[Amp] PCL Vintage Amp Stagemaster 30

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PCL Vintage Amp Stagemaster 30




Intro:

Auf der Suche nach einem neuen Bühnen-Verstärker stieß ich irgendwann auf die kleinen (aber feinen?) Stagemaster-Combos aus dem Hause PCL in Deutschland. Hier im Board (insbesonder im Vintage-Amp/Rath User-Thread) hört man ja fast nur Gutes von den unscheinbaren Transistor-Kisten.
Meine Anforderungen waren ja recht einfach: Ein solider und verlässlicher Bühnenverstärker mit gutem Klang. Ach ja, zu teuer sollte er wenn möglich auch nicht sein. Selbst bis dato noch keinen Vintage Amp gespielt und nur durch YouTube-Videos überzeugt, wagte ich einen Blindkauf und erwarb einen gebrauchten Stagemaster 30 hier im Board-Flohmarkt. Nach Stunden über Stunden des Testens und den ersten Bandproben entschied ich mich ein "kleines" Review zum deutschen Brüllwürfel zu machen…


Übersicht:


  • Modell: PCL Vintage Amp Stagemaster 30
  • Typ: E-Gitarren Combo-Verstärker, zwei Kanäle
  • Herkunftsland: Deutschland
  • Technik: Solid-State Verstärker
  • Leistung: ~ 30 Watt
  • Speaker: 1x Jensen Vintage Amp Specialist
  • Anschlüsse: Stereo Footswitch, Send/Return (serieller FX-Loop), Line-Out, 2x Speaker-Out: parallel,min. Anschlusslast 4 Ohm.
  • Regler: Clean: 3-fach Equalizer, Volume; Lead: Gain 1, Gain 2, 3-fach Equalizer, Gain-Balance; Master-Sektion: Reverb, FX-Level, Master-Volume,
  • Schalter: Vorne: manueller Kanal-Wechsler, Gain-Umschalter für Lead-Kanal; Hinten: Power,
  • Gewicht: etwa 12 kg



PCL 1.jpg


Konstruktion:

Rein optisch gesehen wird der PCL Vintage Amp seinem Namen gerecht: Eine cooler Tweed-artiger Bezug zusammen mit Vox-artiger Frontbespannung versprühen ordentlich Retro-Feeling. Auch das silberne Bedienfeld fügt sich schön ins Gesamtbild ein. Zusammen mit den verchromten Metallschutzkappen an allen acht Ecken des Gehäuses überzeugt die Optik, zumindest aus meiner Sicht. Lediglich die Poti-Knöpfe wirken etwas, nun ja, "billig"...
Dreht man den Amp um 180° sieht man durch die offene Rückwand den Jensen Special designed Speaker, zusammen mit ein paar Anschlüssen, dem Power-Schalter und dem Kühlblech. Oben am Amp-Chassis befindet sich der Trage-Griff, mit welchem man den Verstärker ohne Probleme transportieren kann. Hebt man den Stagemaster das erste Mal hoch, fällt einem das überaus angenehme Gewicht von gerade mal 12 kg (!) auf, sicherlich ein großer Pluspunkt des Vintage-Amps!
Sieht man sich das Front-Pannel des Stagemasters einmal genauer an wird klar, dass die deutsche Amp-Schmiede nicht an Reglern gespart hat. Insgesamt 13 Regler findet man vor. Bisher war ich 4 von meinem geliebten Marshall Class5-01 gewohnt, ob mir das nicht zu viel wird? ;-) …
Fangen wir links an: Hier befinden sich die 4 Regler für den Clean-Kanal, bestehend aus dem allseits bekannten 3-Band EQ mit Bass, Middle und Treble sowie einem Volume-Regler. Vorweg muss ich noch etwas zum Volume-Regler des Clean-Kanals sagen. Dieser ist nämlich kein eigenständiger Lautstärke-Regler, sondern er regelt nur das Lautstärke-Verhältnis zum Lead-Kanal. Soll heißen: Clean-Volume auf 12 Uhr → etwa halb so laut wie Lead-Kanal, Clean-Volume voll aufgedreht → etwa gleiche Lautstärke wie Lead-Kanal (natürlich je nach Gain-Setting im Lead-Kanal). So lassen sich diverse Varianten realisieren: man kann von Clean auf Crunch wechseln ohne große Lautstärke-Unterschiede oder dem Solo einen ordentlichen Volume-Boost geben.
Geht man nun etwas nach rechts findet man zwei Schalter vor. Der erste bildet einen manuellen Kanal-Wechsler, der zweite ist ein Gain-Umschalter für den Lead-Kanal, mit dessen Hilfe man zwischen zwei unterschiedlichen Zerr-"Intensitäten" wechseln kann.
Im Anschluss an diese beiden Schalter findet man die Lead-Sektion vor, wieder mit 3-Band Equalizer aber auch mit zwei Gain-Reglern und einem mysteriösen Gain-Balance-Regler. Die beiden Gain-Regler kann man mit dem oben bereits beschriebenen Gain-Umschalter umschalten. So kann man den Stagemaster fast schon in einen 3-Kanaler bzw. in einen 2-Kanaler mit Boost-Funkion verwandeln.
Beispiel: Clean-Volume auf 15 Uhr, Gain 1 auf kurz vor 12 für Crunch-Sounds und Gain 2 wieder auf etwa 15 Uhr für ordentliche Overdrive-Leadsounds
Die genaue Funktion des Gain-Balance-Reglers ist mir selbst noch ein wenig ein Rätsel. Je nach Stellung, also vor oder nach 12 Uhr, gibt dieser Regler den beiden Gain-Reglern des Lead-Kannals nochmal etwas Punch, Zerre und Volume, dient also quasi als Feinabstimmung der beiden Zerr-Stufen.
Als letztes findet man am rechten Rand des Bedien-Pannels noch die Master-Sektion mit Reverb, FX-Level und Master-Volume vor. Letzterer kratz bei mir leider manchmal recht unangenehm, ich werde in nächster Zeit wohl mal beim Radio- und Fernsehtechniker vorbeischaun und den Poti bei Bedarf wechseln lassen.
Der Vintage Amp Stagemaster 30 lässt in puncto Flexibilität keine größeren Wünsche offen, sofern mal nicht 4 Kanäle mit 25 Reglern und programmierbaren Presets braucht. Auf dieses Gebiet erhebt der Stagemaster aber auch keinen Anspruch. Serieller FX-Weg, Line-Out, 2-Kanäle mit jeweils unabhängiger Klangregelung und zweite Zerr-Stufe für den Lead-Kanal reichen zumindest mir vollkommen. Lediglich ein Presence-Regler wäre für mich persönlich vielleicht noch das Tüpfelchen auf dem i gewesen ;-). Das Gehäuse wirkt zudem sehr stabil und bühnentauglich.





PCL 3.jpg
Praxis und Sound:

So, dann stöpseln wir den Netzstecker einmal ein. Den Power-Schalter gleich einmal umlegen, schon fällt die angenehm hell leuchtende blaue Status-LED auf, welche auf die Betriebsbereitschaft des Stagemasters hinweist. Des Weiteren zeigen rote Leuchten an, in welchem Kanal man sich gerade befindet. Allesamt so hell, dass man es auch aus gewisser Distanz auf der Bühne sehen kann. Im Übrigen gibt es beim manuellen Umschalten des Kanals nur ein sehr dezentes Schaltgeräusch, aber alles im grünen Bereich und nicht weiter störend. Wie oben bereits beschrieben kratzt der Master-Volume-Poti hin und wieder, was aber wahrscheinlich daran liegt, das ich meinen Stagemaster gebraucht erworben habe.
Dann schließen wir einmal meine Fender American Deluxe Stratocaster an, um uns etwas näher mit dem wohl wichtigsten Aspekt eines Verstärkers zu befassen: dem Sound.
Am Anfang gleich einmal großzügig Master-Volume und Clean Volume auf 12 Uhr. Ooops, doch ein bisschen laut :D … Der Amp hat ganz schön Power! Die 30 Watt Transistor-Leistung dürfen nicht unterschätzt werden. Spätestens mit einer externen Box hält das Teil wohl mit den meisten Schlagzeugern locker mit, solange sie nicht irgendwelche aus dem Zoo entlaufenen Drum-Berserker sind :rolleyes: . Der Stagemaster ist sogar in der "kleinsten" Ausführung und trotz Transistor-Technik als reiner Bedroom-Amp eher ungeeignet. Der 12"-Lautsprecher will ein bisschen gefordert werden, im Großen und Ganzen klingt der PCL auf Bandproben-Level am dynamischsten und lebendigsten.
Nun aber die Lautstärke herunter regeln und genau hinhören :) :



Runde 1: Clean-Kanal mit Fender American Deluxe Stratocaster:

Reden wir nicht lange um den heißen Brei herum: Der unverzerrte Betrieb ist die aller größte Stärke des Vintage Amp Stagemaster. Genau deswegen hab ich mir ihn ja auch gekauft, ich wollte einen stabilen bandtauglichen Verstärker mit glockenklaren, perlenden Clean-Sound. Egal ob fast schon dumpfe Jazz-Sounds oder nasale "scooped"-Klänge mit beinahe voll rausgedrehten Mitten - der Stagemaster klingt dynamisch, lebendig und rundum zufriedenstellend! Mit der sehr gelungenen, wirklich effektiv arbeitenden 3-fach Klangregelung lassen sich die meisten cleanen Vorstellungen realisieren. Dreht man die Höhen etwas auf und gibt etwas Hall dazu, tönt es schon etwas amerikanisch aus dem Lautsprecher, betont man etwas die Mitten (Setting: Bass: 12 Uhr, Middle:15 Uhr, Treble: 12 Uhr) hat man einen mehr als amtlichen Blues-Ton. Trotzdem will ich den Stagemaster weder in die Fender noch in die britische Schublade stecken, er bietet großteils recht eigenständige Sounds!
Die Klangregelung fällt beim Vintage Amp besonders positiv auf. Die einzelnen Pick-Up-Stellungen meiner Stratocaster werden schön betont. Der Halstonabnehmer regiert wie alle anderen Stellungen sehr schön auf den Anschlag und bei beherztem Anschlag gibt es das berühmte Strat-"Ploing". Den Vergleich mit einem Röhrenverstärker möchte ich in diesem Review allgemein vermeiden, da ich mir ja bewusst einen TRANSISTOR-Verstärker gekauft habe, allerdings - für alle dies interessiert - steht der Clean-Kanal jenen von einem Marshall Class5 oder dem alten Fender Tweed meines Gitarrenlehrers vollkommen ebenbürtig gegenüber. Von sterilem, leblosem Dosen-Sound Lichtjahre entfernt! ;)

Runde 2: Clean-Kanal mit Hagstrom HL-550:
Nun stöpseln wir die Gitarre um. Transistor-Amps sind ja seit langem beliebt unter Jazz-Gitarristen, man denke nur an den legendären Roland JC-120 aber auch den Moog Lab Series Amps. Also bin ich auch neugierig wie der Stagemaster meine Hagstrom HL-550, einer waschechten, fetten Jazz-Gitarre mit Floating-Mini-Humbucker meistert. Mit meinem Class5, der ja für seinen manchmal etwas topfigen Klang bekannt ist, endete dies meist in dumpfem Grollen. Der Stagemaster macht auch hier eine deutlich bessere Figur. Die Diskant-Saiten klingen schön präsent und die umwickelten Flatwounds tönen herrlich holzig, luftig und weich. Mit etwas "hauseigenem" Hall ist man sowohl für Comping als auch für rasende BeBop-Linien gerüstet, sofern man diese anders als ich auch spielen kann :D
Auch wenn ich nur ungern diesen Clean-Kanal verlasse, wechsle ich wieder zur Strat und begebe mich nun in crunchende Gefilde … ;)


PCL 4.jpg


Runde 3: Lead-Kanal (mit Gain vor 12 Uhr) mit Fender Stratocaster:

Hier zeigen sich leichte Schwachstellen beim PCL, aber dazu erst später. Der Lead-Kanal verzerrt recht stark, auch wenn der Stagemaster keine High-Gain Sounds liefert. Bereits ab ca. 9 Uhr hat man schon ein recht ordentliches Brett, ideal für Classic-Rock und jegliche Art von Power-Chords! Auch die Klangregelung des Lead-Kanals, welche angeblich speziell für Overdrive-Sounds konzipiert wurde, gefällt mir sehr gut.
Auch verzerrt gibt der Vintage Amp die Arbeit der rechten Hand sehr dynamisch wieder, was womöglich den ein oder anderen überraschen könnte, wird den Transistor-Verstärkern fälschlicher Weise immer wieder eine gewisse Leblosigkeit unterstellt. Alles in allem liefert der Vintage-Amp also sehr angenehme Rock-Sounds, aber was der Vintage-Amp irgendwie nicht so richtig kann oder will ist das, was man meist von einkanaligen Röhren-Amps kennt: Dieses schöne Zwischending von Crunch und Clean, also wo man wirklich schön den Zerrgrad mit dem Anschlag und dem Volume-Poti regeln kann. Das lässt sich mit dem Stagemaster nur schwer bewältigen. Arbeitet man mit dem Volume-Poti muss man schon ziemlich weit zurückdrehen damit der Kanal wieder halbwegs Clean wird.

Runde 4: Lead-Kanal (mit Gain vor 12 Uhr) mit Epiphone Les Paul Standard:
Wechselt man zur Humbucker-Gitarre bestätigt sich das obere Bild. Auch das meistert der Stagemaster recht souverän, deshalb erspar ich mir hier nochmal das gleiche zu schreiben. :)

Runde 5: Lead-Kanal (mit Gain nach 12 Uhr) mit Fender Stratocaster:
Drückt man nun den Gain-Umschalter und regelt den Gain-2-Poti auf etwa 15 Uhr, liefert der Stagemaster einen Overdrive-Lead-Sound, und das nicht zu knapp. Ordentlich Sustain vollkommen ohne modernem High-Gain sondern eher Vintage-Overdrive. Dezent Hall dazu, Höhen rausdrehen und Mitten ordentlich reindrehen. Hey, das klingt schon richtig nach Santana, und das mit einer Strat :gruebel: :D
Auf Grund des mittlerweile doch recht hohen Zerr-Grades ist der Amp nicht mehr ganz sooo dynamisch im Anschlag, aber immer noch überraschend gut! Auch Power-Chords matschen schon spürbar, daran hat aber sicherlich auch meine Strat mit passiven Single-Coils Schuld dran. Jegliche Single-Note Lines verarbeitet der PCL aber vorbildlich und das Dank Transistor-Technik auch bei moderater Lautstärke. Toll! Überraschend auch wie gut die einzelnen Tonabnehmer-Stellungen noch wiedergegeben werden, das kannte ich bisher noch nicht. Dank der angenehmen Zerre setze ich diesen Overdrive von Blues bis Rock sehr gerne ein.
Obwohl ich selbst im Prinzip keinen Metal spiele, trau ich mich zu sagen, dass der "hauseigene" Lead-Kanal nicht wirklich für die Schwermetall-Ecke geeignet ist. Aber wer kauft sich für sowas schon einen Verstärker der "Vintage-Amp" heißt und wie die Jacke eines alten Uni-Professors ausschaut?!? :D





PCL 2.jpg
Übrigens:
Herrlich reagiert der Verstärker auch auf die meisten Effekt-Pedale, der Lead-Kanal bspw. besonders schön auf ein vorgeschaltetes WahWah!

Erbarmungslos:
Aufgepasst: Der Stagemaster ist absolut erbarmungslos wenn es um unsauberes Greifen oder Timing-Probleme geht. Hier wird absolut nichts kaschiert oder schön gebogen. Um die volle Pracht des Stagemasters zu genießen ist ein gewisses, bitte nicht falsch verstehen, "Können" notwendig. Also Rhythmus-Sachen schön tight spielen und auch Solos überzeugend vortragen. Hofft man in dieser Hinsicht auf Rückendeckung des Amps, lässt einen der Stagemaster wohl oder übel im Stich.
Hat man den Stagemaster aber einmal im Griff, möchte man ihn nur ungern wieder ausmachen, ist er doch ein Amp zum genießen.



Resümee, Pros und Cons und ein paar abschließende Gedanken:

So, wem kann ich den PCL Vintage Amp Stagemaster nun empfehlen? Grundsätzlich jedem. Er ist einfach ein traumhafter Verstärker, bei dem das Preis-Leistungs-Verhältnis einfach grandios ist.
Am aller meisten erstaunt und überzeugt der Stagemaster aber in der Band. Mit irrsinniger Präsenz und Durchsetzungsvermögen passt er in jedes Bandgefüge von Jazz bis Rock. Auch seine reichhaltige Ausstattung ist auf der Bühne ungemein hilfreich. Dank Transistor-Technik nicht so zickig wie ein Röhrenverstärker, ist der Stagemaster ein sehr gut klingender Arbeits-Tier.

Prädikat: Antesten, sonst Bildungslücke ;)





PRO:

  • Klang (besonders Clean)
  • Geringes Gewicht
  • Großzügige Ausstattung
  • Optik
  • Flexibilität im Sound, sehr wandelbar
  • Erstaunlich hohe Dynamik und Präsenz im Anschlag
  • DIE Ehrenrettung der Transistor-Verstärker

CONTRA:

  • Subjektiv gesehen leichte Schwächen im Crunch-Sound



Produktseite: http://www.pcl-vintageamp.de/produkte.php?grp=1&id=6&la=de&r=0



Ich hoffe ich konnte dem ein oder anderen ein paar Ideen zum nächsten Verstärker-Kauf geben und manchen von euch die Stagemaster-Serie von PCL etwas näher bringen.
Bei Fragen, Anregungen, Lob und Kritik zu meinem Review oder weitere Meinungen zum Verstärker, bitte einfach hier posten oder mir eine PN schreiben, ich bin für sämtliche Resonanz dankbar .



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PS.: An dieser Stelle nochmal ein Danke und schöne Grüße an User Atrox hier im Board, von dem ich den Verstärker erworben habe :)
 
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Sehr schönes Review! Deckt sich mit meinen Erfahrungen. Aber: auch High Gain ist möglich, der PCL ist da sehr von den Pickups abhängig. Bei EMGs oder heißeren Humbuckern ist der zweite Leadkanal mehr als ausreichend. Er klingt nicht so satt wie zB ein 5150, weil er viel weniger komprimiert und trockener ist. mit einem Tubescreamer davor klingt das gute Ding aber mehr als fett. In einem Bandkontext setzt sich der trockenere Ton auch super durch, die Jungs von PCL haben den Amp genau darauf abgestimmt. Wie du schong eschrieben hast, er lebt mit der Band voll auf. Ich habe ihn selber öfter an eine 1960 angeschlossen und da konnte er mit jedem 100W-Röhren-Geschoss mithalten.

Auch, dass er ehrlich ist, stimmt. Wenn das Sustain nicht in den Fingern ist, dann hilft der Amp dir hier auch nicht weiter! Dadurch lernt man richtig spielen :D
 
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Hi!

Ja, das mit den PUs wird wohl stimmen. Wie schon geschrieben liegt mein Hauptaugenmerk eher im Vintage-orientierten Equipment. Strat SCs sind halt für nicht für die härtere Gangart gemacht. :ugly:
Da hast du sicherlich mehr Ahnung von High-Gain Sounds ;)
 
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Sehr gutes Review mit guten Bildern. Vielen Dank!
 
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schönes ausfürhliche Review!
:great:
 
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Ein sehr tolles Review, danke!
Ich besitze einen alten Rath Retro 50 :rock:und kam zum gleichen Schluß, dass der Lead Kanal etwas zu "heiß" ist. Aber inzwischen, denke ich, dass dies absicht des Herstellers gewesen ist: der Verstärker ist nämlich so konzipiert, dass der Crunch-Sound nicht im Lead Kanal zu finden ist, sondern (wie bei Röhrenverstärkern) im Clean Kanal beim voll aufgerissenen Master Regler.(Laut Werbung sollt die Endstufe ja wie eine Röhrenendtufe reagieren). Nur, dann wird's extrem laut und so etwas kann man nur im Bandkontext (Proberaum/Bühne) erleben. Ich habe selbst vor kurzem einen Koch Dummybox angeschlossen, damit ich dies auch bei angenehmen Lautstärke erleben kann. So gesehen, sind die Amps von Jürgen Rath den meisten Röhrenverstärkern ziemlich ähnlich - man bleibt im Clean Kanal für Dynamisches und Crunch und Wechselt zum Lead Kanal für Soli (oder man bleibt im Lead Kanal, wenn man Heavy Richtungen spielt). Wie du sagst, klingt der Verstärker am schönsten, wenn es laut wird. Das scheint mir leider immer der Fall zu sein: du hast den Marschall 5 Watter gehabt, wahrscheinlich, weil es "nur 5 Watt sind". Voll aufgedreht ist das aber immer noch sehr laut. Ich habe einige "kleine" Röhrenverstärker: H & K Crunchmaster, Reußenzehn EL34, Laney L5T Lionheart, Kingsley Deluxe 1 (1 Watt!) - und sie sind alle viel zu laut für eine normale Wohnung, wenn dei Endstufe übertsteuert werden sollte. Die Lösung, wenn's leise sein muss, ist entweder Bodentreter zu benutzen oder die Vorstufe zu ubersteuern. Und da sind wir zurück zum Thema: bei Rath kann man die Vorstufe des Clean Kanals nicht übersteuern (oder nur mit Booster usw.) und die Verzerrung im Lead Kanal fängt sofort an, so dass man beim Leisespielen keine möglichkeit hat diesen Sound zwischen Clean und Crunch zu bekommen. Dies erledigt mein H & K Triplex (Transistorentechnik) vortrefflich, aber der ist als Übungsamp konzipiert, den man gelegentlich Live spielen kann. Der Rath/PCL Vintage ist von Grund auf als Bühnenverstärker konzipiert ....... .
 
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Hey thedavydark!

Toller, ergänzender Beitrag! :great:

Tatsächlich haben wohl viele PCL/Rath-Amps diese "Virtual Tube"-Technik (steht zumindest auf meinem SM).
Ich muss aber gestehen, so laut hab ich meinen Vintage Amp noch nie aufgerissen. Selbst bei Bandproben komm nicht annähernd auf Rechtsanschlag beim Master. Leistungsreserven hat der Amp ja genug.

Ich muss auch sagen, dass ich mir gerade von einem Transistor-Amp gerade bei geringerer Lautstärke guten Soung erhoffe.
Ich spiele in einer deutlich leiseren Combo (u.a. mit afrikanischer Djembe) und da kann ich unmöglich einen 30W Verstärker vollgas fahren.
Ohne externe Leistungsregulierung wird's da schon schwierig :D


Trotzdem berhauptet sichmein Stagemaster noch immer sehr gut. Ist jetz schon ein paar Monate in Gebrauch und es gibt nix zu beanstanden.
 
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