Avoid-Notes in Moll

von Bossanovafreak, 08.11.06.

  1. Bossanovafreak

    Bossanovafreak Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 08.11.06   #1
    Moin, moin!

    Mir ist schon seit längerem klar, welche avoid-notes im funktionsharmonischen Kontext auf den Stufen einer Durtonleiter gelten. Aber wie ist das mit Molltonleitern? Ich vermute, dass bei der ersten und der fünften Stufe (harmonisch moll) die 11 vermieden werden sollte, aber wie ist das auf den anderen Stufen?

    In den Jazz-Theoriebüchern habe ich zu dieser Frage bisher noch keine Antwort gefunden. Ich wäre euch dankbar, wenn ihr mir weiterhelfen könntet.

    Beste Grüße
     
  2. tuzz

    tuzz Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.11.06   #2
    Die Harmonisch Moll Stufen habe ich hier in Haunschilds Buch Band 1 so vor mir liegen:
    HM1 Cmmaj7 (9/11/b13)
    HM2 Dm7b5 (b9/11/13)
    HM3 Ebmaj7#5 (9/11/13)
    HM4 Fm7 (9/#11/13)
    HM5 G7 (b9/11/b13)
    HM6 Abmaj7 (#9/#11/13)
    HM7 Bdim7 (b9/b11/b13)

    Insofern widersprichst er dir auf der I. und V. Stufe ;) Wobei es natürlich immer individuell verschieden sein kann. Ich würde diese Varianten einfach durchspielen und für mich selbst entscheiden welche passen, und welche nicht.
    Hoffe das hilft dir weiter.
    lg,
    t.
     
  3. jive

    jive Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.11.06   #3
    also avoid notes sind abhängig vom kontext
    ich erklär das mal ganz praktisch anhand von der allseitsbeliebten a-aeolisch skala also:
    a h c d e f g
    generell passt hier das c# also die große terz nicht wirklich gut ( is aber auch geschmackssache) ansonsten gibt es keine direkte begrenzung da alle anderen töne in a-moll skalen vorkommen (locrish, dorisch, phrygisch, blues, harmonisch moll und eben aeolisch). wenn dir das nicht so hilft dann versuch zu bestimmten moll akkordfolgen einfach alle töne zu spielen unm rauszufinden was passt und was nicht. praktischerweise entwickeltst du dabei auch dein gehör weiter und merkst bei ner impro schnell was geht und net
    ich hoffe ich konnte dir helfen

    rock on
     
  4. MathiasL

    MathiasL HCA Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 10.11.06   #4
    Wer verstanden hat ,was ''avoid'' notes sind,kann sich diese Frage doch selber
    klarmachen.

    Die Auflistung von oben (Tuzz) zeigt doch nur die theoretischen Optionen/Alterationen
    auf ,die entstehen ,wenn man die Leiter konsequent austerzt.

    Wer dies aber dahingehend missversteht,dass er dann meint ,zb bei G7 geht die 11 ,oder bei Abj7 die #9 ,hat eben noch nicht begriffen ,was ''avoid notes'' sind ,und warum.

    Grüße!
     
  5. GMinor7

    GMinor7 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.11.06   #5
    hi matthias,

    wie ist denn deine definiton fuer avoid notes? im prinzip gehts ja, so erklaer ich mir das, darum, dass keine b9 intervalle entstehen, deshalb klingt ja eine 11 ueber einen mj7 akkord nicht, bzw. zerstört die wirkung der durterz.

    aber irgendwie gibts da auch wieder einige ausnahmen, die das konzept verwaessern, wie z.b. die doch erlaubte b9 uber V7.

    sowie das hier: auf klanglicher eben ist mir z.b. nicht klar, warum bei II-7b5 akkorden die b9 (auf die tonika bezogen ist das ja die b3 bzw. mollterz) eine avoid note ist - die klingt IMHO gut, spiele ich oft drueber.

    wie siehst du das?

    gruss, alex
     
  6. MathiasL

    MathiasL HCA Harmonielehre HCA

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    Erstellt: 13.11.06   #6
    Hi!

    Avoid-notes sind Dissonanzen an unerwünschten Stellen.Daher ist eine
    b9 bei einem Dom7 eher eine ''wishnote'', verstärkt sie doch den Charakter.

    Ansonsten aber gilt als wohl wichtigster Punkt zur Verwendung zu sagen, dass die
    Platzierung sowie die Tondauer entscheiden, ob gut oder weniger.

    Eine '' avoid-note'' als Durchgangston geht nämlich immer, genauso wie
    vor-nachgezogenes Tonmaterial.Um letzteres allerdings beurteilen zu können, muss
    man schon ne Menge Ahnung haben,vor allem von der Stilistik.

    Konzepte von Brecker/Scofield/Henderson und etlichen mehr,sehen zb die bewusste
    Verwendung von ''falschen''Tönen vor.Man nennt dies inside-outside Spiel.

    Entscheidend ist am Ende die Stärke der melodischen Idee.Je kraftvoller diese
    daherkommt, umso mehr ''avoid-notes'' kann sie beinhalten, ohne falsch zu klingen!!

    Heutzutage muss man übrigens ganz wichtig auch auf den Bereich der elektronischen Musik verweisen.
    Dort geht es nicht nur um die Stärke der Melo,sondern um den Sound, der bestimmte Dissonanzen zulässt , die ,
    klangbereinigt, neutral am Klavier einfach
    nicht klingen würden.

    Grüße!
     
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