Blockflöten und verwandte Flöteninstrumente selbst gebaut

Hier nun die Fotos der Einzel-Tonflöten einer ungarischen Firma:
Blasinstrumente 2013 026.jpg (die graue querliegende Flöte ist selbstgebaut)
Blasinstrumente 2013 028.jpg der Block ist aus einem Fugenfüllschlauch aus PU-Schaum gefertigt (ebenso der Stöpsel zum Verschließen und Stimmen des Rohres unten)

Hier noch eine selbstgebaute Siku (Arka und Ira) aus quadratischem Aluprofilstab (unten mit Kork verschlossen):
Blasinstrumente 2013 018.jpgBlasinstrumente 2013 023.jpg
und ein Experiment mit versetzten Röhren (zum leichteren Anblasen/Trennen der Töne):
Blasinstrumente 2013 025.jpg

Blockarina
 
Hallo, wie ist das eigentlich mit dem Klang bei quadratischem Querschnitt, - ist der anders? Oder ist es vielleicht leichter /schwerer zu überblasen? Quietscht es leicht? - Tät mich nur interessieren...
 
Hallo, wie ist das eigentlich mit dem Klang bei quadratischem Querschnitt, - ist der anders? Oder ist es vielleicht leichter /schwerer zu überblasen? Quietscht es leicht? - Tät mich nur interessieren...

Ich kann keine Klangunterschiede feststellen! Physikalisch (schwingende Luftsäule) dürften da auch keine großen Unterschiede vorliegen.

Blockarina
 
...dann könnte man ja z.B. ein Saxofon mit quadratischem Querschnitt bauen - sähe toll aus und wäre wahrscheinlich sogar leichter zu bauen, - naja, obs auch so in der Hand liegt, - eher nicht...
Aber wahrscheinlich hat die runde Form sich doch besser bewährt, sonst wäre doch schon längst jemand drauf gekommen, oder?
Gruß
rohrfrei
 
Blockflöten gibt es zumindest schon in "eckig"_: Subgrossbass-schwarz.jpg

Blockarina
 
Noch etwas für Okarina-Fans

Mozarts Kindersinfonie mal etwas anders :)
Die Verkleidung einiger Musiker passt doch perfekt zur aktuellen Jahreszeit. :D

 
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Hi Lisa2,

das finde ich süß!:)

Blockarina
 
Hi Blockarina

Soeben habe ich aus meiner Rassel-Bastel-Kiste uralte Plastik-Dosen von Vitamin-Brause-Tabletten herausgekramt. Wenn man sie ähnlich wie eine Quena hält, kann man sie anblasen, ohne eine Kerbe schneiden zu müssen. Das Röhrchen hat also eine prima Anblaskante. Das Stimmgerät zeigt ein klares c2 an.

Die Maße des Röhrchens:
Innendurchmesser ca 28mm
Außenumfang ca 98 mm
Außenlänge (incl. Boden) ca 142 mm

Ich habe dann ein DinA6 großes Blatt um das Röhrchen gewickelt und markiert, auf welchen Linien ungefähr ich die Finger halten kann, ohne einen Knoten in denselben zu bekommen. Diese beiden Linien liegen ca 15 mm auseinander.

Nun erhebt sich für mich die Frage, nach welchen Spielregeln die Löcher auf diesen Linien positioniert werden müssen. Da muss ich noch etwas grübeln, um das herauszubekommen.

Und wo werden die Daumen am besten platziert?

Wenn ich es heraus bekommen habe, melde ich mich wieder.

Viele Grüße
Lisa
 
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Nach einer Pause hab ich mal weiter experimentiert und bei etwa 72 mm von oben (= Öffnung des Röhrchens) herunter den 2mm-Bohrer angesetzt.
Ergebnis:
> mit offenem Loch bekomme ich keinen Ton mehr aus dem Röhrchen.
Die Vergrößerung des Lochdurchmessers auf 3mm brachte natürlich auch nichts.

Naja, dacht ich mir, vielleicht funktioniert es ja mit einem tiefer gesetzten Loch.
Also bei 110mm von oben ein 2mm Loch gebohrt.
Das funktionierte auch nicht.

Je nach dem, wie ich anblase, kann ich aber in dem leisen Rauschen beim Öffnen und Schließen der Löcher verschiedene angehauchte Töne erkennen. Ich denke mal, dass das Problem darin besteht, dass die obere Öffnung des Röhrchens für die hellen Töne zu groß ist. Also benötige ich doch ein irgendwie geformtes Mundstück, das dieses Problem behebt.

Viele Güße
Lisa
 
Bevor ich ein Mundstück bastele, hab ich noch ausprobiert, was passiert, wenn ich das Röhrchen schrittweise mit Wasser fülle. Wie erwartet stieg der Ton der Verkleinerung der Luftsäule entsprechend an. Es war kein Problem, dem Röhrchen die Töne durch Anblasen der unveränderten Rohrkante zu entlocken.
Hmm. :gruebel:

Panflöte funktioniert also.
 
Hi Lisa,

du hast wieder mal die gleiche Idee wie ich: Bei Kelleraufräumen habe ich auch einige Vitamin-C-Röhrchen (mit ca. 2, cm Durchmesser) wieder gefunden, die ich auch für Okarinas vorgesehen habe. Dein Versuch, die Okarina nur (ähnlich wie bei Quenas) durch Anblasen der Röhrchenkante zum Klingen zu bringen würde mir wahrscheinlich auch nicht gelingen. Ich habe mal eine "Quenarina" aus einem Stück Bambus mir einer Kerbe zum Anblasen gebaut. Sie funktioniert zwar, aber es ist sehr schwer sie zu spielen, da die Öffnung des Bambusrohres mit der Kerbe fest mit dem Kinn verschlossen werden muss. Da man beim Spielen z.T. die beiden Finger einer Hand ganz wegnehmen muss und ein eventueller Stützfinger zu weit unten liegt, ist ein flüssiges Spiel bzw. der Druck der Flöte ans Kinn nicht ständig möglich.
Also, einen Block dafür zu basteln, ist eine gute Idee. Wenn du nicht zufällig ein genau passendes Rundholz bei der Hand hast, könntest du den Block (wie bei Gemshörnern) aus Gibs anfertigen: Am besten das Röhrchen bis auf 2,5 cm unter den Rand mit Sand füllen, mit einer runden passenden Scheibe aus Pappe oder eine Beilagscheibe oben drauf legen (für einen geraden Abschluss) dann ein Stück Frischhaltefolie vorsichtig einführen, Gibs anrühren und bis oben hin einfüllen und fest werden lassen. Nach dem Abbinden/Trocknen des Gibs mit der Folie vorsichtig herausziehen (falls du keine Folie verwenden willst, wäre es gut die Innenwände des oberen Röhrchens ein wenig einzuölen oder einzufetten, damit der Gibsblock leicht herausgeht (oder und ein Stück Faden mit eingibsen, an dem man den Gibsblock herausziehen kann). Wenn der Gibs gut trocken ist, kannst du das Labium im Röhrchen mit eine kleinen Metallsäge aussägen und mit einem Skalpell sauber nacharbeiten. Dann mit einer Schlüsselfeile in den Gibsblock eine schräge Rampe (= Windkanal) ausfeilen (immer wieder mal ins Röhrchen stecken und testen, ob beim Anblasen ein Ton ensteht und in welcher Qualität). Solltest du den Windkanal zu groß gefeilt haben und der Ton nicht merh gut entsteht, den missglückten Windkanal mit Knetgummi auffüllen, den Block um 180° drehen und erneut versuchen oder einen neuen Block gießen. Statt Gibs wären auch Keramin (wird härter als Gibs) oder Gießharz geeignet.

Aus dem Grundton c wird durch Einsetzen des Blocks (je nach Länge des Blocks) wird er höher - evtl. F (nachstimmen kann man nach dem Fertigstellen des Blocks durch heißes Bienenwachs, das du von einer brennenden Kerze auf den Boden des Röhrchens tropfen lässt oder durch Eindrücken von Knetgummi; Gel für Gelkerzen wäre auch eine Möglichkeit (das übrigens auch zum Abstimmen von Flaschen - dann muss man keine Strichmarkierungen anbringen und immer wieder Wasser nachfüllen, weil es wieder verdunstet ist).

Ich würde wahrscheinlich Daumenlöcher weg lassen - meistens ist es schon schwierig noch einen guten Ton heraus zu bekommen, wenn alle 4 Löcher oben geöffnet sind. Beim Bohren natürlich mit dem kleinsten Loch rechts unten beginnen (am Anfang nicht größer als 2 mm). Das Loch dann so lange vergrößeren, bis der Ganztonschritt stimmt (am besten mit einem stufenlosen Kegelbohrer, den es für Blecharbeiten gibt: ohne Bohrmaschine, nur mit der Hand vorsichtig bohren!).
Wenn das 1. Loch stimmt, das 2. Loch rechts oben bohren (knapp doppelt so groß, wie das erste, dann wieder langsam vergrößern), dann das 3. Loch links unten (auch wieder erst knapp doppelt so groß, wie das 2. Loch), zuletzt das 4. Loch rechts oben = ca. gleich groß wie das 3. Loch. Wenn das letzte Loch gestimmt ist, evtl. den Grundton und die anderen Löcher noch einmal nachstimmen (da der Hohlraum durch die rechten Löcher etwas größer wurde und der Grundton dann evtl. etwas tiefer wurde).

Stimmt alles, kannst du den Block mit einem geeigneten Kleber einkleben.

Viel Spaß und Erfolg beim basteln,

Blockarina
 
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Danke für die Tipps! :great:

Auf meiner Quena Wari bekomme ich ruhige Melodien ganz gut hin. Oktavsprünge (überblasen) klappen auch.
Das Instrument ist sehr sauber gearbeitet. Hab's vor Jahren im Inka-Shop gekauft.

Block - 2 Überlegungen
- Ich werde mal schauen, ob ich bei meinen Ästen was passendes finde.
- Da ich den Deckel des Röhrchens noch habe, überlege ich, ob ich vielleicht daraus was basteln kann. Ich möchte, dass es funktioniert wie bei einer Suling (Bild 8 der Serie). Ich suche noch nach dem richtigen Werkzeug, um den Plastikdeckel zurecht zu schnitzen.

Viele Grüße
Lisa
 
Es geht auch ohne! :D
Also ohne Block!

Nachdem ich eine etwa 5 x 15mm große Kerbe in den Rand geschnitten hatte, stellte ich fest, dass einer der vorhandenen Schlitze am Rand des Deckels die Luft wie gewünscht auf die Kerbe leitet. Dann schnitt ich aus dem Deckel die dünnen Plastikdinger heraus, die die Brausetabletten zusammendrücken. Aber dann fehlte mir die zündende Idee, wie ich den dicken Knubbel im Deckel am besten umforme, damit der Luftstrom optimiert und aus dem Rauschen ein Ton wird.
Um auszuschließen dass das Rauschen von der etwas krumm geratenen Kerbe verursacht wird, legte ich schließlich den Deckel zur Seite und blies das Röhrchen wie eine Quena an. Schon hatte ich meinen Grundton wieder. Allerdings einen Ganztonschritt tiefer, weil ich anders als vorher die Öffnung mit dem Kinn nun völlig abdecke. Das geht ohne Kerbe logischerweise nicht. Mit den zwei (unveränderten) Löchern kann man nun eine kurze Tonleiter spielen. ais1 h1 cis2 kommt da jetzt raus. Durch Änderung des Blasdrucks kann die Tonhöhe ein wenig verändert werden.

Viele Grüße
Lisa
 
Liebe Flötenbauerin(nen), darf ich Euch mal fragen, wieso es eckige und runde Blockflöten gibt? Sind die eckigen innen auch rund bzw. wozu sind die Ecken da? Flöten in "Rohzustand"? Das wäre eine Erklärung. Allerdings werden die anscheinend ja auch verkauft. Hm.
 
Wenn Du Dir verschiedene Formen der Orgelpfeifen ansiehst, die ja im Prinzip auch nichts anderes sind als Flöten, wirst Du feststellen, dass es darunter auch eckige gibt. Jede Flötenform hat ihren speziellen Klangcharakter. Deshalb haben Blockflötenbauer Spaß daran, mit Materialien und Formen zu experimentieren und deshalb gibt es eben auch eckige Blockflöten.

Gruß
Lisa
 
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Alles klar.
 
Nun habe ich doch mal eine Frage zum Flötenbau an die Experten:

Wie weis man, wie groß die Löcher sein müssen und an welchen Stellen diese gebohrt werden müssen?

Mit der Formel aus der Physik zu Schallgeschwindigkeit und Wellenlänge liegt man beim Nachmessen eines Instrumentes leider sehr daneben. :gruebel:
 
Bisher hab ich das per "try and error" gemacht. :D Da ich eine Sammlung verschiedener Flöten habe, kann ich vergleichbare Flötenrohre als Anhaltspunkt nehmen. Im Internet flattern aber auch Schablonen herum, die man als Anhaltspunkt nehmen kann. Hier >klick< gibt es eine kleine Linksammlung. Es gehen leider immer wieder Seiten down. Also ausprobieren, was geht und mit Hilfe der verschiedenen Bezeichnungen eine eigene Suche starten.

Wenn die gefundene Vorlage mit den Rohrmaßen nicht passt, dehnt man die Lochabstände mit Hilfe des Gummibandtricks.

Wenn ich eine Idee davon habe, wo die Löcher in etwa gebohrt werden müssen, starte ich mit einem kleinen Bohrer. Dann wird getestet, der gehörte Ton bestimmt und dann das Loch vorsichtig so lange erweitert, bis der Ton stimmt.

Gruß
Lisa
 

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