"Aufstieg" zur Trompete über Ventilposaune od. Enorhorn od. Bariton/Euphonium am leichtesten?


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riccc
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Guten Tag!
Ein älterer Musiker möchte jetzt Euphonium (vollkompensiert mit 4 Ventilen) oder Bariton oder Tenorhorn oder Ventilposaune neu erlernen,
in der Hoffnung, anschließend möglichst auch den Sprung zur Trompete zu schaffen.
Welches der genannten Tiefblasinstrumente würde das zusätzliche Erlernen der Trompete am leichtesten machen?

MfG Richie
 
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Claus
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MOD Brass/Keys - HCA Trompete
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Keines.
Die Trompete erfordert einen anderen Ansatz, eine andere Blastechnik und reichlich "Betriebsstunden", von denen die Hälfte zwar mit Musik, aber nicht dem Spielen verbracht werden sollte. Das heißt, wenn man insgesamt gut vorankommen will, sollte man beim Üben viele kleine Pausen machen.

Wenn der Herr "älter" ist und Trompete spielen möchte ist dies mein bestmöglicher Rat:
  • Konzentration auf ein Instrument, das wäre dann die Trompete
  • Unbedingt einen fähigen Lehrer nehmen, eigene Versuche und Hobbylehrer kosten nur Zeit, außerdem erzählen sie oft puren Unsinn
  • Einen Lehrer wählen, der die Entwicklung der Blechblaspädagogik in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts verstanden hat.
    Das erkennt Du m.E. daran, dass er
    - die Methodik von Vincent Cichowicz, Walter M. Smith und James Stamp kennt
    - Lip- und Mouthpiece Buzzing beherrscht und im Unterricht aktiv einsetzt, nicht nur 30 Sekunden beim "Warm Up"
    - die Registeransteuerung durch Zungenwölbung bzw. Vokale lehrt und daher die Lehrwerke von Charles Colin und Earl D. Irons verwendet
    - auf bewussten Umgang mit dem Mundstückdruck achtet,
    - gute Übungen zur Atemtechnik kennt und aktiv lehrt sowie die Entwicklung der Ansatzkraft begleitet.

Spätestens im sechsten Lebensjahrzehnt läuft die nachlassende körperliche Kraft und die nachlassende Lungenkapazität dem Trompetespielen spürbar zuwider. Triathleten und andere Intensivsportler fallen dabei natürlich aus der Betrachtung.

Der Abbau lässt sich bei guter Gesundheit (u.a. keine Riken aus Gefäß- oder Herzerkrankung) durch gute Technik im Hinblick auf Atem (Energielieferant) und Ansatz (Kräftigung) ausgleichen.
Wird der Ausgleich statt dessen über drücken des Mundstücks gegen die Lippen oder angestrengtes Blasen bei mangelhafter Unterstützung durch die Rumpfmuskulatur gemacht, dann kann eine Überlastung zu Lähmungserscheinungen an der Lippe führen ("Nerv duchgeblasen") oder im Fall der schlechten Atemtechnik zum Leistenbruch (gar nicht so selten) oder sogar zum Emphysem (glücklicherweise selten).

Gruß Claus
 
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