automatisch Musik in Noten verwandeln mit der App Melody Scan

von blechgitarre, 12.09.20.

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  1. blechgitarre

    blechgitarre Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.09.20   #1
    Hallo
    Kennt ihr schon diese App
    https://melodyscanner.com/
    schreibt angeblich Musik automatisch in Noten auf.
    Funktioniert das?
    gibt es dazu andere , vielleicht bessere Programme?
    Ich habe bisher von solchen Programmen keine Ahnung.
     
  2. Claus

    Claus Brass/Keys Trompete Moderator HCA

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    Erstellt: 13.09.20   #2
    Die Möglichkeit, aufgenommene Melodien (monophon) in MIDI-Signale zu wandeln kannte ich schon Ende der 90er Jahre.
    Das Feature ist auch Bestandteil von DAWs wie z.B. Logic, Cubase, FL Studio oder Reaper, allerdings wird nicht unbedingt auch eine Notation ausgegeben.

    Die Notenschrift ist der springende Punkt, denn "normal musikalisch" gespielt liest sich das Ergebnis in MIDI-Noten grauenhaft bis gar nicht.
    Der Ausweg ist also, sehr mechanisch und genau on time zu spielen sowie für den Parameter MIDI-Auflösung passende Werte in Bezug auf die gespielte rhythmische Auflösung zu finden.

    Ich bin damit nicht glücklich geworden und kann mit dem Instrument plus Notationsprogramm oder Notenpapier besser "einfach so" aufschreiben als mich ausreichend präzise mehrfach einstimmig aufnehmen/wandeln und dann die MIDI-Notation zu korrigieren.

    Du müsstest also prüfen, ob dir das Programm eine passabel lesbare Notation ermöglicht. Das Preismodell des "Abo" führt im genannten Beispiel m.E. allerdings mit der Zeit zu einem übertrieben hohen Preis und bei Kündigung des Abo wird die Funktionalität entscheidend beschnitten oder sogar komplett gesperrt.

    Es gibt dazu viele Alternativen, Stichwort "audio to midi conversion".

    Gruß Claus
     
  3. losch

    losch Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.09.20   #3
  4. Palm Muter

    Palm Muter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.09.20   #4
    @blechgitarre , dass musst du dir so vorstellen:
    Wenn du "normal spielst", wozu eben kleine Nuancen wie etwas vor/nach dem Schlag spielen gehören, dann macht die Maschine das, worauf sie programmiert wurde. Und das bedeutet, dass aus einer Viertel schnell mal eine Konstruktion aus einer punktierten Achtel plus einer punktierten Sechzehntel wird. Oder vorne/hinten 16tel/32tel und noch mehr Fähnchen angehängt werden. Ich kenne ein paar Guitar Pro Files, wo ich mir recht sicher bin, dass das Solo so erstellt wurde, ich stell dir dann mal am Abend ein Beispiel rein.

    Auch andere Sachen, wie z.B. Bendings führt schnell mal zu sehr kreativen Interpretationen. Kann das Programm ein Bending als solches erkennen wird dafür dann wieder ein starkes Vibrato schnell mal ein quasi unlesbares 12-fach- bend-release-bend-release-bend....-Bending, wo wieder irgendwelche Rhythmuswerte stehen - was halt am besten zu den "Messergebnissen" passt.

    Gut möglich, dass es da professionelle Software gibt, die wenn man sie a) beherrscht und b) richtig eingestellt hat (k.A., "runde" alles unter 16tel auf 16tel) da ein brauchbares Ergebnis liefert. Aber, zumindest in der Peripherie in der mich das Thema bis jetzt tangiert hat war das Resümee stets dasselbe: Selber schreiben bzw. in den PC klopfen ist ein vielfaches schneller als das Ergebnis so eines Programms auf "lesbar" zu korrigieren.

    Grüße
     
  5. taste89

    taste89 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.09.20   #5
    Aus diesem Grund sollte so ein Programm m.E. nach der Konvertierung von Audio nach Midi letzteres quantisieren können. Nicht nur so ein bisschen, sondern auch Swingrhythmen, n-Tolen und alles was es noch so rhythmisch zu beachten gibt. Ansonsten ist man nur dabei, Noten hin- und her zu schieben.
    Wenn ich früher aus einem DAW-Projekt Noten zum weiter bearbeiten erstellen wollte, habe ich immer zwei Versionen erstellt, eine hardquantisierte für Noten und eine musikalische.

    Das Programm hier samt Editor kommt mir recht rudimentär und dafür gar nicht mal so preiswert vor.

    Ist aber nur ein Vorurteil. Wenn das Ding aus einem mp3 1A Noten erzeugt, sag Bescheid :D.



    Gruß,
    taste89
     
  6. Palm Muter

    Palm Muter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.09.20   #6
    Stimmt, n-Tolen hab ich vergessen, speziell bei schnellen Soli hab ich auch schon Interpretationen gesehen, die vermutlich selbst sehr kundige Notenleser quasi nicht entschlüsseln (also "vom Blatt denken") können - also .B. eine Quintole, die an sich ja schon sehr selten ist, aber zusätzlich sind deren 5 Noten nicht hintereinander, sondern quer durch zwischen die anderen gestreut. Schnelles Gitarrensolo in MIDI in Noten umwandeln zeigt dir Möglichkeiten einen Takt zu füllen, ich sags dir ...:D

    Aja, der nächste Hemmschuh: Die Rhythmik.
    Ob ich eine Note 2 Takte lang halte oder einfach auf einer Fermate stehe kann kein Programm unterscheiden.
    Irgendwelche eingeschobenen Takte, wie erwähnt Fermaten, auch ganz allgemein Tempowechsel - wie soll das gehen? Für längere Passagen ist es sowieso komplett unbrauchbar, weil sobald sich irgendwie etwas aus dem fixen Korsett "X/Y-Takt, in denn ein Algorithmus die Töne hineinschreibt" hinausfällt oder sich auch nur verschiebt wars das. Also ganz allgemein, egal wie gut die Software ist, rein technisch kann es doch eh nur mit "Stelle eine Taktart und ein Tempo ein und spiele nach Klick" funktionieren (behaupte ich einmal).

    Und, ein Hinweis sei noch gestattet: Wer notieren kann, braucht sowas nicht weil man wie schon erwähnt Faktor 10 schneller ist als man korrigiert sowas.
    Kann man nicht notieren, erkennt man auch nicht, wenn so ein Programm pure Grütze ausspuckt bzw. weiß man nicht, wie man so einen "Fähnchenwald" korrigieren soll - womit dieses Thema in seiner Gesamtheit ein wenig ..... "nicht zielführend behandelbar ist"^^

    Es is wie bei diesen anderen Zeichen..... wie hießen die nochmal? Aja, Buchstaben :D
    Natürlich können die auch von Softwares entschlüsselt und mit irgendwelchen Datenbanken abegelichen werden und blablabla...., Spracherkennung funktioniert ja inzwischen sehr gut.

    Aber, angenommen, man möchte einem Koreaner eine Nachricht übermitteln und macht mit einem Brief Strg C + V in Google Translate auf Koreanisch. So irgendwie wirds schon gehen, genauso wird es irgendwie gehen, wenn man mit derlei Notationsprogrammen arbeitet. Aber sobald man, um beim Koreabeispiel zu bleiben, regelmäßig etwas komplexere Nachrichten als "Heute ist ein schöner Tag" übersetzen und aufschreiben muss wird man nicht darum herum kommen, diese Sprache und diese Schrift zu lernen.

    Und Musik hat halt einen entscheidenden Nachteil: Sprache, bzw. geschriebene Nachrichten haben meist den Sinn abstrakter Informationvermittlung. Wenn da mal ein Fall nicht passt, ein Wort fehlt, ein Wort falsch ist weil es mehrere gibt, die sich so ähnlich anhören und die Software sich das falsche ausgesucht hat,..... funktioniert es meist noch immer. Aber gerade diese feinen Nuancen, die man teils sehr radikal verunstalten/ignorieren kann ohne das Gesamtergebnis (also die Information) maßgeblich zu beeinflussen kann man kaum auf Musik übertragen - die lebt nämlich zu einem guten Teil davon.

    Grüße
     
  7. blechgitarre

    blechgitarre Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.09.20   #7
    ja, Menschen spielen nicht so ganz genau, deshalb klingen gute Musiker auch besser als Midi files.

    Aber mit künstlicher Intelligenz sollte man das doch erkennen können.
    melody Scan ist ja von einem neuen kreativen Sartup Unternehmen.

    Selber hören und aufschreiben ist sicher toll, wenn mans den kann und nicht so ne Sauklaue hat wie ich.

    Wollte einfach wissen ob hier schon jemand das Programm ausprobiert hat. Vielleicht ist es ja viel besser als die alten Programme.
    Schlechte Musiker wie ich könnten sowas gut gebrauchen.
     
  8. Palm Muter

    Palm Muter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.09.20   #8
    Es gibt keine schlechten Musiker, wenns klingt was du machst bist du einer ;)
    Manche sind nur ambitionierter als andere.

    (Auch auf die Gefahr hin, dass mir jetzt jemand mit einem Gegenbeispiel kommt und ich mich ein wenig zum Affen machen, aber ich argumentiere jetzt warums was -vermutlich- nicht gibt was leicht wie ein Kartenhaus in sich zerfällt wenn das der Falls sein sollte :rolleyes:)

    Jein. KI bedeutet horrende Datenmengen (die man ja quasi händisch erstellen müsste, es gibt ja noch kein Programm, das das kann) zu haben und irgendeinen Algorithmus, der mit der Zeit lernt (was auch wieder heißt, dass man die ganze Zeit dem Programm wiederum sagen muss, was es falsch und richtig gemacht hat).
    Und du hast nach wie vor viele fließende Übergänge. Wo ist die Grenze zwischen schnellen Bendig und langsamen Vibrato?
    Wie soll ein Programm das Taktmaß erkennen? Und falls es das kann, wie soll man es daran hindern, einen 4/4 Takt in einen 3/8 + 5/8 Takt zu zerlegen, wenn aus welchen Gründen auch immer die "1und" betont wird?
    Wie soll es überhaupt Taktwechsel erkennen?
    Wie soll es Tempowechsel erkennen?
    ......

    Das ist derart Umfangreich, und man bräuchte unglaublich viel Arbeitszeit - ich rede von vielen 40h-Kräften und 2J+ Entwicklungszeit- dass man da vielleicht, in sehr eingeschränkten Maß, auf etwas kommt, was so "im Großen und Ganzen ganz OK ist". Das wäre dann aber eine "echte" Professionistensoftware, also dementsprechend müsstest du viele (sehr viele!) Parameter einstellen, was das Programm in welchem Fall machen oder nicht machen soll, wie weit welche Toleranzen bezüglich Mikrotiming ausgelegt werden sollen, wie "scharf" das Programm auf Betonung außerhalb der angenommenen Taktart reagieren soll, ..... (worauf ich hinaus will: Da sind derart viele "Einstellungsbereiche", dass man ohne einer grundsätzlichen Ahnung, in welchem System man sich bewegt und einer prinipiellen Vorstellung, was man da als Ergebnis erwartet nicht weit kommen wird - und da beißt sich der Katze in den Schwanz, dann kann man es ja schon selber aufschreiben (lernen, dass ist dann ja nur noch ein geringer Mehraufwand, falls überhaupt)

    Es würde dann auch eher in die Richtung gehen, dass du nach der Aufname kein live-Ergebnis hast, sondern dir ein Ladebalken entgegen lacht mit dem Untertext "Wird verarbeitet" (= "vergleiche mit Riesendatenbank bis irgendwelche Fehlerindikatoren so niedrig wie möglich sind")

    Jedenfalls, da bist du wieder bei dem Punkt: Wer braucht sowas? Derlei Aufwand gibt's z.B. für CAD-Programme, auf denen die Autos und Häuser unserer Welt entworfen werden und die entsprechenden Firmen auch -zigtausende Euro pro Jahr für die Lizenzen zahlen. Aber, ich rede nichtmal davon, dass sich ein Musikstudent ein Taschengeld verdient, sogar wenn du in der Musikschule/Uni/... anrufst und bittest, dass irgendein Diplommusiker dein Zeug notieren soll und dir dafür eine Honorarnote ausstellen soll ist das noch immer um Welten schneller, billiger und vor allem viel exakter.

    Wenn das, was du von KI forderst halbwegs einwandfrei funktioniert dann wäre der nächste Schritt, nämlich das KI auch ganz passabel komponieren kann gar nicht mehr so weit entfernt^^ Sobald Programme Musik quasi "wie Menschen erfassen könnten" - genau das ist ja eigentlich das Hauptproblem, auch KI kann nur über viel Try and Error und einer möglichst fetten Datenbank an Beispielen das nur versuchen anzunähern, wäre das wirklich ein großer Schritt in diese Richtung.



    Meine Notenschrift ist deutlich schöner als meine Handschrift^^
    Aber für derlei Probleme gibt's Notensatzprogramme.

    Grüße
     
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