Bouzouki / Cister spielen lernen

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cisman

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Hallo,
ich habe mir letztens die Cister /Irish Bouzouki von Folkfriends gekauft und und bin nun etwas am Grübeln, wie ich am besten zum Lernen vorgehe. Ich weiß, dass es schon mehrere Threads(1, 2) dazu gibt, aber
1. sind die meisten schon relativ alt (vielleicht gibt es jetzt ja neue Möglichkeiten) und
2. ist deren Inhalt auch nicht so wahnsinnig hilfreich für mich.

Ziel: Ich würde gern mittelalterlich-angehauchte Musik spielen und vielleicht auch Irish Folk. Am liebsten Stücke, die für Einzelmusiker geeignet sind (also nicht nur Begleitung oder Leadgitarre, sondern am besten Hauptmelodie kombiniert mit ein paar Begeleitakkorden).
Beispiele: Foggy Dew, Saint Patrick's An Dro

Vorkenntnisse: Ich spiele seit mehreren Jahren klassische Gitarre und habe auch eine Zeit lang E-Gitarre gespielt. Habe E-Gitarre irgendwann aufgehört, weil ich nach einem Umzug in meinem Umkreis irgendwie keine anderen Musiker mehr zum gemeinsamen Musizieren gefunden habe. Bin dann bei der klassischen Gitarre hängen geblieben, weil man sich hier relativ gut selbst begleiten kann bzw. auch mehrstimmig spielen kann. Noten lesen und so ist kein Problem für mich.


Problem: Irgendwie finde ich nicht so richtig einen guten Punkt zum Anfangen. Bei Folkfriends habe ich keine passenden Notenbücher gefunden und generell ist die Auswahl online auch etwas mager. Habe mich gestern mal bei diesem Onlinekurs eingetragen, aber hier geht es in erster Linie darum andere Musiker bei Irish Folk Sessions zu begleiten. Das ist ja nicht wirklich das was ich will, und ich glaube auch, dass es nicht leicht wird, in absehbarer Zeit andere Leute kennenzulernen, die auf gemeinsames Irish-Folk-Musizieren Lust hätten. Allerdings wird hier immerhin erklärt, wie man das Instrument richtig hält, das war schon mal ganz hilfreich.

Habe jetzt aber nicht wirklich Plan wie ich am besten weitermachen kann. Es ist schwierig Noten für das Instrument online zu finden. Auch würde ich gerne erstmal bei einer Stimmung bleiben (also GDAE, GDAD oder ADAD) und nicht dauernd wechseln. Hat jemand eine Idee, wo ich da am besten anfange? Gibt es irgendwo passenden Noten zu kaufen? Oder vielleicht eine YouTube-Tutorialreihe? Dieses Zusammensuchen von Informationen quer durch das Internet ist ziemlich ermüdend.

Grüße und noch einen schönen Sonntag
 
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saitentsauber

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Wenn ich Dich richtig verstehe, müsste es in etwa Richtung Crosspicking gehen. Das gibt es auch für die Mandoline, und mit den beiden Suchwörtern findest Du Einiges an Videos. Falls das "passt", würde sich wohl GDAE anbieten - Quintenstimmung wie Mandoline.

Auch Dir noch einen schönen Sonntag!
 
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ecki2

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Wenn es dir ums Meldiespiel geht solltest du vermutlich tatsächlich erstmal mit GDAE anfangen. Diese Stimmung eignet sich am Besten für das Melodiespiel und damit kannst du auch Resourcen für Mandoline oder ggf. sogar Geige verwenden. In der Mittelalterszene ist zwar ADAD sehr beliebt, aber auch eher für Akkorde glaube ich.
Wenn du sowieso schon bei OAIM angemeldet bist schaue dir doch mal die Mandolinenkurse an, vielleicht helfen die dir schon mal weiter weiter. Außerdem könntest du mal einen Blick in den Fortgeschrittenenkurs mit Alan Reid schauen. Er spielt in jeder Einheit das jeweilige Tune erstmal als Melodie durch bevor er zu den Akkorden übergeht. Ist zwar ohne weitere Erläuterungen und für GDAD aber man kann sich da trotzdem was abschauen.
Nach welcher Art von Noten suchst du ? Normale Notation, Tabs oder etwas mit zusätzlicher Info speziell für Bouzouki ? Für normale Noten findest du z.B. unter thesession.org schonmal ne ganze Menge. Tabs gibt es vor allem für Mandoline auch einiges im Netz zu finden. Z.B. bei mandolincafe.com. Bei Mittelaltertunes kann ich dir leider nicht weiterhelfen aber deine Beispiele waren ja auch irisch bzw. bretonisch.

Ahh... fällt mir gerade noch ein:
"The Irish Bouzouki Method" von Roger Landes enthält auch eine Anleitug zum Melodiespiel (neben der Akkordbegleitung). Ist für jemanden mit soliden Gitarrenkenntnissen vielleicht etwas zu rudimentär aber eventuell ein Startpunkt. Das Buch ist aber glaube ich in erster Linie auf GDAD ausgerichtet. Ich habe es leider irgendwo im Keller in ner Kiste verpackt, kann daher gerade nicht reinschauen.
 
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GEH

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Hallo im Forum!
Meine Vorredner haben bereits wichtige Hinweise gegeben.

Die Quintenstimmung GDae entspricht Mandoline und Geige und ist für einstimmiges Melodiespiel geeigent.
Für den flott zu spielenden Geigenfingersatz aber nicht ganz einfach, weil die Mensur der Irish Bouzouki dafür sehr lang ist.

Für Irish Bouzouki wird oft ein Kombi/Wechsel aus Akkord und Melodiepsiel eingesetzt und dafür ist GDad ganz gut, weil das Vorteile beim Akkordspiel hat.
Die meiste Literatur für Irish Bouzouki wirst du auch für GDad finden.
Ich würde dir empfehlen dafür ein Buch zu suchen.
Für GDad spricht auch dein Interesse:
Am liebsten Stücke, die für Einzelmusiker geeignet sind (also nicht nur Begleitung oder Leadgitarre, sondern am besten Hauptmelodie kombiniert mit ein paar Begeleitakkorden).

ADad vereinfacht die Griffe weiter und hat Vorteile bei Stücken mit 2, 3 Basisakkorden.
Ich persönlich finde es aber für das Melodiespiel nicht so genial.

Bei ADad, wie auch bei GDad, ist natürlich der häufige Einsatz eines Kapos nützlich.
 
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saitentsauber

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Bei ADad, wie auch bei GDad, ist natürlich der häufige Einsatz eines Kapos nützlich.
Ein Capo kann übrigens auch GDae erleichtern, weil die Mensur damit sozusagen verkürzt und das Greifen erleichtert wird.
 
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bin nun etwas am Grübeln, wie ich am besten zum Lernen vorgehe
Hallo, @cisman ,
Vor vielen Jahren stand ich vor der Aufgabe, eine Art Cister zu erlernen. Ich hatte das Teil antiquarisch gekauft im Glauben, es sei eine Mandola (die ich gerne als Ergänzung zu meiner Mandoline gehabt hätte) - aber es stellte sich heraus, dass es eine Thüringer Waldzither war.
Damals gab es kein Internet, und die Waldzither ist nicht gerade häufig, Schulen dazu noch seltner. Alles, was ich über das Instrument wusste, waren die Notennamen, die auf den Packungen der neuen Saiten standen: C GG cc ee gg. Daraus machte ich ein Mapping der Töne zu den Saiten/Bünde, und daraus wiederum Griftabellen für die gängigsten Akkorde. Da ich schon Mandoline, Banjo und Gitarre spielte, konnte ich gleich mit der Waldzither loslegen. Bald stellte sich heraus, dass die Waldzither irgendwo zwischen Mandoline und Gitarre liegt (nicht nur bei der Mensur von 50 cm!) Das Melodiespiel ist einfacher als bei der Gitarre, wobei die Doppelsaiten ein schönes Tremolo erlauben; und Akkordbegleitungen sind geschickter und befriedigender als bei der Mandoline.
Dazu ist zu sagen, dass die C GG cc ee gg, als offene Stimmung, die Wahl der Tonart etwas einschränkt; C und F gehen gut, auch G - aber ein Kapo ist nicht verpönt!
Längere Erfahrung zeigt, dass der Skill Transfer am besten zwischen Waldzither und 5-string Banjo klappt. Arrangements, die auf einem Instrument gut laufen, laufen auch auf dem anderen.

Noten? Keine!
Auf der Waldzither spiele ich nur das, was ich sonst spiele: mir bekannte Volkslieder, leichte Klassik und eigene Songs, mal als Begleitung, mal als Instrumentals. Manchmal schalte ich in den "Mando-Modus" mit Plektrum und Tremolo, aber meistens mache ich Finger-Picking, wie bei Banjo und Gitarre.

Ich würde sagen, wenn du als Gitarrist die Grifftabellen und die Tonleiter für die paar gängige Tonarten einübst, müsste jede Variante der Cister für dich machbar sein!
Cheers,
Jed
 
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cisman

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Danke für eure Antworten!
Wenn du sowieso schon bei OAIM angemeldet bist schaue dir doch mal die Mandolinenkurse an, vielleicht helfen die dir schon mal weiter weiter. Außerdem könntest du mal einen Blick in den Fortgeschrittenenkurs mit Alan Reid schauen. Er spielt in jeder Einheit das jeweilige Tune erstmal als Melodie durch bevor er zu den Akkorden übergeht.
Das ist tatsächlich eine gute Idee! Bin nicht auf die Idee gekommen mal in der Mandolinenecke zu gucken :biggrinB:

"The Irish Bouzouki Method" von Roger Landes enthält auch eine Anleitug zum Melodiespiel (neben der Akkordbegleitung). Ist für jemanden mit soliden Gitarrenkenntnissen vielleicht etwas zu rudimentär aber eventuell ein Startpunkt.
Habe es mir mal bestellt (y)

Für Irish Bouzouki wird oft ein Kombi/Wechsel aus Akkord und Melodiepsiel eingesetzt und dafür ist GDad ganz gut, weil das Vorteile beim Akkordspiel hat.
Die meiste Literatur für Irish Bouzouki wirst du auch für GDad finden.
Ja, GDAD scheint tatsächlich am naheliegendsten zu sein. Gerade wenn auch Lehrbücher und Videos meist in dieser Stimmung sind. Da ist es wahrscheinlich einfacher Tabs für GDAE "umzuschreiben" und erstmal bei GDAD zu bleiben.



Was mich momentan noch irritiert ist die Position des Schallochs. Bei dem Kurs von OAIM wird erklärt, man soll für das Zupfen die Hand auf die Bridge legen, sodass man mit dem Plektrum direkt über dem Schalloch ist. Der Klang ist beim Zupfen über dem Schalloch auch definitiv am besten. Aber die Bridge ist soweit davon entfernt, dass ich meine Hand dort gar nicht auflegen kann :(
Ist das so gedacht?
 
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saitentsauber

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Nun ja, "gedacht"... Die sogenannte irische Bouzouki ist m.W. letztlich das Ergebnis einer Urlaubsreise, die eine griechische Bouzouki vor gut 50 Jahre in den Nordwesten Europas brachte. Dort versuchten ein paar Leute, das im Hinblick auf "ihre" Musik Beste aus diesem Instrument zu machen, und das Ergebnis hast Du heute in der Hand. Das heißt aber nicht, dass es "die" Spieltechnik gibt wie bei anderen Instrumenten.


Wer weiss, was aus den beiden geworden wäre, wenn sie sich darauf versteift hätten, dass das Plektrum immer über dem Schalloch sein muss....
 
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Ist das so gedacht?
Noch mein Senf dazu: es gibt einen Unterschied zwischen einer "Online Academy" und dem, was wir in Coronazeiten "Präsenzunterricht" nennen! In diesem spezifischen Fall gilt, dass jede Hand anders aufgebaut ist - und möglicherweise auch jede Marke von Bouzouki. Und wenn ein "Präsenzlehrer" bemerkt, dass sein Schüler mit der üblichen Haltung Schwierigkeit hat, wird er einen Kompromiss finden, der den gewünschten Effekt hervorbringt.
Online kann nur von der durchschnittlichen Hand an dem durchschnittlichen Bouzouki ausgegangen werden. Wenn es be idir nicht geht, musst du selber den Kompromiss finden. Dann gilt: richtig ist, was machbar ist und richtig klingt!
Cheers,
Jed
 
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Ich war mal an einem ähnlichen Punkt und kann dieses Buch (mit Ausnahme der Einleitung) nicht für Anfänger empfehlen. Falls du bei deinen Recherchen darauf stößt.
 

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