Aus der Wut entsteht ein Mann

  • Ersteller Ersteller Philip123
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  • #41
Da bin ich bei dir, da war ich mir am Ende auch selber nicht so grün, muss aber zugeben, ich war nach dem schreiben einfach alle.
 
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  • #42
Vielleicht "Wenn die Wut verraucht ist steht vor dir ein reiferer mann? " oder klüger? Dann ist die Wut ja für was gut
 
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  • #43
Tatsächlich sollte es in die Richtung gehen. Ich war halt wirklich 3 Wochen lang ein Häufchen elend und weit weg von mir und hab mich nach dem Text zum ersten mal wieder wie ich selbst gefühlt. War sicherlich auch viel Euphorie und Testosteron bei.😃
 
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  • #44
Ich denke, Wut ist generell ein schlechter Lehrmeister. Vielleicht lässt sich das Conclusio noch irgendwie in dem Text unterbringen.
In der derzeitigen Formulierung sendet mMn der letzte Satz (der ja gleichzeitig der Songtitel ist) ein falsches Signal und sollte zumindest irgendwie erklärt / erläutert werden.

Andererseits kann man natürlich der Wut auch freien Lauf lassen, ohne etwas daraus zu lernen.
Also ein Geständnis, dass Du mit der Enttäuschung und der Wut nicht umgehen kannst (und willst?).
Das wäre auch eine Botschaft, aber sollte Mann darauf wirklich so stolz sein, wie es der Text impliziert?

In diesem Zusammenhang fällt mir ein Text ein, den die Puhdys mal in Zusammenarbeit mit Rammstein vertont haben:

Da ist die Botschaft aber ganz klar: Ich will Rache, egal um welchen Preis.
Was Du eigentlich willst, ist mir beim Lesen noch nicht so 100%tig klar geworden.
Geht's um Vergeltung, verletzten männlichen Stolz, Analyse der eigenen Fehler (eher nicht, weil irgendwie scheint sie ja aus Deiner Sicht an allem Schuld zu sein)... ?

Dennoch bleibe ich dabei: Der Text hat Potential
Übrigens solltest Du ihn noch in Strophen unterteilen, Du wirst ja wohl kaum alles "in einer Wurscht" runterrappen oder? ;)
 
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  • #45
Mir ging es tatsächlich erstmal nur darum, jeden bösen Gedanken aufzuschreiben, um ihn aus meinem Kopf zu bekommen. Ich habe eigene Fehler zu genüge analysiert und auch die Wut auf mich selbst rausgelassen. Das hier war wirklich nur als Katalysator gedacht und nicht als nächster Raphit. Es war sozusagen der Abschluss der irrationalen Verarbeitung meiner Emotionen. Inzwischen gibt es zu viele Logistische und organisatorische Punkte zu beachten, da haben die restlichen Emotionen nur noch bedingt Platz.
 
  • #46
  • #47
vielleicht dann eher so..währe aber auch etwas...ähm..

Aus der Einsicht wird ein Heiliger (oder so)


Ich streichle jede Lüge aus deinem vollen Mund,
denn Ehrlichkeit ist ja bekanntlich ungesund.
Ich hätte nie gedacht, wie schön Verdrängen ist,
55 Warnschilder? Ach komm – wer zählt denn sowas mit?
Nach all der langen Zeit kennt man sich wirklich gut,
man rennt nicht mehr weg – man tut nur so, als wär man klug.
Ich war nie zu nett, ich war nur schön bequem,
Respekt ist so anstrengend, Betrug so angenehm.


Du sagtest, ich soll kämpfen – klar, nur bitte nicht für dich,
denn Mut sieht von Weitem besser aus als aus der Pflicht.
Kein Hamsterrad der Tage – nur Kreisverkehr im Kopf,
wir liefen beide weg und nannten’s „freier Lauf“.
Du hast mich aufgebaut – aus Pappe, nass im Regen,
nach der Sonne kam direkt der nächste Sturm entgegen.
Ich steh nicht aus der Asche, ich bleib lieber schön verbrannt,
denn Neuanfang heißt Arbeit – und die hab ich nie gekannt.


Du konntest mich nicht brechen, ich war vorher schon kaputt,
wer schubst, fällt nicht – er nennt es nur „charakterlich gesund“.
Wir zwei hatten was Großes – angeblich, hab ich gehört,
zerbrochen? Ach Quatsch – ich hab’s nur dezent entsorgt.
Die Liebe, die wir hatten, war natürlich noch viel wert,
deshalb hab ich sie auch behandelt wie ein altes Hemd.
Man geht durch schwere Zeiten – am besten ganz allein,
man flieht nicht zu nem andern – man „schaut sich nur mal um“, ganz fein.


Lügen und Betrügen? Früher total fremd,
doch Menschen ändern sich – besonders wenn’s unbequem wird, kennt man ja.
Mit mir zu reden war nie wirklich schwer,
ich hab nur nie zugehört – spart Kraft und spart Verkehr.
Schon eine kleine Message und ich wär geblieben,
doch Schweigen wirkt erwachsener – hab ich irgendwo gelesen.


Wir schenkten unsern Kindern Licht in diese Welt,
damit sie später lernen, wie man Versprechen hält –
also nicht.
Wir bauten unsre Mauern mit Bequemlichkeit,
normalerweise liebt man sich – außer es wird mal echt.
Normalerweise kämpft man bis zum Ende für die Sache,
doch ich kämpf lieber gegen dich – nennt man wohl Charakterstärke.


Ich hab meine Moral nicht verloren – ich hab sie nur verlegt,
meine Ehre liegt irgendwo, wo man sie nicht mehr hebt.
Deine kleine Seele sollte ruhig untergehn,
denn Empathie ist schwer, wenn man sich selbst gut versteht.
Ich bin keine Burg – ich bin eher so ein Zaun,
sieht stabil aus, fällt aber um, wenn man ihn berührt mit Vertrauen.


Ich blieb nicht hier, wir hätten ja reden müssen,
wenn man Liebe eingeht, sollte man vorbereitet sein –
war ich halt nicht, Pech.
Ich nahm den leichten Weg, ich rannte einfach fort,
nahm noch einmal Anlauf und traf dich ziemlich dort,
wo es weh tut – aus Versehen natürlich.


Du hattest den Plan, mir die Welt zu geben,
ich hatte den Job, mich nicht drum zu kümmern im Leben.
Ich weiß genau, was du für mich fühltest,
ich hab’s ignoriert – ist leiser, wenn man Herzen spült.
Ich war dein Felsen – so ein bröseliger Stein,
dein Lichtlein war ich auch – nur halt auf „Notausgangsschein“.


Ich hab den Weg verlassen, der zum Glück geführt,
hab mich selbst betrogen und dich gleich mit rasiert.
Doch ich find mich nicht wieder – ich lauf im Kreis,
baue überall Häuser, bleib aber nirgends zu Haus.
Gefühle komm’n und geh’n – Verantwortung auch,
wenn Schicksal Karten mischt, verlier ich absichtlich drauf.
Ich weiß nicht, was die Seele nach dem Tod noch kann,
doch eines weiß ich sicher:

Aus der Ausrede wird ein Mann,
 
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  • #48
@Velvet Echo wow, also die Version wäre mir nu wieder eine Spur zu zynisch 😂
Aber stilistisch interessant 😁
 
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  • #49
@Uwi1976 ...bischen anders wie gewohnt,, denn der da wohnt wurde noch nie geschont ;)

@Philip123 ..hau raus...Wenn die Seele Luft brauch, ich geb Dir den Raum,,drum herum ist alles nur Schaum.
 
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  • #50
Da bin ich bei dir, da war ich mir am Ende auch selber nicht so grün, muss aber zugeben, ich war nach dem schreiben einfach alle.
Das ist ein weiterer ganz wichtiger Punkt beim Schreiben.
Im besten Fall ist man beim Schreiben "im flow" - und der versiegt irgendwann. Auch manchmal leider, bevor der Text so wirklich fertig ist. Gleichwohl gibt es gute Gründe, einen Text erst mal liegen und sacken zu lassen. Aber wie lange? Und was soll zählen: Der frische erste Entwurf, die erste verbesserte Fassung, die zweite, die dritte? Nicht zuletzt macht man auch die Erfahrung, dass plötzlich das Thema tot ist - der Text sagt einem selbst nicht mehr viel: die Spur ist erkaltet. Manchmal jedoch schaut einen ein älterer Text an und plötzlich macht es Klick: auch das gibt es.

Hier geht es vorwiegend darum, sich selbst einen Weg zu suchen, der für einen funktioniert. Schreiben ist ein Prozess und vielleicht ist in gewisser Weise das Setzen eines Schlussstrichs - egal, wann man ihn macht - immer eine äußere Angelegenheit ... Bei mir ist das stark text- und stimmungsabhängig. Ich habe alle möglichen Entstehungs- und überarbeitungserfahrungen gemacht und hüte mich, die zu verallgemeinern. Meist ist es ein Gefühl, das mir sagt, ob ein Text fertig ist und oft ist das Kriterium eine innere Stimmigkeit, die ich spüre.

x-Riff
 
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  • #51
@Velvet Echo
sind jetzt deine Emotionen, nehme ich an? Das geht je schon in Richtung Selbstzerfleischung, davon war im original nix. Oder nur wenig, und ehrlich gesagt bezweifel ich dass das eine "gesündere" Version von Wut ist.
 
  • #52
@Velvet Echo
sind jetzt deine Emotionen, nehme ich an? Das geht je schon in Richtung Selbstzerfleischung, davon war im original nix. Oder nur wenig, und ehrlich gesagt bezweifel ich dass das eine "gesündere" Version von Wut ist.
Meine Worte sind kein Ausbruch meiner eigenen Wut. Sollte als Idee dienen...Was das Texten angeht.
Es ist eine bewusste Spiegelung der Sprache, die jemanden begegnen kann.
Ich wähle Ausdruck statt Gegenangriff
um sichtbar zu machen, wie Wut entsteht,
nicht um sie weiterzutragen...

Naja in der Kommunikation gibt es viele Formen...währe auch mal ein anderer Ansatz...wie nur... Es ist verboten, die Ampel zeigt auf Rot. Du hörst nicht. nehme die 9mm und Du bist ... Das währe jetzt klassisch.

Nur mal ein Denkansatz von mir..
 
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  • Ersteller
  • #53
vielleicht dann eher so..währe aber auch etwas...ähm..

Aus der Einsicht wird ein Heiliger (oder so)


Ich streichle jede Lüge aus deinem vollen Mund,
denn Ehrlichkeit ist ja bekanntlich ungesund.
Ich hätte nie gedacht, wie schön Verdrängen ist,
55 Warnschilder? Ach komm – wer zählt denn sowas mit?
Nach all der langen Zeit kennt man sich wirklich gut,
man rennt nicht mehr weg – man tut nur so, als wär man klug.
Ich war nie zu nett, ich war nur schön bequem,
Respekt ist so anstrengend, Betrug so angenehm.


Du sagtest, ich soll kämpfen – klar, nur bitte nicht für dich,
denn Mut sieht von Weitem besser aus als aus der Pflicht.
Kein Hamsterrad der Tage – nur Kreisverkehr im Kopf,
wir liefen beide weg und nannten’s „freier Lauf“.
Du hast mich aufgebaut – aus Pappe, nass im Regen,
nach der Sonne kam direkt der nächste Sturm entgegen.
Ich steh nicht aus der Asche, ich bleib lieber schön verbrannt,
denn Neuanfang heißt Arbeit – und die hab ich nie gekannt.


Du konntest mich nicht brechen, ich war vorher schon kaputt,
wer schubst, fällt nicht – er nennt es nur „charakterlich gesund“.
Wir zwei hatten was Großes – angeblich, hab ich gehört,
zerbrochen? Ach Quatsch – ich hab’s nur dezent entsorgt.
Die Liebe, die wir hatten, war natürlich noch viel wert,
deshalb hab ich sie auch behandelt wie ein altes Hemd.
Man geht durch schwere Zeiten – am besten ganz allein,
man flieht nicht zu nem andern – man „schaut sich nur mal um“, ganz fein.


Lügen und Betrügen? Früher total fremd,
doch Menschen ändern sich – besonders wenn’s unbequem wird, kennt man ja.
Mit mir zu reden war nie wirklich schwer,
ich hab nur nie zugehört – spart Kraft und spart Verkehr.
Schon eine kleine Message und ich wär geblieben,
doch Schweigen wirkt erwachsener – hab ich irgendwo gelesen.


Wir schenkten unsern Kindern Licht in diese Welt,
damit sie später lernen, wie man Versprechen hält –
also nicht.
Wir bauten unsre Mauern mit Bequemlichkeit,
normalerweise liebt man sich – außer es wird mal echt.
Normalerweise kämpft man bis zum Ende für die Sache,
doch ich kämpf lieber gegen dich – nennt man wohl Charakterstärke.


Ich hab meine Moral nicht verloren – ich hab sie nur verlegt,
meine Ehre liegt irgendwo, wo man sie nicht mehr hebt.
Deine kleine Seele sollte ruhig untergehn,
denn Empathie ist schwer, wenn man sich selbst gut versteht.
Ich bin keine Burg – ich bin eher so ein Zaun,
sieht stabil aus, fällt aber um, wenn man ihn berührt mit Vertrauen.


Ich blieb nicht hier, wir hätten ja reden müssen,
wenn man Liebe eingeht, sollte man vorbereitet sein –
war ich halt nicht, Pech.
Ich nahm den leichten Weg, ich rannte einfach fort,
nahm noch einmal Anlauf und traf dich ziemlich dort,
wo es weh tut – aus Versehen natürlich.


Du hattest den Plan, mir die Welt zu geben,
ich hatte den Job, mich nicht drum zu kümmern im Leben.
Ich weiß genau, was du für mich fühltest,
ich hab’s ignoriert – ist leiser, wenn man Herzen spült.
Ich war dein Felsen – so ein bröseliger Stein,
dein Lichtlein war ich auch – nur halt auf „Notausgangsschein“.


Ich hab den Weg verlassen, der zum Glück geführt,
hab mich selbst betrogen und dich gleich mit rasiert.
Doch ich find mich nicht wieder – ich lauf im Kreis,
baue überall Häuser, bleib aber nirgends zu Haus.
Gefühle komm’n und geh’n – Verantwortung auch,
wenn Schicksal Karten mischt, verlier ich absichtlich drauf.
Ich weiß nicht, was die Seele nach dem Tod noch kann,
doch eines weiß ich sicher:

Aus der Ausrede wird ein Mann,
Was soll mir das jetzt sagen? Ist das die Interpretation meiner wahren Empfindung die du aus meinem Text ziehst oder willst du mich bewusst provozieren?
 
  • #54
Was soll mir das jetzt sagen? Ist das die Interpretation meiner wahren Empfindung die du aus meinem Text ziehst oder willst du mich bewusst provozieren?
bitte nicht falsch verstehen..ehrlich... Ich finde deinen Text gut...und sage ja das ist vollkommen legitim...wollte auch nur eine andere Variante aufzeigen...Hast ja auch gefragt was man davon hält.
 
  • Ersteller
  • #55
Okay, einige Zeilen wirkten nur, als würdest du meine ausgedrückte Emotion umdrehen und gegen mich projizieren.
 
  • #56
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  • #57
@Philip123 Nein, als Provokation gegen Dich würde ich den Text jetzt auch nicht sehen, es ist halt eine andere Perspektive
 
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  • #58
In diesem thread ploppen wirklich alle möglichen und wichtigen Aspekte auf ... Ganz wichtig: Unterscheiden zwischen dem Lyrischen Ich (das ist der Protagonist im Songtext oder überhaupt in Lyrik, Roman, Gedicht etc., oft kenntlich als Ich-Erzähler) und dem Autor: Auch bei einem autobiografischen Text sind diese nicht identisch: das Lyrische Ich enthält Aspekte des Autors, aber nur bestimmte, zudem verknappt auf bestimmte Situationen und Kontexte ... ein Songtext ist ein Ausdruck eines Autors und nicht der Autor selbst ...

Und wenn man sich hier auf einen Songtext bezieht, ist es sinnvoll, sich auf das Lyrische Ich zu beziehen und nicht auf den Autor selbst. Ist zugegebenermaßen in diesem thread aus mehreren Gründen schwierig - aber doch sinnvoll ...

x-Riff
 
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  • #59
Alles jut, wir reden ja alle offen und freundlich miteinander. 🙂
 
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  • #60
Der Autor möchte ja über das lyrische Ich eine Botschaft übermitteln, was ihm mMn auch schon recht gut gelingt.
Hie und da ist halt noch etwas Feinschliff angebracht, damit so begriffsstutzige Leute wie ich vollumfänglich checken, was der Künstler sagen will oder was eben das Conclusio ist?
Vielleicht hilft ein Refrain, das Ganze besser einzuordnen?
Geht es einfach nur darum, der aufgestauten Wut freien Lauf zu lassen... geht es um Hilflosigkeit, Selbstzweifel, weil man als Mann der Situation offenbar nicht gewachsen ist und
sich das beim Besten Willen nicht eingestehen will? Etc.
 
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