Solche Blitzgeschichten hört man immer wieder mal, nur weiß selten jemand, wie stark die Impedanz eines Lautsprechers in sich variieren kann.
Wenn im obigen Beispiel die reine Vervierfachung der gewünschten Impedanz für Blitz und Rauch gesorgt haben sollen, dann dürfte man viele Gitarrenlautsprecher überhaupt nicht allgemein spielen.
Ich habe hier mal beispielhaft einen Impedanzverlauf eines Gitarrenlautsprechers eines größeren Herstellers hergenommen. Interessant ist hier die helle Kurve und die Skala rechts außen.
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Bedeutet: Bei einer Frequenz knapp unter 90 Hz, also recht nah am normalgestimmten tiefen "E" (82,4Hz) hat der Lautsprecher eine Impedanz von über 100 Ohm, also mehr als das Zehnfache der Nennimpedanz von 8 Ohm.
Wenn ich da also ein langes tiefes "E" spielen würde, z.B. mittels Rückkopplung lang gezogen, dann wäre das ja ein Riesenunfallrisiko
Das ist jetzt nur ein Beispiel, aber durchaus realistisch. Jeder Lautsprecher hat seinen Impedanz-Peak woanders und teilweise liegt er unterhalb des Gitarrenspektrums. Bei manchen liegt er aber höher.
Und ich habe noch keine Warnung gesehen: "Spielen sie mit diesem Lautsprecher keinen lauten Slow-Blues in G" oder ähnlich
Ich habe mir einmal die Mühe gemacht, den realen Impedanzwert beim Spielen mit einer PA-Endstufe anzeigen zu lassen, die aktives Load-Monitoring macht, also in Echtzeit die anliegende Impedanz mißt. Da kam ich auch beim normalen Gitarrenspiel immer wieder in die Größenordnung 20Ohm und mehr, also auch schon eine Verdreifachung.
Nachdem ich eigenäugig Röhren während Spielpausen habe durchbrennen sehen, also ohne große Belastung neben dem typischen Rauschen (genau da war kein Impedanzpeak), sehe ich die Impedanz eher entspannter