[Amp] ENGL Ironball 20 head

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Hallo zusammen,
ich habe den ENGL Ironball nun seit 5 Tagen und möchte Euch in diesem Review meine ersten Eindrücke schildern, da ich denke, dass diese aufgrund der Neuerscheinung des Amps für einige nützlich sein können. Natürlich kann ich nach dieser kurzen Zeit noch keine Langzeiterfahrungen schildern und die rosarote Brille ist auch noch vorhanden. Ich versuche dennoch so objektiv wie möglich zu bleiben, wenn auch das Fazit mein ganz persönliches sein wird.
Warum der Ironball?

Ich habe schon seit Längerem nach einem kleinen Head Ausschau gehalten, der verschiedene Sounds abdecken kann und Features wie einen Powersoak hat. Da ich in letzter Zeit öfter Metal spiele, sollte er neben Classic Rock (großer Led Zep Fan) eben auch diese Stilrichtung bedienen. Mein Marshall 6100 ist zwar ein super Amp, ist für mich bei moderneren Sounds, aber nicht so richtig das Gelbe vom Ei und als Gitarrist ist man ja sowieso ständig auf der Suche. So habe ich nach Neuerscheinung des Ironballs nicht lange gezögert und habe zugeschlagen. Einsatzgebiet ist bei mir zuhause im Musikzimmer.
Ausstattung/Features


  • 20 Watt
  • Endstufe 2 x EL 84
  • Vorstufe 4 x ECC 83
  • 2 Kanäle
  • EQ: Bass, Middle, Treble, Presence (teilen sich beide Kanäle)
  • Clean Gain
  • Lead Gain
  • Lead Volume (Um die Lautstärke zwischen Clean und Lead abzustimmen)
  • Gain Boost
  • Master Volume
Ironball_front_zpseaeb81d7.jpg

Rückseite



  • 2x 16 Ohm Ausgang, 1x 8 Ohm Ausgang
  • Power Soak 20w / 5w/ 1w / Power off (Power Soak sitzt vor dem 8 Ohm Ausgang, darf also nur bei Verwendung dieses Ausgangs benutzt werden, bei Power Off brauch keine Box angeschlossen sein)
  • Balanced Line out
  • Kopfhöreranschluss
  • Reverb Regler
  • FX-Loop return/send (seriell)
  • Footswitch Anschlüsse ( 1x Channel/Boost 1x Reverb/Master Volume Boost), Fußschalter nicht im Lieferumfang

Ironball_back_zps52a9c63f.jpg


Verarbeitung

Ich hab jetzt nicht reingeschaut, aber von Außen ist das Ding top, stabiles Metall-Chassis mit einem edlen Erscheinungsbild. Sehr robust und tadellos verarbeitet.

Bedienung/Praxis

Zuerst hatte ich Vorbehalte, aufgrund der geteilten Klangregelung. Diese haben sich aber in Luft aufgelöst. Die Kanäle sind gut aufeinander abgestimmt und für mich funktioniert es sehr gut.
Unpraktisch ist allerdings der Reverbregler auf der Rückseite, mit angeschlossenem Fußschalter kann man natürlich leicht ein- und ausschalten, jedoch um die Intensität zu steuern muss man umständlich an der Rückseite rumfummeln.
Ansonsten habe ich eigentlich ohne viel Rumdrehen meine Sounds gefunden.

Sound

Der Amp bietet wirklich eine ganze Palette an Sounds.
Der Cleankanal mag zwar nicht ganz so warm wie beim Marshall 6100, doch überzeugt für meine Zwecke absolut. Ab Clean Gain auf ca. 11 Uhr fängt er leicht an zu zerren, das Ganze kann man dann mit dem Boost noch einmal intensivieren, so dass man tolle Vintage Rock- oder Bluessounds erzeugen kann. Ab Master auf 12 Uhr setzt dann noch zusätzlich Endstufenzerre ein, welche noch einmal eine Schippe Sustain drauflegt (dafür gehe ich aber in den 1w Modus, sonst ist mir das zu laut). Das Ganze klingt auch richtig schön perkussiv, ich mag das.
Ob der cleane Headroom im Bandkontext ausreichend ist, kann ich mangels Band nicht beurteilen.
Im Leadkanal hat man so bei 9-10 Uhr lead gain super Rock sounds und bei 11-12 Uhr schon genügend Gain für Metal. Mit dem Gain Boost dürfte dann eigentlich für Jeden genügend Verzerrung vorhanden sein. Grundsätzlich muss ich sagen, dass der Ironball richtig schön unten rum schiebt und der Ton schnell steht, ordentlich Attack halt.
Die nachfolgenden Soundschnipsel sind spielerisch nicht gerade anspruchsvoll, hoffe aber sie vermitteln einen Eindruck vom Sound des Kleinen.
Sie sind alle im 5w-Modus aufgenommen, über eine Marshall 1936V von einem Sennheiser e606 abgenommen, dann ab ins Interface und unbearbeitet in mp3 umgewandelt.

Clean:
Gibson Les Paul R8, neck (Burstbucker 1)
Clean Gain: 9.30 Uhr, Bass 13 Uhr, Mid 14 Uhr, Treble 13 Uhr, Presence 12 Uhr, Master 10 Uhr, boost off
https://soundcloud.com/mcflower/sets/engl-ironball-clean

Clean+ reverb:
Gibson Les Paul R8, neck (Burstbucker 1)
Alle Einstellungen wie Clean zusätzlich Reverb auf 11 Uhr
https://soundcloud.com/mcflower/engl-ironball-clean-reverb
Clean Boost:
Gibson Les Paul R8, bridge (Burstbucker 2)
Clean Gain: 12 Uhr, reverb off, boost on, Rest wie Clean https://soundcloud.com/mcflower/engl-ironball-clean-boost

Lead Classic
Gibson Les Paul R8, bridge (Burstbucker 2)
Lead Gain 10 Uhr, reverb off, boost off, Rest wie Clean https://soundcloud.com/mcflower/engl-ironball-lead-classic


Metal
Gibson Les Paul Studio, bridge (Bareknuckle Aftermath); D-Standard
Lead Gain 11.30 Uhr, reverb off, boost off, mid 11 Uhr, bass und treble 13 Uhr, Presence 12 Uhr https://soundcloud.com/mcflower/engl-ironball-metal-boost-off

Metal (boost on)

Gibson Les Paul Studio, bridge (Bareknuckle Aftermath); Drop C
Lead Gain 11.30 Uhr, reverb off, boost on, mid 11 Uhr, bass und treble 13 Uhr, Presence 12 Uhr https://soundcloud.com/mcflower/engl-ironball-metal-drop-c

Fazit

Kompakter, stabiler und vor allem flexibler Head, der sich nicht nur im Metal wohl fühlt. Aufgrund des Power Soaks optimal für Studio und Home Anwendungen geeignet. Band/Proberaum-Tauglichkeit kann ich nicht beurteilen, aber viele Stimmen (ich weiß, gibt auch andere Meinungen) sagen ja, dass dort 20 Watt vollkommen ausreichen.
Der Kopfhörerausgang ist übrigens gar nicht so schlecht, ich spiele nur generell lieber ohne Kopfhörer.
Preis/Leistung geht absolut in Ordnung, leider ist -wie bei Engl üblich- kein Fußschalter im Lieferumfang.

Fragen beantworte ich natürlich gerne.

LG McFlower
 
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So, nach weiteren Tagen des Testen, möchte ich noch meine neuesten Erkenntnisse posten:

  1. Der Ironball verträgt sich sehr gut mit meinen Effektpedalen. Der Flanger und der Chorus im Effektloop funktioneren einwandfrei- Außerdem werden mein Fuzz und mein Okko Diablo vor dem Amp sehr gut angenommen.
  2. Habe ich mal den balanced/frequency compensated line-out fürs Recording getestet. Da ich eh nicht so der Experte bei der Mikrofonierung bin ist der line-out eine echte Alternative, insbesondere fürs silent recording.
Hier die soundfiles die direkt vom line-out ins interface gehen, natürlich wieder unbearbeitet:

https://soundcloud.com/mcflower/metal01-line-out-engl-ironball
https://soundcloud.com/mcflower/metal02-engl-ironball-line-out
LG McFlower
 
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Danke für die Soundbeispiele. Also für Testaufnahmen ist der Line Out sicherlich ok, aber für mehr (wie alle frequenzkorrigierten Line Outs die ich bislang hören durfte) nicht geeignet. Irgendwie hat es für mich kein Hersteller bislang geschafft da eine ordentliche Simulation hinzubekommen.
 
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Ja. Eine Studioproduktion wird man damit nicht machen. Aber für mich ist das echt eine Alternative, da ich so sehr schnell ein paar Ideen festhalten kann und meine Mikrofonierungsversuche auch nicht das Gelbe vom Ei sind. Der Sound ist da bei mir nie so genial, wie ich ihn aus der Box höre. Da habe ich noch Nachholbedarf und da ich mich im Moment eher auf die Gitarre konzentriere, ist das mit dem line out schon OK.
Auf jeden Fall macht mich der Amp richtig gierig aufs Spielen. Gestern habe ich mal weniger metal gespielt und hatte richtig Spass an der Endstufenzerre im Cleankanal. Also Vintagerocksounds à la 70s bekommt der Amp auch super hin.
 
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Ich hatte an anderer Stelle versprochen, nocheinmal Samples mit palm mutes hochzuladen.
Was hiermit nun geschieht. Diesmal habe ich eine Spur mit dem e606 abgenommen und gleichzeitig eine zweite Spur mit dem line out erstellt. Im mix ist das mikro ganz links und line out ganz rechts. So kommt es dem Sound den ich während des Spielens höre um Einiges näher.

https://soundcloud.com/mcflower/palmmutes01

https://soundcloud.com/mcflower/palmmutes02
LG McFlower
 
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Hey,

danke für das Review. Hört sich soweit super an der Amp. Dein Review macht mich plötzlich doch neugierig auf den Ironball :gruebel:

Gruß
 
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Hallo,

kannst du näheres zum 1W Modus berichtet? Ist damit noch Zimmerlautstärke möglich? Wie verändert sich die Klangfarbe im Vergleich zum "vollen" 20W Modus?

Danke und Beste Grüße!
 
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Hi

Gutes Review - danke !

Hier auch was neues von Olli:
 
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Hallo,

kannst du näheres zum 1W Modus berichtet? Ist damit noch Zimmerlautstärke möglich? Wie verändert sich die Klangfarbe im Vergleich zum "vollen" 20W Modus?

Danke und Beste Grüße!

Ich weiß jetzt nicht genau, was Du mit "noch Zimmerlautstärke" meinst, also ob man so weit runter kommt in der Lautstärke oder ob er überhaupt so laut wird... ist aber egal: grundsätzlich kann man in jedem Modus Zimmerlautstärke erreichen. Evtl. muß man die Klangregelung anpassen... Aber definitv bekommt man sehr gute Klänge hin.

Ich persönlich spiele zuhause an einer 2x12 im 5W-Modus... spiele auch nicht sonderlich leise. Ich benutze den 1W-Modus eigentlich nur, wenn ich dem Sound Endstufensättigung hinzufügen möchte... ab Master auf 12 Uhr bekommt das hin. Das ist im 1W-Modus aber sicher keine Schlafzimmerlautstärke, falls Du solche Zimmerlautstärke meinst, bei der Mitbewohner schlafen können.
 
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Danke für die Antwort!!!!
 
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Habe mir den Ironball vor ca 2 Wochen als Backup Amp für meinen Fireball 60 gekauft.
Weiterhin soll der Amp als Übungsamp zuhause und als Recording Ergänzung zu meinem Pod HD 500 genutzt werden.

Die Unterschiedlichen Mode (20W / 5W / 1W) sind nicht nur aufgrund der unterschiedlichen Lautstärke praktisch - der Sound ändert sich ggf auch.
Bspw. finde kann man mit Single Coils im 1 Watt Clean mode einen Clean Sound erzielen der so gerade auf der Kippe zum Crunch steht und
sehr dynamisch auf den Anschlag reagiert.

Besonders hervorheben möchte ich die Möglichkeit mit dem Balanced Out direkt in ein Recording Interface zu gehen. Teilweise ist das was man hier soundtechnisch
realisieren kann deutlich besser als beispielsweise mein POD HD 500.

Anbei mal ein kleines Demo des Sounds über den Balanced Out.

Aufnahmekette:

ESP HORIZON (BKP Holy Diver PU´s) --> ENGL IRONBALL --> Audiolink II Interface --> REAPER --> (Effekte aus Guitar Rig - Chorus, Delay, Reverb) --> TRACK S

https://soundcloud.com/sologuitar-1/engl-ironball-esp-horizon-bare

https://soundcloud.com/sologuitar-1/solo-project

Ich bin von dem Clean Sound des Ironball sehr beeindruckt. Lead und Rythm Sound sind ebenfalls meiner Meinung nach sehr authentisch über den Balanced Out.
Über eine 2x12 oder 4x12 Box sowieso. Ich hätte kein Problem mit dem kleinen einen Gig zu spielen. Da ich immer sehr unmotivert bin meinen Fireball + 4x12 ENGL Box zu schleppen wird
beim nächsten mal die 2x12er mit dem Ironball live getestet.
 
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Gibt es schon Ergebnisse für den Gigging-Versuch mit dem Ironball?
Möchte den gerne zu Hause mit 1 oder 5W nutzen und auch flott im Bag zum Gig nehmen können. Dann natürlich 20W und einer 2x12.
Von den neuen Rock und Metalmaster Amps bin ich nicht so angetan...
 
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@nervousfingers Bitte um ein kurzes Statement ;) Danke!
 
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Von den neuen Rock und Metalmaster Amps bin ich nicht so angetan...

Ohne die gespielt zu haben - was ich bisher gehört habe, finde ich auch furchtbar. Keine Ahnung, was sich Engl dabei gedacht hat. Vor allem, dann diese "Gigmaster-Varianten" mit "etwas mehr Röhre" dann noch fast zum Preis vom Ironball zu verkaufen, kann ich überhaupt nicht nachvollziehen.
 
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Hey, kann ich an dem Ironball auch eine 16Ohm Box an den 8Ohm Ausgang hängen damit ich den Powersoak benutzen kann ?
Sollte doch eigentlich nichts ausmachen ??
 

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