Auswirkungen der unterschiedlichen "Caps"

von mojoh, 10.07.16.

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  1. mojoh

    mojoh Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.16   #1
    Hallo,

    ich hätte mal eine grundsätzliche Frage.

    Oftmals liest man etwas über unterschiedliche Caps bei diversen originalen Hammonds (und auch bei manchem "Clone") wie Wachspapier, Red Caps etc.

    Gibt es irgendwo eine gute Gegenüberstellung, welche Möglichkeiten es da gibt und welche klanglichen Auswirkungen die jeweiligen Sets haben?
    Ich habe da bisher nicht wirklich was dazu gefunden.


    mojoh
     
  2. hairmetal81

    hairmetal81 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.16   #2
  3. skey68

    skey68 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.16   #3
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  4. Helmut

    Helmut HCA-Laser HCA

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    Erstellt: 10.07.16   #4
    vorweg das ist ein sehr umfangreiches Thema, deswegen nur ein paar grundsätzliche Anmerkungen.

    Die Kondensatoren im Tonradgenerator gehören zu Filtern, die wiederum Frequenzen wegfiltern sollen, die nicht zur jeweiligen Grundschwingung gehören. Die Filter werden auch Tonabnahmefilter genannt. Durch Alterung verändern die Wachskondensatoren ihre Werte, somit stimmt das Filter nicht mehr (Mittenfrequenz). Es ist verstimmt und filtert, bzw. bedämpft u. U. auch die eigene Grundschwingung. Gut hörbar ist dies bei den mittleren und höheren Frequenzen. Die Orgel klingt stumpf. Werden diese Kondensatoren durch neue ersetzt arbeiten die Filter wieder richtig.
    Das hat natürlich auch einen Effekt auf den Gesamtklang der Orgel, von daher ist es normal, dass nach einem Kondensatortausch, die Orgel neu intoniert wird. Aber eigentlich soll das Tonabnahmefilter, nur störende Frequenzkomponenten, als die Grundschwingung, wegfiltern und nicht den Klang der Orgel bestimmen. Soweit die Theorie:D
     
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  5. happyfreddy

    happyfreddy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 10.07.16   #5
    Die Filter gehören zur jeweiligen Frequenz eines Tonewheels mit Pickup. Soweit richtig.
    Der Begriff "Intonieren" ist hier falsch, weil durch Pickup-Abgleich nur die Amplitude des Signals geändert wird.
    "Intonieren" bedeutet im weitesten Sinne einen Abgleich auf Schwebungsnull zwischen zwei Tönen gleicher Frequenz
    Die Frequenz eines Tonwheel Tones ist nur von der Drehzahl des Tonewheels abhängig, das hier mit einer konstanten Drehzahl läuft. Folglich kann die Tonhöhe auch nicht verändert werden.

    Die Formulierung im letzten Satz ist falsch. Richtig muß es heißen :
    nur störende Frequenzen werden weggefiltert, der Grundton jedoch mit maximaler Amplitude durchgelassen.
    Würde der auch weggefiltert, würde man nichts mehr hören.

    Wenn Wachskondensatoren ihren Wert verändert haben aufgrund von Alterserscheinungen und durch Redcaps bzw neue Kondensatoren mit dem geforderten Wert ersetzt werden arbeiten auch die Filter wieder so wie am Anfang. Ein Abgleich der Pickups kann dann entfallen da alles wieder wie im Ursprungszustand ist.

    Dennoch wird man nach Kondensatortausch die Pickups nachmessen und ggf korrigieren auf den geforderten Pegel.

    Kondensatoren mit veränderten Werten bedämpfen ein Tonsignal, weil das Filter dadurch auf eine andere Frequenz abgestimmt ist, die neben der Frequenz des Tonsignals liegt. Im Extremfall kommt gar kein Ton nach dem Filter mehr heraus.
    Liegen alle Filter " daneben " ist der Klang mehr muffig und dumpf. Mit korrekten Werten wird eine frühere Brillianz erreicht.
    Da in einer Hammond es nur die additive Klangformung gibt hat das schon einen Einfluß auf den Klang als solches.
     
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  6. Helmut

    Helmut HCA-Laser HCA

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    Erstellt: 11.07.16   #6
    "Itonieren" wird aber hier in diesem Zusammenhang oft verwendet, weil man mit diesem Vorgang den Klang des Instrumentes beeinflußt.
     
  7. mojoh

    mojoh Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.16   #7
    Danke an alle für ihre Antworten.
    Jetzt habe ich eine gute Vorstellung davon, was das Thema "Caps" für klangliche Auswirkungen hat.

    Und gut, dass man zumindest bei den meisten Clones keine Caps mehr auslöten muss, sondern einfach den entsprechenden Parameter von z.B. "1950" auf "1970" stellt ;).


    mojoh
     
  8. happyfreddy

    happyfreddy Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.07.16   #8
    @Helmut
    Auch wenn viele wissen wie das mit dem Intonieren zu verstehen ist sollten wir dennoch hier Begriffe ihrer Bedeutung nach
    differenzieren.
    Bei alten Böhm Sperrschwinger Generatoren zb wurden die Oktavteilerstufen " intoniert " indem man einen bestimmten
    Kondensatorwert ermittelte bei dem das Stimmpoti der Teilerstufe in der Mittelstellung war. Durch falsche Werte konnte der Frequenzteiler durchaus in die Quintlage springen statt richtig in der Oktavteiler Lage.
    Bei Orgelpfeifen spricht man auch von intonieren wenn sie auf die Tonhöhe abgestimmt werden.

    Ein Pickup einer Hammond kann jedoch nur im Pegel beeinflußt werden.

    Es würde auch niemandem einfallen bei Abgleich der Pegel beim CD Mastern hier von " intonieren " zu sprechen.
    Man gleicht hier nur die Pegel der einzelnen Titel zueinander ab was verhindern soll daß der Höhrer ständig am Lautstärkeregler fummeln muß

    Frische Kondensatoren bei den Filtern der Hammond stimmen nur die Filter auf die Sollfrequenz ab - genau auf die im Ursprungszustand. Daß hierbei die Pegel sich erhöhen liegt in der Durchlaßkurve des Filters begründet :
    Sollfrequenz mit maximalem Pegel , alles was daneben liegt mit geringerem Pegel bzw garnicht mehr durchgelassen .
    Das ist der eigentliche Sinn dieser Filter. Der Grund ist auch einleuchtend : in einer " Kammer " liegen zwei Pickups nebeneinander von zwei Tönen die 4 Oktaven auseinander liegen, trotzdem findet hier ein Übersprechen statt. Genau das unterbinden jedoch die Filter.
     
  9. Helmut

    Helmut HCA-Laser HCA

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    Erstellt: 12.07.16   #9
    Freddy lass es gut sein :D
     
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