[Bass] - Ibanez RD 605

von affenmann, 09.01.08.

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  1. affenmann

    affenmann Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 09.01.08   #1
    Hallo, ich stelle hier mein erstes Review vor, es geht um meinen

    Ibanez RD 605

    Vorgeschichte

    ich spiele nun seit ca. 4.5 Jahren Bass, den RD habe ich mir vor ungefähr 2 Monaten zugelegt, das heisst, ich habe über 4 Jahre lang auf meinem Billigbass gespielt, man sieht, nicht jeder Anfänger muss sich nach wenigen Monaten equipment für tausende Euro holen, konsequentes spielen hilft da auch, es war ein Jack und Danny Jazzbass nachbau, eigenlich kein schlechter Bass, doch irgendwann wird er den anforderungen einer Band nicht mehr gerecht, habe ihn für eine Kiste bier an einen Kumpel abgegeben, unter der Auflage, dass er diesen ebenfalls für eine Kiste Bier weiterverkaufen wird, wenn er ihm ebenfalls nicht mehr reichen sollte. Ich habe ihn ebenfalls für eine Kiste Bier bekommen (die wohl beste investition meines Lebens).

    Die RD-Reihe ist mir aufgefallen, als ich den RD 300 von einer Freundin geliehen hatte, da ich einen Bass für einen Gig brauchte (der J&D hatte Probleme, sollte sich als Defekt der Erdung herausstellen) , und schon im Günstigsten Modell war ich beeindruckt vom Sound und der Bespielbarkeit, also bin ich zum Musicstore und habe die RD-Reihe durchgetestet.
    Etwas Mutig wurde ich dann als der 605 bei Ebay auftauchte, da dieser nicht mehr produziert wird, hatte ich auch keine Möglichkeit ihn anzuspielen, ich hatte aber die Hoffnung, dass er seinen großen Geschwistern sehr ähnlich sein sollte.
    Für 331€ habe ich den Zuschlag bekommen, da bekommt man neu grade mal einen rbx375 für.
    Naja genug geredet nun zum Bass


    Ausstattung

    Der RD besitzt einen Mahagoni body mit Wölkchenahorndecke
    der Hals besteht aus Ahorn
    Die Brücke ist sehr Massiv, sie scheint so gebaut worden zu sein, dass man die Saiten durch den body friemeln kann, leider fehlen hierfür die Löcher
    die Mechaniken sind Offen und laufen sehr geschmeidig und ohne Spiel (Bild im Anhang)
    2 Band Elektronik mit passiv schalter , dazu mehr unten
    einen Singlecoil und einen Humbucker (splitbar), Seymor Duncan Basslines
    longscale maße und 18mm Saitenabstand kommen mir sehr entgegen

    gesplittet wird mithilfe des Volumenpotis, der einen Push/pull Poti ist, ist er unten hat man einen Humbucker, oben dann einen Singlcoil

    Verarbeitung

    Hier ist Ibanez-typisch fast nichts zu beanstanden, alle Fräsearbeiten wurden peinlich genau durchgeführt, der Hals sitzt sauber in der Tasche und der Halsspannstab ist auch prima zu erreichen, ohne ihn gleich abschrauben zu müssen.
    Der Saitenniederhalter wirkt wackelig, allerdings tut er was er soll, ist ja auch kein Teil, welches extremen belastungen ausgesetzt ist.
    Das Batteriefach muss leider aufgeschraubt werden, sollte die batterie mal leer sein, dies war bei mir noch nicht der Fall, ich habe sie nachdem der Bass ankam zwar gewechselt, aber seitdem war das nie mehr nötig. Sprich alle paar Monate 2 Minuten mehr arbeit, da kann man drüber hinwegsehen
    Alles in allem kann man sehr zufrieden sein, was es zu beanstanden gibt, sind lediglich klinigkeiten, de nicht wirklich stören.
    Der Bass ist sehr Stimmstabil, bewahre ich ihn im Koffer auf, so muss ich gar nicht nachstimmen, bzw. sind die unstimmigkeiten nicht hörbar.

    Handling

    Hier gibt es die ersten abzüge.
    Der Bass entwickelt eine Kopflastigkeit, natürlich nicht in einem Ausmaß wie ein Thunderbird oder konsorten, aber es fällt auf, also stört es.
    Ich habe einen recht dicken Gurt, der das ausgleicht, man gewöhnt sich daran.
    Der Hals ist recht schmal und das Stringspacing für einen 5-Saiter recht hoch, so gefällt es mir, da fällt die Umgewöhnung auf an die 5. Saite gar nicht so schwer, obwohl es am anfang schon seltsam war, man muss sich ersteinmal zuhause fühlen auf seinem instrument, danach läuft alles wie von alleine
    Mit 4.7 Kg (Personenwaage) ist er nicht grade leicht, aber nicht unhaltbar (meine Gitarre ist schwerer)


    Nun zum wichtigsten, dem
    Sound

    Der RD ist sehr vielseitig, durch die 2-bandelektronik, den Passivschalter und nicht zuletzt durch die geschickte Pickup bestückung ist so ziemlich jeder Sound machbar, nun anzufangen ihn zu beschreiben macht wohl wenig Sinn, also lege ich lieber ein paar aufnahmen bei.
    Eines ist hier aber auch aufgefallen:
    der Bassregler ist zu krass, hier werden fast alle Frequenzen überstark geboostet, sodass ein wirklich effektives Arbeiten nicht möglich ist, ich habe das im Anhang mal demonstriert
    Die h-Saite ist sehr ausgewogen und nicht besonders schlaff, sie kommt sehr ausgewachsen daher.
    Der RD entwickelt allerdings nicht besonders brillante höhen, das mag bei den aufnahmen nicht so auffallen, da die Saiten frisch sind, sind Elixiers, habe also noch eine weile was davon.
    In der Band macht sich der Bass super, eine wirkliche Aufwertung für den gesamtsound, er Drückt in jeder Situation, wie man es in einer zünftigen (so ein scheiss Wort) Rockband erwartet

    Die Tondatei einthält folgende Reihenfolge

    Singlecoil pur - Singlecoil-Humbucker (50/50) - Humbucker Pur - Singlecoil/singlecoil (50/50) - Bridge-Singlecoil und am Ende spiele ich nur die E-Saite an und Booste die Bässe am Bass selbst (im Humbuckerbetrieb) , meine Aufnahmemöglichkeiten sind sehr begrenzt, daher das knistern und die schlechte Qualität

    alle aufnahmen sind direkt in den Mikro-Eingang der Soundkarte gespielt um den Sound möglichst nicht zu färben


    Fazit

    Hier bekommt man für wenig geld (siehe vergleich mit rbx) einen absolut tollen Bass, auch wenn das Review recht nüchtern klingt bin ich hin und weg, schiele aber schon zu einem MM Bongo H/S, aber wer rur das nicht :rolleyes:

    ich kann nicht verstehen wie man sich in dieser Preisklasse einen neuen Bass kaufen kann, wenn doch der gebrauchtmarkt die Möglichkeit bietet direkt eine Liga höher zu steigen

    Ich würde den 605 weder mit dem 900 (andere hölzer, sonst ähnlich) noch mit dem 500er vergleichen, allerdings liegt der 500er doch eine liga weiter unten, da der 605er einfach eine bessere Ausstattung besitzt.

    Bilder und die Tondatei sind ein einem Paket welches man unter folgendem Link Downloaden kann
    http://rapidshare.com/files/82542342/review_RD_605.rar.html


    Sollte es irgendwelche Fragen geben, bin ich gerne bereit diese zu beantworten.
     
  2. The Dude

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    Erstellt: 11.01.08   #2
    Die Geschichte mit dem Kasten Bier ist toll.:great:
    Ich finds schön, wenn man sich gegenseitig aushilft und Einsteigern so das Leben vielleicht ein bisschen leichter machen kann. Super Sache!

    Zum Review selbst bleibt zu sagen, dass ich recht erstaunt war, als du die Kopflastigkeit erwähnt hattest. Ich hatte mal einen 4-Saiter aus der RD-Reihe umhängen (welches Modell das genau war, weiß ich leider nicht mehr) und muss sagen, dass dort nicht die Bohne von Kopflastigkeit festzustellen war. auch sonst hatte der ein traumhaftes Handling und was den Sound angeht, kann ich deinen Schilderungen weitestgehend zustimmen.
    Er klang nicht atemberaubend gut, aber trumpft genau da auf, wo man es als Live-Musiker braucht.
    So ähnlich hatte ich das an anderer Stelle auch schon mal geschrieben und wenn man den Preis betrachtet, den du dafür bezahlt hast, dann kann man dich nur beglückwünschen!
     
  3. affenmann

    affenmann Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.08   #3
    beim 4-saiter war auch keinerlei kopflastigkeit festzustellen, das geht dann erst mit der 5. saite los :)

    ich mag die geschichte mit der kiste bier auch gerne, da ich so die möglichkeit bekam ein musikinstrument zu erlernen (naja blockflöte konnte ich auch vorher) und das hat mich erst zur musik gebracht, sowohl sie aktiv zu machen, aber auch erst sie aktiv zu hören, man lernt sie einfach zu schätzen und differenzierter wahrzunehmen.
     
  4. pommes

    pommes Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 16.01.08   #4
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