Akkordumkehrungen/Kadenzen vierstimmig

von danieloldemeier, 03.04.08.

  1. danieloldemeier

    danieloldemeier Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.08   #1
    Hi,

    Wenn ich eine Akkordumkehrung habe,nehmen wir mal als Beispiel die erste Umkehrung vom C-Dur Dreiklang,ist das dann ein E-Quartsextakkord oder ein C-Quartsextakkord?Das C steht ja nciht mehr als tiefster Ton,also wäre E dochder Grundton?:confused:

    Was heißt es Kadenzen vierstimmig zu notieren,als Dreiklang ist es klar,da nimmt man einfach die passenden Dreiklänge,aber welche Töne kommen beim Vierstimmigen notieren hinzu?:confused:


    Ich hoffe ihr könnt mir helfen,danke für eure Hilfe im Voraus!!!
     
  2. MathiasL

    MathiasL HCA Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 03.04.08   #2
    Hi !

    In Akkordbenennungen wird keine Aussage über Tonverdoppelungen getroffen.

    Hundert C's, dreizig E's, und 27 G's wären zb immer noch: C

    Zur ersten Frage: tiefster Ton ist (zum Glück) nicht zwangsläufig der Grundton.

    Die Töne E / G / C sind die esrte Umk. und werden in der Poprockjazzschreibweise notiert: C/ E

    hierzu kannst Du auch meinen Beitrag über ''slashchords'' lesen.

    Grüße!
     
  3. bassoo

    bassoo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 03.04.08   #3
    Bei der vierstimmigen Notation wird beim Dreiklang ein Ton verdoppelt, er kommt in dem betreffenden Akkord also zwei Mal vor, und zwar im Abstand von einer (oder manchmal auch zwei) Oktave. Meistens ist es der Grundton, der verdoppelt wird, manchmal auch die Quinte des betreffenden Akkords, selten hingegen die Terz.

    Außerdem gibt es bei der vierstimmigen Notation von Kadenzen aber noch andere Regeln, welche die Entwicklung der einzelnen Stimmen betreffen, aber das ist ein anderes Thema.
     
  4. danieloldemeier

    danieloldemeier Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.08   #4
    erstmal danke für eure antworten,die haben mir schon viel gebracht.aber ich hab immernoch nicht alles verstanden:
    wie würde ich denn einen Quartsextakkord in "normalen" symbolen schreiben C46(4hochgestellt 6tiefgestellt)???
    woran erkenne ich,welchen der drei dreiklangtöne bei einer best. kadenz verdoppelt werden muss??
     
  5. bassoo

    bassoo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.04.08   #5
    In deinem ersten Posting ist ein Fehler drin, der mir jetzt erst aufgefallen ist:
    Die erste Umkehrung (also mit E im Bass, wenn man in C-Dur ist) ist der Sextakkord, nicht der Quartsextakkort. Letzterer ist die zweite Umkehrung (also mit G im Bass).

    In der klassischen Generalbass-Schreibweise (schau mal in den Wikipedia-Artikel zu Generalbass rein) wird der Sextakkord von C-Dur folgendermaßen notiert: Es wird der Basston (also das E) als Note geschrieben und darunter eine 6 als Ziffer. Beim Quartsextakkord wird ein G notiert und darunter, untereinandergestellt, die Ziffern 6 und 4.

    In Rock/Pop/Jazz benutzt man stattdesssen die Slash-Schreibweise, wie von Mattias Löffler angedeutet: C/E für die erste und C/G für die zweite Umkehrung.
     
  6. danieloldemeier

    danieloldemeier Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 06.04.08   #6
    ooops,du hast recht,schneller geschrieben als gedacht...weißt du denn auch wie ich erkenne,welchen ton ich bei kandenzen im vierstimmigen satz verdoppeln muss?ich denke meistens wird as der grundton sein oder??
     
  7. HaraldS

    HaraldS Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 07.04.08   #7
    Immer den Grundton. Zumindest bei der T-S-D-T-Kadenz in Dur in enger Lage, die in jedem Analyseunterricht als grundlegendes Beispiel herhalten muß. Kadenzen in allen Lagen und allen Tonarten gibt's hier, allerdings mit allen 4 Stimmen im Violinschlüssel. Normalerweise (für Chor und Tasteninstrumente) muß die 4.Stimme alleine im Baßschlüsselsystem notiert sein.

    Das schönste fehlende "d",das ich je gesehen habe :). Natürlich ist nicht immer der Ton as der Grundton, aber es ist durchaus der Grundton, der verdoppelt wird!

    Harald
     
  8. danieloldemeier

    danieloldemeier Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.04.08   #8
    lo,jo ich schreibe schneller als ich denke,danke für eure hilfe!!!
     
  9. bassoo

    bassoo Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.04.08   #9
    Nett (und schön doppeldeutig) wäre auch gewesen: ich denke meistens wird es der grundton sein oder??
    :)
     
  10. PVaults

    PVaults Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 11.04.08   #10
    Es ist ganz einfach:
    Ist E im Bass, also die 1. Umkehrung, heißt der Akkord Sextakkord, weil der Abstand zwischen e und c eine Sexte ist.
    Eigentlich müßte der Akkord Terz-Sext-Akkord heißen, aber da Akkorde normalerweise aus Terzschichtungen besteht, gibt man die Terz hier nicht explizit an.

    Ist G im Bass, also die 2. Umkehrung, heißt der Akkord Quartsextakkord, weil der Abstand zwischen g und c eine Quarte und der Abstand zwischen g und e eine Sexte ist.

    Es gibt außer der Slash-Schreibweise noch die Schreibweise mit Zahlen:
    C3 (die drei muß klein und nach unten versetzt sein) würde die 3, also die Terz im Bass bezeichnen. Die restlichen Töne können soweit frei verteilt werden.

    C5 (s.o.) würde die 5, also die Quinte im Bass bezeichnen. Auch hier können die restlichen Töne soweit frei verteilt werden.

    Generell kann man sagen, daß es eine Gewichtung bei der Auswahl der Verdoppelungstöne gibt. So soll erst die Prim, wenn das nicht geht, dann die Quinte und nur in besonderen Fällen die Terz verdoppelt werden (Gefahr von Oktavparallelen).

    Was hier noch gar nicht angesprochen wurde:
    Die WIRKUNG der verschiedenen Stellungen des Akkordes ist ungeheurer unterschiedlich.

    So wirkt nur der Akkord in Grundstellung, also mit dem Grundton im Bass, stabil.
    Das kannst du leicht überprüfen: Welches Stück endet denn nicht mit dem Grundton im Bass...?
    (Mir ist kein einziges gegenteiliges Beispiel bekannt, ich lasse mich jedoch gerne eines Besseren belehren...)

    Am labilsten wirkt ein Akkord mit der Terz im Bass, weil diese Stellung immer weiterleitet, z.B. in die Subdominante, in C also F. Er ist also immer ein Durchgangsakkord.


    Eine Sonderstellung nimmt der Quartsextakkord ein, also der Akkord mit der Quinte im Bass. Hier kann er mehrere Funktionen übernehmen.

    Auf LEICHTER Zählzeit (also nie auf der 1), hat er drei Funktionen:

    - Als DURCHGANGSQUARTSEXTAKKORD, wenn sich der Bass stufenmäßig bewegt, also z.B. C-D-E, wobei über D ein Quartsextakkord gebildet wird, also ein G-Dur-Akkord mit D im Bass. Hier hat dieser Akkord die Funktion einer Durchgangs-Dominante.

    - Als WECHSELQUARTSEXTAKKORD. Der Basston bleibt gleich, nur die oberen Stimmen ändern sich stufenweise (muß logischerweise so sein...), z.B. G-G-G, wobei über dem mittleren G ein Quartsextakkord gebildet wird, ein C-Dur Akkord mit G im Bass.
    Hier hat dieser Akkord die relative Funktion einer Subdominante (Wenn C Tonika wäre, würde der Quartsextakkord von C, also C5, die Funktion einer Dominante übernehmen.)

    - Als VORAUSNAHMEQUARTSEXTAKKORD, wie der Name schon sagt, nimmt dieser Akkord den nächsten vorweg, meist die Tonika. Beispiel: G-C, wobei C liegt auf der schweren Zählzeit liegt. Über G wird dann ein Quartsextakkord gebildet, also ein C-Dur mit G im Bass.
    Meist steht vor einem Vorausnahmequartsextakkord die eigentliche Dominante, die dann durch diesen Akkord ersetzt wird, im Beispiel wäre vor dem C5 ein G-Dur stehen. Er ersetzt also auch hier die Dominante.

    - Oft wird zu dieser Gruppe auch der UMKEHRUNGSQUARTSEXTAKKORD gezählt.
    Hier beiben alle Stimmen auf dem Grundakkord, nur der Bass wandert quasi durch die Akkordtöne, als Beispiel werden über dem C-Dur-Akkord die Basstöne C-E-G-C gespielt, wobei der dritte "Akkord" ganz klar als Quartsextakkord zu erkennen ist.
    Der Umkehrungsquartsextakkord übernimmt im Gegensatz zu den anderen Formen keinerlei funktionale Aufgabe, man kann ihn eher als Bass-Melodie bezeichnen.
    Daher habe ich gewisse Bauchschmerzen, ihn der oben genannten Gruppe zuzuordnen...

    Alle oben genannten Quartsextakkordvarianten können (meist) durch "beliebige" bessere respektive interessantere Akkorde ersetzt werden, weil sie stets auf leichten Zählzeiten eingesetzt werden.


    Am interessantesten ist der Quartsextakkord auf SCHWERER Zählzeit:
    Hier wird er VORHALTSQUARTSEXTAKKORD genannt. Wie der Name schon vermuten läßt, übernimmt er die Aufgabe eines Vorhalts und den damit verbundenen Verbindungen.

    Die Quinte im Bass wirkt so stark, daß die Verwandtschaft zur Dominante auch für das Ohr zwingend wird, deren Grundton ja genau dieser Ton - die Quinte - ist. Dieser Akkord ist von solcher Bedeutung, daß weite Teile der klassischen (und nicht nur dieser...) Musik ohne ihn nicht denkbar wären.

    Beispiel:
    1 - 2 - 3 - 4 -| 1 - 2 - 3 - 4 -|
    C5- - - G - - -| C - - - - - - - -|

    Funktional wird er als D6-5/4-3 (hochgestellt, wobei die 6 über der 4 und die 5 über der 3 steht) interpretiert.

    In der afroamerikanischen Musik, also Blues, Soul und besonders im Gospel, kann man den Quartsextakkord häufig in der Form als Subdominantensubstitution antreffen, weil der Subdominantenquartsextakkord in allen Funktionen und Zählzeiten als Ersatz bzw. Verzierung den Ausgangsakkord ersetzt, z.B. C - F5 - C7, wobei F5 den Akkord C ersetzt (F ist Subdominante von C...).

    Es lohnt sich also, diesen Akkord bzw. diese Akkordstellung sich genauer anzuschauen.:D
     
  11. danieloldemeier

    danieloldemeier Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.08   #11
    Das ist aber nicht immer der Basston sondern ein Ton ,der in dem Dreiklang über dem Basston vorhanden sind.
    Beispiel:
    Mike Oldfield,Moonlight shadow
    Tonart:F
    Endakkord:C
     
  12. danieloldemeier

    danieloldemeier Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 17.04.08   #12
    der F-Dur Dreiklang besteht ja aus F A und C,oder?
     
  13. MaBa

    MaBa HCA Musiktheorie HCA

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    Erstellt: 17.04.08   #13
    Es ging um die Lage des Baßtons im Schlußakkord.

    "Moonlight shadow" ist ein schlechtes Beispiel.
    1. verwenden alle Akkorde ihren Grundton im Baß.
    2. hat der Song keinen wirklichen Schluß. Der letzte Refrain wird deswegen auch ständig wiederholt (die Dominante leitet zum nächsten Refrain), und irgendwann wird dann ausgeblendet.

    Gruß
     
  14. danieloldemeier

    danieloldemeier Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 20.04.08   #14
    hm,ok...
    ich versteh das mit den slash-akkorden,bzw den akkordumkehrungen,sprich sextakkord und quartsextakkord.
    mir is aber immernoch nicht klar,wann nicht der grundton im bass steht.
     
  15. PVaults

    PVaults Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 22.04.08   #15
    Spiel meine Beispiele durch, die habe ich nicht zum Lesen, sondern zum Durchspielen hier geschrieben.

    Wenn ich mir die Mühe mache, derart ausführlich dir zu antworten, darf ich auch erwarten, daß du das liest und dir wirklich erarbeiten willst.

    Sonst kommen wir hier auf keinen Nenner, weil du es hättest längst verstehen können.

    Spiel das jetzt durch und dann haben sich die Fragen geklärt.
     
  16. danieloldemeier

    danieloldemeier Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.04.08   #16
    sry,ich weiß nun wies geht,aber ich konnte das nicht spielen,ich kann das alles nicht spielen,weil ich den kram nur theoretisch mache.
    dankö für eure hilfe
     
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