Ab Werk sollte sowas nicht vorkommen, ganz klar.
Aber als Anpassung der PUs auf die individuellen Bedürfnisse kann es durchaus Sinn machen, beide unterschiedlich zu verdrahten. Wie oben im Thread schon festgestellt, hat das ja weder Einfluss auf die Nebengeräusche noch auf die Phasenlage, ist also nicht im technischen Sinn mangelhaft.
Hab den Eindruck, dass die Gitarre mit 50ies Wiring frischer klingt als mit 60ies. Kann das sein? Oder nur Einbildung?
Mit dem Eindruck stehst Du nicht alleine. Ich will nicht sagen, dass das immer hörbar sein muss, aber generell kommt mir der Ton vor allem untenrum schlanker vor (was die oberen Frequenzen natürlich mehr hervortreten lässt), mit dem Modern Wiring dagegen etwas druckvoller. Leider bin ich in der Elektrophysik nicht so bewandert, dass ich das erklären könnte, aber dass Bauteile nicht einfach ohne klangliche Auswirkung bleiben, weil sie an Masse gelegt sind oder ein Poti voll aufgedreht ist, kann man ja schon bei den verschiedenen Coli Split-Varianten hören.
Ich bin eigentlich ein Fan des 50s Wiring, vor allem wegen des geringeren Höhenverlusts beim Zurückdrehen und auch wegen der schönen Schattierungen bei leichter Reduzierung an beiden Potis. Trotzdem habe ich bei den Gitarren, mit denen ich eher die härteren Sachen spiele, nach entsprechendem Ausprobieren darauf verzichtet - eben weil sie mit dem Modern Wiring für meine Ohren an Punch eingebüßt haben.
Bei Les Pauls oder anderen Gitarren mit eigenen Potis für jeden PUs habe ich auch schon den BridgePU "modern" verkabelt und den HalsHB im 50s Wiring. Letzterem kann es ja oft nicht schaden, wenn man ihm etwas Bass nimmt.
Gruß, bagotrix