Hast du mit Lehrbuch, Lehrer oder ohne alles gelernt?
oli
Hallo Oli,
ich war ca. 13, konnte Sopran- und Altblockflöte nach Noten, hatte meine ersten Schritte auf dem Akkordeon hinter mir... da hat das Spiel auf einer diatonischen Mundharmonika (in Tremolo-Stimmung, Melody oder so ähnlich, Plastikkorpus mit goldfarbigen Deckeln) nach etwa einem Monat geklappt (mein Vater hat mir das mit dem Abdecken mit der Zunge und das Nachschlagen der Akkorde gezeigt, also den Volksmusik-Stil).
Wenn man das Schema verstanden hat (alle Töne des Grundakkords auf Blasen, der Rest auf Ziehen), muss man nur noch das Treffen einzelner Töne üben. Nach Gehör hab ich dann Volkslieder und Oldies gespielt, was eben so geht.
Ich hab dann verschiedene Mundharmonikas ausprobiert, Tremolo- und Wiener Oktavstimmung, klassische Mundharmonika/Bluesharp (allerdings ohne die Spezialtechniken wie Bending etc.)... Einige, allerdings eher schlechte Anleitungen habe ich mir durchgelesen und versucht, alles Sinnvolle daraus herauszuziehen...
Hauptsächlich habe ich mich aber selbst reingearbeitet, unter Verwendung meiner sonstigen Musikkenntnisse auf Flöten und Akkordeon (so habe ich auch etwas Gitarre, Tinwhistle und Keyboard gelernt).
Dann hab ich es auf einer Chometta versucht, habe mich an das doppelte c gewöhnt (der Unterschied zum Richter-System auf der diatonischen Harp) und bin dann bei chromatischen Mundharmonikas gelandet, habe einige kaputt gespielt (Zeit und Alter) und bin schließlich bei der CX 12 gelandet.
Ich bin nicht sehr virtuos auf der Mundharmonika, bewundere Toots Thilemans und andere Solisten, widme mich aber eher dem Akkordeonspiel, das ich leidlich beherrsche und auch beruflich in der Grundschule anwenden kann...
Auf der Mundharmonika spiele ich in einer Amateur-Tanzband "sehnsuchtsvolle" Melodien wie "Moon river", "What a wonderful world" und einige typische Riffs entsprechender Songs. Außerdem setze ich sie neben den Flöten und dem Akkordeon in einer Folk-Formation für manche Stücke ein, wo sie eben passt...
Eigentlich war der Einstieg für mich mit einer diatonischen Mundharmonika sehr sinnvoll. Da kann man nach Gehör spielen, wenn man ein wenig Übung drauf hat.
Das Umsteigen auf eine chromatische Muha ist dann nicht soo schwer, nur die richter-typische Verschiebung der Töne in den höheren Oktaven entfällt, dafür hat man den doppelten Grundton auf Blasen in der jeweiligen Lage zu beachten.
Andererseits kann man auch mit einer chromatischen Muha einsteigen, wenn man zunächst den Schieber in Ruhe lässt und nur in der Grundtonart spielt.
Weshalb interessierst du dich für eine chromatische Mundharmonika? Normalerweise ist das Spiel auf der Bluesharp zur Zeit viel gefragter und spielt eine viel größere Rolle in der derzeitigen Musik... (wie es auch hier im Forum zu erkennen ist).
Gruß druckluft