Bitte um Analyse meines Stimmfaches

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Hallo an alle.

Da es 'ne Weile her ist, dass ich mit einem Gesangslehrer in Kontakt getreten bin und sich meine Stimme seit damals merklich verändert hat, würde ich Euch gerne um Eure Empfindung oder auch um Eure professionelle Aussage zu meinem Stimmfach bitten.

Ich weiß, dass es sich keineswegs vortrefflich anhört.

http://soundcloud.com/tim-weyer/aufnahme-der-eigenen

Ich bedanke mich vorab!
 
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Hmmm .. du singst hier zwar im Bass, aber ich habe starke Zweifel, ob das deine tatsächliche Stimmlage ist. Denn zwischen "Bass singen" und "Bass sein" besteht mNn ein Unterschied. Die Töne scheinen mir nicht kräftig und präsent genug für einen echten Bass.

Ich glaube, du bist eher ein Bariton, vielleicht sogar ein hoher Bariton, der hier versucht, unterhalb seiner Range zu singen.

Solltest du dennoch ein Bass sein, müsstest Du den unteren Bereich auf jeden Fall noch trainieren.
 
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Ich kann auch sehr laut / kräftig in diesem Bereich singen. Jedoch kann ich das nur machen, wenn meine Nachbarn nicht da sind, weswegen ich dies immer außerhalb praktiziere, wo ich es nicht aufnehmen kann. Ich glaube, dass ich sogar den tiefen Tenor schaffe, jedoch versagt bei allem dadrüber die Stimme.
Ich habe ganz entspannt in dieser Tonlage gesungen, nur, um das mal anzumerken. Von daher würde ich sagen, dass ich Bariton und Bass bin, so, wie du es sagst.
Derzeit trainiere ich auch, kräftiger zu singen, denn Kraft hat nicht immer was mit Lautstärke zu tun, wie wir wissen.

Vielen Dank für deine Antwort.
 
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Ich kann auch sehr laut / kräftig in diesem Bereich singen. Jedoch kann ich das nur machen, wenn meine Nachbarn nicht da sind,.


Und noch ein "hmmmm" ... wie soll man eine genaue Analyse deines Stimmfaches abgeben, wenn du nicht singst, wie Du eigentlich singst? ;)

weswegen ich dies immer außerhalb praktiziere, wo ich es nicht aufnehmen kann.

Tipp zum außerhalb aufnehmen:

https://www.thomann.de/de/zoom_h_1_v2.htm

klingt ausgesprochen gut ...
 
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Das ist mir irgendwie im Moment zu teuer, da ich mir auch noch ein neues paar Schuhe und neue Hosen sowie Hemden kaufen muss. Zudem spare ich noch auf meine Honda Varadero 125. Da ich bisher nie ein Handy brauchte, habe ich bis jetzt auch keines (yeah, ich schätze, ich war der einzige Mensch auf meiner Schule, der keines hatte). Beim MP3-Player hätte ich auf das Mikrofon verzichten können, denn das bringt es wirklich nicht. Ich werde mal sehen, wenn meine Nachbarn nicht da sind, dass ich dann eine richtige Aufnahme mache. Denn ich merke immer erst, dass sie nicht da waren, wenn sie zurückkommen :rolleyes:

EDIT: Ich habe nun eine neue Aufnahme produziert mit kräftigerer Stimme. So gar in hohen Bereichen: http://soundcloud.com/tim-weyer/aufnahme-der-eigenen-1
 
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Gleich vorneweg: eine "Fachanalyse" kriegst du von mir nicht ;)

Erstens verstehe ich dafür zuwenig von Männerstimmen, zweitens finde ich es eh schwierig das aufgrund deines sprechgesangähnlichen Hörbeispiel zu tun (besser wäre, du singst mit deiner ganz normalen unverfälschten Stimme was "Richtiges", ein einfaches Volkslied täte es da schon) und drittens würde ich es auch nicht tun, wenn ich eine GL wäre, da ich nichts von solchen "Analysen" halte, bei am Anfang ihrer Ausbildung stehenden Leuten.

Nur soviel: meiner Ansicht nach klingt das Hörbeispiel irgendwie unnatürlich, eng, konstruiert. Auch wenn du sagst, du seist entspannt, klingen tut es für mich nicht so. Verstehe mich nicht falsch, ich will damit nicht sagen du hättest keine gute Stimme. Könnte mir sogar vorstellen, dass du einiges an Potential hast und eine Stimme, die auszubilden es sich lohnen würde.
Aber: zwinge deiner Stimme nichts auf. Auch wenn ich deine Posts im anderen Thread nicht gelesen hätte, hätte ich das Gefühl, dass du deine Stimme in eine Richtung pushen willst die dir gefällt (deiner Stimme vllt aber nicht! :().

Mein Rat: nimm GU, gehe völlig "neutral" an die Sache ran (ohne: mir gefallen solche Stimmen besser als solche) und lass der Stimme Raum und Zeit sich so zu entwickeln wie es in ihrer Natur liegt.
 
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Die Stimme ist tatsächlich nicht verstellt. Ich kann anders nicht singen, wenn ich meine Stimme nicht verfälschen möchte. Mir ist auch aufgefallen, dass es sich irgendwie gestellt anhört, aber so singe ich nunmal. Ich war vollkommen entspannt, wie ich sagte.

Falls irgendwer den Link zur neuen Version übersehen hat, hier ist er: http://soundcloud.com/tim-weyer/aufnahme-der-eigenen-1
 
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Ich kann anders nicht singen, wenn ich meine Stimme nicht verfälschen möchte.

Das künstliche Abdunkeln mit halb geschlosenem Mund ist aber fast unüberhörbar. Ich kann mir sogar vorstellen, dass dabei deine Kopfhaltung nach unten geht.

Dass du nicht anders singen kannst, heisst ja nicht, dass das hier deine richtige Stimme ist. Du hast dir das wohl einfach so angewöhnt, weil es dir gefallen hat ..

Falls irgendwer den Link zur neuen Version übersehen hat, hier ist er

Die Aufnahme klingt genauso wie die erste. Also noch immer Entwarnung für die Nachbarn.

Besser wäre tatsächlich - wie Tonja auch schon reklamierte - wenn du ein richtiges Lied singen würdest, statt auf zwei, drei Tönen rumzunuscheln. ;). Oder wenigstens eine komplette Tonleiter.

Wenn du eine Okatve drüber noch immer so klingst, können wir weiterreden, ob das deine Stimme ist ...

Zum Stimmfach gehört zu einem gewissen Teil auch die Range. Die sollte schon mehr als ein paar nebeneinanderliegende, kurze Töne betragen.
 
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Dass du nicht anders singen kannst, heist ja nicht, dass es nicht möglich. Du hast dir das wohl einfach so angewöhnt, weil es du es gut fandest und denkst jetzt, es ginge nicht anders.

Das glaube ich auch und kenne das auch aus eigener Erfahrung.

Lange bevor ich mit GU begann und auch noch vor dem Chorsingen, habe ich oft Zigeunerballaden gehört, toll gesungen von einem tiefen Mezzo oder Alt. Ich fand das wunderschön und wollte es auch so singen können. Also habe ich, bewusst oder unbewusst, versucht die Sängerin 1:1 zu kopieren. Dass es dabei bei mir aber nie so geklungen hat wie bei ihr lag, wie mir erst später klar wurde nicht nur an meiner völlig mangelhaften Technik ;). Damals hätte ich aber mit Überzeugung gesagt, das ist meine Stimme, meine Lage. So antrainierte Fehler können auch sehr hartnäckig sein. Das massive künstliche Abdunkeln hatte sich bei mir so festgesetzt, dass ich es mir nachher mit einigem Aufwand wieder abgewöhnen musste. Rückfälle habe ich bis heute ab und an, wenn zB. ein "a" in der unteren Mittellage plötzlich viel zu dumpf wird, dann muss ich massiv Gegensteuer geben.

Das Ziel ist, eine gute Mischung zu haben, dh. in der Stimme sollten sowohl dunkle wie helle Anteile drin sein, die ausgewogene Mischung macht schlussendlich den schönen Klang. Wie dunkel oder hell eine Stimme am Schluss klingt, können wir aber auch bei bester Gesangstechnik nicht wirklich beeinflussen, die Stimme selber ist da Chef und gibt uns vor was geht und was nicht. Und wenn wir auf möglichst gesunde Weise das Optimum aus der Stimme rausholen wollen, ist es wohl sehr ratsam, sie nicht verbiegen zu wollen!
 
Shana
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Sorry, aber ich muss mich meinen Vorrednern anschließen.
Diese Beispiele lassen keinerlei Rückschlüsse auf deine echte Gesangsstimme zu. Und auf das Stimmfach schon gar nicht. Es ist auch eigentlich gar nicht "gesungen", was man da von dir hört. Es klingt eher als hättest du versucht, eine Figur in einem Hörspiel darzustellen, also nach verstellter Stimme. Als würdest du Räuber Hotzenplotz oder so jemanden sprechen wollen ;-)
Das klassische Stimmfach kann man in diesem Stadium überhaupt nicht benennen, selbst wenn man es wollte um dir einen Gefallen zu tun. Darüber kann man erst dann etwas sagen, wenn die Stimme wirklich ausgebildet ist und du auch klassische Literatur singen kannst. Oder wenigstens Musical. Aber nicht irgendwie sondern auf schon angehend professionellem Level. Die klassische Stimme ist etwas ganz anderes als eine (zudem noch unausgebildete) Popstimme. Da kann es gut passieren, daß eine dunkle Stimme, die immer erdigen Rock gesungen hat auf einmal ein Mezzosopran ist oder eben ein hoher Bariton wenn es sich um eine Männerstimme handelt ;-)
 
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Danke für die Ratschläge.

Ich kann nur sagen, dass es sich für mich so anfühlt, als würde ich mir nicht eine Stimme aufdrängen, die mir gar nicht liegt. Wenn ich hingegen hoch singe, fällt es mir schwer. Tief singen kann ich vollkommen beschwerdefrei und unverspannt. Und dass ich meinen Mund immer etwas schließe, liegt daran, dass ich es immer so getan habe. Ich dachte, das müsste so sein.

Mal eine ganz andere Frage: Ich habe gestern aus Quatsch einfach mal versucht, besser "Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen" zu singen, als Florence Foster-Jenkins. Also Falsett. Anschließend konnte ich tiefer in den Bass gehen. Wie lässt sich das erklären?
 
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Nur weil Du unten leichter singst, muss das noch lange nichts heißen. Bei mir war es so, dass meine Schwester gemeint hat, wenn ich beim Singen mit der Gitarre nicht hoch komme, soll ich oktavieren Da muss ich 12 oder so gewesen sein das hab ich dann auch brav 8-10 Jahre so gemacht. Das war ein riesiger Fehler, weil ich mir danach eingebildet habe, ich hätte keine Höhen. Da bin ich in den tiefsten Niederungen rumgegurkt, das würde ich heute nie wieder tun. Jetzt sing ich Höhen, von denen ich früher nicht mal geträumt habe. Dafür musste ich aber auch üben und Technik lernen. Also wie gesagt, nur weil's leichter geht, heißt es nicht, dass das Deine richtige Stimme ist. (Jeder der sich besser auskennt möge mich korrigieren, aber so hab ich's halt bei mir mitbekommen).
 
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Ich kann nur sagen, dass es sich für mich so anfühlt, als würde ich mir nicht eine Stimme aufdrängen, die mir gar nicht liegt. ief singen kann ich vollkommen beschwerdefrei und unverspannt. Und dass ich meinen Mund immer etwas schließe, liegt daran, dass ich es immer so getan habe.

Ich glaube dir, dass dir die tiefen Lagen beschwerdefrei gelingen. Aber sie klingen eben noch nicht wie "ordentlicher" Gesang - zumindest nicht bei den Soundfiles. Das ist wie gesagt eher Sprechgesang mit einem Hauch Opern-Parodie. Singen kannst du damit wahrscheinlich nicht.

Wenn ich hingegen hoch singe, fällt es mir schwer

Auch ein Bass oder tiefer Bariton singt nicht ausschließlich tiefe Töne. Seine Range liegt zwar unterhalb der eines Tenors, aber die lösen sich nicht ab einer bestimmten Tonhöhe ab nach dem Motto "ich die ersten fünf, danach übernimmst du".

Das alles spricht dafür, dass du noch keine richtige Technik gefunden hast. Daher singst du in einem bequuemen, sprechartigen Bereich mit kleiner Range, der dir nicht schwer fällt. Die Frage ist: wie weit kommst du realistisch damit? Bislang haben wir ja noch kein richtiges Lied von dir gehört.

Mal eine ganz andere Frage: Ich habe gestern aus Quatsch einfach mal versucht, besser "Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen" zu singen, als Florence Foster-Jenkins. Also Falsett. Anschließend konnte ich tiefer in den Bass gehen. Wie lässt sich das erklären?

Ganz ehrlich? Ich halte das für eine trügerische Selbstwahrnehmung. Du hast auch bei deiner zweiten Hörprobe geglaubt, sie wäre kräftiger und höher gesungen. Tatsächlich ist sie aber kaum von der ersten zu unterscheiden.
 
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Mal eine ganz andere Frage: Ich habe gestern aus Quatsch einfach mal versucht, besser „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ zu singen, als Florence Foster-Jenkins. Also Falsett. Anschließend konnte ich tiefer in den Bass gehen. Wie lässt sich das erklären?

Zeig uns das doch mal. Mach ein Hörbeispiel mit einem Ausschnitt von deiner Königin und gleich anschliessend hängst du einen tiefen Bass dran - aber dann was richtig Gesungenes, passend wäre da natürlich was aus einer Sarastro-Arie :)
 
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Ich schließe mich den Vorrednern an: die Hörproben klingen unnatürlich.


Ich glaube dir, dass es sich für die unverkrampft und normal anfühlt. Aber die Selbstwahrnehmung kann in diesen Dingen tückisch sein. Vermutlich singst du schon lange so, dein Gesangsapparat, deine Wahrnehmung und dein Körper sind daran gewöhnt. Oftmals bemerkt man erst später, wenn festgefahrene Muster aufbrechen und man einen neuen Zugang zur Stimme findet, was man da eigentlich gemacht hat.
 
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Schließe mich meinen Vorrednern an. Sing doch mal ernsthaft ein richtiges Stück. Denn diese Hörproben klingen eher nach Predigt und wenig nach Gesang und wie antipasti schon richtig gesagt hat nach Opern Parodie. Also dann auch eher keine Königin in der Florence Foster Jenkins Version. Hast du mit deinem Lehrer mal mit Vaccai gearbeitet? Wenn ja, sing doch mal davon ne Etüde. Zum Beispiel die erste: Manca sollecita.
Klavierbegleitung: Bb Version oder G-Version

Ansonsten ist wie bereits richtig gesagt, die Stimmfachzuordnung bei Klassikern im Anfangsstadium so gut wie kaum möglich. Zwar spielt das Timbre eine wichtige Rolle, aber gerade die kann auch verstellt sein. Interessant wäre noch die Kombi mit deinem Stimmumfang oder noch besser die Tessitur und im welchen Bereich du das Passagio hast (wann du ins Falsett wechselst).
 
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Die Indifferenzlage finde ich auch immer noch ganz interessant.
 
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Erstmal würde ich mich den anderen anschließen. Mit so wenigen Tönen ist es echt schwer was über die Stimmlage zu sagen, v.a. da die Stimmlage hauptsächlich über bestimmte Schlüsselpunkte in deiner Range bestimmt wird. Dabei ist noch zusätzlich schwierig, dass diese Punkte mit variierendem Ausbildungszustand der Stimme sich verändern können. Deshalb ergibt sich das Stimmfach auch meist erst im Laufe einer Gesangsausbildung.

Es gibt aber ein paar Indizien, mit denen man zumindest eine erste Einschätzung machen könnte. Dafür könntest du z.B. folgendes machen:

- zunächst einmal machst du Lip-Rolls (siehe hier wie das geht: http://www.youtube.com/watch?v=9AYQ_XyWQwE).
- mit diesen Lip-Rolls gehst du so tief runter wie du kannst im Ton
- Irgendwann ist dann Schluss in der Tiefe und zwar in dem Sinne, dass du die Lippen nicht mehr zum blubbern bekommst
- Möglicherweise kannst du noch tiefer, aber nur noch ohne Lippenblubbern, dann befindest du dich im Bereich des Kehlgesangs im Vocal Fry-Modus
- Der tiefste Ton, auf dem du die Lippen noch zum gleichmäßigen Blubbern bringen kannst, dazu sagt man "Phonisch Null"

Jetzt kannst du z.B. wenn du ein Instrument da hast oder es gibt auch bestimmt entsprechende YT-Videos, überprüfen welcher Ton bei dir Phonisch Null ist. Das ist ein erstes Indiz für dein Stimmfach. Echte Bässe kommen hier in der Regel zumindest bis D runter, eher sogar C. Bei Baritonen, die durchaus auch Bass-Tonlage singen können, ist meist eher so bei E Schluss, Tenöre kommen selten tiefer als F.

Ein weiteres Indiz ist der Übergang in die Kopfstimme, das sog. Passagio. Das ist aber wesentlich schwerer zu überprüfen, weil er von der Lautstärke und auch von den gesanglichen Fähigkeiten abhängig ist. Zudem sind die Übergänge (auch der noch höhere Übergang in die reine Randstimme) bei Bässen und Baritonen sehr ähnlich. Daher ist zur Abgrenzung Bass vs. Bariton meist eher die Tiefe ausschlaggebend, manchmal auch die Klangfarbe, die aber sehr stark von der Technik abhängt.

Genau genommen gab es früher ja auch nur die zwei Stimmfächer Bass und Tenor, die man physiologisch eindeutig am Übergang in die reine Randstimme trennen kann. Bariton als Stimmfach wurde eingeführt, weil es halt Leute gibt, die nicht ganz die für einen Bass erforderliche Tiefe erreichen und in hohen Lagen nahezu die Klangfarbe eines Tenors haben, obwohl sie nicht ganz dessen Höhe erreichen. Ein Bariton ist ursprünglich also nur ein recht hoch veranlagter Bass. Dass du den tiefen Tenor erreichen kannst ist deshalb auch noch kein wirkliches Zeichen für Bass oder Bariton, weil beide tiefe Tenorpartien hinkriegen können, für den Bass ist es nur etwas anstrengender.

Wie sich mit der Zeit aber herausgestellt hat, sind in dieser großen Gruppe der tiefen Männerstimmen nur die wenigsten wirklich "echte" Bässe, in dem Sinne, dass sie den tiefsten in der Klassik geforderten Ton (meist mit E angegeben) in der gewünschten Klangqualität erreichen. Deshalb ist es heute eher so (v.a. im Contemporary-Bereich), dass man dazu übergegangen ist, das tiefe männliche Stimmfach Bariton zu nennen und ein Bass ist einfach nur noch ein besonders tiefer Bariton.

Am besten du postest mal eine Aufnahme, in der du von deinem tiefsten im Lippenblubbern möglichen Ton hochgehst bis zum Maximum, was du so erreichen kannst. Dann kann man zumindest mal eine Abschätzung für dein Stimmfach machen (wenn auch noch keine endgültige Einteilung). Von deinen bisherigen Aufnahmen her würde ich aber schon recht sicher sagen, dass du kein Tenor bist, dafür kommen die tiefen Töne einfach zu voll, das schafft ein Tenor auch mit Abdunkeln nicht. Bass vs. Bariton hingegen ist nur mit mehr Material überhaupt abzuschätzen.
 
Shana
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- zunächst einmal machst du Lip-Rolls (siehe hier wie das geht: http://www.youtube.com/watch?v=9AYQ_XyWQwE).
- mit diesen Lip-Rolls gehst du so tief runter wie du kannst im Ton
- Irgendwann ist dann Schluss in der Tiefe und zwar in dem Sinne, dass du die Lippen nicht mehr zum blubbern bekommst
- Möglicherweise kannst du noch tiefer, aber nur noch ohne Lippenblubbern, dann befindest du dich im Bereich des Kehlgesangs im Vocal Fry-Modus
- Der tiefste Ton, auf dem du die Lippen noch zum gleichmäßigen Blubbern bringen kannst, dazu sagt man "Phonisch Null"

Interessante Theorie.
Blöd nur, daß viele Anfänger überhaupt nicht Lippenflattern können, weil man dazu auch eine gewisse Atemspannung braucht, die erst erlernt werden muss. Zudem haben viele Anfänger zuviel Druck auf der Tiefe, so daß sie zunächst gar nicht die notwendige Entspannung für tiefe Töne aufbringen. Schon gar nicht während des Lippenflatterns.
 
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Interessante Theorie.
Blöd nur, daß viele Anfänger überhaupt nicht Lippenflattern können, weil man dazu auch eine gewisse Atemspannung braucht, die erst erlernt werden muss. Zudem haben viele Anfänger zuviel Druck auf der Tiefe, so daß sie zunächst gar nicht die notwendige Entspannung für tiefe Töne aufbringen. Schon gar nicht während des Lippenflatterns.

Ja, das ist ein bisschen das gleiche Problem wie beim Passagio. Das bestimmen des Stimmfachs erfordert, dass man schonmal was kann ;-) Aber da er geschrieben hat, dass er schonmal GU gehabt hat, auch wenn's ne Weile her ist, kann er vielleicht schon Lippen-Blubbern.
 

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