Audio Interface für Rode Procaster?

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Hallo,

nachdem ich jetzt schon sehr viel im Forum gelesen und mich anderswo schlau gemacht habe (ich hatte vorher wirklich keinerlei Ahnung), habe ich mir zum Streamen ein gebrauchtes Rode Procaster inkl. einigem Zubehör besorgt. Mit dabei war auch ein Behringer Xenyx 302 USB, an dem ich etwas Zweifel hatte, da es sich beim Procaster ja um ein dynamisches Mikrofon handelt, bei dem ich sehr viel Verstärkung benötigen werde.

Die Zweifel am Behringer waren berechtigt, der kleine Mixer hat mit dem dynamischen Mikro hinten und vorne nicht funktioniert, der Klang ist dumpf und leer, auch bei hohem Gain gerade so laut genug und rauscht sehr deutlich. Deshalb soll jetzt ein ausreichendes Audio Interface her.

Die Suche habe ich bisher eingegrenzt auf folgende Interfaces:
  1. Das Steinberg UR12 oder das Steinberg UR22 MK2
  2. Das Focusrite Scarlett Solo 2nd Gen oder das Focusrite Scarlett 2i4 2nd Gen
Einige Fragen dazu:

1. Gibt es überhaupt einen qualitativen Unterschied zwischen dem UR12 und dem UR22 MK2 bzw. dem Scarlett Solo und dem Scarlett 2i4? Mal abgesehen davon, dass die jeweils nächst größere Version einen XLR Anschluss mehr hat, denn ich benötige ja nur einen einzelnen. Anhand der technischen Daten habe ich keinerlei Unterschied gesehen.

2. Welche qualitativen Unterschiede gibt es zwischen den beiden Steinberg Interfaces und denen von Focusrite? Ich weiß, hier scheiden sich vermutlich die Geister, aber vielleicht kann mir ja jemand objektive Unterschiede nennen.

3. Wäre ein Yamaha AG03 eine (was Verstärkung und A/D-Wandlung angeht) qualitativ gleichwertige Alternative mit zusätzlichen Features? Immerhin sind hier auch die Verstärker von Steinberg verbaut.

4. Was kann man einem solchen Mikro potentiell böses tun? Der Verkäufer sagte das Mikro sei gerade mal 2 Jahre alt, es hat vorne allerdings schon Rost angesetzt. Das ist erstmal eine Unschönheit, die mich nicht stört, aber ich habe Sorge, dass auch die Kapsel gelitten haben könnte und ich es einfach nicht merke, weil ich keinen Vergleich habe.

Danke im Voraus für jede Hilfe!
 
Basselch

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Hallo, StoryTeller,

die vier von Dir genannten Focusrite- bzw. Steinberg-Interfaces geben sich gegenseitig nichts, da brauchst Du Dir keine Sorgen zu machen. Auf jeden Fall sind sie besser geeignet als das Xenyx 302 USB. Das ist in der Tat etwas schwachbrüstig, und wenn Du da das Gain aufreißen mußt, rauscht es irgendwann auch vernehmlich.
Das Rode Procaster benötigt tatsächlich, sofern ich das recht erinnere, ein gerüttelt Maß an Vorverstärkung, vielleicht äußert sich hier aber noch jemand, der es im Einsatz hat oder hatte.
Rost wäre im Prinzip ein Zeichen, daß das Teil öfters mal feucht gestanden hat - da würde ein kleiner, schlecht belüfteter Raum schon genügen, in dem man das Mic ein paar Stunden lang betreibt, anschließend die Türe zu macht und alles ungelüftet stehen läßt... leichter Flugrost dürfte eigentlich nicht unbedingt auf innere Schäden hindeuten (sonst wäre manches jahrealte Bühnenmic mit abgestoßenem Lack und eingedelltem Korb ja auch Schrott ;) ) Du könntest allenfalls mal schauen, ob Du das Gehäuse aufschrauben und einen Blick auf die Kapsel werfen kannst, dann weißt Du sicher mehr...

Viele Grüße
Klaus
 
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Space Pope

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Das Procaster hat, wie wie die meisten dynamischen beziehungsweise passiven Mikrofone, eine sehr geringe Empfindlichkeit. Die günstigen Einsteiger-Interfaces beißen sich daran schnell die Zähne aus, wenn man nicht durchgängig laut spricht u.o. unmittelbar an der Membran klebt. Daher wäre es ratsam, sich einen In-Line Preamp wie etwa ein Triton Audio Fethead, SE Dynamite DM1 oder Cloudlifter CL1 anzuschaffen. Das ist so zu sagen ein Adapter, der zwischen Interface und Mikrofon gesteckt wird und bei aktivierter Phantomspeisung zusätzliche Gain-Reserven für das Mikrofon (dynamisch!) zur Verfügung stellt. Damit lässt sich dann auch das Interface entlasten, was unter Umständen sogar zu einem besseren Rauschabstand führt.

Das Xenyx 302 ist in meinen Augen ein Rauschgenerator.
Als soliden Einstieg wäre ein UR22 oder Scarlett 2i2 schon ratsam. Das kleine UR12 oder Scarlett Solo ginge natürlich auch. Bin mir allerdings nicht sicher, ob die hardwareseitig wirklich gleichwertig sind. Jedenfalls fehlt schonmal der symmetrische Klinkenausgang für aktive Monitore.
 
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Danke schon mal euch beiden!

Du könntest allenfalls mal schauen, ob Du das Gehäuse aufschrauben und einen Blick auf die Kapsel werfen kannst, dann weißt Du sicher mehr.

Habe ich mal gemacht, da drinnen sieht alles sauber und rostfrei aus. Ich warne allerdings Neugierige, der Popschutz ist ein wenig fummelig wieder einzusetzen. Ich habe es mit ansetzen und sanftem Klopfen und eindrehen wieder ganz wie vorher rein bekommen.

Die günstigen Einsteiger-Interfaces beißen sich daran schnell die Zähne aus, wenn man nicht durchgängig laut spricht u.o. unmittelbar an der Membran klebt. Daher wäre es ratsam, sich einen In-Line Preamp wie etwa ein Triton Audio Fethead, SE Dynamite DM1 oder Cloudlifter CL1 anzuschaffen.

Danke für den Tipp! Ich denke ich werde mir erstmal das Interface besorgen, sollte es sich dann wie du sagst die Zähne daran ausbeißen schalte ich noch den In-Line Preamp dazu und habe trotzdem keinen Fehlkauf getätigt. Das beruhigt mich auf jeden Fall schon mal.

Das Xenyx 302 ist in meinen Augen ein Rauschgenerator.

Die Meinung kann ich nach meiner praktischen Erfahrung voll bestätigen. Es mag auch an der mangelnden Qualitätskontrolle von Behringer liegen, ich habe schon Videos gesehen, in denen das Behringer gute Resultate lieferte. Aber bei mir war das Rauschen wirklich extrem und ging im Leerlauf erst weg, als ich das Noise Gate auf 4 dB eingestellt habe.

Als soliden Einstieg wäre ein UR22 oder Scarlett 2i2 schon ratsam. Das kleine UR12 oder Scarlett Solo ginge natürlich auch. Bin mir allerdings nicht sicher, ob die hardwareseitig wirklich gleichwertig sind. Jedenfalls fehlt schonmal der symmetrische Klinkenausgang für aktive Monitore.

Ich habe ein wirklich gutes Video gefunden, das die UR Serie von Steinberg vergleicht.
Das UR12 hat schon einen latenzfreien Monitor des rohen Aufnahmesignals, dieser ist allerdings nicht regelbar. Man kann nicht das Mischverhältnis aus Playback und Aufnahme ändern, das geht erst ab dem UR22. Und wenn ich das richtig sehe hat der Monitor-Ausgang nichtmal einen Lautstärkeregler. Ich denke wenn man den Monitor nutzt würde das schon ziemlich nerven.
Ab dem UR 242 sind dann auch DSP Effekte mit drin (wodurch auch Effekte fast latenzfrei im Monitor landen, weil der PC einfach viel länger braucht).
Für mehr Details hat Steinberg auch einen Feature Vergleich auf ihrer Website.
Edit: Von sonstigen technischen Unterschieden war nicht die Rede und auch im Feature Vergleich steht nichts. Ich gehe also davon aus, dass die Interfaces bis auf die beschriebenen Unterschiede baugleich sind.
 
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Kleiner Bericht: Ich habe mir (aus Gründen des Budgets) jetzt das Steinberg UR 12 besorgt. Aufnahmequalität ist jetzt hervorragend, definitiv kein Vergleich zu dem was aus dem Behringer kam. Die Aufnahme ist aber wie befürchtet sehr leise. Ich habe das vorerst gelöst, indem ich einfach den Gain in Voicemeter Banana noch etwas erhöht habe, Rauschen kommt trotzdem nicht auf. Langfristig ist ein In-Line Preamp aber wohl die bessere Lösung.
 
mjmueller

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Hallo,
bin ein wenig spät dran.
Das Procaster hatte ich auch mal eine Weile und ja, das braucht schön viel Gain. An sich ist der Sound, den das Mikrofon bringt ziemlich cool. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass mit dem richtigen Preamp da ordentlich was rauszuholen wäre.
Da es bei Dir aber nur um "laut machen" geht, wird auch so ein Fethead oä sicher ausreichen.
das Mikro sei gerade mal 2 Jahre alt, es hat vorne allerdings schon Rost angesetzt
Das ist mal ein Ding. Keine Ahnung, was der damit gemacht hat. Ich will mir jetzt kein Szenario vorstellen, welches den Rost erklären könnte :igitt:
Aber Rode gibt ja 10 Jahre auf alles (wenn registriert). Vielleicht da mal nachfragen?
 
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