[AMP] ENGL Blackmore Signature E650

Lordii
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Engl - Blackmore (E650)


Hallo liebe Forengemeinde,

ich besitze dieses Top jetzt seit knapp einem Jahr und möchte euch von meinen Erfahrungen berichten.
Die Soundeindrücke und Beschreibungen sind natürlich subjektiv, aber ich habe mir Mühe gegeben,
alles so neutral wiederzugeben, wie es mir möglich war.

Warum schreibe ich ein Review? Weil ich, als ich auf der Suche nach einem neuen Amp war, hier
noch keins über den Blackmore gefunden habe und er meiner Meinung nach etwas mehr Beachtung
verdient hätte.


Zur Vorgeschichte:

Wie (fast) jeder Gitarrist war ich mal wieder nicht ganz zufrieden mit meinem Sound und daher auf
der Suche nach einem neuen Amp. Ich stellte mir also ein Anforderungsprofil zusammen und begann
mit der Informationssuche im Internet und bei lokalen Musikhändlern.

Ich wollte einen Amp, der genau den Sound bietet, den ich suche, allerdings zu einem moderaten Preis.
Somit fielen Topteile jenseits der 1000 Euro aus dem Rahmen. Klanglich wollte ich schon
etwas brachiales, allerdings nicht in Richtung Rectifier. Viele Bands die ich höre spielen
den ENGL Savage, aber auch dieser war mir, selbst gebraucht, noch zu teuer. Aber es gab ja
noch den "kleinen Bruder", den Blackmore. Dieser basiert auf der Savage-Technologie.

Der Blackmore wurde im Forum und auch auf anderen Seiten häufig empfohlen und es gabe auch viele
Soundsamples im Netz, aber irgendwie schreckte mich die gemeinsame Klangregelung ab. Ich habe das
Top dann mehrmals angespielt und den Sound für sehr gut befunden, wollte mich aber nicht festlegen, da es
noch so viele andere interessante Amps gab.
Ich habe innerhalb eines halben Jahres insgesamt wohl etwas über 50 Topteile verglichen und bin
am Ende dann doch wieder beim Blackmore gelandet.


Also, warum der Blackmore?

Weil er mir genau das bietet, was ich brauche. Nämlich einen guten Cleansound und einen hervorragenden
Zerrsound. Auch wenn der Amp nur über eine Klangregelung verfügt, ergänzen sich die Kanäle sehr
harmonisch. Die Einstellungen, die ich für meinen Zerrsound gemacht habe, brachten auch einen
sehr gut passenden Cleansound zustande.

Der zweite Grund war eindeutig der Preis. Gebraucht für unter 1000 Euro zu haben, das ist bei weitem
nicht jedes Top.


Allgemeine Informationen:

Der Blackmore wird von der Firma ENGL (Sitz in Tittmoning, das liegt zwischen München und Salzburg) gebaut.
Es gibt drei verschiedene Modelle, einmal den Standard-Blackmore sowie die beiden Sondermodelle
Fast-Hand-Motion und Slow-hand-Motion. Die Modelle unterscheiden sich äußerlich durch die
Farbgebung und innerlich durch die verwendeten Endstufenröhren.

Standardausführung: 5881 Röhren, goldene Front
Fast-Hand-Motion: EL34 Röhren, silberne Front
Slow-Hand-Motion: 6l6 Röhren, rötliche Front

Zudem gibt es mehrere Versionen des Standard-Modells. Das ältere Modell hatt im Vergleich zum Aktuellen
keine Möglichkeit für den Anschluss eines ENGL Z5 Footswitches, dafür aber 50 Watt mehr Leistung.
Mein Review bezieht sich auf das aktuelle Modell.


Der Charakter:

Wenn es ein Merkmal des Amps gibt, welches als erstes erwähnt werden sollte, dann ist das sein Charakter.
Ich spiele eigentlich so gut wie ohne Effekte, da mir der Grundcharakter des Amps richtig gut gefällt.
Im Effektweg habe ich nur ein ISP Noisegate für Proben in brachialer Lautstärke. Die Geräte
arbeiten sehr gut zusammen.


Die Features:

Hersteller: ENGL
Bezeichnung: Blackmore Signature E650
Typ: Vollröhrenverstärker, Topteil
Maße: 71cm x 27cm x 27cm
Gewicht: 19Kg
Leistung: 100 Watt
Röhren: 4x ECC83 Vorstufenröhren, 4x 5881 Endstufenröhren
Kanäle: 2 Grundkanäle
Klangregelung: Bässe, Mitten, Höhen und Presence
Zusatzschalter: Bright, Contour und Gain-Boost.
Effektweg: Seriell/Parallel stufenlos regelbar.


Die Röhren:

Die Vorstufensektion besteht aus drei ECC83 Röhren.
V1: Für den Cleankanal
V2: Wird bei Verwendung des Lead-Kanales zugeschaltet
V3: Für den Effektweg

Die Endstufensektion besteht aus 4 Stück 5881 Röhren und einer ECC83 Treiberröhre.


Optik und Bauweise:

Das Top ist sehr stabil gebaut und wiegt dementsprechend. Das verwendete Holz ist etwa 3cm dick und mit schwarzem
Kunstleder bespannt. Die Ecken sind genau wie das Chassis aus Stahl gefertigt. Für einen Netten Lichteffekt
befinden sich hinter den nur schwach glimmenden Röhren noch kleine Glühlampen die das Top von innen in Rot beleuchten.


Die Bedienung:

Die beiden Kanäle teilen sich, wie schon erwähnt, eine Klangregelung. Die Regler für Bässe, Mitten und Höhen
wirken sich also auf beide Kanäle aus. Der Clean-Kanal hat zusätzlch noch einen Bright-Switch, der Lead-kanal
einen Presence-Regler und einen Contour-Switch.
Der EQ greift gut und ist prima auf den Amp abgestimmt, hier wurde wirklich gute Arbeit geleistet.

Der Amp hat zwei Master-Regler, die z.B. mit einem Z5 Fußschalter frei wählbar sind. Ohne den Schalter sind sie
allerdings den Gainstufen fest zugeordnet. Clean- und Lead-Kanal haben im Grundmodus den gleichen Master-Regler,
der zweite wird aktiv, wenn der Gainboost hinzugeschaltet wird.

Die beiden Grundkanäle verfügen, anders als z.B. beim Fireball, jeweils über einen eigenen Gain-Regler.
Somit ist es gut möglich, einen glasklaren und lauten Cleansound und einen brachialen High-Gain-Sound einzustellen.

Um die beiden Kanäle lautstärkemäßig aufeinander anzupassen gibt es im Lead-kanal noch einen separaten Volume-Regler.


Die Sonderfunktionen:

Der Bright-Switch:
Dieser wirkt sich nur auf den Cleankanal aus und bewirkt eine Anhebung der Höhen.
Der Contour-Switch:
Dieser bewirkt eine Anhebung der Tiefmitten (300Hz - 500Hz) und verleiht dem Sound einen guten Punch.
Der Gain-Boost:
Wirkt sich auf den jeweils aktiven Kanal aus und macht aus dem Cleankanal eine Crunch-Version und aus dem Lead-Kanal
einen Heavy-Lead mit richtig Biss und Schub.


Der Sound:

So, kommen wir zum schwierigsten Teil, die Soundbeschreibung.
Der Blackmore ist vor allem eins: vielseitig! Auch wenn man das auf Grund des doch recht einfachen Aussehens
kaum vermutet, eignet sich das Top fast uneingeschränkt für alle Musikstile.
Für einen vergleich würde ich sagen, dass er eher in Richtung Marshall tendiert, also vom Grundcharakter
recht direkt und rotzig rüberkommt. Er ist sehr dynamisch und reagiert sehr gut auf das Volume-Poti der Gitarre.
So kann man im geboosteten Lead-Kanal mit runter gedrehtem Volume und sachtem Anschlag noch einen fast cleanen
Ton bekommen, der dann schnell in eine Metalzerre umschlägt, wenn das Poti aufgedreht wird.

Ich benutze eigentlich nur zwei der vier möglichen Sounds, nämlich den standard Clean-Kanal und den geboosteten
Lead-Kanal, daher kann ich zum geboosteten Clean und ungeboosteten Lead-Kanal nichts sagen.

Da der Amp den Sound vollständig in der Vorstufe erzeugt, muss man nicht stark aufdrehen um einen guten Sound
zu erhalten. Ich nutze das Top sowohl zu hause als auch im Proberaum. Im Proberaum kommt eine 4x12er Box
mit Eminence Governor-Speakern zum Einsatz, zu hause eine kleine 1x12 mit dem gleichen Speaker.
Natürlich macht es laut mehr Spaß zu spielen, da dann auch der nötige Druck vorhanden ist, aber auch
leise kommt der Charakter des Amps gut durch.


Meine Einstellungen:

Für alle die es interessiert, hier och mal meine Settings:

Zu Hause:
Clean-Gain: 12Uhr, Lead-Gain: 15Uhr, Bass: 13Uhr, Middle: 14Uhr, Treble: 15Uhr, Lead-presence: 15Uhr, Lead-Volume: 14Uhr
Bright-Switch aktiviert, Contour-Switch aktiviert, Gain-Boost aktiviert.

Proberaum:
Clean-Gain: 12Uhr, Lead-Gain: 13:30Uhr, Bass: 12Uhr, Middle: 14Uhr, Treble: 13:30Uhr, Lead-presence: 14Uhr, Lead-Volume: 14Uhr
Bright-Switch aktiviert, Contour-Switch aktiviert, Gain-Boost aktiviert.

Ich favorisiere einen klaren, mittenreichen Sound mit viel Höhen. Der Sound muss Biss haben, ein ordentliches
Fundament mitbringen und sich gut durchsetzen.


Fazit:

Ich habe meinen Sound gefunden. Für wie lange steht natürlich in den Sternen, aber auf absehbare Zeit werde ich
diesen Amp behalten. Anfangs habe ich mir überlegt, noch einen Equalizer in den Effektweg zu hängen um mehr
Einfluss auf den Sound zu haben. Ich kam aber nicht dazu, mir so ein Teil zu kaufen und bin mittlerweile
auch ganz froh, dass ich es nicht getan habe, denn der Amp ist, so wie er ist, genau richtig.


Ich hoffe, ich konnte allen Interessierten einen kleinen Einblick verschaffen und freue mich natürlich
über Kommentare und Kritik.
Die Informationen, die ich hier zusammengetragen habe, stammen teilweise
aus dem Internet, direkt von mir oder anderen und müssen daher nicht zu 100% korrekt sein.
Ich habe leider keine Informationen zu den Baujahren finden können, also wer weiß, wann genau
die ersten Amps hergestellt wurden und wann die neue Version eingeführt wurde, kann das hier schreiben,
dann ergänze ich oben die Angaben.

Bilder des Amps gibt es z.B. hier: https://www.thomann.de/de/engl_blackmore_signature_e650_topteil.htm
(Sorry MS, ich hätte gerne auf euch verlinkt, aber die Thomann-Bilder sind einfach größer)

Um Soundfiles zu erstellen fehlt mir leider die Möglichkeit, aber da ich damals einige im Netz gefunden habe,
hilft ein wenig suchn durchaus weiter.
 
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corey667
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gutes review...wenn sich schonmal einer die mühe macht gibts auch ein lob für dich..."LOB"
 
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flaggi
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stimme meinem vorgänger zu: gutes review ;)
hab den amp auch und hier haben sich viele meiner erfahrungen bestätigt! (besonders was die Vielseitigkeit und Effekte angeht)
 
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Sven-Sensor
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ist halt echte qualität.hatte den vorgänger neun jahre und ihn wirklich nicht geschont.öfters runtergefallen und ähnliches live-spektakel, doch außer mal neue röhren brauchte der nix.hab dann weg getan, aber nicht weil er kaputt war sondern ich mal neuen sound brauchte.
 
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Wiegalt
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Engl - Blackmore (E650)


Hallo liebe Forengemeinde,

ich besitze dieses Top jetzt seit knapp einem Jahr und möchte euch von meinen Erfahrungen berichten.
Die Soundeindrücke und Beschreibungen sind natürlich subjektiv, aber ich habe mir Mühe gegeben,
alles so neutral wiederzugeben, wie es mir möglich war.

Warum schreibe ich ein Review? Weil ich, als ich auf der Suche nach einem neuen Amp war, hier
noch keins über den Blackmore gefunden habe und er meiner Meinung nach etwas mehr Beachtung
verdient hätte.


Zur Vorgeschichte:

Wie (fast) jeder Gitarrist war ich mal wieder nicht ganz zufrieden mit meinem Sound und daher auf
der Suche nach einem neuen Amp. Ich stellte mir also ein Anforderungsprofil zusammen und begann
mit der Informationssuche im Internet und bei lokalen Musikhändlern.

Ich wollte einen Amp, der genau den Sound bietet, den ich suche, allerdings zu einem moderaten Preis.
Somit fielen Topteile jenseits der 1000 Euro aus dem Rahmen. Klanglich wollte ich schon
etwas brachiales, allerdings nicht in Richtung Rectifier. Viele Bands die ich höre spielen
den ENGL Savage, aber auch dieser war mir, selbst gebraucht, noch zu teuer. Aber es gab ja
noch den "kleinen Bruder", den Blackmore. Dieser basiert auf der Savage-Technologie.

Der Blackmore wurde im Forum und auch auf anderen Seiten häufig empfohlen und es gabe auch viele
Soundsamples im Netz, aber irgendwie schreckte mich die gemeinsame Klangregelung ab. Ich habe das
Top dann mehrmals angespielt und den Sound für sehr gut befunden, wollte mich aber nicht festlegen, da es
noch so viele andere interessante Amps gab.
Ich habe innerhalb eines halben Jahres insgesamt wohl etwas über 50 Topteile verglichen und bin
am Ende dann doch wieder beim Blackmore gelandet.


Also, warum der Blackmore?

Weil er mir genau das bietet, was ich brauche. Nämlich einen guten Cleansound und einen hervorragenden
Zerrsound. Auch wenn der Amp nur über eine Klangregelung verfügt, ergänzen sich die Kanäle sehr
harmonisch. Die Einstellungen, die ich für meinen Zerrsound gemacht habe, brachten auch einen
sehr gut passenden Cleansound zustande.

Der zweite Grund war eindeutig der Preis. Gebraucht für unter 1000 Euro zu haben, das ist bei weitem
nicht jedes Top.


Allgemeine Informationen:

Der Blackmore wird von der Firma ENGL (Sitz in Tittmoning, das liegt zwischen München und Salzburg) gebaut.
Es gibt drei verschiedene Modelle, einmal den Standard-Blackmore sowie die beiden Sondermodelle
Fast-Hand-Motion und Slow-hand-Motion. Die Modelle unterscheiden sich äußerlich durch die
Farbgebung und innerlich durch die verwendeten Endstufenröhren.

Standardausführung: 5881 Röhren, goldene Front
Fast-Hand-Motion: EL34 Röhren, silberne Front
Slow-Hand-Motion: 6l6 Röhren, rötliche Front

Zudem gibt es mehrere Versionen des Standard-Modells. Das ältere Modell hatt im Vergleich zum Aktuellen
keine Möglichkeit für den Anschluss eines ENGL Z5 Footswitches, dafür aber 50 Watt mehr Leistung.
Mein Review bezieht sich auf das aktuelle Modell.


Der Charakter:

Wenn es ein Merkmal des Amps gibt, welches als erstes erwähnt werden sollte, dann ist das sein Charakter.
Ich spiele eigentlich so gut wie ohne Effekte, da mir der Grundcharakter des Amps richtig gut gefällt.
Im Effektweg habe ich nur ein ISP Noisegate für Proben in brachialer Lautstärke. Die Geräte
arbeiten sehr gut zusammen.


Die Features:

Hersteller: ENGL
Bezeichnung: Blackmore Signature E650
Typ: Vollröhrenverstärker, Topteil
Maße: 71cm x 27cm x 27cm
Gewicht: 19Kg
Leistung: 100 Watt
Röhren: 4x ECC83 Vorstufenröhren, 4x 5881 Endstufenröhren
Kanäle: 2 Grundkanäle
Klangregelung: Bässe, Mitten, Höhen und Presence
Zusatzschalter: Bright, Contour und Gain-Boost.
Effektweg: Seriell/Parallel stufenlos regelbar.


Die Röhren:

Die Vorstufensektion besteht aus drei ECC83 Röhren.
V1: Für den Cleankanal
V2: Wird bei Verwendung des Lead-Kanales zugeschaltet
V3: Für den Effektweg

Die Endstufensektion besteht aus 4 Stück 5881 Röhren und einer ECC83 Treiberröhre.


Optik und Bauweise:

Das Top ist sehr stabil gebaut und wiegt dementsprechend. Das verwendete Holz ist etwa 3cm dick und mit schwarzem
Kunstleder bespannt. Die Ecken sind genau wie das Chassis aus Stahl gefertigt. Für einen Netten Lichteffekt
befinden sich hinter den nur schwach glimmenden Röhren noch kleine Glühlampen die das Top von innen in Rot beleuchten.


Die Bedienung:

Die beiden Kanäle teilen sich, wie schon erwähnt, eine Klangregelung. Die Regler für Bässe, Mitten und Höhen
wirken sich also auf beide Kanäle aus. Der Clean-Kanal hat zusätzlch noch einen Bright-Switch, der Lead-kanal
einen Presence-Regler und einen Contour-Switch.
Der EQ greift gut und ist prima auf den Amp abgestimmt, hier wurde wirklich gute Arbeit geleistet.

Der Amp hat zwei Master-Regler, die z.B. mit einem Z5 Fußschalter frei wählbar sind. Ohne den Schalter sind sie
allerdings den Gainstufen fest zugeordnet. Clean- und Lead-Kanal haben im Grundmodus den gleichen Master-Regler,
der zweite wird aktiv, wenn der Gainboost hinzugeschaltet wird.

Die beiden Grundkanäle verfügen, anders als z.B. beim Fireball, jeweils über einen eigenen Gain-Regler.
Somit ist es gut möglich, einen glasklaren und lauten Cleansound und einen brachialen High-Gain-Sound einzustellen.

Um die beiden Kanäle lautstärkemäßig aufeinander anzupassen gibt es im Lead-kanal noch einen separaten Volume-Regler.


Die Sonderfunktionen:

Der Bright-Switch:
Dieser wirkt sich nur auf den Cleankanal aus und bewirkt eine Anhebung der Höhen.
Der Contour-Switch:
Dieser bewirkt eine Anhebung der Tiefmitten (300Hz - 500Hz) und verleiht dem Sound einen guten Punch.
Der Gain-Boost:
Wirkt sich auf den jeweils aktiven Kanal aus und macht aus dem Cleankanal eine Crunch-Version und aus dem Lead-Kanal
einen Heavy-Lead mit richtig Biss und Schub.


Der Sound:

So, kommen wir zum schwierigsten Teil, die Soundbeschreibung.
Der Blackmore ist vor allem eins: vielseitig! Auch wenn man das auf Grund des doch recht einfachen Aussehens
kaum vermutet, eignet sich das Top fast uneingeschränkt für alle Musikstile.
Für einen vergleich würde ich sagen, dass er eher in Richtung Marshall tendiert, also vom Grundcharakter
recht direkt und rotzig rüberkommt. Er ist sehr dynamisch und reagiert sehr gut auf das Volume-Poti der Gitarre.
So kann man im geboosteten Lead-Kanal mit runter gedrehtem Volume und sachtem Anschlag noch einen fast cleanen
Ton bekommen, der dann schnell in eine Metalzerre umschlägt, wenn das Poti aufgedreht wird.

Ich benutze eigentlich nur zwei der vier möglichen Sounds, nämlich den standard Clean-Kanal und den geboosteten
Lead-Kanal, daher kann ich zum geboosteten Clean und ungeboosteten Lead-Kanal nichts sagen.

Da der Amp den Sound vollständig in der Vorstufe erzeugt, muss man nicht stark aufdrehen um einen guten Sound
zu erhalten. Ich nutze das Top sowohl zu hause als auch im Proberaum. Im Proberaum kommt eine 4x12er Box
mit Eminence Governor-Speakern zum Einsatz, zu hause eine kleine 1x12 mit dem gleichen Speaker.
Natürlich macht es laut mehr Spaß zu spielen, da dann auch der nötige Druck vorhanden ist, aber auch
leise kommt der Charakter des Amps gut durch.


Meine Einstellungen:

Für alle die es interessiert, hier och mal meine Settings:

Zu Hause:
Clean-Gain: 12Uhr, Lead-Gain: 15Uhr, Bass: 13Uhr, Middle: 14Uhr, Treble: 15Uhr, Lead-presence: 15Uhr, Lead-Volume: 14Uhr
Bright-Switch aktiviert, Contour-Switch aktiviert, Gain-Boost aktiviert.

Proberaum:
Clean-Gain: 12Uhr, Lead-Gain: 13:30Uhr, Bass: 12Uhr, Middle: 14Uhr, Treble: 13:30Uhr, Lead-presence: 14Uhr, Lead-Volume: 14Uhr
Bright-Switch aktiviert, Contour-Switch aktiviert, Gain-Boost aktiviert.

Ich favorisiere einen klaren, mittenreichen Sound mit viel Höhen. Der Sound muss Biss haben, ein ordentliches
Fundament mitbringen und sich gut durchsetzen.


Fazit:

Ich habe meinen Sound gefunden. Für wie lange steht natürlich in den Sternen, aber auf absehbare Zeit werde ich
diesen Amp behalten. Anfangs habe ich mir überlegt, noch einen Equalizer in den Effektweg zu hängen um mehr
Einfluss auf den Sound zu haben. Ich kam aber nicht dazu, mir so ein Teil zu kaufen und bin mittlerweile
auch ganz froh, dass ich es nicht getan habe, denn der Amp ist, so wie er ist, genau richtig.


Ich hoffe, ich konnte allen Interessierten einen kleinen Einblick verschaffen und freue mich natürlich
über Kommentare und Kritik.
Die Informationen, die ich hier zusammengetragen habe, stammen teilweise
aus dem Internet, direkt von mir oder anderen und müssen daher nicht zu 100% korrekt sein.
Ich habe leider keine Informationen zu den Baujahren finden können, also wer weiß, wann genau
die ersten Amps hergestellt wurden und wann die neue Version eingeführt wurde, kann das hier schreiben,
dann ergänze ich oben die Angaben.

Bilder des Amps gibt es z.B. hier: https://www.thomann.de/de/engl_blackmore_signature_e650_topteil.htm
(Sorry MS, ich hätte gerne auf euch verlinkt, aber die Thomann-Bilder sind einfach größer)

Um Soundfiles zu erstellen fehlt mir leider die Möglichkeit, aber da ich damals einige im Netz gefunden habe,
hilft ein wenig suchn durchaus weiter.

Hallo zusammen, ich habe mir hier im Musiker Forum nen Ritchie Blackmore Top privat gekauft, nur jetzt ist es so, dass der cleane Kanal anzerrt, hört sich so an als hätte der einen octavian sound, oder eines doublers, halt ähnlich wie ein crunch sound, wenn man die Anschlagdynamik erhöht.
Weiss jemand woran das liegen könnte, die Zerre etc, funktioniert einwandfrei, hab es mit sämtlichen einstellungen und sämtlichen anderen gitarren, Boxen und Käbel versucht, war nichts zu machen.

Ich hab hier gerade gelesen, das bei der Fast Hand motion serie die El34 Röhren eingebaut sind, die wurden halt auch in meinen Amp eingbaut als neue röhren, ich ahbe aber die standard version, könnte das daran liegen?

Liebe Grüsse!

Stef
 
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Wiegalt
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Hallo zusammen, ich habe mir hier im Musiker Forum nen Ritchie Blackmore Top privat gekauft, nur jetzt ist es so, dass der cleane Kanal anzerrt, hört sich so an als hätte der einen octavian sound, oder eines doublers, halt ähnlich wie ein crunch sound, wenn man die Anschlagdynamik erhöht.
Weiss jemand woran das liegen könnte, die Zerre etc, funktioniert einwandfrei, hab es mit sämtlichen einstellungen und sämtlichen anderen gitarren, Boxen und Käbel versucht, war nichts zu machen.

Ich hab hier gerade gelesen, das bei der Fast Hand motion serie die El34 Röhren eingebaut sind, die wurden halt auch in meinen Amp eingbaut als neue röhren, ich ahbe aber die standard version, könnte das daran liegen?

Liebe Grüsse!

Stef
 
volkair
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Hey----

dass die Unregelmäßigkeit mit de Endstufe zusammenhängt, könnte schon sein.

Oder die erste Vorstufenröhre ist im A... und die Störungen werden beim Zerrkanal überzerrt!

soweit ich weiß, muss in der Version mit 5881-Röhren eine Anpassung des Bias und eine Anpassung von ein zwei Kondensatorenwerten angepasst werden. Ich hab mich mal bei Engl erkundigt, da ich vor hatte, den meinen mal umzubauen!
Aber ich habs leider noch nicht geschafft, bin im Moment auch gut zufrieden, da ich mir noch nen Linenmann JMP mit EL 34 hab bauen lassen. Daher hab ich den "Marshall-EL 34-Style-Crunch" anderweitig umgesetzt.

Ich denke, es wäre gut, dass du dich mal den Techniker wendest, der dir die Röhren da eingebaut hat. Oder direkt an die Engl-beratung, die waren sehr nett, sagten, wenn ich mal nen EL34 Blackie testen wolle, ich könnte mal vorbeikommen, die haben da einen stehen zum testen.

schau mal auf der Homepage, viel Erfolg!!!
 
Lucces
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hey danke nochmal für die reviewe ;)
 
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xxjoe12
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Hallo,

ich spiele auch seit etwa 1,5 Jahren den Engl E650 und bin sehr zufrieden. Ich hatte vorhen den Savage 120 der war auch nicht schlecht , aber der RB ist für meine Zwecke optimal. Hier gilt wirklich wie bereits oben erwähnt: Weniger ist mehr.

Ich benutze fast ausschließlich den Kanal 1 + 3 und spiele über eine 4x12 Engl Box mit Vintage 30 Speakern. Es ist wirklich erstaunlich welche Auswirkung die Wahl der Box auf den Gesamtsound hat. Die Engl Box ist sehr direkt, transparent und Dynamisch im Soundverhalten und harmoniert wirklich excellent mit dem Blackmore Topteil. Der Kanal 3 hat etwas weniger Verzerrung als der Kanal 4 ist aber auch weniger kompremiert. Alleine gepielt mag der Kanal 4 im ersten Augenblick besser klingen aber der Unterschied ist ganz deutlich im Bandgefüge zu höhren. Der Kanal 3 setzt sich eindeutig besser durch.

Der Blackmore bringt wirklich eine Menge Schub so dass einem die Hosenbeine flattern wenn man will, aber Alles ohne matschen oder ähnliches.

Ich steuere den Amp über ein G-Major im Effektweg und dem Engl-Midiswitcher an.

Ich kann euch den Amp nur wärmstens ans Herz legen.

Aber vorsicht: Der Amp ist schonungslos offen und verstärkt wirklich alles was die Gitarre produziert gewollt oder ungewollt. Fehler können nicht kaschiert werden.

Gruß

Joe
 
volkair
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Aber vorsicht: Der Amp ist schonungslos offen und verstärkt wirklich alles was die Gitarre produziert gewollt oder ungewollt. Fehler können nicht kaschiert werden.

Gruß

Joe

Jap, das kann ich bestätigen! Das hatta vonnem Marshall...
 
Duschmeister
Duschmeister
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Hm,also ich hab gestern bei der Bandprobe meine Kollegen fast um den Verstand gebracht,aber ich bekomm da einfach keinen Crunch-Sound zusammen? Clean klingt geboostet nur etwas lauter,nicht crunchiger.......... Cleansound,Low gain, High gain - alles wunderbar,aber den 4ten Kanal find ich nicht :gruebel:
 
G.A.S.Mann
G.A.S.Mann
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Hi!
Der geboostete Cleankanal ist tatsächlich nicht sooo der Hammer. aber dreh doch den Regler des Cleankanals mal deutlich über die Hälfte auf, dann gewinnt er sowieso an Charakter, und dann cruncht auch der sog. 2. Kanal deutlich vernehmbar. Pickups und Anschlagsstärke spielen hier auch noch ne große Rolle.
Mir ist der geboostete Cleankanal aber auch zu dünn, ich nutze dann lieber den ungeboosteten Drive mit etwas zurückgedrehtem Volumepoti.
Ganz nett klingt auch, den geboosteten Clean mit einem Tubescreamer o.ä. anzublasen.
Wie weit hast du den Gainregler vom Zerrkanal denn auf? Wenn da zu viel reingedreht ist, kann es natürlich auch sein, dass ein Crunch mit dem Volumepoti schwieriger zu realisieren wird, weil der Sprung zu groß wäre.
 

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