Bogenauswahlkriterien

von Jonny W, 15.02.16.

  1. Jonny W

    Jonny W Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    02.04.14
    Zuletzt hier:
    17.08.18
    Beiträge:
    366
    Ort:
    Südl. von Stuttgart
    Zustimmungen:
    279
    Kekse:
    5.514
    Erstellt: 15.02.16   #1
    Hallo Leute,

    ich bin gerade an einer neuen Geige und da gehört natürlich ein Bogen auch dazu.
    Da bin ich nun ein bischen hilflos:
    Nach welchen Kriterien wählt man denn einen Bogen aus ? Haftung, Kurvenlage o.ä :gruebel:?
    Könnt Ihr mir da ein paar Tips geben zur Preisklasse bis 500 EUR?

    Danke schonmal,
    Jonny
     
  2. cello und bass

    cello und bass Mod Streicher/HipHop Moderator

    Im Board seit:
    04.12.06
    Beiträge:
    9.998
    Ort:
    Sesshaft
    Zustimmungen:
    3.341
    Kekse:
    62.316
    Erstellt: 15.02.16   #2
    In der Preisklasse hilft m.E. nur anspielen. Ab zum nächsten Geigenbauer und Bögen vorlegen lassen... Vielleicht auch zur Musikmesse und da Carbonbögen testen... - wobei du am besten auf deiner Geige anspielst! Irgenwo gab es auch mal einen Beitrag dazu...
     
    gefällt mir nicht mehr 1 Person(en) gefällt das
  3. Stollenfiddler

    Stollenfiddler Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    03.06.12
    Zuletzt hier:
    17.08.18
    Beiträge:
    602
    Zustimmungen:
    633
    Kekse:
    11.126
    Erstellt: 15.02.16   #3
    Bogenkauf ist irre schwer. Ich habe ewig lang mit einem einfachen Schülerbogen gespielt, der war gurkig. Aber ich kannte es nicht anders. Dann drückte mir ein guter Freund mal einen Mittelklassebogen in die Hand als Dauerleihgabe. In den ersten Stunden mochte ich das Teil überhaupt nicht, fand ihn einfach nur "schwer", wechselte auch immer mal wieder zum alten Gewohnheitsbogen zurück. Und irgendwann fiel mir auf, dass ich mit dem schweren "Sturm-Bogen" viel mehr Kontrolle über den Ton bekam, es eröffneten sich langsam Möglichkeiten, die vorher nie klappen wollten.
    Und zügig geriet der alte Schülerbogen in Vergessenheit. Um für den Fall der Rückgabe gerüstet zu sein kam noch ein Carbondix 4* in den Kasten, der hatte sich zwar beim Geigenbauer duchgesetzt, mochte mir daheim aber auch nicht gefallen.

    Bis ich meine Intrumente auf 2 Haushalte und Proberaum aufteilte, seitdem muss jeder Bogen mal ran. Wann immer ich mit dem alten Schülerbogen spiele, arbeite ich überwiegend an der linken Hand. Der Carbondix hat sich mittig platziert.

    Fazit: Bögen testen braucht Erfahrung, wer sich da noch keine Vielfalt erspielt hat, der kann leider kaum beurteilen, welcher Bogen "geht" und welcher "bremst". Ich würde mir heute nicht zutrauen, einen Bogen zu beurteilen. Falls Du jemanden kennst, der über entsprechende Erfahrung verfügt - nimm ihn mit. Und was Preis-Leistung angeht, sind Carbonbögen gar nicht verkehrt. Ich freue mich schon darauf, die Haare am Carbondix erneuern zu lassen, da wird er bestimmt noch mal zulegen...
     
    gefällt mir nicht mehr 2 Person(en) gefällt das
  4. GeiGit

    GeiGit Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    12.12.13
    Beiträge:
    3.550
    Ort:
    CGS-Schwabbach
    Zustimmungen:
    4.869
    Kekse:
    55.248
    Erstellt: 15.02.16   #4
    Dem kann ich nur beipflichten:
    Bogenkauf ist irre schwer!
    Ich hatte das Glück, dass mein Opa Profigeiger beim Sinfonieorchester des Süddeutschen Rundfunks (SDR) war und ich Bögen von ihm bekam. Damals ist es mir auch total schwer gefallen zu entscheiden welcher mir liegt und welcher nicht.
    Vorallem im Spiccato ("Springbogen") habe ich damals und auch heute die Unterschiede zwischen den Bögen feststellen können.
    Wichtig ist eben, dass der Bogen nicht verdreht, oder krumm ist und das die Gewichtsverteilung und das Gesamtgewicht gut zum eigenen Spiel passt.
    Das kann man nur durch Ausprobieren testen.
    Im Orchester früher konnte man mal für eine Probe den Bogen mit einem Mitspieler tauschen.
    Ansonsten hilft nur spielen und vergleichen :)

    Heute sind die Unterschiede für mich übrigens nicht mehr so groß wie damals. Insofern kann man das schon relativ schnell selbst entscheiden.
     
  5. Jonny W

    Jonny W Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    02.04.14
    Zuletzt hier:
    17.08.18
    Beiträge:
    366
    Ort:
    Südl. von Stuttgart
    Zustimmungen:
    279
    Kekse:
    5.514
    Erstellt: 16.02.16   #5
    Hej, vielen Dank für die Antworten.
    Dann ist das ganze wohl eher subjektiv und 'ne Bauchgefühl-Sache, ohne objektive Kriterien?
    Ich bin heute Abend beim Geigenbauer, dann laß ich mich mal von meinem Gefühl leiten ;).
    Den, den ich zum Probespielen der Geigen ausgeliehen bekommen hab find ich schon mal ganz gut, vielleicht bleib ich auch bei dem.
    Den Unterschied zu meinem Leihgeigen-Set Bogen kann ich definitiv feststellen.:great:
    Ich werde berichten...
    Grüßle,
    Jonny
     
  6. GeiGit

    GeiGit Helpful & Friendly User HFU

    Im Board seit:
    12.12.13
    Beiträge:
    3.550
    Ort:
    CGS-Schwabbach
    Zustimmungen:
    4.869
    Kekse:
    55.248
    Erstellt: 16.02.16   #6
    Ja, lass Dich vom Geigenbauer beraten, er kann Dir die Unterschiede erklären.
    Ob sie für Dich und Deine Spieltechnik tatsächlich "besser" oder "schlechter" sind, hängt von Dir, Deinem Können, Deiner Bogenführung usw. ab und ist dann letzen Endes vorallem eine subjektive Entscheidung.
    Wenn der Bogen z.B. weniger schwingt, der Ton satter ist, du weniger Druck brauchst, oder wenn der Bogen im Springbogen fast von selbst springt, oder eben stark geführt werden muss.
    Da gehen die Erwartungen und Geschmäcker außeinander und manch Nuance kann man erst mit fortgeschrittenem Können überhaupt merken, oder schätzen.
     
  7. Jonny W

    Jonny W Threadersteller Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    02.04.14
    Zuletzt hier:
    17.08.18
    Beiträge:
    366
    Ort:
    Südl. von Stuttgart
    Zustimmungen:
    279
    Kekse:
    5.514
    Erstellt: 17.02.16   #7
    Hallo Leute,
    ein neuer Bogen ist jetzt mein.
    Nachdem ich etwa 10 Bögen angespielt hatte, sind mir die Unterschiede teilweise recht deutlich aufgefallen, vor allem daß bei manchen die Spitze sehr geschwungen hat. Auch Ansprache teilweise sehr unterschiedlich.
    Am Schluß bin ich wieder bei dem Holzbogen von Paesold gelandet, den ich zum Probespielen der Geigen mitgenommen hatte.
    War vom Gefühl her am stimmigsten.
     
    gefällt mir nicht mehr 4 Person(en) gefällt das
  8. cello und bass

    cello und bass Mod Streicher/HipHop Moderator

    Im Board seit:
    04.12.06
    Beiträge:
    9.998
    Ort:
    Sesshaft
    Zustimmungen:
    3.341
    Kekse:
    62.316
    Erstellt: 17.02.16   #8
    Herzlichen Glückwunsch und viel Spa´und Erfolg mit dem neuen Bogen!

    Wie es sich anfühlt und anhört, darauf kommt es an :great:
     
  9. Silvieann

    Silvieann Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    05.07.15
    Zuletzt hier:
    17.08.18
    Beiträge:
    1.357
    Zustimmungen:
    225
    Kekse:
    2.419
    Erstellt: 17.02.16   #9
    Ja, auch von mir herzlichen Glückwunsch!
    Wenn du damit spielen willst, kommt es genau auf dein Gefühl an!
     
  10. Freilandrose

    Freilandrose Registrierter Benutzer

    Im Board seit:
    01.11.15
    Zuletzt hier:
    24.06.18
    Beiträge:
    50
    Zustimmungen:
    32
    Kekse:
    0
    Erstellt: 26.02.16   #10
    Wie bzw. Was spielt man denn beim Probespielen? Und wie lang? Bei unserem Geigenbauer gibt es halt nur einen kleinen Raum plus Mini -Flur.

    Kann man da eine ganze Etüde mitnehmen? Oder worauf sollte man achten?
     
mapping