[Amp] - Hughes&Kettner Quatum QC-421 (2x10")

von LP/SG-David, 23.09.07.

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  1. LP/SG-David

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    Erstellt: 23.09.07   #1
    So und weiter gehts mit meiner Reviewserie, vorigen Sonntag der Jazz Bass, heute der Hughes&Kettner, nächste Woche: mal sehen :D

    Hughes und Kettner Quantum QC 421 Basscombo

    Vorgeschichte:
    Bis vor ca. 2 Wochen spielte ich noch komplett auf Vox Equipment, so bestand mein Setup aus einem AC50CP oder einem V125 Bass und einer 1x18" Vox Foundation und einer 2x15" Vox Foundation. Das ganze Klang für 60er Musik ganz nett, wenn ich aber mal einen Ausflug in die Blues und 70s Rock machen wollte war allerdings schnell Schluss.
    Ein weiterer Nachteil war das hohe Gewicht. Ich musste das ganz zwar nur so alle 1 bis 2 Monate zu einem Gig schleppen, doch das war genug, der AC50 wog 22kg, der V125 nicht weniger, die 2x15" 30kg und die 1x18" 35kg, und die Teile hatten allesamt beschissen positionierte Griffe, so dass es mir reichte und ich sagte: Das Zeug muss weg!
    Also alles bei ebay rein und hier im Board einen Thread gestartet was es so an Combos bis 1000€ mit einem warmen Sound gibt. Ich danke nochmal allen die mir hier kompetent zu Seite gestanden haben (Besonderen Dank an: CrazyBasser,fourtwelve,bullschmitt,ratking und 500/1):)
    Ich schwankte nun zwischen einem Ampeg B3 mit 15"er und 150 Watt und einen Hughes/Kettner Quantum mit 15" und 400 Watt, den ich allerdings noch nie gehört habe.
    Ich hätte mir fast den Ampeg gekauft, allerdings wollte es der Zufall anders und ich besuchte gestern meine Schwester in Krems/Donau und wenn ich schon gerade dort war, konnte ich doch auch einen Abstecher zu Citymusic machen;)
    Dort stand dann zu meiner Überraschung ein Quantum, allerdings ein 2x10" und ich wollte doch einen 15"er, aber ich war doch neugierig wollte den Verstärker mal "kurz" antesten, ohne eine ernsthafte Kaufabsicht......
    Aus dem kurz wurden 2 Stunden und danach stand für mich fest, 2x10" hin oder her, dass dieser Amp aus dem kalten Niederösterreich ins warme Kärnten auswandern würde :D
    Da war allerdings noch eine Kleinigkeit: Der Preis!
    Angeschrieben war er mit 1329.- und das war mir deutlich zu viel.
    Ich fragte dann was beim Preis für die 1x15" Version möglich wäre,da ich ohnehin einen 15er lieber gehabt hätte, doch ich sah, dass der 2x10"er aufgrund der Staubschicht wohl schon lange im Laden gestanden hat und sie ihn wohl deshalb endlich loswerden wollten.
    Als Preis für den 1x15er bekam ich 870€ als Antwort, das hätte mir schon eher gepasst.
    Also gings nun ans verhandeln und nach ca. 20 Minuten einigten wir uns auf den obrigen Preis für den 2x10"er, ich wusste dass der 1x15" im Internet 945€ kostet und, dass der 2x10" dann noch teurer sein müsste, also waren die 870€ schon ein heißes Angebot.
    Nach ca. 10 Minuten Bedenkzeit (es war schon nach 12 und der Laden war gerade am Schließen, entschied ich mich, ihn dann doch zu kaufen.
    Bei der Kassa angekommen redete "mein" Verkäufer kurz mit einem Kollegen und dieser entgegnete ihm nach kurzer Zeit mit: "Bist du wahnsinnig, das sind doch über 30%!"
    Ich wollte noch ein gratis Push-Pull Poti rauskitzeln, aber da ging dann nix mehr, bei den 870€ war Schluss, die waren aber auch nicht gerade überteuert ;)

    Technische Daten:
    400 Watt
    Vorstufenröhre "Dynavalve"
    2 Eminence Neodym 10"er
    4 Band EQ mit Punch Schalter und "Tube Growl" Regler
    Und natürlich das ganze Programm mit DI-Out, Line-Out, Headphones out
    2 Speakeranschlüsse, einmal Paralell zu den 2x10"er und einmal mit Abschaltung der
    2x10er, sehr praktisch

    Erste Eindrücke, Optik und Verarbeitung
    Zur Verarbeitung kann ich nur sagen: sehr sauber!
    Das Tolex sitzt überall straff, die Ecken und Griffe halten, nichts rappelt oder ähnliches.
    Der Lüfter läuft sehr angenehm und leise.
    Der Verstärker ist beinahe perfekt verarbeitet, nur eins ist mir aufgefallen:
    Das Poti für die "Low Mids" läuft im letzten Drittel etwas schwergängiger als die anderen, aber wie schon in meinen anderen Review erwähnt, ich bin pingelig ;)
    Der Verstärker sieht insgesamt sehr danach aus, als ob er noch ein langes Roadleben vor sich hat, einzig und allein beim Punch-Schalter könnte ich mir vorstellen, dass der mal nach 20 Jahren den Geist aufgibt, da dieser nicht so bombenfest wirkt wie all die anderen Regler, aber Probleme macht er natürlich keine.
    Die 29kg sind nicht viel für 400 Watt und 2x10 und dank der Marshallartigen Schalengriffe lässt er sich leicht tragen

    Sound:
    Hätte man mir vor 2 Monaten gesagt, dass ich bald einen Fender über einen 2x10" Combo spielen würde, hätte ich den Täter dieser Aussage stundenlang ausgelacht, aber es ist nunmal passiert ;)
    Der Verstärker ist einfach ein Wahnsinn, von Beatles bis zu den Chili Peppers deckt er alles ab. Obwohl er nur Halbröhre ist kriegt man mit dem Tube Growl Regler einen wunderbar dreckigen 60er/70er Röhrensound hin, ich spiele bevorzeugt meinen Jazz Bass am Halstonabnehmer mit einem Pick, Tonepoti auf 4 und das ganze klingt in etwa so wie der Bass in Scott McKanzies "San Francisco", also genau den Sound den ich mit dem Höfner und Epiphone Rivoli über die Vox Anlage suchte, aber nie fand.
    Also der Verstärker hat mich echt start beeindruckt, ich wollte nie 10er haben da sie mir untenrum zu dünn und obenrum zu quakig klangen, die im Quantum klingen allerdings super ausgewogen und lassen mich meine 15"er nicht vermissen.
    Der Equalizer ist simpel aber doch recht wirkungsvoll, man müsste schon ein ziemliches Antitalent haben um sich hier den Sound zu verhunzen, er klingt fast in jeder Einstellung gut.
    Zum Bandspiel kann ich noch nichts sagen, aber ich bin mir fast sicher dass sich der Verstärker gut durchschneiden wird

    Fazit:
    Hier kriegt man eine ganz schöne Quantum (für die nicht-Lateiner: Portion;)) Sound fürs Geld. Auch mit den 10"er klingt der Verstärker keineswegs kalt und man kann sich ja später immernoch eine 15"er dazukaufen.
    Die Verarbeitung und auch der Sound sind Top und so kann ich den Quantum wirklich jedem weiterempfehlen, denn einen vergleichbaren 2x10" Combo mit dem Sound zu dem Preis und mit dem Gewicht wird man schwer finden.

    Bilder gibts schon jetzt, Soundsamples kommen nach!
     

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  2. LP/SG-David

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    Erstellt: 23.09.07   #2
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  3. Euphemismus

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    Erstellt: 23.09.07   #3
    Sehr cooles Review! Ausführlich, aber nicht zu lange - und mit dem Preis hast wirklich nix falsch gemacht. Normaler Weise bekommt man dat Dingen vielleicht gebraucht so. Gratulation an der Stelle erstmal...
    Und nun die obligatorische "Soundsample"-Frage... das würd ich brennend interessieren ;)
     
  4. GoodYear

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    Erstellt: 23.09.07   #4
    Jepp ... und mich würde interessieren, ob der Amp laut genug ist. In geschlossenen Räumen ist der Amp bestimmt super, aber packt er es unter freiem Himmel, gegen ein Drumset anzukommen und für die nötige Bühnenlautstärke zu sorgen?

    Gruß,

    Pablo
     
  5. LeGato

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    Erstellt: 24.09.07   #5
    Wenn ich mich da mal einmischen darf: Jepp, isser! :great:

    Ich spiele seit ca. zwei Jahren einen Quantum 421, sowohl indoors als auch auf größeren Open-Air-Bühnen. Auf letzteren muss ich schon mal auf 8 aufdrehen, aber dann rummst's auch wirklich mehr als ausreichend, man kann sich nicht nur hören, sondern auch fühlen. Besonders, wenn man noch mal ein paar untere Mitten extra reingibt.


    @LP/SG-David:
    Glückwunsch zu dem Amp und danke für das Review! :great:

    Kleine "Warnung": Der symmetrische DI-Out ist etwas ungewöhnlich ausgelegt! Das Signal wird erst direkt vor den Speakern abgenommen. So erhältst du für den Ausgang ziemlich genau den Sound, den du dir für die Bühne eingestellt hast - Interaktion zwischen Amp und Speakern inklusive.

    So weit, so gut.

    Man sollte das aber vorher dem Mann am Pult erklären, schließlich erhält er dann nicht das gewohnte "cleane" DI-Signal. Ist aber kein Problem, eher im Gegenteil. Die Tontechniker unserer Band kommen alle problemlos damit klar.

    Auf eins muss man aber unbedingt achten: Dadurch, dass das Signal so weit hinten abgenommen wird, ist der Pegel des Ausgangs vom Master-Volume abhängig. Oder anders gesagt: Wenn du deine Bühnenlautstärke änderst, ändert sich auch der Pegel am FOH.

    Also einmal einstellen und dann Finger weg! :)


    EDIT:

    Da hier nach Soundsamples gefragt wurde: Wer mag, kann sich auf unserer Homepage mal bei den Hörproben umhören. Sind alles Liveaufnahmen. Besonders gut zu hören ist der Bassound bei "Everybody... (Blues Brothers).

    Verwendetes Equipment:
    - Bass: Schack Bolt On Unique Ltd. Edition mit Elixir-Saiten
    - Amp: Quantum 421, abgenommen über DI OUT und Mikrofon
     
  6. LP/SG-David

    LP/SG-David Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.09.07   #6
    So hier ein ca. 4 minütiges Sample, ich hab den Line Out des Verstärkers mit dem Audioeingang am PC verbunden, die Qualität ist leider nicht so gut und der Sound spiegelt auch nicht wirklich den röhrigen Charakter wieder, aber ihr könnt dadurch eine ungefähre Vorstellung des Amps kriegen.
     
  7. GoodYear

    GoodYear Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 24.09.07   #7
    Hi LeGato,

    das klingt gut! Auf kurz oder Lang verkaufe ich meinen etwas zu schwachen Nemesis NC-115 Combo und der Quantum 421 steht bei mir zuhaus.

    Etwas merkwürdig finde ich den DI-Abgriff hinter dem Master-Regler. Ich stelle schon mal im Laufe des Gigs nochmal die Bühnenlautstärke nach, was ja dann ein Problem wäre. Kann man das Teil nicht irgendwie umlöten? Zumindest ne DI-Box davor wäre doch sinnvoll oder?

    Ziel der Aktion ist für mich, nicht mehr zu jedem Minigig mein Ampeg Halfstack schleppen zu müssen.

    Gruß,

    Pablo
     
  8. LeGato

    LeGato Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 25.09.07   #8
    Naja, der Ausgang soll halt die Röhrensimulation der Dynavalve-Schaltung mitliefern. Das geht nun mal erst nach der Endstufe. Wenn man das weiß, kann man sich ja drauf einstellen.


    Mit etwas Erfahrung und Gewöhnung schaffe ich es jetzt ganz gut, die Lautstärke schon beim Soundcheck final einzustellen ...


    Das kommt auf deinen Mann am Pult an, würde ich sagen. Bei uns ist das kein Problem :D


    Eine D.I.-Box direkt hinter'm Bass kommt für mich nicht in Frage, da ich meinen Racktuner gerne dazu nutze, alles zu muten. Das ginge dann natürlich nicht mehr. Signal hinterm Tuner abgreifen wäre natürlich kein Problem, aber bisher kommen unsere Techniker bestens mit dem Signal aus dem D.I.-Out klar.

    Umzulöten braucht du übrigens nix, denn der Amp hat noch einen Line-Ausgang, der das Signal direkt nach der Vorstufe abgreift, Klangregelung inklusive.

    Und wenn du ans FOH oder den Monitorplatz ein unbearbeitetes Signal schicken willst, kannst du dafür auch den Tuner-Out nehmen.



    DAS kann ich bestens verstehen. Deswegen bin ich ja auch von meinem Marshall-Stack auf den Quantum umgestiegen. :D
     
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