AT 2035 oder doch etwas Anderes?

mavy
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Hi,

da mir hier bei den Audio-Interfaces so toll geholfen wurde, hier auch noch mal eine kurze Frage: Ich möchte ein neues Mikrofon für den Studio-Singsang. Da der bisher nicht so eine große Rolle spielte, hatte ich einfach immer ein Shure SM 58 benutzt (ist alles nur hobbymäßig), aber das ist letztendlich natürlich dann doch nicht so richtig zufriedenstellend. Hier wird ja nun sozusagen im Low-Budget-Bereich standardmäßig das AT 2035 empfohlen. Das wäre natürlich auch super, weil es so günstig ist. Aber wegen der Stimme halt doch noch mal nachgefragt:

Die Gesangsstimme des Sängers klingt weitgehend identisch mit der von Marian Gold, dem Sänger von Alphaville. Was ist das ... Bariton? Sie ist auch entsprechend weich und warm und im Mix nicht so stark durchsetzungsfähig. Bei Diskussionsrunden, in denen der Sänger einen Einwurf macht, ist es sogar oft so, dass das niemand bemerkt, weil die Stimme halt relativ tief ist und keine kreischenden Diskant hat. :) Er muss dann etwas lauter noch einmal beginnen.

Also ... Marian Gold-Voice halt. Wäre dann immer noch das AT 2035 die erste Wahl im Low-Budget-Bereich? Oder dann vielleicht doch sogar ein Rode, weil es etwas Höhengebrizzel hinzufügt? Ein Mikrofon wäre schön, dass dann vielleicht noch irgendwie etwas Glitzer über die Stimme streut. Budget wäre so maximal 500 Euro ... geht das in dem Preisbereich überhaupt und was wäre evtl. dann empfehlenswert? (Ich habe sehr günstig ein gebrauchtes AKG Perception 420 gesehen, was ist evtl. davon zu halten?)

Viele Grüße
mavy
 
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Feenstaub ist derzeit nirgends im Angebot... ;)
Das 2035 geht schon in Ordnung, wenn es nicht 4-stellig werden soll.
Die (spezielle) Sache mit der individuellen Stimme lässt sich (recht sicher) mit etwas Geschick in der Weiterverarbeitung der Aufnahme ausgleichen.
Die wesentliche Komponente ist dabei die subjektiv gefühlte Lautstärke - sobald die in einem sinnvollen Mass angehoben wird, stellt sich das gewünschte fast von selbst ein. Eventuell kann man dann noch ein wenig mit EQ feinschleifen.
Damit ist nicht gemeint, dass man brachiale Kompressor-Orgien veranstaltet, den Frequenzgang heftig verbiegt oder grelles Reverb dazumischt.

Probiere einfach mal die Demo vom Anwida L1V http://www.anwida.com/product.asp?pid=14
Nicht in der Maximizer-Einstellung sondern moderat, dh Spitzenpegel zB -10dB/fs und der Einsatzpunkt auf einem Level knapp über der 'dichten' Darstellung der Wellenform, also dort wo die Spitzen anfangen herauszustehen.
Das Programm gleicht dann die Spitzen praktisch verzerrungsfrei aus, was sich so ähnlich anhört, als würde der Sänger plötzlich viel deutlicher singen.
 
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Ja, das mit der subjektiven Lautstärke klingt schon mal sehr plausibel. Ich mache dann jetzt schon mal einen Strich für das 2035 und für Anwida. :)

Edit: Marian Gold, wenn er in den tieferen Lagen singt. So wie hier ab ca. 2:10 Minuten:



Ist wahrscheinlich doch eher nicht Bariton ... eher alt oder so? Jedenfalls unser Sänger: Ebenso weich und warm und vielleicht noch manchmal eine kleine Etage tiefer, von der Stimmfarbe her aber sehr gleich.

Edit 2: Ich liebe diesen Song!
 
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Hallo, mavy,

...das AT2035 ist ein guter Start. Damit kannst Du lange Spaß haben. Es mag zwar gegenüber "höhen-gedopten" Konkurrenten eher unspektakulär klingen, aber man bekommt es gut in den Mix und es läßt sich gut "formen". Das ist die Sache mit dem von Dir erwähnten "Höhengebrizzel" beim NT1a - das wird Dir vermutlich anfangs schön präsent und durchsetzungskräftig vorkommen, aber das wird sehr schnell sehr nervig.
Aus meiner eigenen Praxis: Ich bin klassischer, tiefer Baß - und wenn ich mich selbst aufnehme, dann paßt für mich sehr schön mein Brauner Phantom AE, was in der Höhe eher neutral ist (allerdings gnadenlos präzise) oder je nachdem auch das NoHype LRM1, das als klassisches Bändchen-Mic mit Sicherheit kein Höhenmonster ist... :D Es hat aber sehr "seidige" Höhen, das ist ein ein Charakteristikum von Bändchenmikrofonen.

Viele Grüße
Klaus
 
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Hallo,
mit dem AT2035 machst Du sicher nichts falsch. Und Tom hat natürlich Recht, wenn er auf das Thema Lautheit verweist. Und da wird das AT2035 gut mitgehen - es lässt sich gut bearbeiten.

Das von Klaus erwähnte LRM gibt es mittlerweile in einer überarbeiteten Version der zweiten Version. Hier ist auch die Möglichkeit eines besseren Übertragers gegeben.
Persönlich kenne ich nur das LRM1 ( die Vor-Vorgängerversion), das hört sich aus dem Stand immer irgendwie Vintage an, ist aber auch sehr gut zu bearbeiten. Mitunter etwas knifflig wegen Charakteristik 8.
https://www.ths-studio.de/lrm-2b-baendchen-mikrofon.html

Einen etwas hier im Board unüblichen Tipp will ich aber auch noch loswerden. ADK Thor oder Odin. Beide sehr flexibel durch schaltbare LowCuts und HiBoost. Die haben einen schon hörbaren Charakter, wenn der passt, wäre das eine interessante Option.
https://www.ths-studio.de/odin-thor-studio-kondensatormikrofone.html

Naja, und auch sehr gut wäre natürlich auch das Sennheiser MK4 - wenn es passt.

Welches Interface verwendest Du denn?
 
Zuletzt bearbeitet:
Marain Gold ist Bariton.
Alt ist stimmlich übrigens über Tenor, und den Frauenstimmen vorbehalten ;)
Bekannte Alt-Sängerinnen, Anni-frid von Abba oder Adele.

Wenn euer Sänger tiefer singt, würde ich auf Bass oder Bass-Bariton tippen, bspw. Johnny Cash war ein Bass-Bariton.

Wichtig ist da die Information "Stimme ist weich und nicht so durchsetzungsfähig"
Da sollte das AT2035 passen, ggf. auch das AT2020.
Das AT2020 ist noch etwas heller, dafür schlanker im Bassbereich.

Bearbeiten lassen sich beide gut.
 
Hallo,

vielen Dank! Da jetzt eigentlich alle meinten, dass das AT2035 schon passen wird, werde ich das auch nehmen. Danke auch für die außergewöhnlichen Tipps, aber da ich das alles kaum testen kann, wird's dann das 2035. @mjmueller: Das Interface ist ein Fireface 400.

Oops, ich dachte irgendwie Alt kommt zwischen Tenor und Bariton. Aber das war dann ja wohl mal so richtig falsch. :)

Schönen Restsonntag und dankeschön!
 
Das Sennheiser entspräche zumindest optisch eher meinen Vorstellungen, aber da ich ja nun ein megahäßliches Audio-Interface habe, kommt's auf die Mikrooptik nu' auch nicht mehr an. :ugly::)
 
Danke, aber das 2035 ist bereits bestellt. Damit fange ich erst mal an. Kann gut sein, dass es nicht mein letztes Mikro sein wird, aber dann geht es später wohl eher in die Richtung AT4060, Microtech Gefell oder Neumann.
 
Sooo, vielen Dank. Bin nun endlich mal dazu gekommen, dass AT 2035 auszuprobieren. Joa, das klingt so wie es soll. Löst fein auf, ist nicht zu scharf in den Höhen. Für das Geld wirklich super. Habe ein kleines Spaßprojekt damit gemacht:

https://soundcloud.com/andre-kalinna/tanzen-gehen


Für das Intro habe ich allerdings das Shure SM 58 benutzt, weil es einen ausgeprägten Nahbesprechungseffekt hat.
 
Passt doch gut!
 

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