Akkordeon Begleittechnik: Akkorde auf der rechten Hand

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martin.faltermeier@hotmai

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Hallo zusammen,


ich weiß, dass es schon ein oftmals diskutiertes Thema ist, allerdings bin ich einfach nicht wirklich fündig geworden.

Mir geht es um folgendes: Ich spiele schon seit einiger Zeit Akkordeon, allerdings gibt es natürlich für mich das "Problem", dass ich nicht von jedem Lied die Melodie lernen möchte, da das für mich wirklich zu viel Zeit in Anspruch nimmt, ich kann natürlich einige Lieder ganz regulär spielen (Melodie und Wechselbass-Begleitung).

Ist es möglich auf dem Akkordeon auf der Diskantseite (rechte Hand) einfach Akkorde zu dem jeweiligen Stück zu spielen, wie z.B: bei der Gitarre (Akustikgitarre) da werden ja auch nur Akkorde und ein entsprechendes Schlagmuster gespielt. Der riesen Vorteil wäre natürlich, dass man dadurch fast alle Lieder einfach begleiten könnte, da man ja nur die Akkorde können muss (und die muss man sich halt vorher beibringen).

Kann ich beispielsweise Country Roads, YMCA, All the Small Things, etc. etc. begleiten in dem ich einfach den zugehörigen Akkord spiele? Bzw. gibt es da irgendwelche "Tastendrück"-Techniken wie bei den Oberkrainern z.B.?
Natürlich hört sich das alleine nicht gut an, aber ich spiele das Akkordeon in einer Band und wenn es ein "Lead-Instrument" gibt, welches die Melodies spielt müsste das doch so klappen oder?
 
lil

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Wieso sollte das nicht gehen? Natürlich kannst du auf dem Akkordeon auf der Diskantseite Akkorde spielen - entweder mehrere Töne gleichzeitig oder hintereinander als gebrochene Akkorde. Welche Töne des Akkords du verwendest, hängt vom Stück ab und davon, was die anderen Instrumente spielen. Im Prinzip kannst du Begleitakkorde mit jedem Instrument spielen - ob Gitarre, Klavier/Keyboard, Akkordeon oder Trompete (bei letzterer natürlich nur gebrochene Akkorde). Wie es klingt, kommt auf die Gesamtband an ...
 
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Zum Beispiel so . . .
 
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ich weiß, dass es schon ein oftmals diskutiertes Thema ist, allerdings bin ich einfach nicht wirklich fündig geworden.

Kann ich beispielsweise Country Roads, YMCA, All the Small Things, etc. etc. begleiten in dem ich einfach den zugehörigen Akkord spiele? Bzw. gibt es da irgendwelche "Tastendrück"-Techniken wie bei den Oberkrainern z.B.?
Das passende Suchwort hierzu ist "voicing", da findest Du sehr viel vor allem im Klavier- und keyboardbereich, weil die das ständig brauchen.
Das Thema kann man wieder sowohl theoriebehaftet als auch pragmatisch angehen. D.h. entweder fleisig lernen oder gute Ohren und Kreativität.
Der einfachste Nenner beider Methoden ist etwa so:
Der Song hat eine Harmoniefolge, jede Harmonie ist ein Akkord aus bestimmten Tönen. Der Rythmus und die Lage des Akkordes (=welcher ist der höchste Ton) und ob man alle Töne spielt, das ist aber offen und die Kunst die man "voicing" nennt.

Es gibt ein Lehrheft "grooves und patterns" https://www.stretta-music.de/haas-grooves-duos-nr-637600.html das spannt den Bogen zwar weiter aber es könnte evtl. für dich zu der Frage passen.
 
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Helikon

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Ich mache das in den 40 Jahren meiner Tanzmusik schon immer so.

Schätzungsweise sind nur 5-10 % meines Repertoires instrumental. Da muss ich natürlich selbst die Melodie spielen, es sei denn, ich habe weitere Mitspieler. So hatte ich bis vor 3 Jahren manchmal einen Saxofonisten dabei. Wenn der die Melodie gespielt hat, habe ich oft der Einfachheit halber nur Akkorde gespielt, entweder gehaltene oder Arpeggien, je nach Stil des Liedes. Außerdem trägt es zur Transparenz des Gesamtsounds bei, wenn nicht mehrere das Gleiche in der gleichen Lage spielen. So hört man beispielsweise eine Mandoline immer heraus, da sie andere Frequenzen als andere Instrumente bedient.

Der Rest meines Repertoires ist immer mit Gesang, der dann die Melodie zu Gehör bringt. Bei einfachen Liedern (Schunkelrunden, Polonaise usw.) spiele ich die Melodie mit, aber bei komplizierteren begleite ich den Text meistens nur mit Akkorden. Da ist es mir oft zu stressig, eine schwierige Melodie, die mich schon gesanglich stark fordert, auch noch auf dem Instrument zu spielen. Das Vor- und Zwischenspiel und diverse Instrumentalsoli muss ich natürlich wieder komplett spielen. Meistens habe ich keine Noten, sondern nur den Text mit Akkorden. Wenn ich mir die Instrumentalsoli nicht auswendig merken kann (das halte ich bei einem Repertoire von 600 Titeln durchaus für legitim), zeichne ich mir zwischen die Verse Notenlinien und schreibe die Noten des Solos auf.

Das oben erwähnte Voicing praktiziere ich natürlich auch. Ich spiele nicht immer den gleichen Akkord, sondern auch alle seine Umkehrungen. Wenn ich ein Lied einstudiere, probiere ich aus, welche Umkehrung die Melodie am besten unterstützt oder einen totalen Gegenpol bildet.. Dann schreibe ich mir oft den höchsten Ton des Akkords mit Kleinbuchstaben (um sie nicht mit den Großbuchstaben der Akkorde zu verwechseln) über den Text.

Bei rein akustischem Akkordeonspiel kann man zusätzlich Abwechslung schaffen, indem man Melodiepassagen und gehaltene Akkkorde mit verschiedener Registrierung spielt.

Auf der Bühne spiele ich meistens ein midifiziertes Akkordeon mit 2 Expandern. Da klingen gehaltene Akkorde mit Streichern sehr schön, Arpeggien wiederum mit einem Klaviersound. Die Klavierbegleitung bei Balladen kann man einfach imitieren, indem man z. B. bei einem C-Akkord auf die 1 g und e greift und auf die 2 nur den Grundton c spielt. Man muss also nicht unbedingt den Akkord in der ganzen Oktave greifen.
 
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