Braucht man wirklich noch irgendwelche "Boutique Pickups" oder sonst noch so etwas

  • Ersteller Ersteller yxyxyx
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  • #21
Markenfetischismus gibt es für alles und jenes. Theoretisch könnte ich mir ein paar Gibson Custombucker in einen HB Bausatz einbauen und niemand würde es hören ob es eine echte Gibson oder ein Bausatz ist, falls überhaupt jemand den Unterschied zwischen den Bausatz Humbuckern und Gibson hören würde. Bis zum fertigen Sound brauchts ja mehr als Tonabnehmer.
Am Ende ist es nur was einer bereit ist an Geld auszugeben oder ausgeben kann.
Namen die für Qualität stehen haben schon immer einen Kaufanreiz ausgeübt, der eine kann, der andere nicht,
ein passender Spruch den ich schon genannt habe passt auch hier ganz gut,
"der Amateur sorgt sich um die Ausrüstung, der Profi ums Geld und der Meister ums Licht", in diesem Fall um die Kunst/ Musik.
 

  • #22
Theoretisch könnte ich mir ein paar Gibson Custombucker in einen HB Bausatz einbauen und niemand würde es hören
Praktisch geht das sogar andersrum .......

siehe hier:
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merkt niemand
 
  • #23
Der per Hand im Mondschein von 40 Jungfrauen gewickelte P90 MUSS doch einfach besser klingen
Nein, erstens verderben viele Köche den Brei, und zweitens.....verbring mal ne woche mit 40 Jungfrauen. Da rettet dich auch der Mondschein nicht mehr.
 
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  • #24
Was „jemand anders“ merkt oder nicht, ist für mich völlig irrelevant! Ich spiele das Instrument und ich muss damit zufrieden sein. Wenn das mit einer 250€ HB der Fall ist, ist das gut und wenn es mit einer 5k€ CS Klick macht, dann auch.
 
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  • #25
....verbring mal ne woche mit 40 Jungfrauen. Da rettet dich auch der Mondschein nicht mehr.
War mal mit ner jungen Celtic Metal Band auf Tour - ich weiß was du meinst - testo testo testo

Bzgl. PickUps: ( und ich meine Tonabnehmer )
Ich bin da schon immer pragmatisch und nehme was kommt - manchmal ist auch die Hertiecaster das perfekte Werkzeug
 
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  • #26
too much information 😉
 
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  • #27
Ich dachte immer, die Boutique-Pickups braucht's, um aus einer Billig-Gitarre eine Billig-Gitarre mit Boutique-Pickups zu machen.
 
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  • #28
Risikofreie Weissagung:
Auch der 1-Millionste Thread allein im MB zum Thema "Ist teuer besser als billig?" wird wohl keine bahnbrechend neuen Erkenntnisse bringen.
Sicher gibt es viele andere Stamm-User, die jetzt schon sicher voraussagen können, welcher User sich noch mit welcher Einstellung hier zu Worte melden wird, welche Argumente noch fallen werden, welches Argument welches Gegenargument auslösen wird, etc.
Irgendwo gibt es einen tollen Beitrag im MB von @DerZauberer in dem eigentlich alles steht, sobald ich den finde, verlinke ich ihn hier, damit ich mich nicht selbst wegen OT löschen muss. ;-)

edit: hier ist er
 
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  • #29
EDIT: ich war am Thema vorbei und habs auf Instrumente Bezogen.
bei Pickups sehe ich das Pragmatisch, eine Gitarre muss von der Stange aus gut klingen, in der Regel ist das Tauschen von Pickups kein Garant auf den gesuchten sound.

mag früher veilleicht noch mehr so ein Ding gewesen sein, aber man bekommt zwischen 500 und 1000€ bereits Gitarren mit namenhaften Herstellern (EMG, Seymor Duncan/ Fishman) da machts halt wenig sinn aus meiner Sicht.

ebenso sind die Stock Pickups auch gut, hab z.B. einen Seymour Duncan SH-4 in meine RG421 gebaut und finde den sound relativ gleich. an sich wurst, den hatte ich eh rumliegen, aber hätte ich mir auch sparen können.

Alter Text, sorry für offtopic
naja wichtig ist die Bespielbarkeit und verarbeitung.
wie oben schon gesagt, man kann auch bei teuren zeug in die Scheiße greifen, hab erst gestern in einer Facebook gruppe einen Post gesehen, ging um einen Dingwall mit scheinbar schlecht ausgefräster Halstasche, sprich der konnte bei verschraubten hals da papier reinschieben. wird wohl eher die absolute ausnahme sein, aber sicherlch nicht förderlich für den Klang, wenn der Halsfuß nicht ideal aufliegt. Dingwall geht glaub ich bei 2500€ oder mehr los
gibt aber auch hervorragende instrumente im Günstigen Bereich, habe z.B. mal einen Harley Benton Bass gehabt MP5 Enhanced oder so, damals als Backup gekauft, spiele live aber keinen Bass mehr, daher wieder weg damit, aber ich muss sagen, der war sehr sauber gearbeitet, Stimmstabil und die P-Abnehmer klangen auch echt vernünftig, obendrein noch Edelstahlbünde, alles zusammen gibts für schlappe 350€.
aktuell nutze ich gleich zwei Cort KX500 die sind mit 750€ Liste passables Mittelfeld, ich liebe diese Gitarren, haben sehr gute Features, allerdings gibts da auch kleinigkeiten, wie die Potis die mir zu leicht gingen.
Sandberg Bass hab ich auch, der hätte damals liste irgendwas über 2k gehabt, hab ihn aus zufall für 1500€ bekommen und da waren leider schon ein paar sachen wie:
- Mechaniken nach 4 Jahren verschlissen... das hatte ich wohlgemerkt bei keinem einzigen instrument bisher, die günstigen Warwick für 15,90€ pro Stück halten jetzt schon 7 Jahre und sehen aus wie am ersten Tag.
- Potis kratzen mittlerweile alle, sollte in der Preisklasse auch nicht sein.
- Sattel hab ich aufgrund unsauberer Verarbeitung auch selber noch getauscht.
- Sandberg Kerbt den Nullbund... kann man drüber streiten ob das toll oder nicht ist.
- und ein Optisches Unding aus meiner sicht, Seriennummern sind mit Schlagzahlen ins holz geknallt...naja
ich mag ihn aber irgendwie trotzdem , nochmal würde ich mir so nen Quatsch aber nciht mehr antun.
Zum vergleich habe ich auch noch eine gefühlt 100 Jahre alte Ibanez Ergodyne gitarre rumstehen und da ist ohne jegliches Zutun immer noch alles top in schuss...
Fazit:
das Teuerste Instrument da ich bisher gekauft hatte war der Sandberg und da musste ich am meisten Nachbessern, bzw. Potis stehen noch aus, dummerweise durch Rosarote alles erst nach ablauf der Garantie gesehen, bzw. aufgetreten
 
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  • #30
Pickups habe ich gelernt pragmatisch zu sehen.
Ob der Unterschied zwischen "Boutique" handgewickelten PAFs, deren von SD oder DiM zu den Varianten von Tonerider die bestehende Preisspanne rechtfertigt obwohl hier klanglich sehr viele Gemeinsamkeiten sind (und auch die Unterschiede nicht unbedingt in besser oder schlechter einzuordnen sind) muss jeder selbst wissen...
Was Spezialsachen angeht wie zB. brummfreie trotzdem sehr geile Strat PUs von Kinman oder Barden, oder die von HB auf SC umschaltbaren sagenhaften Ray Gerolds muss ich sagen, dass wenn man das möchte, der dann aufgerufene Preis eben zu berappen ist...
Gruß,
Bernie
 
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  • #31
Ich mache mir da bei Pickups schon langen keinen allzu großen Kopf mehr. Was mir gefällt und für mich passt, das ist das für mich ok.
Wenn es dann auch noch wenig kostet, dann ist das natürlich erst recht nett. ;-)

Was dem Einen gefällt, das mag der Andere vielleicht gar nicht und umgekehrt.

Boutiqe, "gut" oder "besser", etc., das sind Begriffe, die mir nicht wirklich viel bringen. Was ist "gut"? Was ist "besser"? Ohne das es da überhaupt irgendeine Definition gibt?

Klar, es gibt unterschiedlich hochwertige Materialien und natürlich auch unterschiedliche Qualitäten in der Produktion. Aber immer dann, wenn es um den Klang, das eigene Empfinden der Haptik einer Gitarre, oder deren Bespielbarkeit geht, dann ist da einfach immer eine sehr subjektive Geschichte.

Dazu kommt:
Gerade bei Gitarren sind Kaufentscheidungen doch meistens eine sehr emotionale Entscheidung. ;-)

Die für mich persönlich "besten" Gitarren waren eigentlich immer die, die ich irgendwo gespielt habe und die mich spontan extrem begeistert haben. Zumindest in den späteren Jahren. Vielleicht weiß man ja auch irgendwann einfach, was man so mag? Oder man wirklich sogar etwas "weise"? ;-)

Unter meinen hauptsächlich gespielten Gitarren gibt es fünf Modelle, die ich tatsächlich im Laden nicht mehr los gelassen habe, bis sie denn durch die Kasse und damit mein waren. Und ich hatte wirklich schon sehr viele Gitarren. ;-)
 
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  • #32
Bei diesem Thema sollte man versuchen die Eigenschaften einer E-Gitarre* nach objektiven Gesichtspunkten zu bewerten.
Wie ist die Gitarre mechanisch gebaut?
Ist eine gute Saitenlage einstellbar?
Ist das Design so, dass man bequem darauf spielen kann?
Sind die Tonabnehmer so gebaut, dass sie nicht mikrofonisch sind oder dass sie anfällig für sonstige Störungen sind.
Aber alles was den Klang betrifft fällt da meiner Meinung nicht darunter.
Ob Material der Magnete oder ob Einzelmagnete oder Barrenmagnete, welches Holz, Material des Steges usw.
Es klingt einfach nur a n d e r s, aber ob es wirklich b e s s e r klingt?
 
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  • #33
Machen wir uns nicht irgendetwas vor?
Jein. Die "Sunk Cost Fallacy" ist so ein typischer Bias (Verhaltensmuster) bei Gitarren, Pedalen und Musik. Wenn man viel investiert hat, fällt es schwer, die Alternativen neutral zu betrachten und das eigene Bild auf die Welt ist etwas verzerrt. Ich halte diese psychologischen Effekte für enorm wichtig. Dazu gehört auch der Gegensatz, dass, je mehr man sich in der Materie auskennt, die Details nicht nur sichtbar sondern auch wichtiger werden. Und speziell in der heutigen Medienzeit wird dann auf den Details rumgeritten, die aber außerhalb der Experten eher unwichtig sind.

Auf der anderen Seite reden wir hier aber auch über Musikinstrumente, das ist Kunst, das ist Muse und Verschrobenheiten gehören halt dazu. Es ist daher was anderes, ein Gerät in der Hand zu haben, in das ein wenig Liebe, Handarbeit und auch Unperfektheit gesteckt wurde. Gitarrespielen ist halt auch psychologisch. Das Auge spielt mit, aber auch die Kindheitshelden, die eigenen Träume, etc pp.

IMO fangen brauchbare Gitarren aber nicht ab 100 Euro an, sondern ab einer höheren Preisklasse. Darunter ist es einfach nur ein Glücksspiel und auch bei 400 Euro Gitarren gibt es viel zu viel Ausschuss.
 
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  • #34
Ohne das es da überhaupt irgendeine Definition gibt?
Am Beispiel Saiten wurde mal gesagt, das es wenige Firmen gibt die Saiten herstellen, aber sehr viele Druckereien für Saitenverpackungen...
 
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  • #35
...aber Saiten sind gerade ein gutes Beispiel für auch in diesem Segment eingermaßen "objektive" Entscheidungen.
Elixier Saiten sind meine persönliche Entscheidung weil mir seit dem ich die spiele (locker 10Jahre) trotz rabiatem Spiel kaum mehr eine Saite gerissen ist.
Die einzig anderen Ssiten bei denen das auch so war sind von LaBella...die klingen aber bei meinem Handschweiss extrem schnell dumpf...
Zugegebenermaßen sind nicht alle Belange bezüglich Gitarren so einfach und objektiv zu sehen...aber es ist doch mal n Ansatz...
 
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  • #36
Machen wir uns nicht irgendetwas vor? Brauchen wir wirklich die teuersten Edelteile mit den feinsten (von Mdme Ibarra) "handgewickelte" Tonabnehmer?
Viele sogar 100€ Klampfen und Bässe haben heute eine derartig gute Qualität und die Verstärkertechnologie ist einstweilen so gut geworden, dass es heute eigentlich wurscht ist, mit welcher Preisklasse man spielt
Was sind eure Erfahrungen mit billig vs sündteuer?
Diese Fragen klingen zwar ähnlich, sind aus meiner Sicht aber keineswegs gleich zu beantworten.

"Brauchen" im objektiven Sinne tut man erst mal gar nichts bestimmtes, was die E-Gitarre* betrifft, außer einem Amp, ein Kabel und ein bespielbares Instrument, das im Rahmen des möglichen bundrein ist, ordentlich eingestellt ist und nicht zu viele Störgeräusche einfängt. Also klar, schon gar keine Edel-PUs. Die Frage ist also eher, was man als Spieler zum Wohlfühlen braucht, um die Musik aus dem eigenen Kopf als realen Klang hervorzubringen. Ich sage bewusst "zum Wohlfühlen", womit schon klar sein sollte, dass es dafür eben keinen objektiven Maßstab geben kann. Da Musik nun mal eine Sache der individuellen Kreativität ist, kann es da gar kein "wir brauchen" geben, weil sowohl die unterschiedlichen Musikstile als auch die individuellen körperlichen Eigenschaften und Soundvorstellungen jeweils andere Insrtumente erfordern.

So mancher braucht dafür ein Instrument, auf dem ich selbst keinen geraden Ton spielen könnte, wie z.B. SRVs Masocaster mit Abschleppseilen oder eine Jazzbox mit Flatwounds.

Deine zweite Bemerkung zielt wiederum nicht auf den Spieler, sondern auf den Zuhörer. In diesem Sinne ist es sicher richtig: Die Tools zur Verstärkung und Klangbearbeitung sind heute so mächtig, dass man mit einer 100 €-Billigklampfe auch Sounds himbekommt, die auf einer Topproduktion nicht negativ auffallen werden. Früher hätte ich noch gesagt: Na ja, zumindest sollte man die richtige Sorte PU haben, als SC, HB in PAF oder High Output, Filter'Tron, P-90 - aber selbst das kann man heute zur Not ganz gut hinbiegen. Ob das dem Spieler hinterher auch beim Einspielen Spaß gemacht hat, und wie inspiriert dann das Ergebnis war, ist aber eine ganz andere Frage.

Das verlinkte Video zeigt aus meiner Sicht genau das: Danish Pete spielt auf beiden Gitarren gut, es klingt auf der Squier auch erstmal richtig gut - solange man keinen direkten Vergleich hat... Für mich hat der Sound der CS-Fender* dann doch ein ganz andere Tiefe und ja, Schönheit. Jedenfalls wenn ich es auf einigermaßen guten Boxen mit etwas gehobener Lautstärke höre. Auf dem Handy so nebenbei ist das auch für mich schnuppe, aber unter guten Hörbedingungen im direkten Vergleich sollte eigentlich jeder Gitarrist den Unterschied hören.

Ich habe mir das Video ein paar mal angehört, ist ja nicht sehr lang. Und dann habe ich mir in einem weiteren Durchlauf mal nur den Pete angesehen. Der ganze Körper entspannt sich, die Mundpartie wechselt von angespannter Konzentration bei der Squier nach den ersten Tönen auf der CS zu einem seligen Lächeln...

Zu Frage drei:

Ja, es gibt heute schon sehr günstig wirklich ordentliche Gitarren, das sehe ich auch so. Trotzdem ist der Unterschied billig/teuer für mich mindestens bis in die Bereiche der gehobenen Serienmodelle eigentlich immer noch deutlich spürbar. Dinge wie eine gute Abrichtung und Politur der Bünde, abgerundete Griffbrettkanten und ein gut gekerbter (d.h. nicht mit viel Sicherheitsmarge zu hoch belassener) Sattel kosten Zeit und Handarbeit. Und genau das macht mMn den Unterschied zwischen einer Harley Benton* und einer Fender* American Pro II aus.

Das und natürlich die Hardware. Enorm wichtig für den Ton, und im Einkauf halt auch nicht so günstig - also gibts bei einer 100 €-Strat nur ein billgst gefertigtes Guss-Trem, das sch... klingt. Meine günstigen Gitarren wurden von mir fast alle so aufgerüstet, dass sie sich nicht mehr so anfühlen und anhören - nur sind sie danach halt auch nicht mehr wirklich billig. Die neueren Harley Bentons, wie Fusion oder ST-Modern Plus und die Preisklasse ab 350 € sind für mich in etwa die Grenze, wo es schon gute Gitarren gibt, und in die man auch sinnvoll noch etwas nach persönlichem Geschmack investieren kann.

Von daher sehe ich nach unten immer noch eine gewisse Grenze, bis zu der nichts gebaut wird, was ich wirklich als klangschönes Instrument sehe, das ich einfach gerne in die Hand nehmen würde. Die ganz großen Baustellen sind nicht mehr so präsent, sprich die Bundierung ist heute normalerweise ausreichend gut, weil die Kopierfräsen immer besser werden und sich wohl die Ausbildung der Arbeiter durch den harten Wettbewerb auch verbessert hat. Aber halt nur "ausreichend".

Letzter Punkt: das leidige Holz. Ich hatte bis heute keine Strat aus Pappel in der Hand, die mich klanglich wirklich begeistert hätte. HB rein, heiße PUs, das können die oft richtig gut, aber einen Sound wie die CS-Fender im Video oben? Nee, und da helfen auch die besten PUs nix. Linde ist so ein Grenzfall (z.B. hatte ich schon ein paar echte Gute Premium AZ in der Hand), aber Erle ist für meinen Geschmack sozusagen treffsicherer. Scheint aber im Einkauf ein bissl teurer zu sein, jedenfalls ist sie in der ganz unteren Preisklasse immer noch wenig vertreten.

Wers anders sieht: bitte, niemand muss das so hören oder mir glauben. Meine Erfahrung ist eben diese, und mir macht es die Suche nach einer Gitarre leichter, nach Hölzern ein bisschen vorzusortieren.

Wenn man jetzt den Vergleich zu teuren und dann wieder zu "superteuren" Gitarren weiter ausdehnen will: Was den Bereich jenseits von PRS Core, Ibanez und FGN Japan, Fender American Pro II und Gibson USA angeht, gibt es klanglich und in der Spielbarkeit aus meiner Sicht nur noch wenig zu verbessern. Alles ist für mich etwas feiner und edler, auch nochmal gegenüber der 1.200 €-Klasse aus Indonesien und Korea. Da ist für mich persönlich tatsächlich so etwa das Ende der Fahnenstange. Jedes weitere bisschen Qualität ist für mich dann aber 1. vor allem Individualisierung und 2. überproportional teuer. Und mein persönliches Spielgefühl treffen diese superteuren CS-, Private Stock usw.-Instrumente nicht wirklich öfter als die besagte "normale" Oberklasse.

Und dann gibt es natürlich noch die Schnäppchen - qualitative Ausreißer nach oben zum echt günstigen Preis, die einem einfach sofort liegen, und "zufällig" sehr gut verarbeitet aus der Fabrik kamen. Bei mir sind das vor allem zwei Gitarren, an denen ich auch kaum was ändern musste: meine Gretsch Electromatic Jet, die auch wirklich gute PUs hat (wenn sie auch etwas anders klingen als US-Filter'Trons, aber mMn eben nicht schlechter), und eine D'Angelico Premier Mini DC der neuen Serie, bei der mir auch die Supro Bolt-HB sehr gut gefallen. Besonders erfreulich, weil PUs tauschen bei einer Semi echte eine Strafarbeit ist... Beide waren jedenfalls ab Werk schon 1a zu bespielen, auch wenn ich routinemäßig noch ein bisschen den Sattel nachgekerbt habe, was die Saitenlage noch weiter reduzieren ließ. Dass die Bundierung das schnarrfrei hergegeben hat, ist ein Zeichen für die sorgfältige Verarbeitung. Ich muss dazu sagen, dass ich die D'Angelico zwar für um die 450 € bekommen habe, sie neu aber schon um die 800 E kostet. Trotzdem finde ich die Verarbeitung absolut top und ohne weiteres vergleichbar mit Gitarren aus Japan oder USA. Einzige ausnahme sind die kleinen Potis, aber hören tut man die ja nun nicht und bisher tun sie klaglos ihren Dienst und sind auch gleichmäßig zu regeln.

Gruß, bagotrix
 
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  • #37
Wenn die 120 Pounds Squir so abgerockt aussehen würde wie die Custom Fender wäre sie für manche ein Fall für den Sperrmüll. Da eine 5000 Pounds Fender den wertigen Namen hat ist das für andere halt eine schöne Gitarre.
Schönes Beispiel ums Thema.
Ich persönlich kann mit ageing so gar nichts anfangen und verstehe nicht warum das tausende Euronen kosten soll. Vielleicht wenn einer mit 100 Pfund Stundenlohn bei der Herstellung zwanzig oder dreißig Stunden den Lack abkratzt kann so ein Betrag zusammen kommen. Wer weiß.
Ob der klangliche Unterschied 4880 Pfund wert ist vermag ich nicht zu sagen. Wahrscheinlich auch nur für wenige.
Ich muss das ganze jetzt erstmal sacken lassen.
 
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  • #38
Hey,
Denke Bagotrix hat dieses doch recht komplexe Thema mal wieder auf den kleinsten Punkt gebracht👍
Bleibt mir zu erwähnen, dass die Musikinstrumenten Branche von etwas existieren muss. Wenn es "nur" um die rein objektiven Belange der wenigen anspruchsvollen Gitarristen ginge die einfach nur (und wirklich nix anderes) ne gute Gitarre wollen, vielleicht auch zwei oder drei verschiedene, würde es wahrscheinlich weit über 80% der Produkte für Gitarristen aufm Markt gar nicht geben...und wohl auch deutlich weniger Firmen...
Gruß,
Bernie
 
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  • #39
Man braucht sowas definitiv nicht. Als Beispiel für Pickups: Hab hier seit einer Weile eine Harley Benton R457 Multiscale und die auf Drop E runtergestimmt. Die Stock Pickups sind recht dumpf und dadurch wurde es an der Bridge zu verwaschen, da kam nun ein Seymour Duncan Nazgul ran. So tief ist halt eine sehr spezifische Anforderung. Am Hals und auch in Kombination mit dem Nazgul auf Mittelstellung gefällt mir der originale billig-Humbucker aber wirklich gut und entsprechend bleibt der. Man sollte sich definitiv freimachen von diesem ganzen Marken-Blabla. Wenns klingt und gefällt, dann passt es. Mehr interessiert am Ende nicht.
Und "Boutique" braucht es schon gar nicht. Wenn ich allein daran denke, was Leute für Tubescreamer-Klone ausgeben, nur weil Boutique draufsteht und in Realität wurde nur der Schaltplan 1:1 nachgebaut und vielleicht 2-3 Kondensatoren getauscht o.Ä. Gibt natürlich Beispiele, wo man für sein Geld einen realen Mehrwert an Qualität erhält, aber von brauchen ist man hier weit entfernt. Dafür ist das alles auch einfach zu subjektiv und getrieben von individuellen Anforderungen und Geschmäckern. Und das ist auch gut so.
 
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  • #40
Ich muss ehrlich gesagt gestehen das ich solche Vergleiche langsam sehr anstregend finde. Sie sind weder objektiv ausgelegt, werden aber als fairer Vergleich verkauft. Auch das "ich höre Holz XY raus", muss ich schon einmal schmunzeln. Ich kenne sehr erfahrene Musiker die einen schnöden Multiplywood Jazzbass aus Japan als "der klingt richtig, richtig gut" betitelt haben beim hören. Und wo wir grade beim Vergleich sind: Wetten dass ich eine Epiphone Les Paul von einer Gibson Les Paul MIT verbundenen Augen UND ohne nur einen Ton drauf spielen zu müssen auseinander halten kann? Ich darf halt nur keine verstopfte Nase haben: Denn der verwendete Nitrolack riecht bei Gibson sehr speziell. So viel zum Thema: Vergleich.

"Aber ich höre doch einen Unterschied!" .... Das ist auch richtig, was soll denn das Video zeigen? Den Unterschied zwischen zwei Gitarren? Wie man auf den beiden Gitarren spielen kann? Welche Sounds man aus den beiden erzeugen kann? Welche besser ist? .... Was mir das Video zeigt: Beide Gitarren klingen nach "Single Coil", Pete kann ganz gut John Mayer nachspielen und die abgewetzte 5000 Pfund E-Gitarre sieht schon etwas komisch gealtert aus (= könnte man auch authentischer machen). Was mir auffällt, nach etwas recherche: Die Tonabnehmer sind bei der Squier unten mit einem Barrenmagnet ausgestattet und die Polepieces sind Stahlstifte. Damit ist es quasi ein P90 Aufbau, wobei durch Wirbelströme in den Stahlstiften die Resonanz gedämpft wird. Das passiert bei den klassischen Fender Tonabnehmern, wo die Polepieces die Magnete sind, nicht und dementsprechend ist die Resonanzspitze deutlicher ausgeprägt. Braucht es für den Austausch Boutique Tonabnehmer? Nein, vergleichbare Typen gibt es auf Aliexpress für 55€. Ich kenne einige Leute die auf der Straße Musik machen und die greifen gerne zu den günstigeren Gitarren weil dort nicht "viel" verloren ist bei Wind und Wetter und wie man sieht kann man auch gut auf den günstigen Instrumenten musizieren eventuell muss man halt etwas nacharbeiten, aber Dank CNC usw. sind die Instrumente heute wohl besser als noch vor 60 Jahren.
 
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