Ableton als MainStage-Ersatz im Livebetrieb

von L(az)E, 20.04.16.

  1. L(az)E

    L(az)E Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.04.16   #1
    Hallo zusammen,

    wir stehen momentan vor der Aufgabe, für einen Live-Auftritt Ableton in Verbindung mit den MIDI-Geräten so zu konfigurieren, dass unser Keyboarder sich komfortabel und flexibel durch die Setliste spielen kann. Daher beschreibe ich hier mal unseren aktuellen Arbeitsansatz - vielleicht hat ja jemand Tipps, was man da noch verbessern kann; vielleicht hilft's auch mal jemandem weiter, der vor einem ähnlichen Auftritt steht.

    Anforderung:
    1. Pro Song flexibler Split auf dem Keyboard für Bass- und Lead-Sound
    2. Teilweise Soundwechsel bzw. mehr Sound-Layer im Song
    3. Bei solchen Wechseln bzw. zwischen zwei aufeinanderfolgenden Songs keine Aussetzer im Sound
    4. Setliste während des Gigs flexibel änderbar
    5. Möglichst einfache Steuerung
    Material:
    • Windows-PC mit ASIO-/MIDI-Interface und Ableton Live 9
    • Roland AX-7 (damit der Keyboarder beweglich ist)
    • Yamaha MFC 10 (zum Szenenwechseln)
    • Als unabhängiges Backup: Hardware-Synth
    Aufbau:
    Ableton läuft in der Session-Ansicht, der AX 7 sendet MIDI ans Floorboard, welches dann alles weiter an den PC sendet.

    In der Live-Session existieren zwei MIDI-Input-Spuren, die auf die Upper- und Lower-Layer-Kanäle des AX 7 hören (Kanal 1 und 2 in unserem Fall). Die Upper-Layer-Spur sendet direkt an die Lower-Layer-Spur weiter, sodass von der Lower-Layer-Spur Noten auf Kanal 1 und 2 übertragen werden. Das Floorboard sendet auf Kanal 16 und kommt hier also nicht an.

    Weiterhin gibt es für jeden verwendeten Sound eine eigene MIDI-Spur, auf der zuerst ein Pitch-Effekt für den richtigen Split-Punkt sorgt, danach das eigentliche VST-Instrument den Klang erzeugt, und ein abschließender Utility-Effekt die Spur stummschaltbar macht. 'Normale' Sounds bekommen ihren Input dabei von der Lower-Layer-Spur, und besondere 'Booster'-Sounds von der Upper-Layer-Spur. Beim normalen Spiel ist auf dem AX 7 nur der Lower-Layer aktiv, und für die Booster-Sounds wird dann kurz auf Dual-Layer umgeschaltet. Außerdem existieren noch ein paar Effekt-Send-Spuren, damit z.B. Hallfahnen beim Soundwechsel nicht abgeschnitten werden (s.u. Sound-Off-Clips)

    Pro Song in der Setliste gibt es eine bis mehrere Szenen in der Session. Dabei gibt es für jede Sound-Spur verschieden Clips, je nach Anforderung des Songs:
    • Sound Off: Automatisierung des Utility-Gain und Utility-Mute, um den Sound stummzuschalten, danach ein All-Notes-Off-Befehl an das VST-Plugin, danach deaktivieren des Plugins um Rechenzeit zu sparen
    • Sound Arm: Utility-Gain auf Minimum, Utility-Mute aktiviert, Plugin aktiviert
    • Sound On: Utility-Mute deaktiviert, Automatisierung des Utility-Gain auf 0dB
    Außerdem gibt es noch eine Panic-Szene, die alle Sounds ausschaltet.

    Das Floorboard arbeitet im Function-Modus, um auf jedem Function-Speicherplatz eine eindeutige MIDI-Note auf Kanal 16 zu senden. Jede Szene in der Session hört dabei per MIDI-Mapping auf genau eine dieser Noten. Durch die 'Filter'-Input-Spuren für Upper und Lower-Layer kommen diese Noten auch nicht bei den Sounds an.

    Soweit sich das in den ersten Proben darstellt, funktioniert das Setup so wie gewünscht:
    1. Durch das Pitch-Plugin lässt sich der Split-Punkt flexibel pro Song für jeden Sound einstellen
    2. Über die beiden MIDI-Input-Spuren und mehrere Szenen pro Song lassen sich Sounds beliebig layern, als Booster spielen, und auch wechseln
    3. Da Instrumente vor-aktiviert werden können und Audio-Effekte außerhalb der MIDI-Spuren liegen, gibt es beim Wechsel keine Aussetzer. Durch die Note-Offs und deaktivierte Plugins hält sich auch die CPU-Anforderung in Grenzen
    4. Jeder Song ist durch die Floorboard-Speicherplätze direkt erreichbar, ohne dass die Setliste in Stein gemeißelt ist
    5. AX 7 zum Spielen und Layer-Wählen, Szenensteuerung über das Floorboard - viel einfacher wird's wohl nicht gehen
    Hat vielleicht jemand von Euch Anregungen, was man da noch verbessern könnte? Oder spielt vielleicht auch mit so einem Setup und hat Anregungen aus der Live-Praxis?
     
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  2. funnyfred123

    funnyfred123 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.04.16   #2
    Danke für den Hinweis auf diesen Thread.
    Kannst du kurz erklären, wie Abletons VST/Ram management funktioniert, wenn man mehrere songs, also ganz viele scenes+vsts in einer einzigen Datei (= Set) drinne hat?
    Sobald ich das Set öffne, müsste Ableton doch alle möglichen VSTs, die irgendwo in meinem Set vorkommen, in den RAM laden, oder?

    Gruß
     
  3. L(az)E

    L(az)E Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 28.04.16   #3
    Genau, grundsätzlich werden da erstmal alle VSTs geladen. In unserem Fall haben wir einfach nur eine Menge Synthesizer-Plugins und ein paar Samples, also gibt's keine Speicherprobleme. Andererseits benutzen wir ohnehin die 64-Bit-Version von Live auf einem ziemlich aufgemotztem Rechner, sodass mehr als genug RAM nutzbar und vorhanden ist.

    Da unser Haupt-Plugin aber keinen Patch-Wechsel per MIDI zulässt, haben wir pro benutztem Sound eine Instanz davon im Set. Wenn deine Plugins aber auf ProgamChanges und so hören, dann reicht eine Instanz (oder wie viele du auch immer wirklich parallel brauchst) im Set. Über die MIDI-Clips pro Szene kannst Du dann auch Bank und Programm passen einstellen - das dauert dann ggf. halt länger als einfach ein Plugin zu aktivieren und das andere zu deaktivieren.
     
  4. Duplobaustein

    Duplobaustein Keyboards Moderator

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    Erstellt: 09.06.16   #4
    Interessant! Welche Plugins verwendet ihr? :)
     
  5. L(az)E

    L(az)E Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.06.16   #5
    Für den nächsten Auftritt sind's 9 Instanzen von Sytrus (Image Line) und 2x Massive (Native Instruments). Außerdem sind in den Effekt-Sends noch ein paar Reverbs und Delays (die Plugin-Sounds selber sind dry), allerdings überlegen wir momentan, die Verantwortung für Effekte an den FoH-Mischer zu verlagern.
     
  6. Duplobaustein

    Duplobaustein Keyboards Moderator

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    Erstellt: 10.06.16   #6
    Effekte zum FOH ist sicher nicht verkehrt. Gerade Hall und Delay.

    Massive eignet sich gut, im Gegensatz zu Kontakt zb. Was ich noch empfehlen kann ist Reaktor (Monark zb) und U-he Hive. Beides klanglich top, braucht nicht allzuviel Ressourcen und bietet Bänke.

    Lass mal weiter hören, das Thema interessiert mich. :)
     
  7. L(az)E

    L(az)E Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 19.06.16   #7
    Der erste Gig mit diesem Ansatz ist rum, und alles hat funktioniert wie es sollte - Soundwechsel, Split-Punkte, Effekte über den FoH. Und wenn man jetzt auch noch im Eifer des Gefechts sofort die richtige Bank auf dem Floorboard nimmt, stimmen die Sounds auch mit der Setliste überein ;)
     
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  8. Duplobaustein

    Duplobaustein Keyboards Moderator

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    Erstellt: 17.10.16   #8
    Servus nochmal!

    Bist du noch mit diesem Setup unterwegs? :)

    Lg
     
  9. L(az)E

    L(az)E Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.10.16   #9
    Momentan ist das Bandprojekt aus Zeitgründen auf Eis, also leider nein.
     
  10. Duplobaustein

    Duplobaustein Keyboards Moderator

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    Erstellt: 20.10.16   #10
    Oh, schade!
     
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