Aus der Wut entsteht ein Mann

  • Ersteller Ersteller Philip123
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  • #21
Oh - ich wollte den threadersteller nicht verleiten, einen Text zu präsentieren, der nicht zur Veröffentlichung gedacht ist. Es ging mir um Kostproben seines Schaffens, weil man eben schlecht „abstrakt“ über das Songtextemachen sprechen kann.

Allerdings passen insofern die Rückmeldungen zu diesem Text: wenn er nicht zur Veröffentlichung gedacht ist, braucht er für andere auch nicht verständlich zu sein - mal sehr pointiert ausgedrückt.

x-Riff
 
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  • #22
Danke dass du deine Texte mit uns teilst und die Rückmeldung! Dann lassen wir den Thread ruhen - es sei denn, du möchtest noch was von uns?
 
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  • Ersteller
  • #23
Mit veröffentlicht meine ich tatsächlich veröffentlicht. Wenn ihn in einem musikforum 200 Leute lesen, die ich nicht kenne, ist das nicht das gleiche.
Speziell zu diesem Text hatte ich natürlich meine eigene Musik und meinen eigenen Rhythmus im Ohr, als ich ihn schrieb. Dennoch geht's natürlich um flow und stimmigkeit.
Es ging mir generell um Meinungen von Menschen, die sich damit beschäftigen und auch mehr Ahnung haben. Wenn 50 Leute sagen, du lass mal, kann ich auch damit leben. Es ist einfach eine Phase, in der ich mich ausprobiere und nach außen strebe, alleine unsere Diskussion hier in den letzten 2 Tagen regen mich an und inspirieren mich, von daher hat es sich schon gelohnt.
 
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  • #24
Aber die Wut ist natürlich da und als sich das mit ihrem neuen Kerl direkt nach unserer Trennung so rasant entwickelt hat, wurde sie größer und musste raus, bevor sie mich auffrisst.
Aus eigenem Erleben kann ich nur dazu raten, die Wut Würde werden zu lassen und Dich dieser Deiner Beziehung (gerade im Nachhinein) würdig zu erweisen.
 
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  • #25
Finde ich eine gute Einstellung, @Philip123
Erstens die Ergebnisoffenheit, mit der Du da rangehst und zweitens, dass Du Texteschreiben als Prozeß verstehst und Feedbacks unterschiedlicher Art als Orientierungsmarken, um im Laufe der Zeit immer besser zu werden. Ist viel Handwerk dabei, finde ich. Und jede/r entwickelt eine eigene Schreibe, hat eigene Ansprüche und Ziele - und so geht es den Feedbackgebern auch.

Mit der Zeit lernt man sich kennen und in gewisser Weise spielt man sich aufeinander ein.

Herzliche Grüße

x-Riff
 
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  • #26
Mal angenommen, Du könntest Dir hier selbst antworten: Was würdest Du Dir schreiben wollen?
Daraus lässt sich auch ein Text machen ... der dann vielleicht sogar eine neue, für einen selbst unerwartete Wendung bringt ... oder vielleicht nicht ...?
Man könnte neugierig sein ... ich bin es jedenfalls ... aus der Sicht eines anderen.
 
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  • #27
Ich fände es gut wenn der text tiefer schürfen würde. Hinter der Wut stecken Trauer, Angst oder Hilflosigkeit. Oder von allem etwas, vermute ich mal. Das auf den punkt zu bringen oder mitzuteilen könnte den text wirklich authentisch und "zugänglich" machen. Und ausser dem von der Masse abheben.
 
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  • #28
Du kannst mich nicht verletzen, weil ich unverwundbar bin.
wenn es so wäre, gäb es den Text nicht.

Der Text transportiert in fast jeder Zeile Verletztheit - verständlicherweise - und schwankt sonst zwischen Angriff, Schuldzuweisung und dem Wunsch, dass es wieder wird, wie es war. Die Zerrissenheit zwischen diesen Gefühlen lässt sich nachfühlen, auch der Wunsch, dass die Trennung nicht so hart trifft, wie sie nun leider doch trifft. Bei der zitierten Zeile wäre ein Konjunktiv glaubwürdiger.

Wenn dann noch etwas mehr Metrik und Silbenzahl eingebaut wird, wird's ein besserer Rap-Text ... aber das Ziel scheint ja schon erreicht (erstmal die Wut raus ...)
 
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  • #29
Bei der zitierten Zeile wäre ein Konjunktiv glaubwürdiger.

Wenn dann noch etwas mehr Metrik und Silbenzahl eingebaut wird, wird's ein besserer Rap-Text
Interessant, ich lerne mit: Also so?

"Du könntest nicht nicht verletzen, wenn ich unverwundbar wäre"
 
  • #30
"Du könntest nicht nicht verletzen, wenn ich unverwundbar wäre"
ha, da war ich nicht deutlich genug.

Ich meinte das eher im Sinne von:

Ich wünschte, ich wär unverwundbar, damit Du mich nicht verletzen kannst

Also inhaltlich, nicht auf den Reim hingebaut. Weil bei mir im gesamten restlichen Text eben ankommt: "Ich bin verletzt und sehr verwundbar"
 
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  • #31
Werter Philip 123, Wut ist natürlich natürlich! Das wird hier wohl niemand bestreiten wollen. .
Aber was, wenn in einem vollen Zug plötzlich jemand wütend brüllt? Fühlst du dich dann wohl?fühlst du dich dann verstanden? Fühlst du dich dann gar automatisch gut unterhalten? Kannst du dir das vorstellen?

Ich will dich nicht belehren. Ich denke andererseits auch, dass Kunst kein Risiko scheuen sollte…. Was meinst du?

Lg
 
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  • Ersteller
  • #32
Ich verstehe die Frage nicht ganz. Ich verpacke meine Wut in diesen Text, damit sie in meiner gelebten Welt nicht mehr zum Vorschein kommt. Wut muss raus, am besten durch ungefährliche Katalysatoren, sonst frisst sie einen auf und macht einen kaputt. Mehr habe ich nicht getan.
 
  • #33
Ich glaube, das sind zwei verschiedene Ebenen, die beide wichtig sind und beide ihre Bedeutung haben:
  1. Welche Bedeutung hat ein Song für die Person, die den Song schreibt?
  2. Welche Bedeutung hat ein Song für die Personen, die den Song hören (Publikum)?
Dabei geht es zunächst nur darum, diese beiden Ebenen anzuerkennen, nicht sie zu werten. Klassischerweise ist bei Texten, die man rein für sich selbst schreibt (Tagebuch) die erste Ebene ernorm und im Grunde genommen ausschließlich wichtig - weil solche Texte gar nicht zur Veröffentlichung gedacht sind. Bei kommerziellen Texten wiederum steht in der Regel das Publikum bzw. die Verkaufszahlen im Vordergrund - ob sich der Songtextschreiber mit dem Song wohl fühlt etc. hat untergeordnete Bedeutung.

Hier im Songtexteforum findet sich eine bunte Mischung und für viele Texte gilt, dass sie auf beiden Ebenen Bedeutung haben sollen. Im besten Fall - und das sind dann Sternstunden beim Songschreiben - ist die Bedeutung auf beiden Seiten sehr groß: Eric Claptons Song über sein verstorbenes Kind "Tears in Heaven" ist für mich so ein Fall.

Im vorliegenden Song ist die Bedeutung für Dich, @Philip123 deutlich geworden und keiner wird bestreiten, dass dieser Text für Dich gut und wichtig war oder ist - worauf @Jongleur anspielt ist, welche Bedeutung er für Personen hat (oder vermutlich hat) bzw. haben kann. Vielleicht fällt Dich dazu etwas ein - jedenfalls finde ich die Möglichkeit, hier Feedback (von einem potenziellen Publikum) zu bekommen, extrem hilfreich - genau so wie ich es hilfreich finde, sich mit solchen Fragen zu beschäftigen.

Herzliche Grüße

x-Riff
 
  • Ersteller
  • #34
Okay, auf der Ebene hab ich es noch nicht gesehen. Dennoch finde ich den Vergleich mit dem brüllenden Passanten im Zug unpassend, weil sich beide Situationen auf einer völlig anderen Ebene befinden. Aber ja, mir war dabei auch bewusst, was er mit der Person machen würde, die ich anspreche und daher war mir auch klar, dass diese Person diesen Text nicht zu Gesicht bekommen wird.
 
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  • #35
Okay - das wäre noch eine dritte Ebene: die Person (oder Gruppe), über die der Songtext geschrieben wurde ... Das ist tatsächlich bei dem vorwiegend autobiografischen Schreiben eine Herausforderung: Man schreibt ja nicht nur über sich, sondern auch über eine Zeit und über Personen, denen man begegnet ist ... und die können natürlich die Dinge ganz anders sehen und bewerten, sich verkannt oder angegriffen oder schlichtweg falsch dargestellt fühlen ...

Das Schreiben enthält viele Aspekte - es mag als einfache Sache erscheinen, aufzuschreiben, wie man etwas empfindet, warum man handelt, was man denkt oder wie andere Personen handeln, denken, fühlen; aber man kann sicher sein, dass wenn nur zwei Personen über das gleiche Ereignis schreiben, es zwei verschiedene Texte werden ...

x-Riff
 
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  • #36
Dennoch finde ich den Vergleich mit dem brüllenden Passanten im Zug unpassend, weil sich beide Situationen auf einer völlig anderen Ebene befinden.
Woher weißt Du das? Kannst Du nicht wissen und ist auch nicht wichtig … denn

Wut muss raus, am besten durch ungefährliche Katalysatoren, sonst frisst sie einen auf
das ist mir zu technisch (Dampfkessel-Psychologie von 1900 (Freud)); ich finde, die Wut sollte schön bei dem bleiben, der sie entwickelt. Und der sollte dann mal gefälligst schauen, wie er damit vernünftig umgeht, wie er sie z.B. einfach mal verrauchen läßt.
 
  • Ersteller
  • #37
Mit der Ansicht stehst du in meinen Augen sehr alleine da. Wut ist ein Gefühl wie jedes andere und du würdest wohl niemandem empfehlen seine Liebe zu seinem Kind für sich zu behalten oder die Trauer über einen verstorbenen Menschen. Wenn ich meine Gefühle schon nicht für mich in einer kreativen Form frei lassen kann, dann wird es eng auf der welt.
 
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  • #38
worauf @Jongleur anspielt ist, welche Bedeutung er für Personen hat (oder vermutlich hat) bzw. haben kann.
Den Vergleich finde ich trotzdem deplatziert. Wir befinden uns hier in einem Musiker-Forum und tauschen uns zu Songtexten aus.

Ich denke, ich fände es auch unangenehm, wenn jemand meinen absoluten Lieblingssong / das Telefonbuch / die Bibel plötzlich wütend im Zug losbrüllt. Was soll das Gedankenspiel denn bewirken?
 
  • #39
ich finde, die Wut sollte schön bei dem bleiben, der sie entwickelt. Und der sollte dann mal gefälligst schauen, wie er damit vernünftig umgeht, wie er sie z.B. einfach mal verrauchen läßt.
Das mag in der realen Welt ein berechtigtes Anliegen sein, vor allem, wenn man mit der Ursache oder dem Anlass der Wut nichts zu tun hat. Und es gibt viele gute Gründe, warum in der Kommunikation mit anderen eine verarbeitete Wut deutlich mehr konstruktive Potenziale hat als die Äußerung oder Wahrnehmung der Wut selbst. Und Wut kann auch einfach ungerechtfertigte Aggression sein.
Dennoch wäre mir die ausschließliche Betrachtung dieser Aspekte zu kurz gegriffen.
Zum einen ist auf der Ebene der Energie Wut eine sehr beachtliche Emotion und bedeutet sozusagen ein unüberhörbares Nichteinverstanden-Sein mit einer Situation und kann, ähnlich wie ein laut geäußertes "Stop" viel dazu beitragen, dass die Situation und Emotion überhaupt wahrgenommen wird. Auf Systemebene ist die Äußerung von Wut wie jede andere Emotion eine wichtige Information, die Aufschluss darüber gibt, was (aus Sicht einer bestimmten Person) nicht stimmt.

Aber abgesehen von diesen Betrachtungen und mal rein auf Kunst und Kultur bezogen:
Die Annahme, alle würden per se von der Äußerung, Darstellung oder Wahrnehmung von Aggression, Wut, Angst, Trauer etc. leiden und würden sie meiden, entspricht aus meiner Sicht offenkundig nicht dem, was einer der Kernbestandteil von Kunst und Kultur ist: Thriller, Krimis, Dramen, Horrormovies, Splatter, Shakespear, Alice Cooper, Achter- und Geisterbahnen, Bunjee-Jumping etc. und so weiter und so fort. Offensichtlich besteht ein Bedürfnis danach, diese Gefühle zu durchleben und zwar in einer Form, die man als Teilnehmer oder Konsument einnimmt (und für die nicht selten viel Geld bezahlt wird) und die gleichsam "kontrolliert" ist (zwar gibt es immer mal wieder Unfälle auf Achterbahnen, aber insgesamt ist es ein harmloses Vergnügen - wenn man es denn als Vergnügen wahrnimmt). Ich würde hier mal spaßeshalber die These aufstellen, dass sich mindestens 50% der westlichen Kulturerzeugnisse und -erlebnisse auf "negativen Emotionen" begründen. Diese werden in Massen produziert, dargeboten und konsumiert. Und das auf jedem Level: Shakespears Dramen schwimmen vor Blut, Dantes Höllenfahrt und Der Name der Rose oder Hitchcocks Psycho nicht minder.

Bleibe ich mal mehr bei mir, so kann ich aggressive Musik und aggressive Texte und Songs durchaus abfeiern. Und zwar in den meisten Fällen, wenn ich in der gleichen Stimmung bin, die ausgedrückt wird. Nicht nur der Mensch, der mit dem Text und der Musik herausgelassen hat, hat etwas davon: sondern ich, der ich gerade in dieser Stimmung bin, habe auch etwas davon: Zum einen bin ich offensichtlich nicht alleine - mindestens eine Person auf der Welt kennt das, was ich gerade durchmache. Zum anderen wird etwas ausgedrückt, was ich vielleicht gar nicht in der Lage bin, auszudrücken - aber ich kann das Ausgedrückte erkennen und finde mich darin wieder. Zum dritten ist es durchaus ein Ventil, um - bleiben wir bei der Wut - diese Wut rauszulassen.

Und um von hier aus den Bogen zu schließen: diese Art der Wutbewältigung kann durchaus dazu führen, dass ich mit meiner eigenen Wut, so ich sie denn einmal herausgelassen habe, ohne damit andere Menschen zu belästigen (es gibt ja auch Kopfhörer), bald danach wesentlich konstruktiver umgehen kann. Die Betonung liegt auf kann - eine Garantie gibt es nicht, aber die gibt es generell nicht, wenn man über Gefühle, deren Äußerung und Verarbeitung redet.

x-Riff
 
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  • #40
Ich finde den Text gar nicht mal so übel, aber zu lang. Man könnte ihn um die Hälfte kürzen, ohne das die Kernbotschaft verloren ginge.
Außerdem verstehe ich die Metapher "Aus der Wut entsteht ein Mann" nicht so ganz
 
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