Bewerbung für Plattenvertrag

von Schnamba, 13.03.05.

  1. Schnamba

    Schnamba Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 13.03.05   #1
    MoinMoin!
    Ich hab mal eine Frage! Wie ist es, wenn man sich bei einer Plattenfirma bewirbt....was soll in der Bewerbung stehen.....worauf wird Wert gelegt? Einen Lebenslauf braucht man auch...geht es dem Arbeitgeber (bzw. Produzenten) um die Schul-Ausbildung oder wird der Schwerpunkt auf die musikalische Ausbildung gelegt?
    Wär fein, wenn ich hier ein paar Tipps von euch bekommen könnte....weil wir unser Demo aufgenommen haben und nun auch etwas damit reißen wollen!
     
  2. Boomshop

    Boomshop Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.03.05   #2
    Hallo Schnaba.
    Ersteinmal herzlichen Glückwunsch zu Eurer Demo-CD. Damit ist schon ein grosser Schritt getan :great:

    Ich will erstmal nicht darauf eingehen, dass ich eher der Meinung bin, dass man sein Demo erstmal dafür benutzt, genügend Gigs, vielleicht sogar ne kleine Tour zu organisieren, als sich gleich bei einem Label zu bewerben, aber dazu an anderer Stelle vielleicht mehr.

    Zu Deiner Frage:
    Zuerst solltet Ihr dafür sorgen, dass Ihr nach der CD entsprechenes Promomaterial zusammen bekommt. Ich habe das schon in dem Thread Bandpromotion zusammengeschrieben, kopiere aber die zwei für dieses Thema wichtigen Faktoren (Promofotos und -texte) mal zusammen und stelle noch ein paar andere Punkte für eine Labelbewerbung dazu:

    Grundstock und deshalb enorm wichtig für alle möglichen Promoaktivitäten sind Fotos und Bandinfos. Ihr braucht sie für Eure Bewerbungen bei den Veranstaltern, für Plakatdrucke und um die Presse zu bemustern. Aus diesem Grund müssen sie auch sehr sorgfältig ausgearbeitet werden. Denn es nützt ja nun nichts, einerseits unendlich viel Kohle, Zeit und Nerven in z.B. Plakatdrucke zu blasen, nur um dann festzustellen, dass diese völlig daneben aussehen. Andererseits wirkt eine gut ausgearbeitete Präsentation bei Bewerbungen für Gigs einfach viel professioneller beim Veranstalter und ist deshalb vielleicht eine bessere Basis für die Gagenverhandlungen!!

    Die Fotos
    Fangen wir also mit den Fotos an...

    • Am billigsten wird es natürlich, wenn Ihr eine/n Freund/in habt, die sich hobbymäßig mit dem Fotografieren beschäftigt. Meistens sind solche Leute ziemlich motiviert und bringen deshalb oft sehr viel mehr Kreativität mit ins Spiel als ein professioneller Fotograf für einen fetten Stundenlohn und außerdem sind sie i.d.R. auch sehr viel preiswerter.

      Aber Achtung! [​IMG]
      Sorgt dafür, daß Ihr die Rechte des Bildmaterials dem Fotografen mit einer Pauschalen abkauft, um dann hinten auf den Fotos „Abdruck honorarfrei“ draufschreiben zu können. Denn ist das nicht so, dann könnte der Fotograf bei Veröffentlichung in Printmedien ein Honorar verlangen, da er ja der Eigentümer an den Urheberrechten am Bild ist. Von solchen Fotos habt Ihr rein gar nichts, denn die Fotos werden dann schlicht und ergreifend einfach gar nicht erst abgedruckt. (Außer Eure Band heißt „Seeed“ oder „Söhne Mannheims“ [​IMG], aber dann wär das hier eh alles kalter Kaffee).

    • Achtet darauf, dass Ihr beim Fotoshooting Eurem Image entsprechend gekleidet seid und die Location zu Euch passt. Eine Boy-Group passt genauso wenig zu einem Industriegebiet, wie eine Punk-Band vor einem Sonnenblumenfeld...

    • Am besten Ihr macht mehrere verschiedene Motive, denn die Presse vor Ort konkurriert oft untereinander. Ich persönlich empfehle schwarz/weiß Fotos, sie sind universell einsetzbar, Tageszeitungen drucken eh fast ausschließlich nur in schwarz/weiß.

    • Verwendet anstatt seidenmatter Abzüge lieber Hochglanzbilder, viele Zeitungen können seidenmatte Fotos nicht bearbeiten. Außerdem solltet Ihr auf jeden Fall richtige Foto-Abzüge bestellen Gedruckte sind zwar billiger, aber sie sind bereits gerastert. Das kann fatal sein, denn die Zeitungen rastern Ihre Bilder zum drucken auch und dann habt Ihr den sog. gefürchteten „Moiree-Effekt“ auf dem Zeitungsbild, der aussieht als würde das Bild aus kleinen Kästchen zusammengesetzt.

    • Die Fotos müssen auf der Rückseite mit Bandnamen, Kontaktadresse und eventuell mit den Namen der Bandmember beschriftet sein, da Bild- und Textmaterial von verschiedenen Abteilungen bearbeitet werden und es somit zu Verwechslungen kommen kann. Beschriftet aber die Fotos nicht mit einem Kuli oder ähnlichem, das drückt durchs Bild. Am besten man verwendet kleine Aufkleber, die man in Ruhe per Drucker beschriftet.

    Ok, soweit ersteinmal zu den Fotos.


    Bandinformationen, Pressetexte
    • Mindestanforderung an den Inhalt sind natürlich Bandname, Kontaktadresse, Telefon, Fax und E-Mail-Adresse. Sorgt auch hier für ein einigermaßen professionelles Design, also bitte keine Kopien von handbeschriebenen Kästchenpapier. Überhaupt solltet Ihr keine Kopien anfertigen (vor allem wenn auch Bildmaterial mit drauf platziert ist), denn Kopien unterliegen einem mächtigen Qualitätsverlust zum Original.
      Also alles auf dem Drucker auspi...n. Irgendwer wird schon einen einigermaßen Guten zu Hause haben.

    • Der Textinhalt sollte sich nicht auf die Nennung der Mitglieder beschränken (Andy = Gitarre, Stöckchen = Bass und Schmadt= Drums), sondern Eure Besonderheiten hervorheben. Bitte jetzt keine riiiiiiiesen Romane verfassen, sondern genau überlegen was Euch bei der Präsentation wichtig erscheint.

    • Dazu gehört genauso eine klare Formulierung Eure Besonderheiten, wie die Erwähnung möglicher Presse-Rezessionen, als auch (ganz wichtig!) eine klare Musikrichtungsangabe. Damit meine ich jetzt aber nicht „..so ähnlich wie Metallica, mit ein bisschen Black Crows Charakter...“ oder „...Gitarrenrock mit psychedelischen Einflüssen...“, sonder eine klare Beschreibung Eurer Musik, die auch für Laien verständlich ist. Vermeidet abgegriffene Wortspiele wie: „...Popmusik vom Allerfeinsten...“ oder „...herausragende Spielfreude bei den Musikern....“ *gähn*. Am besten Ihr zieht ein paar enge Freunde hinzu die Eure Musik mit ein paar Worten umschreiben sollen, denn Ihr habt wahrscheinlich eh keinen objektiven Bezug mehr zu Eurem Schaffen...

    • und speziell zu Deiner Frage bezgl. des Lebenslaufes: Es interessiert wirklich niemanden, wo Ihr zur Schule gegangen seid, das Einzige was zählt ist Eure musikalischer Lebenslauf. Wann mit was angefangen, welche Erfahrungen, welche Gigs, welche Band- und Bühnenerfahrungen. Sowas.


    Soviel zu den Grundlagen. Die bezogen sich allerdings mehr auf erste Booking und Promoaktivitäten, in Deinem Fall sollte das alles auf eine rellativ hochwertige Ausarbeitung hinauslaufen.

    Machen wir mal weiter.

    die CD
    • genau wie die Fotos und alles andere Material, welches Ihr an die Labels sendet, sollten qualitativ gut bis hochwertig sein. So auch die Demo-CD. Beschriftet diese am Besten nicht mit einem Edding, sondern besorgt Euch Labelaufkleber zum selbstbedrucken. Dort sollten alle wichtigen Infos drauf: Die Titel und Ihre Länge, natürlich der Bandname, ein Ansprechpartner mit Tele und E-Mail und zur Selbstberuhigung vielleicht noch, dass die Rechte der Songs bei Euch liegen. Vielleicht noch nen netten Hintergrund, aber wirklich nur dezent bis garnicht, denn die CD muss Ihre bedruckten Informationen ohne Verzögerung preisgeben. Nicht, dass der A&R Euren Bandname wegen dem heftigen Hintergrund nicht mehr entziffern kann.

    • Auch die Qualität des CD-Inhaltes sollte die Qualität einer Übungsraumsession übersteigen. Bevor Ihr Halbschrott auf die Demo brennt, lieber ein/zwei Gigs absolvieren und die Gage in ein bezahlbares Studio investieren, welches Euch die Songs in guter bis sehr guter Qualität aufnimmt, mischt und mastert. Sonst fliegt die Demo schon bei der Vorauswahl des Praktikanten der Plattenfirma durch die Bemusterung.

    • Des weiteren solltet Ihr nicht mehr als 3-4 Eurer besten Songs auf das Demo packen. Kein Musikmanager hat Zeit, sich durch acht Songs mit einer Länge von durchschnittlich 6Minuten-Songs zu hören. Besprecht die Songauswahl ruhig auch unter Freunden, denn die beurteilen Eure "Best of`s" oft nach ganz anderen Blickwinkeln als Ihr selbst.

    Also noch mal kurz zusammengefasst.
    Für eine Bewerbung als Newcomer bei einer Plattenfirma, Verlag oder Produzenten benötigt Ihr die Demo-CD, vielleicht ein paar Zeilen zu Euren Songs, was die sollen, warum die besonders "frisch und neu" sind und eventuell noch den Text dazu. Dann Fotos von Euch, eine schlüssige Bandbiografie, vielleich erste Erfolge in Form von Presseberichten Eurer letzten Gigs und natürlich ein Anschreiben, was das hier soll. Alles zusammengepackt in eine schöne Mappe (so eine, wie sie auch für "normale" Bewerbungen benutzt wird) und vielleicht noch eine Visitenkarte hinein, und das Material ist vollständig.

    Was aber nun? Damit kommen wir zum Thema

    der Artist & Repertoire Manager
    Wer kümmert sich nun eigentlich bei einer Plattenfirma um die Findung des zukünftg neuen Superstars, wer sind die richtigen Ansprechpartner, wohin schicke ich denn nun mein Demo? Die Überschrift sagt es nat. schon, die Suche nach neuen Künstler in einer Plattenfirma übernehmen die A&R-Abteilungen

    • A&R, das steht für Artist and Repertoire. Die Manager sind zuständig für das Finden neuer Acts, betreuen diese, schließen die Verträge ab, entscheiden (mit) welches Tonstudio und welcher Produzent ausgewählt wird und koordinieren den Gesamtablauf der Schallplattenaufnahmen.
      Kurz: Sie stellen die Kommunikation zwischen Plattenfirma und Künstler her.

    • Aus diesem Grund ist der A&R-Manager auch der einzige Ansprechpartner für die Bemusterungen von Demo-Bändern.
      Das ist sicherlich kein leichtes Unterfangen. Wenn man bedenkt, dass wöchentlich zig Demos unterschiedlichster Qualität bei den Labels eingehen, kann man sich vorstellen, dass ein A&R wohl niemals Langeweile hat. Ihm bleibt es überlassen, sich durch die Demos zu hören, auszufiltern und den kläglichen Rest dann in der sog. „Abhörrunde“ seinem Chef zu verkaufen. Stimmt dieser zu, so ist das Produkt, nämlich die Band und deren Musik, in den Händen des A&Rs. Er veranlasst die weiteren Schritte in Zusammenarbeit mit der Promo- und der Marketingabteilung der Firma um Euch einen weiteren Schritt in Richtung „Stars“ zu bringen.

    • Kurz:
      Der A&R-Manager ist Eure direkter und erst mal einzig wichtige Partner, sich bei einer Plattenfirma zu bewerben. Um an einen Plattendeal heranzukommen, muss erst mal der A&R überzeugt werden. Ist er überzeugt worden, so fungiert er oft als Euer Betreuer und wird alles erdenkliche veranlassen, damit sein „Signing“ kein Flop wird.

    • Bevor Ihr also blind Eure Demos an die Labels verschickt, müsst Ihr herauszufinden wer in der Firma der zuständige A&R ist und versucht (wenn auch fast unmöglich) einen persönlichen Abhörtermin bei ihm zu bekommen. Wenn nicht, holt Euch wenigstens die Bestätigung, ihn mit Euer Material bemustern zu dürfen, dann könnt Ihr im Anschreiben gleich auf das Telefonat vom soundsovielten aufbauen, in dem der Manager eine Demobemusterung zugesagt hat. In jedem Fall bedeutet das aber, dass sich einer von Euch hinsetzten muss und sich mal durch die ganzen Labelinternetseiten schaut, ob Eure Musik auch zu der Firma passt und dann gleich mal dort anruft und nach dem richtigen Mann/Frau fragt


    Ok.Seid ihr erst mal soweit, heißt es nur noch „Daumen drücken, Schöpfer anflehen und -beten, Tee trinken und gaaaaanz viele Opfer zu Gunsten von Fortuna bringen. Das wichtigste aber ist, nicht zu glauben, dass man jetzt Bon Jovi, Phil Collins oder Britney Spears wird, denn der Traum ist sicher nur einem kleinen Teil der Mucker vorherbestimmt.

    Vielleicht ruft Ihr nach drei Wochen noch mal in der Abteilung an und fragt nach, ob das Material angekommen ist, weil Ihr noch nichts gehört habt.

    Ach ja. Und wen Ihr Eure Demos und die Unterlagen dazu wiederhaben wollt, dann packt gleich einen adressierten und frankierten Rückumschlag mit in die Bewerbung, sonst seht Ihr das nie wieder und so eine Präsi kostet ja nun auch gleich ein paar Euros.

    Deshalb, viel Glück und Durchhaltevermögen, Geduld, vor allem aber nen klaren Kopf und viel Spaß.

    Viele Grüsse...Martin
     
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  3. Schnamba

    Schnamba Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 14.03.05   #3
    @BOOMshop
    Danke Mann!
    Dafür, dass du dir so viel Mühe gegeben hast und mir so viele Tipps gegeben hast! Echt, super fett-dickes Lob. Was unser Demo angeht, das war auch nicht dafür geplant, uns zu bewerben oder so...wir wollten die aufnahme in erster linie für uns machen, so das wir studio erfahrungen sammeln, so das wir, wie du gesagt hast dem konzertveranstalter eine vernünftige aufnahme präsentieren können und, damit diese frage aufhört: "was macht ihr denn so für musik?" Diesen Leuten drückst du dann einfach ne CD in die hand.
    Aber wir wussten nicht, dass die cd so gut einschlägt...an unserem debut konzert in neuss haben wir alle 100 produzierten platten verkauft bekommen!
    wir sind überrascht, die zuhörer ebenfalls...deshalb haben wir einen batzen an selbstvertrauen gewonnen....nun wollen wir uns damit bewerben....vielleicht einfach nur um zu testen, wie es ankommt....aber das ist auch die paar euros wert!
    Danke!!!
     
  4. Tobeman

    Tobeman Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.03.05   #4
    Es gibt da ein Buch, das sich "Der Weg zum Popstar" nennt(Marlis Jahnke). Dort stehen wichtige Tipps und Tricks für den Demoversand drinne. Außerdem sind dort wichtige wirtschaftliche und rechtliche Gesetze und Gegebenheiten erläutert. Zudem wird die Arbeitsweise des Ungeheuers "Major Label" genauestens erklärt, damit sich nachher nicht über die Argumentation der Manager wundert. Wie gesagt: Lesen und verstehen!
     
  5. hosti

    hosti Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.05.08   #5
    Hallo,

    bezüglich dem beiliegendem Anschreiben hätte ich eine Frage.

    Was sollte am Besten in der Betreff Zeile stehen? "Labelsuche" oder so?

    Was sollte man beachten was unbedingt in diesem Anschreiben drin stehen soll und was nicht?
    Anrede: "Sehr geehrte Damen und Herren" oder " oder "Liebes / Sehr geehrtes XY-Records Team" oder persönlich?

    mfg
    hosti
     
  6. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 27.05.08   #6
    ANREDE:
    Mache Dir die Mühe und recherchiere den Namen des Artist & Repertoire-Managers der/des betreffenden Labels. Das kommuniziert auch, dass Du Dich aktiv mit dem Business auseinandersetzt!
    Ich kenne etliche A&Rs und auch Funkredakteure, die WOLLEN persönlich angeschrieben werden. Ein einfacher Anruf in der Telefonzentrale reicht meistens aus, um nach dem zuständigen A&R (Senior-A&R oder A&R für eine bestimmte Musiksparte) zu fragen.

    BETREFF / ANSCHREIBEN:
    Zeigt Witz! Zeigt, dass Ihr Persönlichkeiten seid! Zeigt, dass Ihr "Typen" seid, die es lohnt, dass man sie mal bei einem Konzert live in Augenschein nimmt!
    Aber seid nicht überheblich!

    Das kann im z.B. im Betreff losgehen mit WIR KÖNNTEN IHR NÄCHSTES SIGNING SEIN! (schreibt das aber jetzt bloß nicht alle ab!!!)

    Und lasst dann die Kreativität auch in Euren Worten überborden:
    "Unser Lokalredakteur kommt immer zu früh zu unseren Konzerten, um ja nichts zu versäumen,
    der Lokalfunkmoderator geht während unserer Shows nie für kleine Jungs,
    unsere Eltern sträuben sich weiterhin uns anzuhören, aber Oma fühlt sich inzwischen in den Trauben jubelnder Fans wohler als im Altenheim....

    Wir würden gerne wissen, wie es Ihnen geht, wenn Sie eine unserer Shows besucht haben. Gelegenheit dazu hätten Sie am 32.13.2999 in XY. Wir setzen gerne Sie auf die Gästeliste und würden uns freuen, wenn der Termin in Ihrem Kalender Platz fände!

    Als Aufkick dürfen wir Ihnen zum Genießen einen Tonträger mit drei Songs und dem üblichen Infomaterial
    (Anm.: kurzes Info, Gigliste, gebündelte Medienzitate etc.) übersenden....

    bla...blabla..
    ."

    Schreibt das nicht ab sondern "hirnt" Euch selbst interessante Formulierungen aus, die auf Euren Sound/Style zugeschnitten sind.

    Wer "bürokratisch" ankommt, kriegt meist postwendend das bürokratische Feedback (Standardabsage).

    Schickt A&Rs NIE Mails mit MB-schwangeren Anhängen!!! Verlinkt lieber mit Euren Streams! Auch A&Rs sind sauer, wenn sie unterwegs eine 10 MB-Mail auf den Blackberry gepumped bekommen.
    Einer unserer Dozenten - ein Touragent - sagte vor kurzem beim SCHANDMAUL-BandCoaching, dass er über eine solche Mail mal so verärgert war, dass er den ABsender persönlich angerufen und am Telefon zur Minna gemacht hat, was ihm einfalle, ihm unaufgefordert 10 MB-mp-files zu schicken.

    So schnell hat man es sich dann dauerhaft verbaut!

    TROTZDEM noch final ein Tiefschlag:
    Die A&Rs haben seit Jahren nur noch ganz geringe VÖ-Volumina, sprich sie können immer weniger Künstler unter Vertrag nehmen. Entsprechend kommen meist nur die Künstler in eine engere Auswahl, die auf den üblichen Branchenkanälen (Produzentenofferten, Verlagsaktivitäten etc.) an eine A&R-Abteilung herangetragen werden.

    Euere beste Visitenkarte für das A&R sind gute Gigs und ein wachsender Fanstamm. Und seid gewiss: DANN WERDET IHR AUCH GEFUNDEN, denn das Kontaktnetzwerk zwischen A&Rs, Bookern, Journalisten, Produzenten etc. ist sehr engmaschig!

    Viel Erfolg!
     
  7. eclipse263

    eclipse263 Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 12.06.08   #7
    Erstmal vielen Dank an die Informanten :) (wäre vllt mal interessant zu wissen, wo ihr eure infos her habt - A&R dabei? enger kontakt zu einem etc.- versuch auch immer gerne abschätzen zu können, wie fundiert solche antworten sind ... - nciht das ich irgendwem die kompetenz abschreiben will ;) )

    Aber nun zur Frage :
    Das was ihr da nun zur Arbeit von A&R's geschrieben habt, gilt das jetzt eher für die Arbeitsweise von Majorlabels oder wird ein Indielabel bzw. deren A&R ebenfalls, so oder so ähnlich arbeiten... (spreche da schon von etablierten Labels, die auch was aus ihren Bands machen und nicht son Wald-und Wiesenlabel, dass seine Schützlinge dreimal im Jahr im örtliche Jugendzentrum spielen lässt)

    Klar lässt sich das nicht für jeden A&R pauschalisieren, aber also ich mit meiner Band das von mir zusammengestellte Promomaterial vorgestellt habe kamen Kommentare wie " Willst zu Metalblade Records?!" , "Wollten ne nummer kleiner als Roadrunner anfangen" etc. . .

    Aber denke, dass es gerade den finanziell nicht soooo fetten Labels darauf ankommt, dass du als Band möglichst professionell arbeitest und ums mal aus Label sicht zu sagen "funktionierst" - weil die ja letztendlich mit dir als Act geld verdienen...

    Vllt zum besseren Verständnis : Spielen Screamo, Emo-/Metalcore - Ums jetzt mal schnell&schmutzig zu machen grenze ich uns jetzt einfach mal mit evtl. bekannten Bands ein : grob zwischen Alexisonfire, Funeral for a Friend, Unearth (wurd uns mal gesagt ?!) und sowas (ich weiß, dass das jetzt nicht gerade bewerbungsniveau hat, aber ich will, dass ihr schnell meine situation versteht;) )
    haben unteranderem schon mir Neaera, Drone, Crash my Deville, Parachutes gespielt...-nur um mal eben zu sagen, dass wir das schon ein wenig ernsthafter betreiben ;)

    Wäre über eine Antwort echt glücklich, weil wir so langsam das Paket fertig und somit versandfertig haben wollen :)

    Bis denne

    eclipse
     
  8. Ullrich-Wickert

    Ullrich-Wickert Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.08   #8
    Oh mann, ihr Naiven:screwy:

    wenn du und deine Gurkentruppe gut, zielgruppenorientiert oder durch Zufall bekannt genug seid kommen die schon von alleine an. Alles andre wäre Zeit- und Geldverschwendung
     
  9. Schäffer

    Schäffer Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.08   #9
    Also erst einmal: eine Band, welche du höchstwahrscheinlich nicht einmal kennst, als Gurkentruppe zu bezeichnen, ist ja wohl eine ziemliche Frechheit.

    Und nur, weil man versucht, seinem Glück in Form einer Bewerbung nachzuhelfen, ist man noch lange nicht naiv!

    Nur zur Information: mit meiner Band war ich vor nicht allzu langer Zeit auch in der Situation, dass die erste professionell aufgenommene CD an einige Labels geschickt wurde. Wir waren also so "naiv"... Was dabei rausgekommen ist? Ein Plattendeal, und dass obwohl wir die obigen Regeln völlig misachtet, bzw noch gar nicht gekannt haben.

    Also bevor du hier irgendwelche Leute als naiv abstempelst und glaubst, du wüsstest es besser als all die Bands welche Bewerbungen rausschicken (mal mit keinem, aber auch oft genug MIT Erfolg), solltest du es erst einmal besser machen und uns dann an deiner Megastar-Karriere teilhaben lassen.

    In diesem Sinne: man sieht sich bei MTV :screwy:
     
  10. Ullrich-Wickert

    Ullrich-Wickert Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 04.08.08   #10
    Arrgh, ok war'n blöder Comment sorry nochma an dieser Stelle:rolleyes: mann sollte halt nicht durch externe Streitereien aufgeladen im Forum unterwegs sein. Trotzdem bin ich der Meinung, dass das es zwar jeder handhaben kann wie er will, ich aber lieber auf eine solide, ständig anwachsende Fanbase setzen würde. @ Schäffer: Glückwunsch zum Deal
     
  11. rockbuerosued

    rockbuerosued HCA Musik-Praxis/Recht HCA

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    Erstellt: 09.08.08   #11
    Für uns sind etliche A&Rs seit Jahren als Dozenten und Coaches aktiv. Kontakte gibt es noch zu erheblich mehr. Lockere Gespräche noch zu einem wesentlich größeren Kreis. Wir qualifizieren auch Labelleute )Infos unter www.labelseminar.de )

    Reicht das?

    Letztendlich hat jeder A&R den gleichen "Richter" - das Käuferpublikum! Entsprechend sind die Parameter für den POS ziemlich gleich ausgerichtet.

    Wenn man nur so klingt wie jemand, den es schon gibt, dann sinkt die Chance auf ein Signing noch rapider. Die VÖ-Quoten (ob BÜ oder KEV) sind ohnehin schon sehr gering. Aber überleg' mal selbst: warum sollte jemand etwas veröffentlichen (und viel Geld in Aufbau und Promo stecken), was es andernorts schon gibt. Da ist es billiger, eine Band als Lizenz zu übernehmen, in die andere schon investiert haben.

    Nur mit dem eigenständigen Profil steigert ihr eure Chancen! Btw.: in diesem Genre sind die Chancen für Bands überaus gering!

    lg.
     
  12. Nils_k

    Nils_k Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 09.03.09   #12
    Hallo Schnamba,

    dein Thread ist zwar schon etwas länger her, aber vielleicht
    interessiert dich das Thema schon wieder(?), oder einige andere Leser.

    Ein paar Tipps und Tricks zu diesem Thema. Wie ich denke, welche der besten,
    die man im Internet so findet:


    Folgende Threads sind dazu interessant:
    1) https://www.musiker-board.de/vb/sonstiges/315611-onlinemagazine-ein-schwarzes-loch.html#post3637222

    Insbesondere auch:
    2) https://www.musiker-board.de/vb/musikbusiness-recht/316714-pressemappe-gestalten.html#post3630832
    (Bitte dem Verweis auf den kostenlosen "Online-Workshop zum Werbetexten" unbedingt nachgehen!
    Auch, wenn man zunächst meinen könnte, das wäre ein anderes Thema.
    Es geht dabei genau um DIE Frage: "Wie wecke ich das Interesse eines Lesers ...
    also auch eines A&R-Managers per Text, also per Anschreiben
    ".)

    Auch meine Liste, "Nützliche Links für Musiker" ist bei der Beantwortung deiner
    Frage sehr hilfreich:
    3) http://www.bandologie.com/content/view/14/29/

    Und auch das PDF "Was Musiker heutzutage zu ihrer eigenen Sicherheit über Major
    Labels wissen sollten", gibt dir einen guten Eindruck, wie die Situation zwischen Musikern
    und Labels momentan aussieht:
    4) http://www.bandologie.com/MP3/Was_Musiker_heutzutage.pdf

    - - - - -

    Wenn du nach dem Lesen dieser Infos noch spezielle Fragen dazu hast,
    poste einfach noch mal im Forum.

    Sobald du diese Infos 'intus' hast, steht meiner Meinung nach, einer kreativen und guten
    Bewerbung bei einer Plattenfirma nichts mehr im Wege.
    Dann bleibt nur noch zu hoffen, dass deine Band entsprechend gut aufgestellt ist ...
    ... aber das wäre ein neuer Thread und war ja auch nicht deine Frage :)

    Alles Gute und beste Grüße
    Nils
     
  13. ambee

    ambee Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 09.03.09   #13
    ich finde neben der musik ist am wichtigsten, das label davon zu überzeugen dass die band nicht nur jemanden sucht von dem man produktionskostenvorschuss und sonstwelche kohle abziehen kann. sondern dass man als musiker wirklich interesse daran hat, mit der plattenfirma etwas langfristiges aufzubauen und bereit ist, sich auch selbst (evtl auch durch finanzielle mitbeteiligung) richtig für die sache reinzuhängen, damit das projekt irgendwann für beide parteien früchte trägt.
     
  14. Nils_k

    Nils_k Gesperrter Benutzer

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    Erstellt: 10.03.09   #14

    Ich setz das einfach noch mal dick rein, weil ich es so gut finde:

    "... das Label davon zu überzeugen dass (...) das Projekt
    [ich tausche mal aus:]
    in absehbarer Zeit für beide Parteien Früchte trägt."


    Genau DAS ist meiner Meinung nach DER Kernpunkt, sobald man sich als Musiker an eine
    Plattenfirma wendet!

    95% aller Musiker sind diesbezüglich leider sehr gedankenlos. Und denken nur
    an ihre eigenen Interessen. Ihre Musik, ihr Stil, ihre Persönlichkeit, ... ihr ... alles.
    (Was ja aus den meisten Band-Infos auch deutlich hervorgeht ... :rolleyes: )

    Daher fliegen 95% aller Einsendungen auch (wie ich persönlich übrigens finde, zu Recht!)
    sofort in die Mülltonne.

    Von dem oben genannten Zitat von 'Ambee' sollte man T-Shirts drucken lassen und sie in der
    gesamten Musiker-Szene UND in den Plattenfirmen verteilen lassen!! :)

    Mehr auf den Punkt bringen kann man die Sache meiner Meinung nach nicht.

    Die Frage ist dann nur noch: "WIE" überzeuge ich solche Leute am besten.
    Und dazu gibt es oben eine ganze Menge Links.


    Alles Gute und beste Grüße
    Nils
     
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