[Amp} Toneking Gremlin - 5 Watt für ein Hallelujah

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Hallo zusammen,

auf der Suche nach einem schönen Röhrenamp mit der Option wohnzimmertauglich zu spielen, bin ich auf den Gremlin Tone King gestoßen. Letztlich habe ich ihn mir mit zwei anderen Amps bestellt und war mir relativ sicher, dass ich ihn zurückschicken werde. Die Konkurrenten Peavey und Fender Bassbreaker hatte ich im Laden schon einmal angespielt und fand sie ganz gut. Wieso sollte ich also für (auf dem Papier) ähnliche Hardware mehr als das doppelte ausgeben? Jedenfalls ist er geblieben, was mich ziemlich überrascht hat.

Soviel zur Einleitung. Wieso durfte der Gremlin bleiben?

Verarbeitung und Design:
Das gute Stück kommt aus den USA und wird dort handverdrahtet hergestellt. Der Gremlin Tone King ist in etwa so groß wie ein Toaster, wiegt mit ca. 6,5 kg aber deutlich mehr. Ich habe ihn in der cremefarbenen Variante mit Tolexbespannung und Ledergriff an der Oberseite. Der Amp ist absolut stabil zusammengebaut und wirkt sehr wertig. Das Tolex weist keinerlei Klebespuren oder unsaubere Kanten auf. Auf den vier Gummifüßen steht er stabil. Die Potis (derer nur zwei!) drehen angenehm mit leichtem Widerstand und passen farblich wunderbar zur Cremeoptik. Eine grüne Leuchte zeigt den Betriebszustand an und das Einschalten erfolgt über einen Metallswitch auf der Rückseite.
Soweit so gut. Das Design muss man mögen, daran ist optisch nichts modern, sondern einfach alles auf Retro/Vintage gemacht.

IMG_7924.jpg


IMG_7923.jpg

Ausstattung:
Der Amp bietet 5 Watt und arbeitet mit zwei 12AX7-Röhren in der Vorstufe und einer KT66-Röhre zum laut machen. Man hat die Wahl zwischen zwei Kanälen (Rhythm und Lead). Die Bedienung ist ziemlich übersichtlich, denn sowas wie Mastervolume, Bass, Mitten oder Treble sucht man vergebens. Ich habe mich im Vorfeld gefragt: Spinnen die? Dazu später mehr. Die Rolle des Mastervolume wird hier durch einen (leider nur über die Rückseite in fünf Stufen regelbaren) Tone King Ironman übernommen, mit dem man die Gesamtlautstärke anpassen kann. Eine lautlose Option gibt es nicht (was ich schade finde). Die Bedienung des Ironman ist fummelig auf der Rückseite, aber so oft stellt man das ja nun auch nicht um.
Es bleiben also zwei Potis: Volume bzw. eigentlich Gain und Tone und darüber wird der gesamte Klang geformt. Außerdem gibt einen Line-Out auf der Rückseite, den ich aber bislang nicht getestet habe. Insofern kann ich dazu nichts sagen.

Tone-Regelung:
Das war für mich eigentlich eines der KO-Kriterien, weshalb ich dachte, der Amp würde so oder so zurückgeschickt. Wer verbaut denn bei einem so teuren Amp mit dem selbsternannten Ziel ein "Studioamp" zu sein, nicht einmal eine vollständige EQ-Sektion mit Bass, Mitten und Höhen?
Nach anfänglicher Skepsis bin ich mit der Lösung letztlich sehr zufrieden. Auf jeder Stufe klingt der Amp wie zu erwarten anders, aber wirklich überall gut. Durch die sehr unterschiedlichen Klangcharakteristiken meiner beiden Gitarren (ES-335 und Strat), brauchte ich an anderen Amps meistens einen Augenblick zum umstellen, wenn ich die Gitarre gewechselt habe. Am Gremlin ist es über 1-2 Stufen Aufdrehen am Tone-Regler sofort ein guter Klang, wenn ich gewechselt habe. Überhaupt ist es mir nicht gelungen einen wirklich schlechten Sound aus dem Amp zu bekommen. Alles klingt rund und die Abstimmung der Frequenzkurve ist wirklich gut gelungen.

Rhythm-Kanal:
Von Toneking wird der Kanal als "Clean-Kanal mit fender-like glockigen Höhen" beschrieben. Das kann ich nur so bestätigen. Ab ca. Volume 2 (bis 9) entstehen sehr brauchbare und schöne Sounds, die sehr lange clean bleiben. Mit der Strat (ohne Pedale) kann ich bei Singlenotes bis ca. 5/6 aufdrehen, während die P90er meiner ES-335 schon ab ca. 4 langsam Gas geben. Bis dahin ist der Klang glockig, sehr höhenreich ohne harsche Spitzen und singend-obertonreich bei Akkorden. Darüber hinaus wird der Ton fetter, dicker und satter. Es bleibt gerade so noch clean, aber man hört deutlich die keuchende Endstufe und das klingt fantastisch. Im Übergang von Singlenotes zu Doublestops beginnt der Amp zu blubbern, dass es eine Freude ist. Und das ganze bei Zimmerlautstärke, so dass meine Tochter im Nachbarraum selig schläft.
Die Zerrstruktur ist sehr harmonisch und ist für Blues/Rock/Jazz toll geeignet. Ich bin hin und weg von dem Sound. Auf der Suche nach dem was ich als "britzelnd, glitzend und kurm vorm Platzen" bezeichnen würde, bin ich erstmal angekommen. Das ist für meine Art von Musik (Blues, etwas Bluesrock) alles was ich brauche und gesucht habe.

Lead-Kanal:
Vorweg muss ich sagen, dass der Rhythm-Kanal eigentlich im Bereich 1-2 genau so nochmal im Lead-Kanal steckt. Dreht man das Volume weit zurück, kann man auch im Lead-Kanal noch clean spielen. Die Zerrstruktur ist allerdings etwas anders und weniger freundlich als im Rhythm-Kanal. Im Lead-Kanal bewirkt ein fester Anschlag schon ein merkliches Fauchen, das sehr schöne Tweed-Sounds hervorbringt. Überhaupt ist hier noch mehr Dynamik drin als im Rhythm-Kanal. Ich habe die meiste Zeit das OD-Pedal aus, weil ich alleine durch den Anschlag zwischen angedicktem Sound und Grollen wechseln kann. Im mittleren Bereich (Volume 4-5) kommen rasch Sounds, die mich an ACDC erinnern und Lust auf Rock machen. Darüber hinaus wird aus dem Fauchen je nach Stellung des Tone-Regler entweder ein wohlklingendes Kreischen oder ein tiefes Grollen. Das ist zwar nicht so mein Metier, aber ich habe am langen Wochenende einige Stunden Rockzeug gespielt, das ich sonst nicht anpacken würde. Einfach weil es so gut klang.
Aufgrund meiner Skepsis gegenüber der (nicht vorhandenen) EQ-Sektion, habe ich versucht klassische Sounds nachzubilden und bin mit ein wenig Herumspielen eigentlich überall hin gekommen. Eindrucksvoll. Very tweedish.

Laustärke und Leistungsreduktion:
Den eingebauten Ironman II von Toneking (Attenuator) habe ich in allen Varianten getestet (Stufe 1-6). Ja, es gehen etwas Höhen verloren. Aber das hält sich sehr in Grenzen. Die leiseste Stufe ist so leise, dass ich direkt vor meiner Box mein trockenes Spielen lauter höre als das verstärkte Signal. Ab der zweiten Stufe beginnt dann eine für mich taugliche Leistungsreduktion. Die Röhre keuchen hören bei Zimmerlautstärke macht einfach Spaß und klingt gut. Da ich da kein Experte bin und groß keine Vergleiche zu anderen Leistungsreduzierern anstellen möchte, guckt euch lieber ein Review vom Ironman an.
Wie laut kann der Gremlin? Auf Stufe 4 (von 6) kam meine Frau runter und fragte mich, wie lange ich das noch für eine gute Idee hielte. Durch zwei geschlossene Türen und über zwei Stockwerke hinweg fühlte sie sich ziemlich gestört und besonders empfindlich ist sie nicht. Stufe 5 habe ich noch ausprobiert als sie weg war, das war für mich schon nicht mehr angenehm. Stufe 6 ist für mich ohne Gehörschutz nicht mehr drin, aber da bin ich vielleicht auch empfindlich. Also das Ding ist trotz seiner 5 Watt ziemlich laut. Ich würde stark vermuten, dass man mit voller Leistung durchaus Gigs in kleinen Locations machen könnte.

IMG_7925.jpg


Fazit:
Verdammt. Die Kaufentscheidung für den Fender Bassbreaker 15 war im Laden eigentlich gefallen. Der Klang war gut und hatte sogar Reverb und einen FX-Loop neben der EQ-Sektion an Bord. Aber im direkten Vergleich war der Unterschied selbst für mein nicht eben fachkundiges Ohr enorm. Der Gremlin klingt tiefer, komplexer und während ich z.B. beim Bassbreaker dachte "guter Sound", möchte ich beim Gremlin einfach dem ausklingenden Akkord zuhören. Was da anders ist, kann ich schwer beschreiben und würde empfehlen bei Interesse mal reinzuhören. Das Video von HP zum Toneking ist ganz gut, wenngleich die Fülle des Tons da auch nicht wirklich rüberkommt.
Die Bedienung ist für mich als chronischen Tonfummler, obwohl ich eigentlich üben sollte, ein Segen. Ich kann schnell einstellen was ich will und es klingt. Vermissen tue ich dabei nichts.

Ein paar Kritikpunkte dazu gibt es allerdings schon. Für den wirklich unanständigen Preis von 1200 Euro (wobei man natürlich den Attenuator mitzahlt, das relativiert die Sache), hätte man schon einen Kanalumschalter und eine Schutzhülle spendieren können. So muss man jetzt quasi zwangsläufig noch einen A/B/Y-Footswitch und ein Cover anschaffen. Wünschenswert wäre es gewesen, könnte man die gesamte Leistung in Wärme umwandeln für silent-recording. Das relativiert sich aber durch die leiseste Stufe, da man im Nachbarraum kaum hört, dass jemand spielt. Langfristig kann man natürlich irgendwann in die Verlegenheit kommen, einen Sound haargenau nachbauen zu wollen. Spätestens dann wird ein Tone-Regler nicht mehr reichen und man ist auf ein vorgeschaltetes EQ-Pedal angewiesen.

Apropos Pedale: Der Amp verträgt sich mit OD-Pedalen vom eher zarten Charakter sehr gut. Der Versuch ein Pedal der härteren Gangart von einem Freund anzuschließen klang... eher so geht so. Kann man machen, klingt ganz ok, aber mehr halt auch nicht.

Ich habe noch ein paar Fotos geschossen und hoffe das Review ist für den einen oder anderen interessant. Aber nach der langen Beratung zur Suche nach "meinem Sound" hier im Forum, ist ein Review des neuen Amps das Mindeste.

Viele Grüße
Anfängerfehler!
 
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Schönes Review!
Ich habe mir ja vor einiger Zeit den Gremlin als Combo gegönnt ... mit zusätzlichen Bodentretern habe ich noch nichts gemacht, kein Bedarf, aber ansonsten decken sich meine Erfahrungen mit deinen. Der Gremlin klingt für mich einfach saugut, grad auch mit diesem speziellen Attenuator (ich spiele fast nur zu Hause), und macht einfach Spaß ... keiner der anderen, die ich angetestet hatte, ist da rangekommen ... :)
Nur der hohe Preis tat doch ein bisschen weh.
 
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keiner der anderen, die ich angetestet hatte, ist da rangekommen ...
Darf ich fragen, welche anderen Amps Du auf Deiner Suche angespielt hast? Also was wären die möglichen Kontrahenten für Dich gewesen? Ich habe als Heads einen Peavey Lunchbox, den Bassbreaker 15 und einen Ampete Two angespielt. Außerdem einen Blues Junior IV und einen Blues DeVille jeweils als Combo. Die waren alle gut, aber keiner kam irgendwie an Ton und Spielgefühl von dem Gremlin ran.
 
Blues-Opa
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Weiß ich nicht mehr genau. Es waren alles kleinere Combos, ich wollte unbedingt einen "typischen kleinen Combo", und sie durften nicht zu schwer sein. Der Supro Blues King 12 war auch noch sehr nah dran, daber ich bin dem Charme des Gremlin erlegen :) .
 
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Der kleine Gremlin würde rein klanglich auch in mein Beuteschema passen.
Den (und auch den Imperial) konnte ich auch schon mal ausprobieren.

Viel Freude damit!
 
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Der Imperial fiel bei mir wegen Größe und Gewicht schon aus dem Raster, das tue ich meinem alten Rücken nicht mehr an, hab da eh Probleme genug mit ... :(
Der Imperial ist natürlich von Leistung und Ausstattung her nochmal eine ganz andere Nummer ... für mich "too much" ... wobei manchmal bisschen Hall oder mal bisschen Tremolo schon auch schön wären ;)
Aber genau genommen ist für mich selbst der Gremlin überdimensioniert (aber klingt eben grad auch leise gespielt ausgesprochen gut), und grad das "Altmodische", Puristische liegt mir eigentlich sogar mehr, bin halt nun mal ein alter Dackel ... :)
 
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Sehr schönes Review, interessanter und feiner Amp. (y)(y)
Wenn die Verarbeitung so gut ist wie beschrieben (und wie auch von HP gelobt), und der Sound so klasse ist, dann ist der Preis doch okay für einen Boutique-Amp.
Man hat viel Freude damit und es ist eine Anschaffung für eine lange Zeit.
Andere kaufen sich für das Geld ein Smartphone, oder eine Digitalkamera, welche(s) in 1-2 Jahren veraltet ist.
 
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glombi
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Schönes Review :great:. Aber der Preis ist schon eine Hausnummer. Dafür hätte eine Kanalumschaltung ruhig dabei sein dürfen.
Verarbeitung und Design:
Das gute Stück kommt aus den USA
Dafür sieht er auf den Bilder überraschend gut verarbeitet aus. :redface:

Die Front-Plate ist fürd en Preis leider etwas lieblos gestaltet, auch die Platzierung des Logos stört mich.

Aber er soll ja in erster Linie gut klingen... :great:.

Gruß,
glombi
 
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Der Versuch ein Pedal der härteren Gangart von einem Freund anzuschließen klang... eher so geht so.

Es wird ja oft gepredigt, dass man diese Hi-Gain Pedale (auch viele AIAB bzw. MIAB Varianten) am besten in clean eingestellte Amps spielen soll.
Ich habe allerdings festgestellt, dass es oft besser klingt, wenn der Amp selbst schon leicht zerrt, weil dann der Amp ein bisschen ggf. vorhandene unschönes Clipping bzw. Spitzen in den Höhen vom Pedal etwas abmildert.
Das hängt natürlich auch immer vom verwendeten Pedal ab, sind ja auch nicht alle gleich.

Ansonsten: Schönes Review und viel Spaß mit dem Amp! :)
 
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Wenn schon teuer dann auch gleich `ne Kammler drunter! Welche isses denn???

.
 
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@Bassturmator

Mono-Kai mit Celestion Alnico Ruby. Sehr schöne Box mit wunderbarem Klang. Habe ich von @mr.coleslaw auf dem MB-Flohmarkt erstanden.
Dafür gingen der JVM410 und die zugehörige Marshall 4x12er.
 
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Schönes Review zu einem interessanten Amp!

Offenbar zeigt sich auch hier wieder geradezu unumstößlich, dass schaltungstechnisch "weniger mehr" ist.

Daher wundert mich das Ergebnis aller Deiner Vergleichsamps vs. dieses Amps nicht im Geringsten. Denn es ist ein Vergleich zwischen "Standard-Arbeitspferd" und "edlem Roß", um es mal so zu beschreiben.

Hm, ich vermute mal, dass das klangliche Augenmerk seitens der Designer schwerpunktmäßg auf den Trafos lag, hier Bestmögliches zu kreieren. Das wird vermutlich eine Weile gedauert haben, einen Topkompromiß zu finden und somit hat das schon seinen Preis. Hoch ist er, das stimmt schon, aber wenn ein hervorragender Sound dabei rauskommt? (y)
 
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Offenbar zeigt sich auch hier wieder geradezu unumstößlich, dass schaltungstechnisch "weniger mehr" ist.
Wie war die Rechnung?

Sound eines Amps in % = 102 - Anzahl aller Schalter/Potis/Knöpfe.

Damit kommt dieses Gerät hier auf stattliche 98%, dementsprechend gut wird der sein! :D

Toll finde ich, dass der offenbar innen auch handverdrahtet und damit leicht wartbar ist, wenn in 20 Jahren mal was sein sollte. Da ist der Preis dann auch gar nicht so schlimm. Mal schauen, ob ich mir den auch mal irgendwo anhören kann. Tolles Review jedenfalls!
 
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Wie war die Rechnung?...

Huch, die kannte ich noch nicht. :gruebel:

...und damit leicht wartbar ist, wenn in 20 Jahren mal was sein sollte. Da ist der Preis dann auch gar nicht so schlimm...

Das ist zum Glück noch OT, aber wenn das so weiter geht, dann könnte es sein, in 20 Jahren keinen oder nur noch ein paar wenige und dann u.U. exorbitant teure Hersteller entsprechend bedrahteter Bauelemente zu finden.
Wir "Radio- und Fernsehbastler" haben ja schon das Problem, dass z.B. axial bedrahtete Kondensatoren nicht nur immer kleiner werden, sondern auch die Länge ihrer Anschlußbeinchen immer kürzer wird, um zu sparen. :gruebel:

Auf jeden Fall ist es nicht nur ein offenbar toll klingender Amp. Sondern solche Reviews vermitteln zumindest mir immer den hoffnungsvollen Ansatz, dass man sich künftig nicht mehr vergleichsweise billige (ressourcenvergeudende, nur "Lautmacher"-) Amps in Massen anschafft, weil der Markt damit geflutet ist, sondern dass man lieber etwas tiefer in die Tasche greift und sich dann was klasse klingendes auf Lebenszeit anschafft. Diese, uns mit den Jahrzehnten abhanden gekommene Einstellung ist mit der Änderung auf "Klasse statt Masse" sicherlich nicht ganz einfach, denn wer probiert nicht gern neue Amps aus oder stellt sich gerne noch einen mehr hin? Auch ich gehöre ja immer noch dazu, ohje... Aber letztendlich ist es wohl gut für uns alle.

In diesem Sinne also Danke für dieses Review!
 
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Diese, uns mit den Jahrzehnten abhanden gekommene Einstellung ist mit der Änderung auf "Klasse statt Masse" sicherlich nicht ganz einfach, denn wer probiert nicht gern neue Amps aus oder stellt sich gerne noch einen mehr hin?
Da sagst Du was. Ich bin mit meinen jetzt insgesamt vier Amps ja noch ein Minimalist im Vergleich zu manchen Kollegen, die über Jahre Amps anschaffen und wieder verkaufen. Aber wäre ich zu Beginn bereit gewesen in einem Amp wie diesen zu investieren, hätte ich mir die Anschaffung von Black Spirit 200 und JVM410 sparen können. Umgekehrt: Ich wusste vor einem Jahr noch nicht, was ich genau haben will und ging davon aus, aus dem JVM schon "nen guten Sound" zu bekommen. Und der war ja auch gut, nichts gegen den Amp. Aber eben nicht was ich wollte, weil mein musikalischer Horizont da eher überschaubar ist. Vieles was ich gerne höre, will ich nicht spielen.

Bestimmt wird mich irgendwann die Lust nach einem ganz anderen Sound mal überkommen. Aber zumindest was die Clean/Tweed-Ecke angeht, wüsste ich nicht, was ich mir anderes anschaffen könnte, wenn ich nicht irgendwann morgens aufwache und Fender-Original-Amp-Sammler werden will. Es ist übrigens interessant, dass Amps wie der Gremlin oder z.B. der Ampete Two (die irgendwie in einer ähnlichen Liga spielen) recht selten im Wiederverkauf zu finden sind. Obwohl der Gremlin z.B. in recht großer gelieferter Stückzahl in die Läden kam. Die Leute scheinen solche Amps zu behalten.
 
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Danke für das interessante Review. Wo sind die Sondbeispiele? :)
 
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Wo sind die Sondbeispiele? :)
Ich glaube das können HP oder Alberto Barrero besser als ich und verweise an der Stelle auf deren Videos. Aber die Soundbeispiele sind trotz hochprofessioneller Abnahme des Tons nur eine ganz grobe Idee dessen, was der Amp an Ton hervorbringt. Nach dem Video von HP war ich ganz angetan und habe viel erwartet. Wie komplex und vielschichtig der Ton am Ende aber wirklich ist, kommt in den Videos trotzdem nicht rüber.

Edit: Meine servile Ader kommt durch. Ich spreche von diesen Videos.

Alberto Barrero
HP
 
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Ich fand dieses Video recht "anschaulich" was die Präsentation der Sounds anbelangt:



Btw, gratz zum neuen amp, geile Kiste!
 
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...Alberto Barrero...

Himmel, das klingt ja wirklich verdammt gepflegt. :gruebel:

Ein Amp mit einer Eintaktendstufe... Nachdem ich damals den Champ 12 wieder vertickert habe, dann erst nach Tests in diesem Jahr den Supro Blues King 12... Und die KT66 finde ich sowieso hinreißend... Je nach ihrer Beschaltung ist sie für mich nicht mehr so analytisch wie meine bevorzugten 6L6 oder 5881, sondern "wärmer" und "weicher". Nein, kein GAS, nein, kein GAS, nein, kein GAS... :saliva: :govampire: :gruebel:
 
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Toll finde ich, dass der offenbar innen auch handverdrahtet und damit leicht wartbar ist

Was meinst du mit "handverdrahtet"?
Ich bin davon ausgegangen, dass es ein PCB Amp ist, nicht PTP auf Turret Board.
Hast du vielleicht einen Gutshot vom Gremlin?
 

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