Bezugsquelle/Typ Mid-Booster u. Steg-PU in Gibson Joe Perry Signature LP (1997)?

von Bowhunter, 23.03.20.

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  1. Bowhunter

    Bowhunter Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.20   #1
    Hallo Zusammen,

    weiß jemand von euch, welcher Mid-Boost in der Gibson Joe Perry Signatuere (1997) verbaut ist und wo man diesen Booster kaufen kann?
    Ich will meine Les Paul ein bisschen aufpimpen...

    Viele Grüße,
    Bowhunter
     
  2. FuriousG

    FuriousG Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.20   #2
    Das ist meines Wissens ein Chandler Tone X Preamp.
    Den wirst du neu wohl nicht mehr bekommen, nur noch auf dem Gebrauchtmarkt.

    Chandler Tone X Preamp.png
     
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  3. Bowhunter

    Bowhunter Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 23.03.20   #3
    Danke erstmal!
    Vielleicht weiß jemand auch, ob der in dieser Gitarre verbaute Steghumbucker, der nach den Vorgaben von Joe Perry gewickelt wurde, auch irgendwo separat erhältlich ist?
     
  4. bagotrix

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    Erstellt: 24.03.20   #4
    Hi,

    Joe Perry hat ja eine neue Signature mit nur einem HB und Wilkinson-Tremolo (!), und in der werkelt auch immer noch der gleiche Chandler Preamp - er scheint also gerne an Bewährtem festzuhalten. Von daher vermute ich mal, dass der aktuell eingebaute HB soundmäßg nicht allzu weit entfernt ist vom alten Custom-HB. Und, man höre und staune, aktuell ist in die sündteure CS-Paula ein ganz gewöhnlicher Gibson 498T eingebaut.

    Gibson selbst gibt leider keine exakte Auskunft, hat aber mal ein paar Daten des alten HB preisgegeben. Die lauteten, dass ein AlNiCo V-Magnet verbaut wurde, und 7.000 Wicklungen AWG44-Draht. Der DC-Widerstand wurde damals mit 8,2 KOhm angegeben, was ich angesichts der Wicklung für wenig realistisch halte. Ein PAF hat ca. 5.000 Wicklungen pro Spule und AWG 42 und liegt etwa in dem Bereich, während AWG 44 sehr viel mehr Widerstand pro Meter besitzt. Außerdem ist AWG 44 schon deutlich dünner, selbst ein Duncan Custom (und besagter 498T) verwenden 43 und liegen im Bereich von 14 KOhm. AWG 44 findet man in erst einem JB und dem Duncan Distortion, die mehr als 16 KOhm haben. Den dünneren Draht verwendet man ja in erster Linie, um mehr Wicklungen auf einen Standard-Spule zu bekommen.

    Wenn die 7000 Wicklungen und der AlNiCo V stimmen, aber bei der Drahtstärke und dem Widerstand Nebelkerzen geworfen wurden (was durchaus sein könnte), wäre man im Grunde schon bei einem 498T. Stimmt die Drahtstärke, und der Widerstand von 8,3 KOhm war (vielleicht sogar absichtlich verwirrend) pro Spule gemessen, haben wir einen JB-mäßigen HB mit 16,8 KOhm. Nachdem sich die Soundvorlieben in dem Alter normalerweise nicht mehr so fundamental ändern, würde ein mittiger, recht heißer AlNiCo V auch ins Bild passen. Also würde ich persönlich den 498T und vielleicht noch einen JB ausprobieren - falls der Gibson-HB noch nicht hinhaut.

    Zum Preamp:
    Ich vermute mal, Gibson musste für Joes neue Wunschgitarre irgendwoher übrige gebliebene Chandler Preamps besorgen, NOS sozusagen. Du kannst natürlich versuchen, ebenfalls so einen zu bekommen, aber letztlich gibt es eine Lösung, die ich persönlich sogar vorziehen würde: der Chandler entspricht in der Schaltung einem Wah-Wah ohne Pedal, wie man nicht nur an den Soundbeschreibungen in Interviews von Joe Perry, sondern auch auf dem Bild oben sehen kann. Das schwarze Teil ist ganz klar eine Spule, wie sie in Wahs eingebaut wird.

    Ein sozusagen non-invasiver Ersatz wäre daher der Dunlop Q-Zone-Treter, der einem einstellbaren CryBaby als Fixed Wah entspricht. Da es im Gegensatz zu diesem auch ein Volume-Poti hat, ist auch der Boost vorhanden:



    Ein der Elektrik Kundiger könnte das Ding vielleicht auch aus dem Gehäuse ausbauen oder kopieren und verkleinern, hier gibts sogar sowas wie eine Anleitung:

    http://tagboardeffects.blogspot.com/2012/03/dunlop-q-zone-qz1.html

    Ich persönlich würde es aber als Outboard-Gerät verwenden, dann kann man es mit allen Gitarren kombinieren. Der Nachteil ist allerdings, dass man dann kein "Hand-WahWah" zur Verfügung hat, wenn man nicht auf dem Bühnenboden rumkriechen will. Der Vorteil ist allerdings, dass man eine einmal gefundene Lieblingseinstellung nicht so leicht verstellt wie an der Gitarre. Es hindert einen ja keiner dran, zusätzlich ein "normales" WahWah zu verwenden.

    Die Alternative wäre natürlich, ein normales CryBaby mit einem linearen Booster zu kombinieren, ob in der Gitarre oder als Tretmine.

    Gruß, bagotrix
     
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  5. FuriousG

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    Erstellt: 24.03.20   #5
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  6. Bowhunter

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    Erstellt: 24.03.20   #6
    Danke erstmal für die Antworten!
    Der 498T ist jetzt nicht so mein Favorit, da kenne ich bessere heiße Stegpickups für eine Paula. Den JB mag ich auch lieber am Steg einer Superstrat als in einer Les Paul.

    Als heißerer Pickup kommen für mich mehrere in Frage: Lindy Fralin High Output Humbucker (13,5 kOhm), der Bare Knuckle Holydiver (15,9 kOhm) oder evtl. ein Amber Custom Hot60... wichtig ist, dass der Steghumbucker zwar heiß, aber nicht überzüchtet und matschig ist.

    Ich werde trotzdem mal versuchen noch irgendwo so einen Chandler Preamp für die Gitarre zu ergattern (jetzt hätte ich fast "ergittern" geschrieben) - vermutlich wird es nicht leicht.


    Viele Grüße,
    Bowhunter
     
  7. bagotrix

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    Erstellt: 25.03.20   #7
    Da bin ich mit Dir völlig einig, aber Herr Perry scheint da einen etwas eigenwilligen Geschmack zu haben. Geht mir aber öfter so, dass ich einen Gitarristen mag, seinen Sound beim Zuhören toll finde, aber mit dessen Mitteln keinen Sound finde, der mir beim Selberspielen gefallen würde. Zakk Wylde ist da so ein Fall, oder John Sykes, mit EMGs bzw. Dirty Fingers bin ich nie warm geworden.

    Von daher hast Du aus meiner Sicht völlig recht, Deinen eigenen Geschmack im Zweifel einer genauen Nachbildung des Original-Equipments vorzuziehen. Übrigens habe ich noch eine Möglichkeit gefunden, wenn Du keinen Chandler Tone-X findest, und gar nicht mal so teuer, selbst wenn noch Zoll und Porto dazukommt:

    https://www.guitarfetish.com/Onboard-Switchable-Wah-Wah-Midrange-Booster-Complete-Kit_p_573.html

    So arg viele dürfte es ja nicht geben, die sonst noch einen Mid-Boost mit einer richtigen Spule bauen.

    Gruß, bagotrix
     
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  8. Bowhunter

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    Erstellt: 25.03.20   #8
    Jepp, manchmal haben die Superstars einen sehr eigenartigen Geschmack. Mit EMGs kann ich auch nicht, habe auch deswegen meine MusicMan LukeI verkauft, außerdem war mir der Hals zu schmal. Die John Sykes Paula habe ich mal beim großen T. angetestet (kostete damals 8.200 €), ich fand die Gitarre sehr unspektakulär; die hatte nur Mitten, also kaum Bässe oder Höhen, sehr unausgewogen - meine eigene Paula, als Referenz dabei, hatte von allem mehr. Ebenso die Jimmy Page Les Paul (Liste 7.900€ / im Laden für 6.990€) gefiel mir auch nicht. Die war auch bloß mittig (aber anders mittig, als die Sykes-Paula).
    Signature-Instrumente/ Amps sind immer so 'ne Sache... die sind halt immer auf den Soundgeschmack des Künstlers abgestimmt. Mich wundert es auch immer wieder, wie die Guitar-Heros ihre Amps einstellen und klingen damit wirklich gut. Mit den gleichen Reglereinstellungen kommt bei mir aus dem Amp nichts Gescheites raus.

    Der Grund, weswegen ich einen Joe Perry/Chandler-Booster in meine Paula einbauen will ist, dass ich beim Solo nicht immer vor meinem Midi-Board stehe und es gibt öfter mal Licks in einem Song, die doch etwas lauter, oder zumindest präsenter sein sollen als die Rhytmusarbeit - und auf größeren Bühnen (kommt leider selten vor) - muß ich nicht zu meinem Board rennen, sondern kann alles von der Gitarre aus steuern. Oder für Michael Schenker Sachen...

    Ich habe damals, also Ende der 90er die Joe Perry Les Paul angetestet und fand den Sound sehr gut, entschied mich aber trotzdem für eine Standard Plus (Limited Ed.), weil der Hals mir besser lag.


    Viele Grüße,
    Bowhunter
     
  9. bagotrix

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    Erstellt: 25.03.20   #9
    Perry, Schenker, Sykes, Lukather... das nenne ich doch mal einen guten Geschmack :D. Ja, die Helden sind schon manchmal eigen, gerade Schenker scheint einen Sound einzustellen, den ich als total stumpf empfinden würde - Treble dreht er grundsätzlich nur ganz knapp über 0 (!). Beim Zuhören im Konzert klangs aber geil, keine Frage. Starke Mitten sind allerdings eine Gemeinsamkeit, die sehr viele große Gitarristen teilen. Gibt einem schon zu denken...

    Das Argument mt der ad-hoc Regelung auch abseits des Pedalboards kann ich nachvollziehen, so ein Hand-WahWah beim Rumspringen klingt schon sehr reizvoll. Der Boost wird sich lautstärkemäßig aber natürlich nur auswirken, wenn der Ampsound nicht eh schon zu sehr komprimiert, sonst ist es halt primär eine Gain-Erhöhung. Kannst ja mal schreiben, welche Lösung Du am Schluss gefunden hast.

    Gruß, bagotrix
     
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