Band und Ausbildung?

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Akagami
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Yo Leude, mal ne kleine Frage in die Runde.

Ich möchte dieses Jahr eine Ausbildung anfangen. [Nun wäre schon meine erste Frage: gibt es in und um Wuppertal Ausbildungsbetriebe für Berufe die etwas mit Musik zu tun haben?]
Sollte ich nichts im Musikbereich finden werde ich definitiv in die Informatik gehen.

Das "Problem" ist jetzt nur, dass ich mit meiner Band gegen September womöglich als Vorgruppe einer relativ erfolgreichen Band auf Tour gehen werde. (Deutschland, Frankreich, Niederlande, Dänemark). Das würde ca. 1 - maximal 2 Monate in Anspruch nehmen..

Nun würde ich mal gerne wissen was ihr machen würdet in der Situation? Ginge bei euch die Ausbildung vor? Was würdet ihr dann Bandtechnisch machen?
Oder würdet ihr sagen ihr lasst es erstmal mit der Ausbildung? Aber was macht ihr dann, wenn die Tour kurzfristig platzt oder wenn ihr davon nicht leben könnt?

Ich bin da grade echt am Verzweifeln, da ich zwar unglaublich gerne Musik mache aber auf der anderen Seite halt auch gerne einen sicheren Arbeitsplatz haben möchte..


Also, wie seht ihr das so?
 
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Hallo und willkommen im Board,

die wichtigste Frage, die ich mir stellen würde ist: "Kann ich mir das leisten?" Kannst du es dir leisten ein halbes, wenn nicht ein ganzes, Jahr auf eine Ausbildungsstelle zu verzichten.
Dabei solltest du vom "worst-case" ausgehen. D.h. du hast keinen Gewinn, sondern kannst grade nur die Kosten decken. Vielleicht musst du sogar noch an erspartes ran, falls die Tour ein finanzieller Flop wird.
Der Erfahrung halber solltest du es wirklich in betracht ziehen diese Tour zu spielen, sonst ärgerst du dich vielleicht, dass du es nie gewagt hast. Auf der anderen Seite solltest du dir auch gewiss sein, dass es in die Hose gehen kann und du finanziell für diesen Zeitraum abgesichert sein solltest.

Viel Spaß bei der Entscheidungsfindung ;-)
Vielleicht gibt es noch andere Stimmen hier im Board, die aus Eigenerfahrung sprechen können.

Cheers
 
da fällt mir das Statement eines überaus erfolgreichen Investment-Bankers (der übelsten Sorte... :p) ein
sinngemäss: die meisten Leute haben kein Millionen-Einkommen verdient
aus dem einfachen Grund weil sie nicht bereit sind, eine Million auch zu verlieren... ;)

cheers, Tom
 
Ich(!) ... würde die Tour spielen. Sorry. Ich plädiere hier im Forum oft auf Sicherheit... andererseits wenn du vollblutmusiker bist - dazu muss man nicht Berufsmusiker sein - sondern sich nur sicher sein, dass Musik ein wesentlicher Bestandteil des eigenen Lebens, vielleicht sogar eine Art seelischer Stabilisierungsfaktor ist, dann würde ich mir gewisse Sachen einfach nicht entgehen lassen. Als Supporter für eine "bekannte Band" auf Tour gehen ist das, was für andere die Reise nach Indien nach dem Abi ist, jene jugendliche "Dummheit" die man einfach nicht bereuen kann. Zeitverschwändung? Ich glaube nicht.
Du musst in dich reinhorchen und für dich die Prognose stellen, ob Du diese Entscheidung die Tour nicht zu spielen später (vielleicht immer), bereuen wirst.
Wenn Du Dich für die Tour entscheidest dann mit Haut und Haaren genießen! Einmal den Rock n Roll leben! Mein Vater hatte grade seinen 60. und einen Rückblick auf sein Leben moderiert und... naja so eine Tour ist was für das ewige Familienalbum.

Wenn Du allerdings 35 bist und diese Ausbildung so ne Art letzte Chance deinem Leben stabile Verhältnisse zu geben dar stellt, oder wenn Dir Musik generell nicht so wichtig ist, dass Du ein Opfer dafür bringen willst, dann siehts anders aus.

Klar ist also auch mein Fazit: Du musst es selbst abwägen. Wenn Dir die Entscheidung so schwer fällt, vermute ich, dass dir eine Absage der Tour wirklich lange zu schaffen machen wird, während Du bei der Arbeit ja noch nicht wirklich weißt was Du verlierst, weil Du noch nicht so mit drin steckst. Letztlich weiß ich ja auch nicht wieviel zeit und Energie bisher in deine Band geflossen sind, so dass diese Tour einfach soetwas wie der verdiente Lohn sein muss, der dir die Ruhe verschafft.

Also abwägen und dann zur eigenen Entscheidung stehen.
Sollte Eure Band komplett den Support absagen springe ich mit meine ein und schicke Fotos! :p


Viel Glück man


ps: noch ne ganz andere Frage: Dein Arbeitgeber würde dies nicht Dir zu liebe tolerieren? Es gibt ja kleine Betriebe wo man mit dme Chef persönlich reden kann. Du musst ja keine Forderungen stellen - kannst ihm ja aber sagen, dass Dir diese 2 Monate so wichtig sind, dass Du den Job jetzt nicht annehmen kannst. Wer weiß, vielleicht steckt in dem Chef ja auch n alter Rocker der das am Ende versteht und eine Lösung findet, möglicherweise auch eine neue Bewerbung ein halbes Jah später akzeptiert oder ähnliches. Also sicher wärs gut da persönlich das zu erklären wenns n kleiner Betrieb ist. Es gitb Chefs die stehen auf so eine Charakterstärke. Ist natürlich jetzt nicht so wahrscheinlich :p
 
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@Akagami

Du schreibst: einen Ausbildungsberuf, der irgendwas mit Musik zu tun hat ...

Das finde ich extrem allgemein. Meinst Du eher einen handwerklichen Beruf (Musikinstrumentenbau) oder Handel/Vertrieb, Musikproduktion oder Musikverlag oder Tontechnik? Das sind doch alles völlig unterschiedliche Dinge, die auch völlig andere Voraussetzungen, Neigungen und Kompetenzen verlangen ...

Wenn Du zweigleisig fahren willst, dann wäre das auf jeden Fall etwas, was Du in einem Bewerbungsgespräch fallen lassen solltest. Es kann auch sein, dass sich sowas wie eine Tour gut mit Deiner Ausbildung verbinden läßt und der Chef da ein großes Einsehen hat. Natürlich gibt es dann noch sowas wie Berufsschule etc. zu regeln.

Möglicherweise käme ein Fernstudium oder eine berufsbegleitende Ausbildung in Frage - die sind oft modular gegliedert oder eben so, dass Du viele Ausbildungsinhalte von zu Hause aus erledigen, Dir Deine Zeit also recht frei gestalten kannst.

Die Frage, wie Du in der Zeit finanziell Deinen Kopf über Wasser und den Kühlschrank gefüllt hälst, löst das natürlich noch nicht - da müßtest Du eventuell einen Nebenbrotjob in Betracht ziehen, der Dir auch die nötigen Flexibilität läßt.

Hilfreich für eine Entscheidung kann folgende Fragestellung sein: Versetz Dich geistig in die Zukunft, sage ein oder zwei Jahre. Spiele die verschiedenen Eventualitäten durch: Du machst die Tour, sie ist erfolgreich und Du kommst auf diese Art und Weise weiter. Du machst die Tour, aber es folgt beruflich/musikalisch nichts daraus. Du machst die Ausbildung und merkst, dass es Dein Ding ist und Du gleichzeitig zum Musikmachen kommst. Du machst die Ausbildung und entweder ist sie nicht Dein Ding oder Du bist musikalisch so eingeschränkt, dass Touren flachfallen.
Womit würdest Du am ehesten gelebt haben wollen? Welches Risiko wärst Du rückwirkend am ehesten eingegangen?

Praktisch gesehen solltest Du aus meiner Sicht schnellstens die Rahmenbedingungen für diverse Ausbildungsmöglichkeiten scannen und dann im Umfeld (wieso überhaupt Wuppertal?) abklopfen - ansonsten bleibt das reine Gedankenspielerei ...
 
Erstmal danke für die doch sehr ausführlichen Meinungen.
Ich antworte jetzt mal queerbeet weil ich nicht gerne sortiere :D
Die Band existiert jetzt knapp 1 Jahr, wir haben schon nen Haufen Kohle in nen neuen Proberaum gesteckt und vor ein paar Wochen grade mal unsere erste Gage erhalten [davor auf Bandcontests aufgetreten, Kneipen wo die Bezahlung eben der Alkohol war],.. immerhin knapp über 200 Flocken. Uns wird auf jedem Konzert auch von immer neuen Leuten gesagt wir seien gut und sollten uns unbedingt reinhängen. Normalerweise wäre das ja für jeden die Bestätigung, dass die Musik erstmal der richtige Weg ist... Jetzt habe ich letztes Jahr das Abi gemacht und wollte halt wirklich dieses Jahr mit der Ausbildung beginnen.. und dann kam das mit der Tour.. die würd ich ja auch gern machen... nen Chef finden der das einsieht ist zwar nicht unmöglich aber doch relativ unwahrscheinlich.. noch ein Jahr mit Minijobs, Nebenjobs und was weiss ich wäre mir halt auch nicht so angenehm.
Und für die Tour dann im Endeffekt noch draufzahlen ist natürlich auch nicht das wahre (falls es halt ein finanzieller Flop wird).
So langsam aber sicher wär halt auch ne eigene Wohnung mal ganz nett, aber die kann man sich mit Minijobs etc. nicht so gut finanzieren..
Also kurz und knapp: Ich werde erstmal abwarten was sich Ausbildungstechnisch ergibt, wenn nichts dabei ist was meinen Vorstellungen entspricht ist halt Tour angesagt.. und wenn was gutes dabei ist... bin ich immer noch zwiegespalten :D

@x-Riff
Wuppertal weil ich da zurzeit nicht wegkomme :D
 
Solange das mit der Vorgruppe auf der Tour nicht sicher ist - Du schreibst ja oben "womöglich" - sollte das Ziel ein Ausbildungsplatz sein, vielleicht auch gleich in der Informatik. Diese Ausbildung bringt vermutlich im späteren Leben mehr ein als ein Beruf rund um die Musik. Damit kannst Du dann die Musik immer noch als schönes Hobby betreiben.
 
Hmm nach einem jahr schon mit einer "bekannten" Band auf Tour gehen... nun würde mich aj interessieren welche Band das ist. ;)
Also Ausbildungsplatz würde ich nur flöten gehen lassen, wenns wirklich ne Große Nummer ist und man davon ausgehen kann, dass diese Band auch ihre Tour im Vorverkauf schon absichert. Vielleicht haben wir da aber unterschiedliche Definitionen ;)
 

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