Beyerdynamic Opus Drumset XXL

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Beyerdynamic Opus Drumset XXL

Beyerdynamic Opus Drum-Mikro Koffer XXL
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Das 1924 in Berlin gegründete Familienunternehmen Beyerdynamic mit heutigem Sitz in Heilbronn gehört schon seit langer Zeit zu den führenden Anbietern hochwertiger Kopfhörer, Mikrofone und Konferenztechnik. Nun wurde die Opus Drumset Mikrofonserie mit dem Mipa-Award 2008 als "Beste Schlagzeugmikrofone" ausgezeichnet. Für uns ein Grund, diese Mikrofone nochmals eingehend zu betrachten.

Die Beyerdynamic Drumsets bieten ein gut strukturiertes Programm an Schlagzeugmikrofonen der Opus-Serie zu fairen Setpreisen. Ausgehend von vier Grundvarianten kann die Zusammensetzung der Sets individuell nach Kundenwunsch im Fachhandel gestaltet werden. Uns stand die "Chester Thompson"-Version zur Verfügung, bestehend aus insgesamt 9 Mikrofonen für Bass Drum, Overhead, HiHat, Toms und Snare Drum. Das Haupteinsatzgebiet ist dabei der Live-Bereich. Entsprechende Mikrofonklammern und das praktische Bass-Drumstativ ST-99 sind bei diesem Set im Lieferumfang enthalten. Geliefert wird es in einem stabilen Kunststoffkoffer mit Schaumstoffeinlage, welcher die Mikros beim Transport gut schützt.

Opus 99 Bass Drum-Mikrofon

Seine kompakte Bauform mit nur ca. 60mm Durchmesser, 130mm Länge und nur 365 g Gewicht macht dieses Großmembranmikrofon mit Hypernierencharakteristik recht handlich. Montiert man es auf das in diesem Set mitgelieferte kompakte Stativ ST 99, lässt es sich problemlos platzieren. Sofern die Bassdrum ein Schallloch am Frontfell besitzt, das nicht kleiner als 200mm ist, kann das Mikro samt Stativ sogar direkt in die Bass-Drum gestellt werden. Die Befestigungsklemme des Opus 99 ist so am Mikrofon angebracht, dass sie nicht ohne weiteres abmontiert werden kann; das Mikro lässt sich zwar in der Halterung drehen, eine Gummimanschette verhindert aber, dass sich die Klemme abziehen lässt. Der Neigungswinkel des Mikros lässt sich zusätzlich um bis zu 140 Grad verstellen, wodurch eine Ausrichtung in die gewünschte Position kein Problem darstellt.

Die Abbildung der Kurve des Frequenzgangs von 30 Hz - 18 kHz lässt den Klang bereits vermuten: Sie steigt zwischen 30 und 100 Hz sanft ab, bildet von 130 bis 900 Hz eine breite Senke. Hinzu kommt eine deutliche Präsenz von 1.000 bis etwa 8.000 Hz, wobei Spitzen bei ca. 2,5 kHz und 5 kHz für den richtigen Attack des Schlegels am Fell sorgen. Die praktische Überprüfung bestätigt dieses Verhalten: Das Opus 99 zeichnet kräftige Bässe sowie einen ordentlichen Kick, wobei die üblichen mulmigen Störfrequenzen in den unteren Mitten leicht abgesengt werden. Der Sound ist ohne Bearbeitung also gleich so, wie man ihn für die meisten Anwendungen im Rock/Pop-Bereich ohnehin einstellen würde. Natürlich lässt sich der Klang durch gezielte Equalizer-Einstellungen weiter verfeinern, der Basis-Sound ist meistens jedoch direkt brauchbar.

Opus 87 und 88, die Speziallisten für Standtoms, Racktoms und Snaredrums

Genial an diesen beiden Mikrofonen ist zunächst schon die Befestigung an den Spannreifen der Trommeln: Zur Befestigung drückt man nur eine Klemmbacke gegen eine Federspannung nach unten, positioniert die ganze Einheit und lässt los, wobei sich die Klemme dann dank der geriffelten Gummiflächen an den Klauen sicher fixiert. Das eigentliche Mikro sitzt beim schon länger erhältlichen Opus 87 auf einem etwa 75mm langen Schwanenhals, der das ganze sehr gut justierbar macht.

Das neuere, ansonsten technisch identische Opus 88 bietet einen deutlich kürzeren Schwanenhals, der jedoch mit einem horizontalen Drehgelenk eine optimale Ausrichtung auf die Schallquelle ermöglicht und den gesamten Aufbau noch etwas kompakter macht. Ideal für die Snare und Racktoms ist das Opus 88, während das Opus 87 mit dem längeren Hals Vorteile bei der Abnahme der Standtoms hat. Der Nahbesprechungseffekt lässt sich hier bei größeren Toms wirkungsvoll nutzen, denn dort kann mit zunehmender Entfernung der Kapsel vom Fell der Bassanteil im Sound deutlich reduziert werden, um ungewolltes Wummern in den Griff zu bekommen.

Sehr transparent, druckvoll und dynamisch werden alle Trommeln ins rechte Licht gerückt, auch die Snare wird mit allen Feinheiten sauber rübergebracht. Auch Details wie ein perlender Teppich-Sound der Snare können mit entsprechender Positionierung naturgetreu abgebildet werden. Beide Mikrofone arbeiteten unglaublich direkt, ja fast schon explosiv. Selbst die leichtesten Schläge werden sauber und ohne Verfärbungen wiedergegeben. Selbst leichtes Wischen mit den Besen kommt weich und sauber und ohne jedes Kratzen. Die Mikros besitzen eine Nierencharakteristik, arbeiten nach dem Kondensatorprinzip und benötigen deshalb natürlich Phantomspeisung.

Opus 53 HiHat Mikrofon

Das kleine und ultraleichte Opus 53 liefert in diesem Set die perfekte Unterstützung an der HiHat. Es handelt sich hier ebenfalls um ein Kondensatormikro mit Nierencharakteristik und sorgt mit seinem relativ neutralen Frequenzgang für einen luftigen und natürlichen Klang, der sich leicht mit dem EQ an den persönlichen Geschmack anpassen lässt. Da wird jedes Pattern natürlich schimmernd und sauber hörbar. Sogar an kleinen Sidesnares macht es mit klaren Obertönen, druckvollen Attacks und feinem Teppich-Sound eine gute Figur.

MC 930 - Die Profis unter den Overheads

Als Overheads können die zwei MC 930 mit seidig-edlem Charakter überzeugen. So werden alle Becken mit luftiger Räumlichkeit und gleichzeitig auch mit warmer Fülle und Brillianz abgebildet. Selbst bei kleinem Besteck mit einem Opus 99 in der Bassdrum und zwei ordentlich justierten MC 930 über dem Kopf kommt das komplette Set samt Toms und Snare richtig schön voll und natürlich rüber. Eine schaltbare Vordämpfung um -15 dB und ein weiterer Schalter zur Absenkung der Tiefen bei 250 Hz bringen zusätzlich noch flexible Einsatzmöglichkeiten auch bei sehr lauten oder sehr nahen Schallquellen. Ein im gesamten Spektrum ausgeglichener Frequenzgang sorgt hier für sauberen Sound, einzelne Instrumente lassen sich leicht herausfiltern oder etwas boosten. Mit der zuschaltbaren Tiefenabsenkung werden beim Einsatz als Overheads störende tiefe Sounds von Toms und Bassdrum eliminiert und die Becken sehr schön seidig, klar und warm, aber trotzdem brillant dargestellt.

Fazit

Mit diesen Mikrofonen ist man über alle Zweifel erhaben und nicht nur für Live Einsätze bestens gerüstet. Die richtig edlen Sounds aller Mikrofone überzeugen ebenso wie das perfekte Handling. Das Stativ fürs Opus 99 erleichtert dem Drummer und Techniker das Leben ebenso wie die genialen Klemmen der Opus 88 und Opus 87. Hinzu kommen die überragend klingenden Overheads und das Opus 53, alles sicher im stabilen Transportkoffer verpackt. Die Mikros haben eine wirklich geniale Befestigungsvorrichtung, sie sind gut zu positionieren und klingen hervorragend und sind somit mehr als eine Empfehlung wert. Wirklich gut gemacht, Beyerdynamic !

www.beyerdynamic.de

Das Beyerdynamic Opus Drumset XXL "Chester Thompson"-Version in der Übersicht:
1 x Opus 99 (Bass Drum), dynamisch, Hyperniere, inkl. Mikrofonklammer
1 x ST 99 Bass Drum-Stativ
2 x MC 930 (Overhead), Kondensator, Niere, inkl. Mikrofonklammern
1 x Opus 53 (HiHat), Kondensator (Back-Elektret), Niere, inkl. Mikrofonklammer
2 x Opus 87 (Toms), Kondensator (Back-Elektret), Niere, Clip-On
3 x Opus 88 (Snare Drum, Toms), Kondensator (Back-Elektret), Niere, Clip-On

UVP: 1.540 EUR
 
Eigenschaft
 
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