Bass-Sound The Intersphere... Knurren, Grollen?

von Johnny-F, 04.01.19.

  1. Johnny-F

    Johnny-F Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.01.19   #1
    Hallo zusammen,

    ich spiele jetzt nun schon seit ein paar Monaten intensiver Bass, mit dem Thema "Sound" habe ich mich aber noch kaum auseinander gesetzt. Nun hat es mir ein Bass-Sound ganz besonders angetan, den ich u.a. bei der Band The Intersphere öfter höre, ein gutes Hörbeispiel ist der Song "Antitype":


    In der Strophe kann man es vielleicht am besten hören. Der Bass ist recht stark verzerrt, vor allem aber mag ich dieses Grollen/Knurren/Knattern, wie auch immer man das beschreiben möchte, ich hoffe ihr wisst was ich meine. Ich habe schon ein wenig mit Verzerrern herum probiert, komme aber irgendwie nicht wirklich in die Nähe des gewünschten Sounds. Mein "Material":
    Bässe: Ibanez SR505 und Yamaha RBX 375
    Effekte: ZOOM B3 (Multieffekt), EBS Fuzzmo (und ein BOSS LMB-3, falls der helfen kann...)
    Amps will ich eher außen vor lassen, mein Konzept ist eher, dass ich aus dem B3 direkt in die Anlage oder in die Endstufen "irgendwelcher" Amps in Proberäumen und auf Bühnen gehe... Sollte der verwendete Amp eine Schlüsselrolle spielen, dann gerne dazu sagen, aber eigentlich würde ich den Sound gerne vor dem Amp erzeugen. Mit dem Fuzzmo kann ich den Sound recht variabel von leicht bis brutal anzerren, das Grollen (oderwieauchimmer) bekomme ich aber nicht wirklich in den Sound. Im B3 sind viele verschiedene Zerrer nachgebildet (Tubescreamer, Boss Overdrive, Big Muff, ...), mit denen ich aber auch noch nicht so wirklich zurecht komme.... :confused:

    Ich hoffe mir kann jemand helfen :)
    Danke schonmal und liebe Grüße

    Felix
     
  2. FoxGolf

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    Erstellt: 04.01.19   #2
    Das klingt doch sehr nach Darkglass-Zerre (B3K, B7K), aber mit einem deutlichen Clean-Anteil (und vermutlich mit Frequenztrennung auf zwei Spuren aufgenommen).
    Das Zoom B3 kann man dafür vergessen, das ist zwar eigentlich nicht schlecht (hab ich selbst), aber die Zerren taugen nichts (zumal 90% davon Gitarren-Verzerrer sind). Das B3n soll angeblich in der Hinsicht besser sein, da wäre dann auch eine B3K-Nachbildung drin.
     
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  3. Cadfael

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    Erstellt: 04.01.19   #3
    Ich denke ebenfalls, dass das Signal gesplittet wurde. Einmal Clean und einmal durch einen Verzerrer gejagt. Am Mischpult werden dann beide Signale gemischt. Das geht mit den meisten "normalen" Verzerrern nicht.

    Gute Frage, wie man mit einem SR einen P-Bass Sound hinbekommt. Auf keinen Fall zuviel Bässe, da der P-Sound von Tiefmitten dominiert wird.
     
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  4. FoxGolf

    FoxGolf Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.01.19   #4
    Naja, mit dem Blend-Regler, den ja auch die DG-Zerren haben, kommt man schon in die Richtung, auch wenn das nicht die Studio-Lösung ist. Blend so auf 10-12 Uhr sollte passen.
    Alternative für die Studio-Lösung in einer Box wären die neuen Darkglass Microtubes X Pedale mit internem Low- und Highpass. Oder das ganze mit einem Splitter nachbasteln.
    Angeblich steckt in den Bartolini MK1, die u.a. im SR505 verbaut sind, ein Splitcoil. Aber den Sound im Video finde ich jetzt auch nicht typisch für einen P-Bass.
     
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  5. Johnny-F

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    Erstellt: 05.01.19   #5
    Danke schonmal für eure Antworten.
    Was macht denn die Darkglass Teile in der Hinsicht so besonders? Einen Blend-Regler haben ja einige Bass-Zerren (u.a. mein Fuzzmo, auch beim B3 kann ich regeln, wie stark ein Effekt dem cleanen Signal beigemischt werden soll).
     
  6. FoxGolf

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    Erstellt: 05.01.19   #6
    Sie machen halt den Sound, den du im Video hörst und der dir offenbar gefällt (so wie vielen anderen auch, was zu einem ziemlichen Hype um diese Firma geführt hat). Soundbeispiele und Tests gibt es im Netz zu genüge.
    Der Blend-Regler ist für Bass-Zerren auch ziemlich unumgänglich, wenn man nicht nur leicht anzerren will, um Definition und "Fundament" zu erhalten. Oder man nutzt die anderen schon beschriebenen Lösungen.
     
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  7. Johnny-F

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    Erstellt: 05.01.19   #7
    Ok danke. Ich kenne bisher noch keine Pedale von der Firma und hatte bei Thomann mal in die Soundbeispiele reingehört, die ich jetzt nicht soo außergewöhnlich gut fand. Kann natürlich auch an Thomann liegen und wie die aufnehmen usw...
    Wenn du, als einer der die Pedale kennt, das so eindeutig zuordnest, werde ich mal schauen ob ich irgendwo eins in die Finger bekomme zum Testen. Bzw schreibst du ja von Soundbeispielen, da muss ich dann einfach nochmal gezielter suchen.
     
  8. FoxGolf

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    Erstellt: 05.01.19   #8
    Die Thomann Soundbeispiele finde ich in den meisten Fällen unbrauchbar...
    Wenn es günstig sein soll; es gibt einen Klon des B3K als Bausatz: GUMA-Drive von Schalltechnik_04. Aber dafür muß man natürlich löten können oder einen kennen, der das kann.
    Youtube ist voll von Reviews, Vergleichstests und Playthroughs mit den Pedalen.
    Hier z.B. mal die praktische Ausführung der parallelen Aufnahme:


    Und so kann das klingen:
     
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  9. Johnny-F

    Johnny-F Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 05.01.19   #9
    Danke, ich höre mir das später an, wenn ich Feierabend habe. Vielen Dank euch beiden bis hier hin!
    Falls jemand anders auch noch Tipps für mich hat (zB eher Neck oder Bridge PU, Plekhaltung,... spielt ja irgendwie auch alles rein) dann gerne her damit :)

    Felix
     
  10. Johnny-F

    Johnny-F Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 07.01.19   #10
    So, bin jetzt endlich mal dazu gekommen, mir die Videos an einer gescheiten Anlage anzuhören. Das klingt schon echt gut! Die Teile sind ja irre teuer, aber sie machen ihren Job scheinbar echt gut. Das mit dem Bausatz ist auch echt ein guter Tipp, für mich persönlich leider gar nix, aber ich habe einen Freund der bei sowas recht fit ist, vielleicht lässt der sich ja zu etwas Bastelei verleiten ;)
     
  11. Szaladin

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    Erstellt: 10.01.19   #11
    Jon Stockman von Karnivool hat ein Signatur-Pedal bei Darkglass bauen lassen. Irgendwann um 2017. Die Jungs von The Intersphere haben mal mit denen getourt. Daher kann es gut sein, dass gerade der Sound vom neusten Album sehr nach Darkglass klingt.

    Das Pedal ist sogar noch etwas komplexer, da hier zwei Mischungen passieren:

    1) Mischung aus trockenem (cleanem) Signal und einem gezerrten Signal.

    2) Gezerrtes Signal besteht aus Mischung aus einem tighteren, höhenlastigen Anzerren und einem total matschigen (weniger negativ behaftet: brachialen) Overdrive

    Damit sollte sich der Klang von The Intersphere gut basteln lassen. Hier mal ein Video:




    ----------------

    Zu deiner jetzigen Situation:

    Der Bass sollte gut geeignet sein. Die Pickups sind passiv, aber aktive PU. Die SR-Bässe haben meist von Haus aus in neutraler Stellung schon einen sehr "druckvollen" Klang und oft einen heißen Ausgang. Am EQ direkt am Bass würde ich den Höhen-Poti für diese "Grollen-Parts" etwas hoch drehen.

    Das Fuzzmo hab ich selber. Das geht ja (wie der Name sagt) eher in die Richtung von nem Industrial-Fuzz. Das gute ist, dass du Clean und Zerre blenden kannst. Aber ein Overdrive könnte da eher funktionieren.

    ----------------

    Anderes Problem: Das Aufteilen des Signals geht mit Splittern/ Schaltern/ etc relativ gut, solange das Signal nicht an "Stärke" verliert. Aber das Zusammenführen von Signalen nachdem sie getrennt wurden bietet einige Problemquellen und kostet u.U. sehr viele Nerven.

    Das ganze Digital zu trennen könnte eher Sinn machen. Aber Effektgeräte oder Modeler, die das machen sind oft relativ preisintensiv. Vielleicht kennt ja jemand hier eine Möglichkeit, das preisgünstig zu machen?

    ----------------

    Eine Idee! Wenn du ein Fuzzmo hast, dann benutze doch den Send/Return von deinem Amp, um zu experimentieren:

    Bass
    |
    V
    Zoom B3 mit leichtem Overdrive
    |
    |
    V
    Amp, vlt die Höhen auch hier etwas (mehr) im EQ anheben
    |
    |
    FX Send
    |
    |
    V
    FUZZMO mit 50% oder weniger
    Zerranteil
    |
    |
    FX Return
    |
    V
    Ausgabe über Amp (Endstufe)

    Das könnte klappen! Oder spiel damit mal rum :)
     
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  12. Johnny-F

    Johnny-F Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.19 um 11:14 Uhr   #12
    Hallo Szaladin,
    danke für die ausführliche Antwort! Die Höhen am Bass etwas reinzudrehen ist ein guter Tipp, ich hätte/habe (aus Unwissen...) eher an den Bässen und Mitten rumgedreht. Zum Splitten habe ich eine Frage: Was genau ist das Problem am Zusammenführen von gesplitteten Signalen? Ich hätte mir zB gedacht, dass man das Signal mittels einer ABY-Box erst splittet, dann clean/verzerrt bearbeitet und dann mit einer zweiten ABY-Box wieder zusammen führt. Das geht so einfach nicht?
    Und zu deinem letzten Vorschlag: Was ist der Vorteil, wenn der Fuzzmo nicht vor dem Amp sondern erst im Effektweg liegt? Ausprobieren werde ich das alles auf jeden Fall mal, komme aber diese Woche nicht mehr dazu.
     
  13. Szaladin

    Szaladin Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 11.01.19 um 12:34 Uhr   #13
    Im Prinzip funktioniert das. Ich wollte damit eher nahelegen, sich damit im Voraus gut auseinanderzusetzen. Ein einfaches Teilen mit einem Y-Splitter lässt dir unter Umständen die hälfte der Signalstärke auf jedem Pfad. Kann aber ausreichen.

    Was ich in der Vergangenheit dazu gelesen habe ist, dass Geräusche in solchen Setups vorkommen können, aber ich kann mich nicht genau daran erinnern was die elektrischen Ursachen waren. Auch hier wollte ich nur sagen, dass man am besten etwas recherchiert bevor man Gerätschaften sich anschafft :)

    Meine Überlegung ist, dass der Overdrive dir zunächst, weil nicht zu stark eingestellt, dir etwas an Knurren in den Höhen gibt. Dann könntest du diese mit dem EQ vom Amp im Voraus etwas einstellen. Dann, wenn hoffentlich noch gutes Signal der Tiefen da ist (sonst gehst du ja im Mix unter) können die im Fuzzmo ja durch den Blend-Regler beibehalten werden. Die Endstufe im Amp hebt dir dann das ganze Signal auf Lautstärke.

    Du könntest auch am Multieffektgerät den Equalizer benutzen und dort dann das "angeknurrte" Signal direkt durchs Fuzzmo schicken. Ich weiß nicht, wie gut sich das B3 handhaben lässt (ich hatte vor 10 Jahren mal nen Gitarren-Multi, das Zoom 505II, das war nicht so der Renner in Sachen EQ).

    Es wäre also dann Bass -> B3 (gibt Overdrive und EQ) -> -> Fuzzmo -> Amp.

    ----------------------------------

    Wichtig ist, dass du 1) den Tieftonanteil des Signals nicht verlierst weil du sonst nur Matsch in den Mix schickst und 2) darauf achtest, die Zerre im Fuzzmo nicht zu stark einstellst, da zu heftiger Fuzz dir nicht den gewünschten Klang liefern wird.

    Das Fuzzmo hat auch einen Schalter, um zwischen verschiedenen Mid-Scoops zu wählen. Das ist, laienhaft gesagt, auch eine Equalizing-Einstellung. Das ist dieser kleine Schieberegler. Ich erinnere mich daran, dass davon eine Einstellung eher Industrial-Matsch produziert und die andere eher "knurrt". Probier da mal rum! :)

    ----------------------------------

    Achte darauf, wenn du Höhen am Bass reindrehst, dass du eher weniger falsch machen kannst als wenn du mit den Mitten spielst. (Ich weiß nicht, ob du Hi-Mid-Lo Regler am Bass hast oder nur Hi-Lo.) Du könntest etwas die Mitten rausdrehen, um das Signal aggressiver zu machen. Aber sei da vorsichtig, die Mitten sind u.A. dafür Zuständig, dir Präsenz im Bandgefüge zu geben.

    Allgemein pass mit solch angezerrten Sounds auf. Du kommst schnell in enge Situationen mit dem Frequenzbereich der Gitarre. Ebenso sorgt Zerre auch schnell dafür, dass man gegenüber den anderen Untergeht. Daher der Vorteil, wenn man möglichst viel vom ungezerrten Signal bis zum Lautsprecher mitzieht.

    ----------------------------------

    Solltest du mal mit einem Modeler arbeiten, dann kann man natürlich zwei (oder beim Helix sogar theoretisch) 4 Trennungen machen. Es gibt (na gut, die existieren - teuer - auch als Hardware) dort auch Effektblöcke, die das Signal nicht nur Teilen, sondern sortieren. Ein Pfad mit tiefen Frequenzen, einer mit den Höhen und Mitten. So würde ich das z.B. machen:

    0) Bass mit 50/50 Anteil Head und Bridge Pickup (hängt ja eher vom Bass ab)

    i) Signal geht ins Helix

    ii) Vol-Pedal, Noisegate

    iii) Sanfter Compressor

    iv) Splitte Signal in zwei Pfade: Pfad A alles von 0Hz bis 82Hz, Pfad B mit dem Anteil des Signals, der größere Frequenzen hat. (ich wähle 82, weil die Tiefe B-Saite die Grundfrequenz um 41Hz hat, damit kommen für alle Töne zwischen B0 und B1 die Grundfrequenzen durch - das sollte genügend Wumms lassen)

    v) Pfad B kriegt Verzerrungen und Modulation

    vi) Mische beide Pfade wieder zusammen direkt vor dem Amp

    So würde ich mit einem Modeler da ran gehen :)
     
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