3+3 System (belgisch)

von 120, 17.08.20.

  1. 120

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    Erstellt: 17.08.20   #1
    Zum 3+3 System fand ich leider nur wenige meist ungefaire Angaben.
    Ob es das belische System genannt wird weil es da am häufigsten genutzt wird oder wurde oder ob ob es daher kommt ist mir nicht klar.
    Verbreitet scheint es in Frankreich Belgien und Teilen Italiens zu sein.
    Gespielt wurde es von Andre Verchuren.
    Ich hatte eine Organola mit C- Griff und 3+3 System von 1929/30 die aus Frankreich kam
    besitze eine Crucianelli mit B - Griff und 3+3 System (geschätzt ca. 1970) und habe solche Modelle auch von Scandalli gesehen.
    Mehr finde ich dazu nicht.
    Mehr Informationen zum 3+3 System würden mich interessieren.
    Die Tabelle habe ich mir aus einer alten Tabelle zum Stradellabass umgestrickt.
    --- Beiträge zusammengefasst, 17.08.20, Datum Originalbeitrag: 17.08.20 ---
    Tabelle belgisches System 3+3.jpg
     
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  2. Eifel

    Eifel Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.08.20   #2
    Hallo 120,

    das belgische Basssystem mag zwar auch vereinzelt in Frankreich (besonders im Norden) und Italien bekannt und im Handel erhältlich sein, doch in beiden Ländern ist der Stradella-Bass dominant. Dagegen ist das belgischen System, oh Wunder, in Belgien weit verbreitet, weniger im Osten bei den deutschsprachigen Belgiern. Natürlich kennen die Belgier auch Stradella.

    Akkordeons mit belgischem Basssystem haben übrigens häufig auf der Diskantseite einen in Deutschland weniger geläufigen D-Griff (Do2), die Französischen eher einen C-Griff (Do3).
     
  3. Landes

    Landes Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.08.20   #3
    Die Systeme sind so vielfältig wie die Auswahl an belgischen Bieren; und manche davon haben's echt in sich.
    Etwas OT, aber lecker :prost:
     
  4. 120

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    Erstellt: 17.08.20   #4
    Bei Instrumenten mit schwarzen Knöpfen achtete ich bisher immer auf die Mitte ob es da schwarz zu weiss 2 2 2 oder 2 3 2 hat.
    Daher hätte ich ein solches D-Griff Akkordeon mit schwarzen Knöpfen sicher für ein B-Griffinstrument gehalten könnte aber nicht drauf spielen.
    Jemand der C-Griff kann müßte aber damit was anfangen können da die Töne in gleicher Richtung ansteigen.
    Wenn man genauer hin sieht und nicht nur auf die mittlere Reihe achtet erkennt man aber den gleichen Richtungsverlauf von C-Griff und D-Griff.
    Unter meinen Tabellen sind noch drei weitere weniger gebräuchliche Einteilungen angegeben die es ggf. gibt bzw. gab.
    Unter Stradellabass Wikipedia findet sich die unsichere Angabe daß das 3+3 System im Bezirk Marche (um Castelfidaro) heute angeblich noch verbreitet sein soll.
    Auf jeden Fall wurden solche Instrumente nach Belgien exportiert.
    http://www.akkordeon.com/history/de_belgium.aspx
    --- Beiträge zusammengefasst, 17.08.20, Datum Originalbeitrag: 17.08.20 ---
    In Frankreich dürfte das 3+3 System besonders durch Andre Verchuren mindestens nicht in Vergessenheit geraten sein.
     
  5. 120

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    Erstellt: 18.08.20   #5
    Jetzt hat mich ein älteres kleines Büchlein im Archiv (Le Fisarmoniche Piano Akkordeons ) weitergebracht.
    Danach soll 1899 August de Waele die erste Harmonikafabrik in Belgien eröffnet haben.
    Möglicherweise geht die gerade Anordnung mit oder ohne dritte Bassreihe auf ihn zurück.
    https://www.canardfolk.be/Dossiers/Accordeons.htm
    --- Beiträge zusammengefasst, 18.08.20, Datum Originalbeitrag: 18.08.20 ---
    (mit dem unsinnigen Bildausschnitt ist mir ein Fehler unterlaufen aber kriegs nicht gelöscht)

    August de Waeles Adoptivsohn Bruno (1880-1952) übernahm das Unternehmen und soll von Scandalli die Importrechte erhalten haben.
    Scandalli fertigte demnach neue Instrumente nach seinen Adaptionen.
    https://www.catawiki.de/l/30753287-aug-de-waele-akkordeon-belgien

    https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Accordions_in_the_Musical_Instrument_Museum,_Brussels

    DSCN0073b.jpg
     

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  6. Arrigo

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    Erstellt: 04.09.20   #6
    Für alle schnell entschlossenen:

    In 20 Minuten, also 22:45 kann man auf dem BR sehen, wie James Stewart mit einem 3+3-Akkordeon das Lied "Can't get far without a railroad" spielt und dazu singt. Der Film heißt "Die Uhr ist abgelaufen" oder im Original "Night Passage".
    Bei youtube gibt es den Ausschnitt auch.
     
  7. 120

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    Erstellt: 05.09.20   #7
    Sagenhaft. Ich habs verpaßt aber zwei Ausschnitte bei you tube gefunden. Nach Bildern gegoogelt spielt er aber noch öfter drauf.

    Muß ich mal sehen ob ich vergleichbare Sahneschnittchen finde für Tasten Stradella und Steirische
     
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  8. dallamè

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    Erstellt: 05.09.20   #8
    Diese Sahneschnitte steht auf meinem Schreibtisch.... 3+3+ MIII-Basssytem.
     

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  9. 120

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    Erstellt: 06.09.20   #9
    Das ist wirklich die Sahneschnitte
    Über diesen Batholomeeusen hatte ich schon mal versucht was rauszufinden aber nichts gefunden außer Bilder sehr schöner Instrumente.
     
  10. Akkordeonengel

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    Erstellt: 06.09.20   #10
    Wau, eine wunderbare vorkriegs-Scandalli. Vielen Dank! :great:

    Ja, genau, z. B.:
    Bartholomeusen 1.jpg Bartholomeusen 2.jpg Bartholomeusen 3.jpg Bartholomeusen 4.jpg Bartholomeusen 5.jpg Bartholomeusen 6.jpg Bartholomeusen 7.jpg Bartholomeusen 8.jpg Bartholomeusen 9.jpg
    Quelle: https://www.ebay.de/itm/Meisterstue...Baesse-J-BARTHOLOMEEUSEN-ANVERS-/324140583107

    J.Bartholomeeusen war möglicherweise ein Verkäufer von Scandalli-Instrumenten in Antwerpen ("Anvers").

    Herzliche Grüße, Vladimir
     
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  11. dallamè

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    Erstellt: 06.09.20   #11
    Unsere Sahneschnitte ist eher ein Möbelstück, denn ein Akkordeon. Sie ist höher als mein 45 Tasten-Konverter und unglaublich schwer. Sie gehörte einem Belgier, der damals schon betagt (in den 1970ern?) einen leidenschaftlichen Akkordeonsammler in der Nachbarschaft aufsuchte und ihn bat, ihm doch im Tausch eine kleinere, für sein Alter besser spielbare Scandalli zu geben. So landete sie in der Sammlung, die nach und nach aufgelöst wurde und wird und von wo wir einige unserer schönsten Sammlerstücke her beziehen.
     
  12. 120

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    Erstellt: 06.09.20   #12
    Da wird dann wohl auch klanglich einiges drin sein.
    Auch de Waele in Brüssel hatte Instrumente mit seinem Namen versehen.
    Jean Hufkens ,Hasselt Belgien, importierte Zweiräder und vesah diese mit eigenen sehr schönen Emblemen unter dem Namen Royal Nord.
    Ein Zusammenhang mit dem Royal Nord Hotel in Brüssel wird vermutet.
    https://nl.wikipedia.org/wiki/Royal_Nord.
    Eine Scandalli von Bartholomeeusen aus Antwerpen könnte ihn inspiriert haben ähnlich vorzugehen.
     
  13. 120

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  14. dallamè

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    Erstellt: 06.09.20   #14
    Belgien an sich existiert auch noch..... vermutlich wirds der Klimawandel richten :eek: Sorry.
     
  15. 120

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    Erstellt: 07.09.20   #15
    :) Es ist aber noch unklar ob das Instrumente sind die noch häufig benutzt werden oder auch noch für zB. Belgien gebaut werden und eine Zukunft haben.
    Die Information fehlt hier einfach noch wie es darum steht. Hast ja selbst eins.
    Und ohne Sorry ,Eek habe eine fast farbgleiche M 250 seit 40 Jahren.
    Steht aber Maico drauf.
    Da kommt man nicht zufällig sondern ganz automatisch mit nach Hasselt.
    Man orientiert sich zunächst (nicht immer) an dem was nächstliegend ist.
     
  16. dallamè

    dallamè Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.09.20   #16
  17. 120

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    Erstellt: 07.09.20   #17
    Castelfidaro super danke :)
    Hab selbst versucht ein neues zu finden aber war ich zu blöd
     
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