Bias-Einstellung seltsames Phänomen

von MartRokX, 25.01.16.

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  1. MartRokX

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    Erstellt: 25.01.16   #1
    Habe für meinen Laney LC15R 2 neue gematchte JJ EL84 Endstufenröhren gekauft und wollte diese nun einbauen und einmessen. Habe mir dazu eine Bias Sonde für mA Messung aus den USA bestellt (in europäischen Shops habe ich keine für Novalsockel gefunden). Also alles soweit vorbereitet, Amp über Trenntrafo angeschlossen, Lautsprecher ist angeschlossen. Eingeschaltet, Strom pendelt sich so bei 23mA ein (für diesen Amp sind 20-28mA ok). Doch so nach 5 Minuten kamen dann auf einmal seltsame Brummtöne aus dem Lautsprecher, natürlich habe ich direkt abgeschaltet. Nach kurzer Pause wieder eingeschaltet, dann ging der Strom aber nur bis 5mA und die EL84 ohne Messsonde zeigte red plates, also auch wieder schnell ausgeschaltet. Später dann mal ohne Messsonde eingeschaltet - zumindest keine red plates mehr sichtbar, allerdings kamen nach kurzer Zeit auch wieder undefinierbare Geräusche aus dem Speaker.
    Kann es sein, dass wegen dem Trenntrafo, und damit fehlender Erdung, Einstreuungen nicht mehr abgeleitet werden und somit sich da statisch etwas aufbaut, was dann diese Geräusche verursacht?


    P.S.: Sicherheitsmäßig braucht ihr keine Bedenken zu haben, bin Energieelektroniker und staatlich geprüfter Energie- und Automatisierungstechniker.
     
  2. Stratspieler

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    Erstellt: 25.01.16   #2
    Lass' mal den Trenntrafo weg; möglicherweise fängst Du Dir damit was ein, denn ein richtiger Trenntrafo hat keinen PE-Anschluss für den Prüfling. Du müsstest also deinen Amp ohnehin separat erden! Das kannst Du Dir also sicherheitshalber in Summe alles schenken - dein Amp hat schliesslich einen funktionierenden Schukoanschluss. ;)

    Die Frage ist, was es mit der von Dir beschriebenen Sonde auf sich hat. Simpler Adapter mit 1Ohm-Widerstand drin zum Messen?

    Hat Tube-Town keine Adapter mehr für die EL84?
     
  3. MartRokX

    MartRokX Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 25.01.16   #3
    Der Adapter ist für direkte Strommessung, trennt also die Zuleitung auf. Wie gesagt, in ganz Europa bin ich nicht fündig geworden, tubetown hat nur octal Adapter und TAD nur deren proprietäres Messgerät. Ein Adapter mit 1 Ohm Widerstand wäre mir auch lieber; in der tt Bias Anleitung steht nämlich auch was darüber, dass Adapter für direkte Strommmessung zu Instabilitäten führen können - vielleicht ist das auch das Problem.
     
  4. Stratspieler

    Stratspieler Helpful & Friendly User HFU

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    Erstellt: 25.01.16   #4
    Jau, könnte durchaus stimmen. Die EL84 haben zwar an ihren Steuergittern Schutzwiderstände, jedoch keine an ihren Schirmgittern. Und wenn dann eine Kathodenleitung plötzlich ellenlang wird und das Meßgerät mit sämtlichen Schweinereieffekten dazwischenliegt, könnte das die beschriebenen Effekte hervorrufen... Im Zweifelsfalle stellst halt "nur" die negative Gittervorspannung lt. Schematic ein; misst dann am Schleifer des Potis und kontrollierst, ob die beiden Röhren sich nicht verfärben... Oder Adapter mit Widerstand bauen...
     
  5. MartRokX

    MartRokX Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.01.16   #5
    Gestern noch mit gleichem Aufbau die andere Röhre vermessen, die hat gerade mal 1mA mehr, also gut gematcht. Mehr kann ich jetzt erstmal nicht machen, Hauptsache sie sind nicht zu heiß gebiast. Bin jetzt bei etwa V4: 23mA und V5: 24mA nach je 5min. Bei EL84 mit 300V Anodenspannung sind ja 20-28mA im grünen Bereich, von daher bin ich jetzt zwar mehr in Richtung kalt, aber der Soundtest verlief äußerst positiv :rock:.
    Die alten Sovteks, die vorher drin waren, hatten bei den tiefen Tönen immer gerappelt wie ein Geschirrschrank bei Erdbeben, die JJs jetzt sind da völlig nebengeräuschsfrei.
     
  6. MartRokX

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    Erstellt: 28.01.16   #6
    Heute wieder gespielt, auf einmal so nach ein paar Minuten ein kurzes Feedback-artiges Geräusch und danach nur noch etwa halbe Lautstärke und eine EL84 mit roten Backen. Sofort aus gemacht die Kiste.
    Die EL84er saßen eh beide etwas locker, wurden hauptsächlich von der Halteklammer in Position gehalten. Also habe ich einfach mal die Kontakte in den Fassungen nachgebogen (nach angemessener Entladungszeit und festgestellter Spannungsfreiheit natürlich). Jetzt sitzen die so fest, dass sie auch ohne Klammer ne Zeit lang halten würden; danach ne Stunde ohne Vorkommnisse gespielt - ich glaube das wars jetzt aber wirklich. Wenn nicht, kommt als nächstes aber mal ganz sicher ein Transistor Amp ins Haus, dann hab ich die Faxen dicke.

    Ist das aber normal, wenn eine Endstufenröhre ausfällt, die andere gleich rot wird?
     
  7. bluesfreak

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    Erstellt: 28.01.16   #7
    Bei dem Laney schon denn der hat Kathodenbias, sprich fällt eine aus geht die andere auf Vollast...je nachdem was zuerst durchbrennt (Röhre, Gitterwiderstände, Sicherung) kann das mehr oder minder große Folgeschäden nach sich ziehen...
     
  8. Stratspieler

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    Erstellt: 29.01.16   #8
    D.h. aber auch mit anderen Worten, dass dein Laney offenbar anderweitig ein Kontakt-Thema hat, welches Du durch deine Messungen manifestiert hast. Da würde ich ansetzen und wirklich mal genauer die betreffenden Fassungen prüfen.
     
  9. MartRokX

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    Erstellt: 29.01.16   #9
    Ich habe ja dann die Kontaktfedern in den Endstufenfassungen nachgebogen, die waren wirklich etwas geweitet. Die JJ Röhren haben scheinbar auch dünnere Beinchen, die alten Sovteks sowie die Messsonde saßen da fester im Sockel.
    Oder was meintest du mit anderweitig?
     
  10. Stratspieler

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    Erstellt: 29.01.16   #10
    Wie sehen denn die Sockelstifte der EL84 aus? Verratzt oder schön sauber?
     
  11. MartRokX

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    Erstellt: 29.01.16   #11
    Neu und glänzend. Also wie gesagt, ich denke, die ausgeweiteten Kontakte waren das Problem. Da waren wirklich einige dabei, die so gespreizt waren, dass ein Sockelstift, wenn überhaupt, nur eine Seite der Kontaktfeder berührt hätte. Nach der Maßnahme war auch das Grundrauschen gleich viel leiser geworden.
     
  12. Stratspieler

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    Erstellt: 29.01.16   #12
    Hm, dann würde ich tabula rasa machen und die Fassungen tauschen.
     
  13. MartRokX

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    Erstellt: 29.01.16   #13
    Wieso? Es funktioniert ja jetzt. Die nachgearbeiteten Fassungen halten jetzt wieder wie eine neue. Beim nächsten Röhrenwechsel, sollte ich mir das aber mal vormerken; die wechselnde Penetration von Messsonde und neuen Röhren gibt denen bestimmt beim nächsten Mal den Rest.
    Obwohl ein Upgrade auf Keramikfassungen schadet bestimmt nicht, die jetzigen sind aus Plastik.
     
  14. bluesfreak

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    Erstellt: 29.01.16   #14
    Solange Du keinen Sender betreibst ist Keramik overkill, Belton Kelchfassungen reichen. Die kann man nämlich nachbiegen, bei Keramik ist das nicht der Fall..
     
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