Allgemeine Fragen zum Masterkeyboard

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GeneralZero
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Hallo!
Da ich mich seit Jahren so ziemlich nur auf das "normale" Gitarrenspielen konzentriert habe, bin ich was Keyboard und sonstige Musiktechnik angeht noch ein ziemlicher Anfänger. Trotzallem möchte ich bei Recording einsteigen.

Nun intressieren mich diese Masterkeyboards. Und ich hätte in paar relativ konkrete Fragen:

1. Wofür sind Masterkeyboards hauptsächlich gedacht? Konkrete Beispiele?
-> Soweit ich richtig verstanden habe erleichtern sie unter anderem einfach den Umgang mit Programmen wie Cubase indem man Songs z.B. direkt an den Boards selber "abmischen" kann. Oder?

2. Sind Masterkeyboards auch dazu gedacht um einfach das "Piano Roll" wie in Cubase zu ersetzen um leichter Melodien einspielen zu können?

3. Wenn Frage zwei zutrifft: Warum gibt es dann soviele verschiedene Masterkeyboards mit zum Teil nur 25 oder 49 Tasten?
-> Wenn man da mal eine komplexere Melodie einspielen will die auch viele Hohe und tiefe Töne beinhaltet ist man da doch schlecht dran mit weniger Tasten oder?

4. Kann man ungefähr "zuweisen" für welche Aufgaben man wieviel Tasten benötigt?
-> Z.b. könnte man ja sagen, dass wenn man nur Drums einspielt würde eines mit 25 Tasten locker reichen oder?

5. Falls es tatsächlich dafür gedacht ist um beispielsweise Drums einzuspielen mit einem VST-Instrument warum tut man das? Wenn ich die Töne/Schläge einzeln in Cubase setzte ist das doch viel präziser?

6. Das "M-Audio Fast Track Pro" verfügt über einen "Midi I/O". Dort könnte man das Keyboard z.B. anschließen und direkt mit Cubase verwenden oder?

Sorry für die vielen, wahrscheinlich dummen, Fragen.:redface:
 
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Illidan
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1. Wofür sind Masterkeyboards hauptsächlich gedacht? Konkrete Beispiele?
-> Soweit ich richtig verstanden habe erleichtern sie unter anderem einfach den Umgang mit Programmen wie Cubase indem man Songs z.B. direkt an den Boards selber "abmischen" kann. Oder?
Der Begriff Masterkeyboard bezeichnet Keyboards ohne eigene Tonerzeugung, die also nur zum Steuern anderer Geräte oder einer Software gedacht sind. An den Keyboards selbst kann man also nicht wirklich mischen, aber man kann damit seine Aufnahmesoftware ansteuern und wenn es die richtigen Bedienelemente (z.B. Fader) hat auch das Mischen damit steuern.
2. Sind Masterkeyboards auch dazu gedacht um einfach das "Piano Roll" wie in Cubase zu ersetzen um leichter Melodien einspielen zu können?
Man kann sie auch dazu verwenden, ja.
3. Wenn Frage zwei zutrifft: Warum gibt es dann soviele verschiedene Masterkeyboards mit zum Teil nur 25 oder 49 Tasten?
-> Wenn man da mal eine komplexere Melodie einspielen will die auch viele Hohe und tiefe Töne beinhaltet ist man da doch schlecht dran mit weniger Tasten oder?
Geräte mit weniger als 88 Tasten haben normalerweise Buttons, mit denen man alle Tasten um so viele Oktaven transponieren kann, wie man benötigt. Wer gleichzeitig hoch und tief spielen will, ist mit 25 Tasten eher schlecht dran, das stimmt. Aber das ist ja nicht in allen Genres nötig.
4. Kann man ungefähr "zuweisen" für welche Aufgaben man wieviel Tasten benötigt?
-> Z.b. könnte man ja sagen, dass wenn man nur Drums einspielt würde eines mit 25 Tasten locker reichen oder?
Zuweisen ist vielleicht ein bisschen zu viel verlangt, aber natürlich hängt die Anzahl der benötigten Tasten von der Arbeitsweise und der Musikrichtung ab.
Richtig, für Drums würde man eher weniger brauchen. Wobei Drums vorzugsweise mit Pads eingespielt werden und nicht auf Keyboardtasten. Gibt auch Masterkeyboards mit extra Pads drauf, wenn man beides braucht.
5. Falls es tatsächlich dafür gedacht ist um beispielsweise Drums einzuspielen mit einem VST-Instrument warum tut man das? Wenn ich die Töne/Schläge einzeln in Cubase setzte ist das doch viel präziser?
Manchmal ist es eben zu mechanisch präzise (trotz humanize-Funktion) und man will einen "menschlichen Groove" reinbringen. Außerdem, wenn man taktsicher ist, ist das einzelne Setzen langsamer als einspielen.
6. Das "M-Audio Fast Track Pro" verfügt über einen "Midi I/O". Dort könnte man das Keyboard z.B. anschließen und direkt mit Cubase verwenden oder?
Das ist richtig.
 
nighthelper
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Moin,

1. Wofür sind Masterkeyboards hauptsächlich gedacht? Konkrete Beispiele?
Masterkeyboards trennen die Tastatur von der Sounderzeugung und benutzen Midi als Verbindung. Durch geschicktes Routen/Splitten und/oder entsprechende Programmierung der Soundmodule kann man mehrere verschiedene Soundmodule (inkl. PC) von einer einzigen Tastatur ansteuern.
Je nach Aussattung des Masters lassen sich zudem Midi-Signale mehr oder minder beliebig beeinflussen.
Das kann man auch zum "abmischen" nutzen ...

Sind Masterkeyboards auch dazu gedacht um einfach das "Piano Roll" wie in Cubase zu ersetzen um leichter Melodien einspielen zu können?
Ja. Das ist eine von vielen Anwendungsmöglichkeiten.

Wenn Frage zwei zutrifft: Warum gibt es dann soviele verschiedene Masterkeyboards mit zum Teil nur 25 oder 49 Tasten?
Das Stichwort lautet "Angebot und Nachfrage".
Warum sollte man sich eine 88er-Tastatur zulegen, wenn einem 25 Mini-Tasten völlig ausreichen?
Wenn die kleine Version nicht ausreicht, besorgt man sich halt etwas Größeres ...

Kann man ungefähr "zuweisen" für welche Aufgaben man wieviel Tasten benötigt?
Hm ... je genauer man die Aufgabe definiert, umso genauer könnte man die benötigte Tastenanzahl festlegen.
Aber eigentlich sollte man ein Masterkeyboard als Werkzeug für die Summe aller möglichen Aufgaben ansehen und daher nicht den kleinsten sondern größten gemeinsamen Nenner als Maß nehmen.
Wie Du ja schon selber überlegt hast: bei komplexen Dingen reichen wenige Tasten nicht aus, viele Tasten reichen aber immer auch für ganz einfache Dinge ;)

Falls es tatsächlich dafür gedacht ist um beispielsweise Drums einzuspielen mit einem VST-Instrument warum tut man das? Wenn ich die Töne/Schläge einzeln in Cubase setzte ist das doch viel präziser?
Und ein guter Tastatur-Virtuose ist viiiiiiel schneller ;)
Es gilt (wie schon bei der Wahl der Tastenanzahl): jeder so wie er mag.

Das "M-Audio Fast Track Pro" verfügt über einen "Midi I/O". Dort könnte man das Keyboard z.B. anschließen und direkt mit Cubase verwenden oder?
Ja.



Edit: das glaube ich ja nicht ... um 4 Uhr morgens (fast) zeitgleich geantwortet, bei gerade mal 11 Usern online :eek:
 
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GeneralZero
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Vielen Dank für die Antworten um diese Zeit!
Also im großen und ganzen ist doch wirklich die Hauptaufgabe einfach die VST-Instrumente besser benutzen zu können um damit Musik zu machen?
Sprich: Ein Keyboard das man an den PC anschließt und dessen Sound man durch die vielen Plug-Ins die es gibt frei wählen kann.
 
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Naja, hier gleich von "Hauptaufgabe" zu sprechen trifft's vielleicht nicht ganz. Es gibt auch noch eine Menge Hardware-Klangerzeuger, die man damit ansteuern kann.
Außerdem Multitimbrale Synthis, die man mit einem MIDI-Controller/Keyboard noch effektiver nutzen kann. Man kann so z.B. auf einem 88-Keyboard (z.B. Yamaha Motif 8) auf der Haupttastatur Klavier spielen und zusätzlich über ein angeschlossenes MIDI-Keyboard einen OrgeL, Lead-Sound oder was auch immer.
Ich habe Live zwei kleine MIDI-Keys und einen MIDI-Controler im Einsatz - außerdem drei tastaturlose Klangerzeuger.
 
Illidan
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Richtig. Immerhin gabs Masterkeyboards ja schon bevor das Zeitalter der Musiksoftware begann. Damals wurden damit eben andere Keyboards oder Rack-Geräte angesteuert.
 
dongle
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Danke für diesen Superthread!!
Ich bin auch komplett Neuling und schon länger am googeln, was ich eigentlich haben will!
Inzwischen weiss ich das recht gut:
Ich möchte eigentlich ein Masterkeyboard (also zum steuern der Software und einspielen über VSTi am Computer),...
das aber auch unabhängig von einem Computer Töne produzieren kann (ich muss erst noch lernen... da will ich nicht immer einen Compi anschliessen müssen),...
ein paar weitere controller hat, auch wenn ich jetzt noch nicht wirklich weiss, was ich bracuehn werde. ich weiss jetzt schon, dass ich sie sonst irgendwann vermissen werde.

Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, habe ich immer falsch gesucht, denn ein Masterkeyboard mit eigener Klangerzeugung heisst "Keyboard", oder?
Gibt es denn dann Keyboards, die auch ein paar "Controller" oder gar Drumpads haben?
 
Illidan
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Wenn ich das jetzt richtig verstanden habe, habe ich immer falsch gesucht, denn ein Masterkeyboard mit eigener Klangerzeugung heisst "Keyboard", oder?
Gibt es denn dann Keyboards, die auch ein paar "Controller" oder gar Drumpads haben?
Nein. Das Wort Keyboard hat im Deutschen eine Doppelbedeutung. Einmal als Überbegriff für alle elektromechanischen oder elektronischen Tasteninstrumente, also Masterkeyboards, Digitalpianos, Orgeln, Synthesizer, einfach alles mit Tasten. Zum anderen bezeichnet man auch sogenannte "Arranger Workstations" als Keyboards, das sind diese Dinger mit Begleitautomatik, die man oft bei Alleinunterhaltern sieht. Im Englischen ist das ganze wieder etwas anders, aber das würde zu weit führen. Das mal zum Begriff Keyboard.
Ansonsten suchst du also ein Keyboard (im oben erstgenannten Sinn), welches du auch gut als Masterkeyboard verwenden kannst, richtig?
Wenn es nur um das Einspielen selbst geht, dann geht da jedes Instrument mit MIDI-Ausgang, aber du sagst du willst auch ein paar Controller oder Drumpads dabei, also erweiterte Steuerungsmöglichkeiten, auch richtig?
Mit diesen zwei Dingen allein kann zumindest ich dir noch nichts eindeutiges empfehlen ohne mehr Infos zu haben, am besten du füllst mal unseren Fragebogen aus.
Eventuell bittest du einen Mod per privater Nachricht, deine Frage und meine Antwort in die Synthesizer- und Workstation-Ecke zu verschieben, da du im Masterkeyboard-Forum eigentlich falsch bist.
 
dongle
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Danke für die Antwort!
Ich werde dann erstmal in diese Richtung mich weiter einlesen, bevor ich dann einen neuen Thread starte. Ist dann wahrscheinlich gar nicht mehr nötig.
Mir haben die Antworten hier sehr geholfen. Evtl. könnte man den Thread pinnen?!
Viele Grüsse
Dongle

Achso: Um Deine Frage zu beantworten: Ja, ich suche ein Keyboard, dass ich auch gt als Masterkeyboard benutzen kann. Am besten auch mit erweiterten "Pads" oder Controllern. Ich mache mich dann mal ans Workstations-Forum durchlesen ;)

Danke nochmal!
 
anonymusus
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Eine Sache muss ich noch beisteuern:
In der Regel sind die Tastaturen der normalen Synthies oder Workstations von minderer Qualität - jedenfalls aus professioneller Sicht. Das heißt, man muss sich an deren Eigenarten gewöhnen. Wenn Du in einem bestimmten Turnus deine Instrumente )mit Tastaturen) wechseln solltest, dann musst Du dich jedes Mal an ein völlig unterschiedliches Spielgefühl gewöhnen und zum Teil kann das richtigschwerfallen, wenn man eine Tastatur überhaupt nicht mag. Aus dem Grund spiele ich prinzipiell nur Masterkeyboards (mit Expandern). Die sind im Vergleich zu "richtigen" Flügeln zwar auch minderwertig, aber die Finger haben sich eben daran gewöhnt und fühlen sich "zu Hause". Dann wechselt man nur die Expander aus - was außerdem billiger ist.

Gruß,
Anony.
 
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In der Regel sind die Tastaturen der normalen Synthies oder Workstations von minderer Qualität - jedenfalls aus professioneller Sicht.
Das kann ich so nicht stehenlassen. Die Tastaturen in den gängigen Workstations sind denen in anderen Topmodellen (z.B. Top-Digitalpianos) ebenbürtig, bei manchen Modellen sind sie sogar (fast) identisch. Wenn du also mit "professioneller Sicht" nicht gerade den Vergleich mit einem A-Piano meinst (der wohl ein "wenig" unfair wäre) stimmt es nicht, was du sagst.

Das heißt, man muss sich an deren Eigenarten gewöhnen. Wenn Du in einem bestimmten Turnus deine Instrumente )mit Tastaturen) wechseln solltest, dann musst Du dich jedes Mal an ein völlig unterschiedliches Spielgefühl gewöhnen und zum Teil kann das richtigschwerfallen, wenn man eine Tastatur überhaupt nicht mag.
Das ist im Prinzip richtig, aber warum sollte man in kurzen Abständen geplant seine Workstation wechseln? Abgesehen davon, dass die meisten Leute für sowas garnicht genug Geld haben, wechselt man doch nur bei Unzufriedenheit (das bleibt nicht aus, kann man aber schwerlich einplanen) oder bei Aktualisierung (wobei man, wenn man zufrieden ist, wohl meist auf das aktuelle Modell des Herstellers wechseln wird, das aber häufig eine ähnliche Tastatur bietet).

Aus dem Grund spiele ich prinzipiell nur Masterkeyboards (mit Expandern). Die sind im Vergleich zu "richtigen" Flügeln zwar auch minderwertig, aber die Finger haben sich eben daran gewöhnt und fühlen sich "zu Hause". Dann wechselt man nur die Expander aus - was außerdem billiger ist.
...und viel schwieriger, denn es gibt ja kaum noch Expander. Laptop-Lösung okay, aber du redest ja hier ausdrücklich von Expandern. Die gibts einfach fast garnicht mehr, wenn man von veralteten Workstation-Racks absieht (nur bei Korg bekommt man noch das aktuelle Topmodell ohne Tastatur). Die restlichen Expander/Racks sind Spezialisten wie VA-Synths, die ja nichts mit Workstations zu tun haben.
Bei den Workstation-Racks kommt außerdem hinzu, dass sie üblicherweise einen deutlich kleineren Funktionsumfang haben als die Varianten mit Tastatur. So fehlen die Bedienelemente, das große Display (und somit der gesamte Workflow), manchmal Sampling und auch der Sequencer usw.
 

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