[Akustikverstärker] Marshall AS50D Review & Einbau Boxenflansch Adam Hall SM707

von GeiGit, 14.08.15.

  1. GeiGit

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    Erstellt: 14.08.15   #1

    Vorgeschichte


    Ich habe meine Marshall Akustik-Verstärker AS50D schon eine ganze Weile und er hat mir bei meiner Musik schon auf verschiedenste Art und Weise gute Dienste geleistet.
    Dabei stand er schon auf Stühlen, Schränken, schräg an die Wand gelehnt, auf Barhockern und ziemlich häufig nach hinten gelehnt auf einem kleinen Holzbrett und diente so schräg vor mir als mein Monitorverstärker.
    Ich hatte ihn von meiner Frau im August 2009 geschenkt bekommen um meine Akustikgitarre gut verstärken zu können. Sie ließ sich von Thomann telefonisch beraten und er wurde ihr damals empfohlen.

    [​IMG]
    [​IMG]
    [in eckige Klammern gesetzte Zahlen beziehen sich auf die Zahlen in diesem Bild]

    Ausstattung


    - Leistung: 50 Watt RMS an 4 Ohm
    - Kanal 1: Hochohmiger Eingang (1Megaohm) für aktive und passive Gitarre, oder Keyboard mit Lautstärke [2], Bass [3] und Höhenregler [4]
    Anschluss: 6,3mm Klinke [1]
    - Kanal 2: Instrument [7] / Mikrofon [6] / Audio [5] mit Lautstärke [8], Bass [9] und Höhenregler [10]
    [6] Mikrofon: Symetrischer XLR-Eingang mit Phantomspeisung (15V) für Kondensator- und dynamische Mikrofone
    [7] Klinke: Anschluß für verschiedene Signalquellen auf Linepegel, z.B. auch Drum--Computer, Keyboards etc.
    [5] Cinch: Stereo Aux-Input zum Anschluss von Audio-Geräten (Handy, CD, PC usw.)
    Effekte:
    - Chorus mit schaltbarer Kanalzuordnung [11], Speed-[12] und Depth-Regler [13]
    - Digitalhall [15] / Effektweg [25] regelbar und je Kanal zumischbar (ein Regler für beides [14])
    - Anti-Feedback Sektion [18] mit Phase Schaltung [16] und Notchfilter [17] Der Notchfilter dient zur gezielten Rückkopplungsreduktion wenn sehr laut verstärkt werden soll und die Resonanzfrequenz des Raumes, der Gitarre, des Verstärkers, des Mikrofons zu einer Rückkopplung führt. Man kann als erstes durch Phasenumpolung versuchen die Rückkopplung zu eliminieren, oder eben den Notch-Filter einschalten und auf die passende Frequenz zu drehen, die dadurch schmalbandig abgesenkt wird, womit die Rückkopplung (bei dominanten Frequenzen) aufhört. Man kann damit natürlich auch z.B. wummernde Frequenzen reduzieren und damit einen klareren Sound bekommen.
    - Limiter: Vor dem Masterregler und vor dem D.I.- [24] und Line Out-Ausgang [23] sitzt noch ein Limiter mit fester Einstellung. Durch stark aufgedrehte Kanal-Volumenregler und wenig aufgedrehtem Master-Volumen-Regler kann man sein Instrument von der Dynamik etwas komprimieren. Bei zwei Instrumenten gewinnt hierbei natürlich das lautere. Der Limiter hat keine Anzeige, man kann nur erahnen wann er einsetzt. Er ist wahrscheinlich auch nur zum Schutz der Endstufe verbaut.
    - DI-Ausgang [24], Line Out-Ausgang [23]: Das Signal wird nach dem Limiter und vor dem Mastervolumen angezapft und ausgegeben. Somit ist es möglich sein Signal direkt zum Pult zu schicken und den AS50D als Monitor zu verwenden. Wenn man dann während des Konzerts die Kanal-Volumen-Regler [2+8] in Ruhe lässt und die Lautstärke nur am Master-Volumen-Regler [19] einstellt, ändert sich nichts am Mischpult. Das ist eine sehr sinnige Schaltung!
    -Footswitch-Schalt-Eingang [22] über einen Doppel-Schalter mit 6,3mm Stereoklinken-Stecker-Anschluss kann der Hall und der Chorus getrennt ein- und ausgeschaltet werden.
    Lautsprecher: 2x 8" Speaker
    1x Hochtonhorn
    alle drei Lautsprecher sind parallel angeschlossen. Die passive Frequenzweiche für den Hochtöner sitzt auf dem Hochtöner montiert und elektrisch vor dem Hochtöner (und lässt zu ihm nur die hohen Frequenzen durch) Die Lautsprecher bekommen das volle Frequenzspektrum ab.
    [​IMG]
    Gewicht nur 14,5 kg
    Maße (über alles): 542 x 416 x 261 mm

    Verwendung:


    Ein Akustikverstärker ist für Akustik-Gitarre :opa:
    Klar, genau dafür wurde er gebaut, das ist sein Einsatzzweck, seine Bestimmung. Deshalb hat er einen hochohmigen Eingang und ist für passive und aktive Piezo-Abnehmer sehr gut geeignet.
    Man kann auch die Gitarre mit einem Mikrofon abnehmen, deshalb der Mikrofoneingang
    und man kann natürlich auch beides miteinander mischen.

    Er eignet sich aber genauso gut für eine Geige, oder E-Geige! Auch da ist er voll in seinem Element!

    Er ist ein klasse Monitorverstärker wenn man ihn schräg vor sich aufstellt.

    [​IMG] [​IMG]
    Ein kleines Brett ersetzt den Verstärkerständer. Es sitzt sicher unter der Verstärkerkante und rutscht durch Gummifüße nicht weg.
    Auch die Kofferecke wurde mit einem Gummi ergänzt. Dadurch kann der Verstärker nicht weg rutschen.
    Und dieses kleine Brett passt locker in jeden Koffer, jeden Gigbag, oder in die Kabelkiste.[​IMG]

    Und er eignet sich auch prima als kleine PA:
    - Kanal 1 - Gitarre (oder sonstiges Instrument)
    - Kanal 2 - Gesang (Kondensator- oder dynamisches Mikrofon)
    Wenn das nicht reicht, dann kann natürlich auch noch ein Kleinmixer vor den Kanal 2 gepackt werden.

    Der "größte" Anwendungsfall bisher war eine Hochzeit im Juni 2015 in einer kleinen Kapelle.
    Wir spielten auf der Empore. Meine Geige/Gitarre ging direkt in Kanal 1 und die vier Gesangsmikros, das Keyboard und die Akustikgitarre gingen über einen Kleinmixer in Kanal 2. Der Sound und die Lautstärke waren echt super und der Verstärker war nur halb aufgedreht.

    Mein Hauptanwendungsfall ist allerdings die E-Gitarre und Geige.
    Ich spiele E-Geige und E-Gitarre über den POD HD500 von Line6.
    Bei E-Gitarrensounds ist ein passendes Verstärker-Modeling mit Boxen- und Mikrofon-Simulation eingeschaltet.
    und bei den Akustiksounds der JTV59 und auch beim Piezo-Abnehmer meiner selbstgebauten E-Gitarre und natürlich bei der Geige habe ich dann das volle Frequenzspektrum zur Verfügung und damit sind beide Welten sehr gut kombiniert.
    Da der HD500 natürlich keinen Hall, keinen Chorus und keine Klangreglung vom AS50D benötigt, wird er von mir oft direkt hinten in den Effekt-Return [26] gesteckt - dadurch sind die vorderen Kanäle frei für eine zusätzliche Akustik-Gitarre und einen Gesangskanal.

    Der Klang:


    auch hier im Musiker-Board wird immer wieder proklamiert, "dass Marshall zwar gute E-Gitarren-Verstärker bauen kann, aber dass der AS50D nicht gut klingt" - das halte ich für ein Gerücht!
    Zumindest bei meinen Gitarren, Geigen und Mikrofonen klingt er wirklich gut!
    Im Vergleich zu einem guten Monitorverstärker, unserer PA und meinem Beierdynamik DT770PRO macht er genau das, was er soll: Er verstärkt den Klang ohne große Änderung.
    Die Bässe sind unten ganz leicht angehoben, können auf "11Uhr-Stellung" des Bass-Reglers aber nahezu "linearisiert" werden.
    Ich besitze seit Anfang der Neunziger eine sehr gute Westerngitarre mit großem Korpus von George Lowden aus Irland. Sie hat sowohl akustisch, als auch mit dem passiven K&K FanTaStick Unterstegpiezo richtig Power und klingt sehr gut!
    Wenn ich sie an den AS50D anschließe finde ich den Sound sehr gut! Von den Bässen, bis zu den Höhen klingt das was da raus kommt so wie ihr akustischer Klang... nur lauter.

    Effekte:


    Der Hall klingt ziemlich gut und passt gut zu Gesang und Akustikinstrumenten. Er bekommt per Balance- [14] und Level-Regler [15] das gewünschte Signal von Kanal 1 & 2.
    Somit ist der Hall nicht für beide Kanäle gleich, sondern individuell.
    Der Chorus klingt schön weich und kann per Schalter [11] Kanal 1 & 2 zugeschaltet werden. Er hat einen Speed- [12] und einen Depth-Regler [13]
    Die Effekte können auch mit zwei Fußschaltern eingeschaltet [22] werden.

    Verarbeitung:


    Das Gehäuse ist aus MDF im typischen Marshall-Design mit braunem Kunstleder überzogen, mit Kunststoff-Kofferecken und hat eine geschlossene Rückwand.
    Der Griff ist aus Leder, die Frontplatte ist golden, hat typische Marshall-Knöpfe und der ganze Verstärker ist sehr solide.
    Insgesamt sieht er echt gut aus und wer sich nicht auskennt, könnte ihn auch für einen "normalen" Marshall halten :)
    Leider stehen die goldene Linsensenkkopfschrauben über die Kofferecken raus und wurden teilweise etwas forsch eingedreht - dadurch sind sie etwas scharfkantig und verkratzen z.B. im Kofferraum beim Transport daneben stehende, oder darauf liegende Koffer, oder sonstige Teile.
    Ich habe mir damit mein Cajon und meinen E-Gitarrenkoffer verkratzt und sie deshalb gegen silberne Senkkopfschrauben getauscht.
    Der DI-Ausgang [24] funktioniert zwar, hat aber keinen Ground-Lift-Schalter und brummt in manchen Konstellationen auch mit XLR-Kabeln, bei denen die Masse (Pin 1) verstärkerseitig abgeklemmt ist. In dem Fall hilft eine einfache DI-Box am Klinkenausgang "Line Out" [23] um das Brummen zu eliminieren.

    Pro & Contra


    Pro
    + Handlich
    + Aussehen
    + Verarbeitung
    + Klang
    + Leistung
    + Flexibilität
    + Digitalhall
    + Digitalchorus
    + Unabhängige Vorverstärker an allen Eingängen
    + Reverb-Balanceregler für Kanal 1 + 2
    + Mastervolumen

    Contra
    - goldene Linsensenkkopfschrauben können bei Berührung/Transport andere Gegenstände verkratzen
    - DI-Ausgang ohne Ground-Lift-Schalter, der bei manchem Einsatz brummt
    - kein Kopfhörerausgang

    Fazit:


    Der Marshall AS50D ist viel universeller, wie man auf den ersten Blick denkt. Er kann für viele Einsatzzwecke eine gute Lösung sein und gibt z.B. auch einem E-Gitarristen die passende Verstärkung für seinen "Modeller", "Kemper" usw. und dabei trotzdem das Gefühl einen "echten Verstärker" zu haben.
    Ich habe keinen Vergleich zu teureren Verstärkern, wie AER usw. Für mich klingt der Marshall aber genau so, wie ich das erwarte und ich bin damit wunschlos glücklich.
    Da wir in unserem Gemeindezentrum sehr gute Monitorverstärker haben (KME VL-250) und ich ihn da nicht zwingend brauche, steht er meistens bei mir zu Hause zum Üben und Sound-Einstellen und wird nur für kleinere Veranstaltungen als "Universalverstärker" mitgenommen.
    Klanglich kann er mit den KME-Monitoren aber durchaus mithalten!

    ...Fortsetzung folgt:
    Der Einbau des Boxenflansches
     
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    Erstellt: 14.08.15   #2

    Modifikation: Einbau Adam Hall SM707 Boxenflansch mit variablem Neigungswinkel


    Speziell für den letzten Hochzeits-Auftritt in einer kleinen Kapelle habe ich meinen Marshall um einen Boxenflansch erweitert, der im Neigunswinkel verstellbar ist. Ich kaufte bei Thomann den Adam Hall SM707 Boxenflansch mit variablem Neigungswinkel und dazu die passende Dichtung SM707 G:
    [​IMG]
    Dann ermittelte ich den Schwerpunkt des Verstärkers und zeichnete mit Hilfe der Dichtung den Einbau-Ausschnitt an:
    [​IMG]
    Ich bohrte die vier Ecken mit einem 35mm Forstnerbohrer und sägte dann den Rest mit der Stichsäge aus:
    [​IMG]
    Damit die Schrauben auch "etwas zu beißen haben" leimte ich nun drei Verstärkungsleisten bündig an die Ausschnittskontur innen in das Gehäuse. Dadurch wird die Stabilität der Verschraubung erhöht:
    [​IMG] [​IMG]
    Die Dichtung (Adam Hall SM707 G) klebte ich auf die Innenseite des Boxenflansches und schraubte ihn in den AS50D:
    [​IMG] [​IMG] [​IMG]

    Auf dem Boxenständer:


    Ich holte meinen alten Boxenständer aus der Garage, baute ihn testweise im Garten auf und setzte den Marshall mit dem eingebauten Boxenflansch auf den Ständer:
    [​IMG] [​IMG] [​IMG] [​IMG]

    Die Einstellung des Neigungswinkels funktioniert ganz einfach:
    Der bewegliche Teil ist leich verstellbar und wird von einer Feder nach außen, weg von den Rastzähnen, gedrückt.
    Man kann also den Verstärker beim Aufsetzen in den gewünschten Winkel bringen und dieser rastet dann beim Belasten durch das Gewicht der Verstärkers in eine der Rastungen ein und bleibt so fixiert.

    In meinem Fall habe ich dadurch folgende Möglichkeiten:
    1. Untere Position, leicht nach oben geneigt Positionierung des Verstärkers am Bühnenrand auf "Hüfthöhe", nach oben Richtung Ohren geneigt. Dadurch höre nicht nur ich meine Gitarre (wie bei der Boden-Aufstellung als "Monitor") sondern auch die anderen und er kann ebenfalls als "Monitor für alle" agieren.
    2. Obere Position, über Kopf, nach unten geneigt
    In der Kapelle bei der Hochzeit spielten wir auf der hinteren Empore und verstärkten bis auf Bass und Cajon die komplette Band über den Marshall.
    Dazu musste er ganz hoch, unter die Decke und nach unten Richtung Publikum gerichtet werden.
    Genau dafür hatte ich den Boxenflansch eingebaut und der Sound in der Kapelle war dadurch einwandfrei - ohne eine komplette PA transportieren und aufbauen zu müssen :)
    [​IMG]
    3. Auf Ohrhöhe schräg vor mir:
    [​IMG]

    Fazit der Modifikation:


    Der Einbau des Adam Hall Boxenflansches SM707 hat sich absolut gelohnt und wird sicherlich immer wieder zum Einsatz kommen :)
    Es lohnt sich darüber nachzudenken, ob man den einen oder anderen "Kombo" nicht ebenfalls "Boxenständertauglich" umbauen will.
    Er ist übrigens in unseren KME VL-250 und einigen anderen Monitoren von namhaften Herstellern bereits ab Werk eingebaut.
     
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    Erstellt: 28.08.15   #3
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  4. GeiGit

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    Erstellt: 06.09.15   #4

    "Aus eins mach zwei" - Zwei Mikrofone anschließen


    Es gibt sie immer wieder, die kleinen Herausforderungen und Fragestellungen, die uns auf neue Ideen bringen und manchmal auch total simple Lösungen hervorbringen.
    Für die Hochzeit gestern im Garten waren wir eine kleine überschaubare Band:
    Zwei Sängerinnen, ein Akustik-Gitarren-Spieler und ich mit Akustik-Geige und Cajon.
    Es ging um drei Lieder, die leicht verstärkt werden sollten und natürlich auch um die Verstärkung der Pastorin und des Pastors bei ihren Impulsen und bei der Segnung.
    Zu zweit über ein Mikro zu singen ist meistens keine gute Lösung
    Eigentlich wollte ich wie letztes Mal ein kleines Mischpult vor den Mikrofoneingang schalten, kam aber dann auf den Gedanken, ob es wohl möglich ist zwei identische Mikrofone parallel anzuschließen.
    Nach kurzer Recherche bin ich unter anderem auf diesen Thread gestoßen:
    [Lötanleitung] Zwei Mikrofone per Y-Kabel auf nur einen Kanalzug legen?
    Also habe ich kurzerhand ein Y-Kabel gelötet und damit unsere beiden AT2010 gemeinsam parallel an den Mikrofoneingang des AS50D angeschlossen.
    Es hat super funktioniert und wurde dann auch bei der Hochzeit so gemacht:
    2x AT2010 für die Sängerinnen sowie Pastoren an Kanal 2,
    1x Akustik-Gitarre an Kanal 1
    und Cajon und Geige rein akustisch ohne Verstärkung.
    Der Verstärker stand im Eck des Grundstücks auf den Boxenständer und der Sound war richtig gut! :great:
    Hallelujah! :juhuu:
     
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  5. chris_kah

    chris_kah HCA PA- und E-Technik HCA

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    Erstellt: 06.09.15   #5
    Ja, mit 2 gleichen Mikrofonen und eineigermaßen harmonierenden Sängern kann das klappen.
    Bei Kondensatormikrofonen muss man die Kapseln auch parallel schalten (Phantomspeisung - bei den 6.8 kOhm Speisewiderständen ist aber damit zu rechnen, dass die Phantomspeisung kleiner ausfällt als normal).
    Bei dynamischen Mikrofonen ist es übrigens besser, das Y-Kabel so zu löten, dass die Mikrofonkapseln in Reihe geschaltet sind. Bei Parallelschaltung sieht jedes Mikrofon die Qullimpedanz des anderen. Dadurch verliert man grob die Hälfte an Signalhub - 6dB. Bei den Kondensatormikrofonen ist das übrigens genau so, doch hat man dort meist ohnehin mehr Pegel, so dass man das verschmerzen kann.

    Bei so was würde ich eher ein kleines Mischpult verwenden, dann kann man die Mikrofone getrennt regeln. Klar als Notlösung kann das auch mit dem Y-Kabel klappen.

    Mein Setup ist auch aus diesem Grund skalierbar: Amp Modeller - Mischpult (2 Größen zur Auswahl) - Aktivbox(en) (auch 2 Typen zur Auswahl)
    Ich nehme je nach Einsatz das passende Besteck mit.

    Gruß
    Christoph
     
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  6. GeiGit

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    Erstellt: 08.09.15   #6
    Ich gebe Dir absolut recht!
    Wie gesagt, ich hatte eigentlich ein kleines Mischpult dazwischen vorgesehen, entschied mich aber auf Grund des positiven Tests zu Hause und wegen den grauen Wolken und der fehlender Überdachung für die regenfestere und schneller abbaubare Variante.
    Dadurch stand dann auch weniger Technik im Sichtbereich und es war echt eine runde Sache.
    Die Mikrofone klingen sowieso richtig gut und passen gut zu dem Verstärker. Und die Empfindlichkeit des Eingangs ist absolut ausreichend - trotz leiserer Parallelschaltung.
    Der Kanal-Volumenregler stand glaub ich auf 12 Uhr und der Master-Volumenregler ebenfalls. Da wäre auch bei zwei parallel angeschlossenen dynamischen Mikrofonen noch genug Reserve gewesen ;)

    Und Gott sei Dank blieb der Regen aus und es wurde eine tolle Gartenhochzeit - die erste Hochzeit dieses Jahr, bei der ich mal froh war, das ich einen Anzug an hatte und das Jacket auch nicht ausziehen wollte ;)
     
  7. GeiGit

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    Erstellt: 28.03.16   #7

    Der AS50D als Monitor und Kleinmischer in Kombination mit dem Yamaha DBR12


    Ort: Beerdigung unter freiem Himmel
    Datum: Ostersamstag
    ...und ich habe den AS50D noch weiter ausgereizt und habe drei Mikrofone und eine Gitarre angeschlossen.:D
    Er stand dabei als Monitor bei der Beerdigung vor unseren Füßen und hat sein Ausgangssignal an eine Yamaha DBR12 weitergegeben.
    Aber wie geht das?
    Mit ein paar Tricks:
    Trick 1:
    Wie oben schon beschrieben: Ein Y-Kabel im den XLR-Eingang von Kanal 2 und daran zwei Audio Technica AT2010 für die beiden Sängerinnen. :m_sing::m_sing:
    Trick 2:
    Ein dynamisches Mikrofon per Spezialkabel (beidseitig XLR-Buchse) an eine passive DI-Box und dann per Klinke von der DI-Box in Kanal 1 für den Sänger. Die DI-Box wird dabei "falsch herum" betrieben ;)
    Somit waren schonmal drei Mikrofone angeschlossen.
    Die Akustik-Gitarre hätte ich jetzt entweder in den Effekt-Return auf der Rückseite anschließen können, hätte aber dann keinen Hall zumischen können, oder eben mit einer weiteren "Doppelbelegung":
    Trick 3:
    zusätzlich zu den beiden Mikrofonen, die an Kanal 2 angeschlossen waren habe ich die Akustik-Gitarre über den Klinkeneingang von Kanal 2 angeschlossen. :m_elvis:
    Dabei musste dann das Lautstärkeverhältnis der Mikrofone zur Gitarre am Vorverstärker der Gitarre eingestellt werden.

    Der Klang war erstaunlich gut und der AS50D hat hier gleichzeitig als Monitor und Mischer gearbeitet.

    Über den XLR-Out ging das Signal an eine Yamaha DBR12 weiter, die dann auf einem Boxenständer für die Beschallung des Friedhofs sorgte.

    Meine akustische Geige spielte ich ohne Verstärkung dazu. Die ist für diesen Zweck laut genug. :m_vio:

    Natürlich hätte ich auch ein kleines Mischpult dazwischen schalten können.
    So war der Aufbau aber schneller, unkomplizierter und für diesen Zweck absolut ausreichend und ich würde es das nächste Mal wieder so machen :great:
     
  8. rbschu

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    Erstellt: 22.04.16   #8
    Gelesen und für 'schön' befunden. :great:
     
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