2 Fragen zur Spieltechnik

von Mercury, 11.02.06.

  1. Mercury

    Mercury Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.06   #1
    Hallo!
    Da ich leider noch keinen Unterricht habe, stelle ich meine 2 Fragen mal hier.
    Habe gerade die Norah Jones Live in New Orleans DVD gesehen und da ist mir mal wieder
    aufgefallen das sie die Hände oft sehr weit "oben" also nah an/über den Schwarzen Tasten hat.
    Warum macht sie das so? Weil es ein Klavier ist und die Töne leiser klingen sollen? Oder ist diese Haltung besser?

    Dann spielt sie natürlich noch die Tasten "blind". Mit rechts klappt das bei mir von c` bis c/d" auch noch einigermaßen. Wie übt man das am Besten? Sucht man sich Anhaltspunkte? Oder ist das ganze nur "Gefühl"? Wenn man bei so einem Konzert dann mal nur eine Taste danebengreift hört sich das ja sicher nicht sehr toll an.

    Grüße
    Mercury
     
  2. kleinershredder

    kleinershredder Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.02.06   #2
    Ich enke wenn man viele Schwarze tasten spielt, das man dann auch weit da oben spielt.
    Und wegen dem Blind spielen,
    irgendwann kann mandas dann halt. Aber das geht dann auch nur bis zu einem Gewissen Grad. Ich kann mir nicht vorstellen, das jemand Chopin Klavieretuden Blind spielen kann.
    Aber wenn es halt so ist das man einige sachen Blind spielen kann, dann verspielt man sich dabei auch irgendwann nicht mehr. Und wenn doch, dann ist das auch nicht so schlimm, es weiß jeder das man auch nur ein Mensch ist.
     
  3. d135-1r43

    d135-1r43 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.06   #3
    Blind spielen halte ich für keine erstrebenswerte Kunst. Meistens ist es so, dass diejenigen blind spielen, die noch ziemlich am Notenblatt kleben oder vom Blatt spielen. Wenn man sich sicherer fühlt wenn man die Tasten im Blick hat, sollte man das auch tun. Schon mal Lang-Lang gesehen? Der klebt regelrecht mit den Augen an den Tasten.
     
  4. lucjesuistonpere

    lucjesuistonpere Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.06   #4
    Mich würde interessieren, das, was der Kollege d135-1r43 sagt, tatsächlich stimmt, da ich in letzter Zeit zunehmend beobachte, daß ich beim Spielen viel mehr in die Noten gucke, während ich früher immer grundsätzlich alles auswendig gelernt habe.
     
  5. degger

    degger Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.06   #5
    @luc, jetzt wo du es sagst, fällt mir das bei mir auch auf, früher konnte ich ein stück nach spätestens 3 mal üben komplett auswendig(ohne speziell mit diesem ziel zu üben), jetzt hingegen will es einfach nicht im kopf bleiben. vielleicht liegt das an unserem gesetzteren alter...
     
  6. Illen

    Illen Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.06   #6
    ..oder daran, dass die Stücke komplizierter werden? ;)
    Aber in Ernst: "nah" an den schwarzen Tasten spielt man nur bei Tonarten, die viele schwarze Tasten enthalten - das ist keine grundsätzlich andere oder leisere Technik. Liegt also eher an Jones' Musik dass sie so spielt.
     
  7. degger

    degger Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.02.06   #7
    mmh, das mag auch noch mit da reinspielen, aber ich hab es auch schon mit stücken gehabt, deren merkaufwand sich eher in grenzen hielt im vergleich zu anderen, die ich früher gespielt hab.
    das "nah an den schwarzen" spielen hat schon einflüsse auf die dynamik, weil der hebelweg ja um einiges kürzer wird.
     
  8. lucjesuistonpere

    lucjesuistonpere Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.02.06   #8
    @degger:
    Man wird alt... ;)
     
  9. NothanUmber

    NothanUmber Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.02.06   #9
    Habe in 'ner Reportage mal gehört, dass der "typische Horowitz Sound" unter anderem dadurch zustande gekommen sein soll, dass er die Hände immer sehr weit in die Tastatur "reingeschoben" hat. Hab das dann mal getestet, hat aber seltsamerweise immer noch nicht so geklungen wie bei Horowitz, irgendwas mach ich da noch falsch... :p

    NothanUmber
     
  10. pille

    pille Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.02.06   #10
    Das mit dem Auswendig spielen ist mir auch aufgefallen (schon vor vielen Jahren). Daß es mit komplizierteren Stücken zu tun hat, weil man ja besser wird, glaube ich nicht. Wenn ich heute die Sachen meiner kleinen Tochter spiele (die sitzt gerade an Beethoven Sonatinen) kann ich die hinterher auch nicht auswendig, sie schon! Ich glaube aber auch nicht, daß es was mit dem Älterwerden zu tun hat (ICH WERDE NICHT ÄLTER!!!! :mad: höchstens reifer, wie ein Käse und der......egal). Ich bin mittlerweile sicher, es hat in der Tat schon mit dem Besserwerden zu tun. Man kann als Fortgeschrittenrer eben auch "besser" vom Blatt spielen und muß sich nicht jeden einzelnene Takt mehr erkämpfen. Eher muß man doch davon sprechen, sich ganze Phrasen zu erkämpfen, und dann merkt man sich eben auch nicht mehr jede Note. Es ist also gewissermaßen eine etwas größere Oberflächlichkeit beim Spielen. Im Übrigen nimmt ja mit besser werdender pianistischer Fähigkeit auch das ständig zu spielende Rpertoire zu.
    Witzigerweise habe ich dieses Problem gerade in einem anderen Forum diskutiert. Wir sind dort auch zu etwa diesem Schluss gekommen. Wenn man als Fortgeschrittener oder auch als PianoProfi auswendig lernen will, geschieht das in der Regel in Tateinheit mit einer genauen, auch harmonischen, Analyse des Stückes. Wie ein Anfänger auch, beschäftigt man sich dann wieder sehr genau mit jeder Note, mit jeder Harmonie und dann bleibts auch wieder im Gedächtnis hängen. Will man wirklich professionell auswendig lernen, kommt dazu noch die korrekte Fingertechnik. Sprich: zum harmnischen Verständnis speichert das Gehirn auch noch "photographisch" die spezielle Haltung der Hände und das zugehörige körperliche Spielgefühl mit ab. Alles zusammen gibt dann ein sehr plastisches Bild eines Stücks im Kopf, was wiederum zu einiger Sicherheit beim Auswendispielen führt.
    Greetings,
    Wolf
     
  11. andi85

    andi85 Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 13.02.06   #11
    blind spielen ist ganz praktisch wenn man mit den mitmusikern blickkontakt haben möchte. aber sobald ich solo spiel, starr ich doch wieder auf die tasten :)
     
  12. Armin

    Armin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.02.06   #12
    ist außerdem nicht so sexy auf der bühne, wenn man bei nem Dreiklang nach unten schaut.
    Dann sich lieber mal freundlich umsehen, wer denn so aller zugegen ist.

    Gelernt habe ich es durch Fingerübungen (einstudieren der Bewegungen, etwa Tonleitern rauf und runter) und Notenlesen (Stücke vom Blatt spielen, bewusst nicht auf die Finger schauen).
    alles was stride oder solo ist, geht natürlich nicht ohne hinschauen. Aber das ist ja auch nicht verboten. Sieht einfach nur lockerer aus, wenn man sicher genug ist, sich umzusehen. Und diese Sicherheit kann man in der Regel auch hören ;)
     
  13. lucjesuistonpere

    lucjesuistonpere Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.02.06   #13
    Echt? Ich finde eigentlich, daß es cooler aussieht, wenn man ganz konzentriert auf sein Instrument ist...
     
  14. IcePrincess

    IcePrincess Vocals Ex-Moderator

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    Erstellt: 15.02.06   #14
    Worüber sich Dein Sänger und Deine Mitmusiker dann irre freuen ;) Ich glaube man kann's nicht generalisieren. Wie Andi85 richtig schreibt, im Ensemble ist ohne Blickkontakt nichts zu reissen.
     
  15. lucjesuistonpere

    lucjesuistonpere Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 15.02.06   #15
    Na klar, ich sag ja nicht, daß man nur in eine Richtung gucken sollte...
     
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