Die Attax haben sich damals auch ziemlich gut verkauft. Entweder hatte man einen Marshall Valvestate oder einen Hughes & Kettner Attax als Anfänger, der Peavey Bandit war bei uns in der Gegend nicht so verbreitet. Die meisten wollten Mitte der 90er halt einen Marshall. Auch die Versuche der Verkäufer einen Rath-Amp an den Mann zu bringen schlugen ausnahmslos fehl.

Das der Attax bei uns in der Region so gut verbreitet war, lag u.a. aber auch daran, dass ein Laden die immer gerne angepriesen hat, den Valvestate Mk. II haben sie immer gerne etwas schlecht geredet.
Hughes & Kettner hat aber einfach das Problem, dass ihnen das entsprechende Image bzw. das Mojo fehlt. Der Duotone ist schon ein sehr interessanter Amp, aber im Prinzip doch auch "nur" ein gemoddeter Marshall JCM 800.
Das blaue Licht ist auch eher ein Gimmick, was man liebt oder hasst. Ich habe letztes Jahr mal eine Band mit einem H&K auf der Bühne bei einem Straßenfestival gesehen, es war schon dunkel und der H&K konnte sehr gut als Bühnenbeleuchtung genutzt werden.
Es fehlt vielleicht auch so etwas wie ein "Signature-Sound". Bei Marshall denkt man sofort an JTM45, Plexi, JCM 800 oder sogar den Valvestate 8100. Peavey wird oft mit dem 5150 assoziiert, Mesa mit dem Rectifier oder den Marks, aber H&K?

Dabei haben die Produkte an und für sich eine gute Qualität und tolle Features. Aber das reicht nicht. Ohne passende Endorser wird es auch schwierig. KISS ist auch nicht mehr so das Zugpferd, das ist schon gute 40 Jahre her und Thomas Blug ist jetzt unabhängig von seinen Fähigkeiten auch nicht so das Vorbild für viele.
Es kann ja mal ein Duotone-Spieler einen Modding-Thread starten: Wie man den Duotone ein "hübsches" Headshell verpasst.
