns nicht schnell genug klappt.
 
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Ich glaube das größte Problem des Anfängers ist, dass er noch nicht gut genug ist, um sich mit anderen Leuten zusammen zu tun. Das liegt u.U. daran dass der Anfänger ausser Plek halten und 4 Akkorden in Vierteln oder im bestenfall Achtel spielen noch nichts weiter kann. Das frustriert ihn denn er weiß nicht wo und wie er ansetzen soll. Also rein ins Internet und z.B. Hier ins Forum, da gibtves auchvwahnsinnig gute Tips ( Lehrer, üben, mit anderen musizieren etc.) Lehrer hat man oder auch aus persönlichen Gründen nicht. Üben tut man wie ein wilder.
Irgendwann möchte man auch den nächsten Schritt machen und mit anderen Gitaristen, Basser und Drummer eeendlich losrocken. So geht es zumindest mir und wenn ich hier lese den meisten anderen auch. Aber man ist noch "zu schlecht". Ab wann bzw. ist der richtige Zeitpunkt gekommen sich auf eine Bandanzeige zu bewerben, wenn man Stairway to heaven fehlerlos durchspielen kann, also für den Moment gesehen also nie.
Trotzdem empfiehlt immer wieder jeder such dir Leute und mach was zusammen, klar guter Tip, wirklich. Aber da steht zunächst einmal das mangelnde Können und daraus resultierend das bis dato noch minderwertige Selbstbewusstsein, musikbezogen, dagegen. Also bleibt man weiterhin die nächsten Jahre im stillen Kämmerlein und probiert weiterhin Stairway so schnell als möglich zu perfektionieren.
Deshalb mein Appell an alle die noch nicht länger als 2 Jahre Gitarre lernen und gerne mit anderen zusammen rocken wollen, traut euch stellt hier im Board oder auf allen anderen potentiellen Plattformen Suchanzeigen ein. Denn anscheinend sind das weitaus mehr Leute als die Semipros. Ich gehöre auch dazu und würde mich auch seeehr gerne mit ein paar Gleichgesinnten zusammen tun und natürlich wie oben auch schon erwähnt nicht jedesmal 50 km und mehr zum jammen fahren müssen. Weiß aber auch nicht ob ich schon soweit bin bzw. glaube noch nicht gut genug zu sein?! *edit*
 
Grund: OT / Musiker-Suche
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Nach 2 erfolglosen Versuchen in der hiesigen Musikersuche Datenbank fündig (oder gefunden) zu werden, hab ich es aufgegeben...

*edit*
 
Grund: OT / Musiker-Suche
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Bass Fan
  • Gelöscht von C_Lenny
  • Grund: OT / Musikersuche
Trotzdem empfiehlt immer wieder jeder such dir Leute und mach was zusammen, klar guter Tip, wirklich.
Ja weil es einen immer weiterbringt mit anderen Leuten zu spielen. Klar sollte man idealerweise die Grund Basics drauf haben, und nicht bei 0 einzusteigen. Wenn die meisten Band Members auch noch nicht soviel Erfahrung haben, kann man ja mit ganz einfachen Songs anfangen und wenn dann Fortschritte erkennbar sind, motiviert einen das sehr, um weiter voran zu kommen.
 
Vielleicht mal ein ganz allgemeiner Gedanke, der gar nicht mal nur für die Gitarre gilt. Die Gitarre ist ein einziges Universum, in das man eintauchen kann. Man kann damit das ganze Leben ausfüllen, ähnlich wie es andere mit dem Lesen, Kochen, Sport o.ä. tun. Mit allen möglichen Richtungen, Abzweigungen, Schnellstraßen, Klippen, Fallstricken, Bildern, Höhepunkten uvm.. Ich glaube, wenn man sich darauf einläßt hört der Reiz niemals auf. In dem Zusammenhang fühlt sich vermutlich ein Al di Meola nicht viel anders als ein blutiger Anfänger. Ich glaube die größte Motivation liegt darin, immer wieder neugierig darauf zu sein und sich niemals entmutigen zu lassen. Wenn man sich Vollblutgitarristen (wie z.B. Tommy Emmanuel) anschaut, merkt man diesen oft diese fast kindlich naive Freude am Spiel an. Diese Leute wirken so als würden sie niemals alt werden. Trotzdem, wenn man sich dann die Noten oder auch Lessons dieser Leute zu Gemüte führt, lernt man auch die harte Arbeit dahinter kennen, auch die Genauigkeit, die eben vieles erfordert. Und das auf allen Ebenen von der Anfängerstufe bis zur höchsten Professionalität.

Es gibt denke ich kein richtig oder falsch, wie man da ran geht. Da sind die Wege enorm vielfältig, man kann sich z.B. musikalisch festlegen oder auch zwischen den Genres treiben lassen. Genug Stoff, was man spielen kann, gibt es so oder so. Wo ich mich aber festlege, ist gerade diese o.g.Kombination, diese Wechselbeziehung aus Arbeit und Spiel. Vernachlässigt man die Arbeit, belügt man sich selbst. Dann kann man gerne Spaß als Dilettantismus bis zu einem gewissen Grad haben, aber es fehlt schlicht das Handwerkszeug. Vernachlässigt man hingegen das Spielerische, so wird es weder auf Dauer Spaß machen noch letztlich wirklich nach guter Musik klingen.

Ein praktischer Ausfluß daraus ist: Gelegentliches Dudeln ist ok. Aber im Wesentlichen, zu 90 %, solltest Du Dich an etwas heran trauen, Dir etwas vornehmen. Und Dich schrittweise entwickeln, anstatt dich von unrealistischen Zielen frustrieren zu lassen.

Und was die Ehefrau oder auch andere Nörgler betrifft: Üben sollte man hinter verschlossenen Türen, es sei denn, die Personen sind am Übeprozeß ernsthaft interessiert, was abgesehen von "Schülern" oder Gleichgesinnte aller Art eher selten ist (ich persönlich finde es teils richtig faszinierend, gerade guten Leuten beim Üben zuzusehen bzw. zu hören, vorausgesetzt, da steckt irgendein zielführender Prozeß dahinter). Für alle anderen hört sich Üben schlicht unschön an, das darf man denen auch nicht übel nehmen. Ich denke, es könnte aber bei mancher Ehefrau auch eine Spur Neid dabei sein...Gitarre Spielen macht halt Spaß - und Spaß macht verdächtig ;)
 
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Hui, ui, ui,... das Thema erfreut sich größter Beteiligung. Ohne mir jeden Beitrag durchgelesen zu haben, fühle ich mich genötigt ebenfalls einen rauszuhauen.
  • Es heißt "Gitarre spielen" nicht "Gitarre bedienen": Basics üben, Basics spielen
  • Akkorde sind gut - Rhythmus ist besser und den am besten noch im Takt: Dein Fuß ist dein bester Kumpel
  • Vier Akkorde sind einer zu viel: Keep it simple, der vierte Akkord ist bereits fortgeschrittene Musiktheorie
  • Üben ist nicht spielen, spielen ist nicht üben

- Nach 18 Monaten konsequentem Üben solltest du "offene Akkorde" und "Akkordwechsel" draufhaben.
- Ferner solltest Du dich mit deiner Schlaghand problemlos durch Rhythmuspyramide hangeln können.
- „Standard Rhythmen“ reproduzierbar, s.h. im Takt, zu spielen sollte ebenfalls laufen.
- Falls dem nicht so ist, kannst du Übungen wie Skalen, Tonleitern, exotische Akkorde, etc. auf Eis legen. Es ist sicher nicht falsch verschiedene Komponenten zu üben, aber es bringt dich halt nicht weiter, was wiederum auf die Motivation schlägt.

Ich meine, aus deinem Beitrag herausgelesen zu haben, dass für dich "gutes Gitarrenspiel" ein gewisses Maß an technischer Versiertheit/Komplexität bedeutet. Spätestens wenn am Lagerfeuer Sweep-Picking auf einer Konzertgitarre miterleben durfte, findet man Technik eher ungeeignet um Stimmung aufkommen zu lassen.
Ich werte es als "gutes Gitarrenspiel", wenn Leute, auf das was man spielt, möglichst positiv am besten mit rhythmischen Bewegungen, Wiegen, Klatschen, etc. reagieren oder gar Mitsingen. Letzteres ist ideal, weil dann haben sie den Song erkannt :D. Menschen reagieren auf Rhythmus sensibler als auf Töne. Vor allem: umso einfacher der Rhythmus umso besser: Boom-Boom-Tschack, Boom- Boom-Tschack, (…) fertig ist der Hit. Das bedeutet, dass „schräge Töne“ - wie unsaubere gegriffene Akkorde - leichter verziehen werden als eiernder Rhythmus/mangelndes Taktgefühl.
Tipp: Rhythmen/Schlagmuster mit Ghostnotes (nicht gegriffen oder abgedämpften Saiten) üben.

Das mit dem „nicht Singen können“ kann ich fast nicht glauben. Wenn ich höre was Fußballfans mit ihren Metzgersopran alles leisten können, sobald sie durch Begeisterung den nötigen Grad der Enthemmung erreicht haben. Wenn du dein Gitarrenspiel vereinfachst, hast du mehr Ressourcen um dich um die Melodie zu kümmern. „Der Liedtext ist die Krücke, die dich durch den Song trägt.“, hat mir mal einer weiser Mann gesagt. „Ansonsten sind nahezu alle Lieder identisch.“, hat er noch hinterhergeschoben.
Wenn du den Song gerade mal so spielen kannst und dann dazu singst wird das in wenigsten Fällen klappen. Durch den Gesang kommt „eine weitere Musik“ zur Begleitung dazu, diese Melodie kannst im Kopf singen, leise summen,… wie auch immer - „üben“. Das ist auch nicht verhandelbar, denn Fakt ist: Musik machen = Hose runter, d.h. die Musik/Melodie muss irgendwie in Gehirn der Zuhörer! Du kannst jedes Mal einen Sänger engagieren, wenn dich ein Bekannter dazu auffordert ein Stück zu spielen oder du übst zum Gitarrenspiel die Gesangsmelodie zu integrieren (z.B. Akzente/Betonung im Rhythmus setzen). Es ist für alle Beteiligten, dich eingeschlossen, weitaus angenehmer wenn du Spaß daran hast.
Ich wette, dass du mit einfacher, d.h. sauber-solide Gitarrenbegleitung, in Kombination mit „Rhythmus/Takt-Fuß“ und einem Song mit dem du wohl fühlst die Leute erreichen kannst.
Ach so: Vor Leute spielen/singen - solltest Du auch auch Übung betrachten.

Mit diesen einfachen Stilmitteln kannst du ein stattliches Repertoire zusammenstellen. Wer weiß, vielleicht fallen dir bei den einzelnen Stück sogar gewisse Muster/Regelmäßigkeiten auf.

Zum Einstieg in die Basics des Solierens (spielen, licks, ziehen, hämmern, abziehen, halten, Obertöne erzeugen,... der Töne von Tonleitern und Skalen) empfehle ich Blues- oder Jazz-Standard. Je nach Feeling. Das ist zum Einstieg relativ schmerzlos, weil Blues die gemeinsame Basis zeitgenössischen Musik ist, und jeder der „Rock-Musik“ hört ein „natürliches Feeling“ dafür hat. So kommt mit vertretbarem Aufwand zu hörenswerten Ergebnissen. Nebenbei lernt man musikalische Basics (Songwriting, 1,4,5, Auflösen, Bindungen, etc.) die man in jeder Stilrichtung anwenden kann.
Wenn Du damit sicher improvisieren (oder Stücke nachspielen) kannst, macht es Sinn, wenn Du dich der Theorie zuwendest. Ab jetzt kommen nur noch exotische Akkorde, Tonleitern, Skalen und Technik. Um zu wissen, wann man welche Akkorde und welche Tonleitern spielt ist es einfacher einen theoretischen Überblick zu haben, anstatt sich alles zusammenhangslos reinzuprügeln oder gar auszuprobieren.

Mein Rat: Back to Zero. Und bloß keine Kohle für teures Equipment ausgeben.
 
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Ein praktischer Ausfluß daraus ist: Gelegentliches Dudeln ist ok. Aber im Wesentlichen, zu 90 %, solltest Du Dich an etwas heran trauen, Dir etwas vornehmen. Und Dich schrittweise entwickeln, anstatt dich von unrealistischen Zielen frustrieren zu lassen.

Finde ich als sehr guten Punkt. Ich würde trotzdem auch ein ferneres Ziel fassen, auf das man Stück für Stück hinarbeitet. Dabei macht es natürlich Sinn nicht zu überstürzen, aber es gibt ein gutes Gefühl, wenn man dann endlich das Lieblingslied kann, auf das man mehrere Monate hingearbeitet hat. Ich bespreche auch immer wieder mit meinem Lehrer wo die Reise hingehensoll. Das schöne dabei ist man hat das Gefühl jeden Schritt den man weiter kommt bringt einen zu seinem Wunschlied näher heran.

Ich meine, aus deinem Beitrag herausgelesen zu haben, dass für dich "gutes Gitarrenspiel" ein gewisses Maß an technischer Versiertheit/Komplexität bedeutet. Spätestens wenn am Lagerfeuer Sweep-Picking auf einer Konzertgitarre miterleben durfte, findet man Technik eher ungeeignet um Stimmung aufkommen zu lassen.
Ich werte es als "gutes Gitarrenspiel", wenn Leute, auf das was man spielt, möglichst positiv am besten mit rhythmischen Bewegungen, Wiegen, Klatschen, etc. reagieren oder gar Mitsingen. Letzteres ist ideal, weil dann haben sie den Song erkannt :D. Menschen reagieren auf Rhythmus sensibler als auf Töne. Vor allem: umso einfacher der Rhythmus umso besser: Boom-Boom-Tschack, Boom- Boom-Tschack, (…) fertig ist der Hit. Das bedeutet, dass „schräge Töne“ - wie unsaubere gegriffene Akkorde - leichter verziehen werden als eiernder Rhythmus/mangelndes Taktgefühl.
Tipp: Rhythmen/Schlagmuster mit Ghostnotes (nicht gegriffen oder abgedämpften Saiten) üben.

Das ist leider wahr :D Ich habe noch nie auf der Konzertgitarre gesweept, aber es kommt auch auf der E-Gitarre nur im richtigen Kontext gut. Witzigerweise sind Leute schon völlig zu Frieden wenn du irgendein eingängiges Riff runterspielst und Stimmung machst. Nach meinem Gefühl sind die ganzen progressiven und virtuosen Lieder leider nur Musik für Musiker. Ändert sich vielleicht ja noch? :D

Dementsprechend könntest du jetzt schon für deine Frau mal was spielen. Am besten ein einfaches Lieblingslied nehmen und sie damit überraschen. Kommt übrigens auch ganz gut für deine Übungszeit :D Wird sie dann auch gelassener nehmen.
 
Es gibt denke ich kein richtig oder falsch, wie man da ran geht. Da sind die Wege enorm vielfältig,

Ein praktischer Ausfluß daraus ist: Gelegentliches Dudeln ist ok. Aber im Wesentlichen, zu 90 %, solltest Du Dich an etwas heran trauen, Dir etwas vornehmen.


Was du davor geschrieben hast kann ich nur bestätigen. Aber du sagst dann selber die Wege sind vielfältig.
Dann einfach 90% für "du solltest dir etwas vornehmen" zu postulieren hätte für mich jedenfalls so nicht gestimmt.

Ich hatte anfangs 7-8 Jahren Unterricht auf der Akustische Gitarre. Ich hab auch dafür geübt (meistens jedenfalls) aber das alleine
hätte mir nicht gereicht. Ich hab also irgentwann zusätzlich angefangen mit dem erlernten rumzuspielen und mir dann 2-3 Songsbooks gekauft.
Damit habe ich versucht andere Stücke zu lernen/spielen. Einfachere Bob Dylan und , nicht immer so einfache, Neil Young Stücke.
Aber einen direkten Plan dabei oder zu 90% was vornehmen absolut nicht. Wenn ich das gemusst hätte, hätte ich wohl aufgehört mit Gitarre spielen.
Ich hab mindestens 50% der Zeit mit rumspielen (kein E Gitarren Sologedudel) verbracht. Manchmal tauchte eine neuer faszinierend klingender
Akkord auf, der mich eine Weile gefesselt hat..... Ich find es es ungemein wichtig seine musikalische Fantasie zu entwickeln, statt nur zu üben.
 
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Hallo,

nochmals vielen Dank für eure Einschätzungen und Ratschläge. Ich möchte nochmals auf den Beitrag von xlr8d eingehen.
Ja, weniger ist oft mehr und das ist mir auch klar. Und zum Thema Gesang muss ich gestehen, dass es gilt, (für mich) eine Hemmschwelle zu überwinden. Viele haben ja damit überhaupt kein Problem, bei mir ist das leider wieder auch eine Frage des Anspruchs... Ich denke oft, bevor ich mich blamiere, lass ich es lieber sein. Nach ein paar Bier sieht das dann oft anders aus, man traut sich mehr und die Hemmschwelle ist weg. Ich kann mir aber nicht immer vorher ein paar Bierchen genehmigen....:prost:
Dann ist die Hemmschwelle vielleicht überwunden, aber ich kann keinen einzigen Akkord mehr greifen...:igitt:

Ich habe aber im Moment ein ganz anderes Problem: Ein Lied spielen ist eine Sache, gleichzeitig dazu zu singen eine ganz andere..... Ich komme dann aus dem Takt, verliere den Faden oder das Schlagmuster passt auf einmal überhaupt nicht mehr. Ich habe mal gelesen, dass man im Grunde den Gitarrenpart quasi im Schlaf können muß und sich auf den Gesang konzentrieren sollte. Das passt bei mir halt überhaupt noch nicht, ich scheitere hier oft schon bei einfachen Stücken. Wie komme ich am besten über dies Hürde?

Danke und Grüße
Alien
 
Das passt bei mir halt überhaupt noch nicht, ich scheitere hier oft schon bei einfachen Stücken. Wie komme ich am besten über dies Hürde?

Sorry für die einfache und anscheinend nicht sagende Antwort:

Geduld und weiterüben ;-)

Aber genau das habe ich gemerkt ist es. Der Automatismus kommt garantiert. Mach dir nicht zu viel Gedanken über das was du noch nicht kannst, sondern habe einfach Spass am spielen und spiele.
 
Das passt bei mir halt überhaupt noch nicht, ich scheitere hier oft schon bei einfachen Stücken. Wie komme ich am besten über dies Hürde?
Hinterfrage deine Trainingsmethoden. Viel üben hilft auch nur, wenn man es richtig macht. Wenn ich einen Hürdenlauf absolvieren will und Weitsprung trainiere, dann bin ich zwar fleissig, komme aber trotzdem nicht zum Ziel.

Disziplin scheinst du ja zu haben, ein guter Coach müsste dir jetzt nur noch den richtigen Weg zeigen.
 
Hallo,

Ich habe aber im Moment ein ganz anderes Problem: Ein Lied spielen ist eine Sache, gleichzeitig dazu zu singen eine ganz andere..... Ich komme dann aus dem Takt, verliere den Faden oder das Schlagmuster passt auf einmal überhaupt nicht mehr. Ich habe mal gelesen, dass man im Grunde den Gitarrenpart quasi im Schlaf können muß und sich auf den Gesang konzentrieren sollte. Das passt bei mir halt überhaupt noch nicht, ich scheitere hier oft schon bei einfachen Stücken. Wie komme ich am besten über dies Hürde?

Danke und Grüße
Alien

Singen und Spielen gleichzeitig schien für mich auch eine unüberwindliche Hürde zu sein. Mehrere Monate hab ich's hartnäckig versucht. Immer wieder habe ich mir einen anderen Song rausgepickt, weil ich dachte, dass es mit dem einfacher geht.

Irgenwann habe ich beschlossen bei Let it be zu bleiben und zu üben bis es klappt. Habe dann zuerst das Schlagmuster radikal auf 4/4 vereinfacht und das dann so lange mit Singen geübt bis das sehr sicher funktioniert hat. Gleichzeitg hab ich den Song weiter ohne Gesang, aber mit dem angestrebten Strumming Pattern gespielt. Als dann beides getrennt gewuppt hat habe ich die Welten zusammengebracht und siehe da, nach ein paar holprigen Übungseinheiten konnte ich Let it be gleichzeitg singen und spielen. Richtig gut hörte sich das trotzdem nicht an, weil mein Gesang extrem grottig ist, aber das muss ja bei Dir nicht so sein. :) Trotzdem war das für mich ein richtiger Durchbruch und das bis dahin größte Erfolgserlebnis meiner "Musikerkarriere".

Und jetzt wirds richtig cool: Als die erste Hürde genommen war, waren die nächsten Songs sehr viel einfacher zu lernen. Hab mir dann Please forgive me von David Gray vorgenommen, weil ich grade am F-Barre üben war. Ging dann innerhalb von zwei Wochen und mein Akkordwechsel auf F hat sich in der Folge nebenbei wesentlich verbessert. Anschließen konnte ich dann mein Repertoire recht flott erweitern.

Also nicht den Mut verlieren. Irgendwann klappt das . Genieß den Moment, wenn es soweit ist. Vielleicht hört es sich bei Dir gesanglich auch besser an als bei mir. Ist dann umso schöner.
 
Einspruch, Euer Ehren! Sooooo einfach ist das leider nicht, ich weiß wovon ich rede. Ich suche mir schon seit Ewigkeiten nen Ast ab um ein paar Leutchen zum Jammen oder für ne Band zu finden. Diverse Musikermärkte (auch hier im Board), zahlreiche Facebookgruppen abgegrast, mich in der Musikerszene herumgetrieben und und und......mein frustriertes Resume als jemand, der zwar kein richtiger Anfänger mehr ist, aber auch noch nix wirklich "Richtiges": es scheinen nur Vollprofis unterwegs zu sein, die ebensolche suchen oder halbwüchsige Anfänger, die altersmäßig locker meine Kinder sein könnten und wenn man dann vielleicht doch endlich mal jemanden findet, der halbwegs ins Konzept passen würde wohnt der mehr oder weniger immer am anderen Ende Deutschlands.

Ich möchte deine bereits unternommenen Anstrengungen wirklich nicht schmälern, glaube dir auch auf's Wort, dass du viel probiert hast. Ich weiß nicht, wo du wohnst, und wie die Szene dort ist. Dass es aber niemanden in deiner Umgebung gibt, der halbwegs dein Alter hat und mit dir musizieren möchte, glaube ich nicht. Ich mag generell einer der "Geht nicht - gibt's nicht"-Menschen sein, aber trotzdem sage ich: Dann hast du nicht tief genug gegraben. Vielleicht nochmal in der Zeitung inserieren? Schwarze Bretter bekleben? Direkt Leute aus Bands ansprechen, die in deiner Umgebung in deinem Alter spielen? Oder vielleicht auch mal in Kauf nehmen, mit Musikern zu spielen, die ganz bewusst nicht in deinem Alter sind? ;) Müssen ja keine Teenies sein. Ich beispielsweise spielte gerne in der Bluescombo meines Vaters mit, und die fanden das auch nicht wild. Die sind alle gerne mitte 50, ich bin 24. Ist doch Wurst - solange man sich versteht.

Nur ein paar Vorschläge meinerseits..
 
Eine E-Gitarre und Equipment habe ich übrigens auch noch nicht.... (Daumen runter). Ich muss mich auch hier erstmal informieren. Ich habe mir dafür ein Budget von 2500 € genehmigt.
Mit etwas Vorinformation kann man übrigens ne Menge Geld sparen, wenn man sich mal den lokalen (e***) Kleinanzeigen-Markt oder die Retouren-Angebote der bekannten Händler ansieht. Man kann sich die Teile vorher anschauen und ausprobieren. Hab bisher nur gute Erfahrungen damit gemacht und für gutes Equipment jede Menge Euro gespart.
--- Beiträge wurden zusammengefasst ---
ch bin der Ansicht, wenn ich mit einer "guten" Gitarre angefangen hätte, und nicht mit einem 200EUR Komplett-Set, dann hätte ich in der Anfangszeit viel mehr gespielt. Mit guter Ausrüstung und gutem Klang macht es viel mehr Spaß und motiviert mehr.
Sehe ich genauso. Ich übe z.B. oft mit einem Fender Mustang V2, klingt ganz gut, am besten noch über Kopfhörer, gut für spät abends geeignet. Am liebsten aber mit meinem VOX AC15HW (übrigens Second Hand für gut den halben Preis!), da kommt dann richtig Begeisterung auf und man möchte ihn gar nicht mehr abschalten.
:D:rock:
Für eine gute (!) Squier Strat oder Epiphone Paula und einen schönen Amp, am besten Second Hand, bleibt von dem 2500 Euro Budget noch einiges für den Gitarren-Unterricht übrig.
:prost:
 
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Ich möchte deine bereits unternommenen Anstrengungen wirklich nicht schmälern, glaube dir auch auf's Wort, dass du viel probiert hast. Ich weiß nicht, wo du wohnst, und wie die Szene dort ist. Dass es aber niemanden in deiner Umgebung gibt, der halbwegs dein Alter hat und mit dir musizieren möchte, glaube ich nicht. Ich mag generell einer der "Geht nicht - gibt's nicht"-Menschen sein, aber trotzdem sage ich: Dann hast du nicht tief genug gegraben. Vielleicht nochmal in der Zeitung inserieren? Schwarze Bretter bekleben? Direkt Leute aus Bands ansprechen, die in deiner Umgebung in deinem Alter spielen? Oder vielleicht auch mal in Kauf nehmen, mit Musikern zu spielen, die ganz bewusst nicht in deinem Alter sind? ;) Müssen ja keine Teenies sein. Ich beispielsweise spielte gerne in der Bluescombo meines Vaters mit, und die fanden das auch nicht wild. Die sind alle gerne mitte 50, ich bin 24. Ist doch Wurst - solange man sich versteht.

Nur ein paar Vorschläge meinerseits..
Sorry wenn wir hier wieder den Thread mit eigentlich Offtopic kapern, möchte aber trotzdem antworten. Eventuell könnte, falls das Thema doch noch vertieft werden soll, ein Mod so freundlich sein und das Thema auslagern wenns doch einfach zu offtopic wird?
Wo ich wohne? Genaugenommen in der Pampa, Musikszene gibts hier schon, was aber nicht unbedingt zum Vorteil sein muß. Du hast zum einen Mal die doch recht zahlreichen Blaskapellen oder sonstigen volksmusikalisch angehauchten Gruppenbzw. irgendwelche kirchlich angehauchten Chöre die durchaus über jeden Nachwuchs dankbar werden. Da ich aber weder ein Blasinstrument spiele noch von Volksmusik begeistert bin scheidet das schonmal aus. Und so verzweifelt, daß ich dann bei sowas mitmache bin ich dann doch nicht, da klampfe ich lieber daheim in meinem Wohnzimmer Children Of Bodom und Co (oder zumindest das was sich ansatzweise so anhört) für mich. Nicht falsch verstehen, ich bin da durchaus bereit mich auch auf unbekanntes Terrain zu begeben, aber irgendwo ist dann auch einfach eine Grenze und das ist halt dann etwas wo ich für mich dann eher wenig Sinn sehe.
Dann gibts da noch diverse Cover-Bands oder auch welche die eigene Musik machen und durchaus auch immer wieder mal Musiker suchen. Scheitert dann aber schon im Ansatz an dem allseits beliebten Satz "Du solltest Dein Instrument sicher beherrschen....." Nö, tu ich nicht, noch lange nicht. Und ja, ich hab da auch durchaus schonmal nachgehakt. Anscheinend suchen diverse Profis wirklich nur Profis. Die wollen dann auch gleich mal zig Gigs im Jahr spielen, soweit bin ich einfach noch nicht und die haben dann auch keinen Bock sich nen Klampfer ans Bein zu binden, der zwar kein blutiger Anfänger mehr ist, aber auch nicht wirklich toll spielt und überdies auf Grund vermutlich seines Alters zum Liederlernen einfach länger braucht als irgendein Jungspund. Glaub mir, ich hab schon alles durch, auch über Musikschulen etc., es gibt rein gar nichts.
 
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@Alien68 Ich hab mir deinen Ausgangsbeitrag nochmal durchgelesen. Du übst täglich 45 Min mit diesem Übeding (dreadneck, shredneck)? Hammer. Und kommst nicht schnell genug voran? Hm. Dazu noch meist 30min daheim an der "richtigen" Gitarre. Also, an der Übehäufigkeit und mangelnder Disziplin kann es wohl eher nicht liegen. Die Übezeit sollte ausreichen um genügend Fortschritte zu machen. Klar, 3 Stunden täglich wären besser, aber hey, man ist kein 16 mehr und muss haushalten mit seiner Zeit. Zumal nicht jeder Mitbewohner das Gedudel auf Dauer erträgt.

Dann dürfte es daran liegen WIE und WORAN du übst.

Wie:
Das mit dem Shredneck, hm, dazu kann ich nicht viel sagen. Als zweitbeste Wahl vielleicht, besser als nichts.
Darin, bestimmte Übungen auszuführen, ist schon was dran. Man schult sein motorisches Gedächtnis, das aber stets eine Verbindung zum "real Life" des Musikmachens haben sollte sonst kannst Du zwar prima "üben" aber nicht "spielen". Es sollte immer ein Bezug zur Musik bestehen, sonst setzt sich das im Gedächtnis an der falschen, weil unbrauchbaren, Stelle fest. Und da sehe ich das grosse Problem mit dem Shredneck: Du hörst Dich nicht, kannst nicht beurteilen ob das Bending auf den Zielton kommt etc. Der Lerneffekt dürfte entsprechend gering sein.

Was ich mir vorstellen könnte auf dem Shredneck: Akkordwechsel wegen Einprägung der Fingerposition und Aufwärmen. Barreégriffe etc. Aber dafür setzt du es ja auch ein. Für die rein mechanische Einprägung / Übung bestimmter Bewegungsabläufe also geeignet, mehr aber auch nicht, denke ich. Was vielleicht auch noch sehr gut geht: Einen Backingtrack aufs Handy laden (Kopfhörer) und den Rhythmuspart mitspielen oder ähnliches. Das schult das Takt- und Zeitgefühl enorm und ausserdem lernst du die Strukturen der Songs so besser. Rhythmusübungen mit dem Metronom auf dem Handy (Kopfhörer...) gehen sicherlich ebenso, z.B. klassische Bluesrhythmus- und Akkordfolgen, bringen auch was für klassischen Rock ;)

Spinne etc. eher nur zum Aufwärmen und da reichen für relative Anfänger wie dich und mich 1-2 Minuten locker wenn man es überhaupt benötigt.

Spielen an der Gitarre würde ich definitiv vorziehen, weil du dich eben hörst. Selbst eine trocken gespielte E-Gitarre (ohne Verstärker,
Übetipp für zuhause wenn es leise sein soll, ist die Tür zu, hörts kein anderer) erzeugt Töne und bringt dich vom Feedback her zehnmal weiter als jeder shredneck. Für die Feinheiten der Tonerzeugung nimmst dann die akustische oder wirfst den Verstärker an.


Ansonsten: Üben mit Augenmaß. Sobalds irgendwo anfängt zu schmerzen, aufhören und etwas anderes spielen. Das ging mir so bei überspreizten Powerchords. Ging am Anfang gar nicht (kaum), dann zwei, drei Mal bis die Hand krampfte. Mittlerweile halte ich schon gut durch ... nach einem halben Jahr Üben dieser speziellen Thematik, hab auch immer wieder Pausen von mehreren Tagen gemacht. Mittlerweile frage ich mich wo das Problem eigentlich war. Erkenntnis: Erzwingen lässt sich der schnelle Erfolg nicht wenn die Physis das nicht zulässt.

Woran:
Überwiegend das was Dir Spass macht oder dich später zum Spass führt. Punkt. Nur so bleibt die Motivation erhalten.

Apropos 7 Wiederholungen. Ich kenne nur die Millersche Zahl, wonach man sich nur um die 7 Informationseinheiten ins Kurzzeitgedächtnis packen kann. Das können einzelne Noten sein oder Griffe oder ähnliches. Geübte Musiker (also nicht ich) sind in der Lage, sich den Inhalt ganzer Takte als einzelne Informationseinheit zu merken, aber die haben auch schon viel Erfahrungen und erlernte Abstraktionsfähigkeiten was ihnen das erleichtert. Interessant übrigens: Das von Dir erwähnte Bon Jovi Intro hat sieben Griffe (mit Zwischentönen) in absteigender Reihenfolge ...bis eine neue Sequenz beginnt (das Spielen auf den unteren Bünden).

Ich lerne neue Sachen meistens so, dass ich mir das in Häppchen (Chunks) aufteile. Wenn das eine sitzt, folgt das andere und dann wird verknüpft und Teile davon oder alles gespielt. Wo ich noch Probleme habe, steige ich meistens direkt an der Stelle/im Takt ein und spiele nicht erst minutenlang den Kram vorher den ich eh schon kann...

Für 18 Monate und Dust in the Wind mit Folkpicking ist das doch gar nicht schlecht... und wird sicherlich besser.
 
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@Alien68

Als Erstes: Hut ab zu Deiner Disziplin, was das Üben angeht! Finde ich beeindruckend, dass Du mit dieser Leidenschaft Deinem Ziel nachgehst und super, dass Du Dich für Rat an dieses Forum wendest. Du kannst sicher sein, dass JEDE/R hier einmal genau vor denselben Problemen gestanden ist wie Du. Ich auch im Übrigen ;-)

Spielen mit anderen Musikern

Ich persönlich bin der Meinung, dass es nichts Schöneres gibt, als mit anderen Musikern zusammen zu spielen und das ist etwas, was ich Dir ans Herz legen möchte. Auf diese Art habe ich gelernt, Gitarre zu spielen. Du könntest z.B. so vorgehen:

Von Deinen Ausführung habe ich gelernt, dass Du bereits gewisse Stücke spielen kannst (auch wenn es mit dem dazu Singen noch nicht so klappt). Warum nicht einmal versuchen, eine/n SängerIn zu finden, die vielleicht sich mit Dir auf eine Musiksession trifft?

Eine Anzeige könnte so (oder so ähnlich) aussehen:

"Gitarrist sucht SängerIn zum gemeinsamen Musizieren!

Ich, Alien, spiele seit 1,5 Jahre Gitarre und habe mir ein Repertoire von folgenden Liedern aufgebaut: [Lied 1], [Lied 2], [Lied 3]. Ich suche SängerInnen, die Lust haben, mit anderen zum Spaß Musik zu machen und gemeinsam Lieder nachzuspielen.

Hast Du auch Lust darauf, Musik zu machen? Dann schreib mir Doch einfach! Ich würde mich freuen :)

Viele Grüße,

Alien"

Diese Anzeige könntest Du online, aber z.B. auch in einem Musikgeschäft oder einer Musikschule in Deiner Nähe aufhängen. Ich habe auf diese Weise schon einige Sessions mit SängerInnen gehabt, die mir viel Spaß gemacht haben.

Damit diese Sessions ein Erfolg sind, ist ein bisschen Vorbereitung notwendig. Schicke denen, die mitmachen wollen, im Vorfeld die Lieder, die Du spielen willst. Zu der Session nimm Noten oder ähnliches Material mit.. wenn es mit Sängern ist, inklusive Text. Das Wichtigste an solchen Sessions ist, dass Ihr Spaß dabei habt. Es ist nicht wichtig, ob es perfekt gespielt ist. Wenn die Chemie gepasst hat, kann man es ja einmal wiederholen. Oder zweimal :)

Habe auch keine Angst, einmal mit Musikern zu spielen, die vielleicht besser sind als Du. Du wirst von Ihnen lernen!

Eine gute Möglichkeit auf Jamsessions oder Musiktreffen aufmerksam zu werden ist die Seite http://www.meetup.com

Schau einfach mal nach, ob in Deiner Umgebung Treffen von Musikern sind. Die Treffen sind normalerweise ein toller Weg, um Leute kennenzulernen, die sich für dieselben Dinge wie Du interessieren und offen für neue Projekte sind.

Gitarrespielen und Singen

Das war für mich auch immer eine große Herausforderung. Der Trick, um sich das einzueignen, ist mE folgender: Fange mit Liedern an, die rhythmisch nicht schwierig sind und einfache Akkorde verwenden. Spiele sie am Anfang durchaus langsam (wurde in einer der Antworten oben bereits erwähnt).

Wenn es am Anfang mit dem Zusammenspielen nicht klappt, dann übe Gitarre und Gesang unabhängig von einander.. z.B. mit Backingtracks.

Ich habe seinerzeit mit Liedern von Nirvana angefangen und die "Folk, Pop, Blues" Bücher von Peter Bursch hoch und runtergespielt. Seine Bücher enthalten Lieder, die sich super zum Spielen und Singen eignen und haben mir am Anfang sehr geholfen.

Von Gary Moore gibt es meiner Meinung nach auch ein Lied, dass man recht einfach lernen kann und es ist auch noch eines seiner bekanntesten: "Still got the blues for you". Rhythmisch ist es mit dem Zupfmuster nicht sehr anspruchsvoll (im Wesentlichen nur Viertel zu spielen) und die Akkordabfolge lässt sich auch recht einfach bewerkstelligen.

E-Gitarre vs. Akustikgitarre

Wie von einigen Vorpostern geschrieben: Ich teile nicht die Ansicht, dass man zuerst Akustikgitarre lernen sollte, bevor man E-Gitarre lernt. Beide Instrumente haben Vor- und Nachteile.

Ich habe Deinen Posts entnommen, dass Dein Ziel ist, ein Repertoire aufzubauen, dass Du im Zweifel auch alleine spielen kannst. Ich glaube, dass sich für dieses Ziel die Akustikgitarre besser eignet. Wenn Du lieber Soli lernen willst oder z.B. in einer Band spielen möchtest, dann ist wahrscheinlich die E-Gitarre besser geeignet. Aber Du solltest Dich nicht davon abhalten lassen, Dir eine E-Gitarre zuzulegen, wenn Du Lust darauf hast.

Lehrer und Unterricht

Ein Lehrer und Unterricht kann Dir auf jeden Fall dabei helfen, Deine Technik zu verfeinern und Dir dabei helfen, sauber zu spielen, deshalb ich das durchaus empfehlenswert. Ich selber habe komplett autodidakt angefangen (so wie Du) und habe rund 1,5 Jahre alleine gespielt. Ich habe dann in unregelmäßigen Abständen Unterricht genommen, um z.B. meine Fingerstellung zu verbessern oder gewisse Spieltechniken richtig zu lernen. Das hat mir durchaus geholfen.

Man lernt nie aus... ich spiele selber seit beinahe 20 Jahren und schaue mir heute noch YouTube Videos an, um Dinge dazuzulernen. Im Übrigen ist YouTube ein toller Fundus, um Dinge auf Deinem Instrument zu lernen, seien es Songs oder Techniken. In der Woche mal eine Lesson von einem Channel Deiner Wahl (wie z.B. JustinGuitar) zu machen, ist sicherlich eine gute Ergänzung zum reinen Üben.

Auf jeden Fall wünsche ich Dir viel Erfolg und ich bin mir sicher, dass Du Deine Ziele erreichen wirst können. Gitarre zu lernen braucht Zeit und Du bist absolut auf dem richtigen Weg, dafür gibt es schon einmal zwei Daumen nach oben.

Bis bald,

Helmut
 
Das was mich am schnellsten weitergebracht hat, war einerseits das lernen von Songs mit guitar pro und dann vor allem, das jamen zu backingtracks.
Dazu lernt man zuerst mal ein paar Skalen wie z.b die pentatonic und spielt dann "einfach" drauf los.
Klingt komisch, ist aber so.
Etwas später habe ich dann angefangen mit einigen Kollegen zu jamen und die erste "Band" war dann eine Schweizer hip-hop combo.
Drums, Bass, Gitarre und zwei Rapper...
Dadurch hab ich dann aufgehört andere Sachen nachzuspielen und mich darauf konzentriert, die Songs unserer Rapper, zusammen mit den anderen zu spielen, auszuarbeiten.
Der Lerneffekt kommt dann sozusagen von alleine.
Ist wie beim arbeiten.... Man lernt das nicht in der Schule, sondern man lernt den Job indem man ihn macht.

Von daher versteh ich das ganze Lehrer und Unterricht Zeugs nicht so wirklich... Also ok, ganz am Anfang ist jemand der einen die wichtigsten Sachen zeigt schon wichtig. Später dann mal um bestimmte Techniken und Styles zu lernen auch hilfreich.
Aber spielen muss man selbst.
Kein Lehrer kann einem das abnehmen.
Auch diese sture "ich mach meine Übungen weil der Lehrer weiß ja was er tut" Einstellung kann ich nicht nachvollziehen.
Die Gitarre ist ein recht freies Instrument. Irgendwo hat ein Gitarrenbauer glaub ich mal was recht geniales darüber geschrieben. Also dass die E-Gitarre eigentlich sowas wie das Aussteiger Instrument schlechthin ist.
Das stimmt auch irgendwie.... Man muss nicht vom Blatt spielen können. Ist zwar hilfreich, aber nicht zwingend notwendig wie z.b in der Klassik.
Vieles was man heute als Techniken oder "so will ich/muss das klingen" kennt, haben ein paar Junkies in den letzten 50 Jahren erfunden...

Ich kann das vor allem heute, in Zeiten von YouTube, wo wirklich jede Technik von 1000 verschiedenen Typen gezeigt wird, dazu noch gratis, nicht verstehen wieso man zu einem Typen (Lehrer) rennt, dem man Geld gibt, in der Hoffnung dass der das einem schon zeigen wird.

Habe auch schon versucht dem einen oder anderen Unterricht zu geben. Und ehrlich gesagt, ich fühlte mich irgendwie wie ein Abzocker. Also klar, bestimmte Sachen kann man jemanden zeigen. Aber das geht recht schnell und dann liegt es am "Schüler" was er daraus macht. Wozu soll jemand jede Woche zu mir kommen, wie hier in der Schweiz für 2x45 Minuten 120.- zahlen, um die gleiche Sache ewig und länger durchzukauen.... Wenn das alles gratis im Internet, mit der Möglichkeit das 10000 mal anzuschauen, verfügbar ist.

Spielen muß Spaß machen, dann kommt der Lernerfolg fast von allein....
 
Wozu soll jemand jede Woche zu mir kommen, wie hier in der Schweiz für 2x45 Minuten 120.- zahlen, um die gleiche Sache ewig und länger durchzukauen....

Alter Schwede 120 Franken (also ca 110 €) für 2x 45 Minuten Unterricht :eek: :eek: :eek: ............???
 

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