Coverrock funktioniert genauso gut mit wie ohne Keyboard.
Natürlich funktioniert es, wenn man sich auf Songs ohne Keys reduziert, oder entsprechend umarrangiert.
Doch...
Auch wenn Sounds vom Band kommen und der Rest Live spielt, ist es ganz klar Live gespielt, weil alle anderen ja Live spielen. Machen übrigens sehr viele Profis und deren Konzerte sind sehr gut besucht. Nur merken es die wenigsten da nicht, bzw. vermisst da keiner wirklich was.
...dann ist das eine Mogelpackung, für mich ganz klar Verarsche des Publikums, auch wenn's offiziell gemacht und nicht vertuscht wird, dass da was vom Band kommt. Eine Live-Band ist für mich dann einen Live-Band, wenn alle live spielen. Kurze Samples kann ich noch akzeptieren, aber spätestens wenn ein Sequenzer oder ein Playback läuft, hat das für mich nichts mehr mit Livemusik zu tun. Ich weiß, dass das viele anders sehen, und ich will hier auch diese Diskussion nicht wieder lostreten.
Ja, es kommt auch vor, dass diverse große und bekannte Künstler/Bands live Playbacks einsetzen, um ihre Songs möglichst so zu präsentieren, wie im Studio mit vielen Overdubs aufgenommen, und sparen sich dadurch zusätzliche Musiker auf der Bühne. Sollen sie tun. Ich persönlich ziehe 100% live auch hier immer vor. Ein Grund, warum ich z.B. keinen Bock auf ein ZZ Top Konzert habe, obwohl ich die Band ansonsten immer schon ganz geil fand. Mit Sequenzer oder Playback klingt's nun mal steril, zu glatt, und kein Spielraum für Interaktion. Darum würde ich selbst so auch nie spielen.
ANsonsten wäre es ja keine Covermusik sondern Künstler am Werk........
Sorry, auch ein Covermusiker ist ein Künstler, solange er sein Instrument selbst spielt oder singt. Ja, es gibt genug Leute, die sich als Musiker bezeichnen, auch wenn sie nicht einen Ton selbst spielen. Und komm mir hier keiner wieder mit der fadenscheinigen Ausrede: "Alles selbst in meinem Homestudio vorproduziert!"
.... mein Gott es gibt so viel und das auch ohne Keys!
Klar, und das ist auch der bessere Ansatz als mit Playbacks zu arbeiten. Genug Beispiele hast du ja bereits aufgeführt.
BTW: Wir hatten für nächsten Samstag einen Gig-Anfrage, wo ich definitiv nicht kann, der Rest der Band aber gerne trotzdem spielen wollte. Kurzerhand wurden 30 Songs aus unserem aktuellen Programm markiert, und angespielt, selbst Songs, wo Keys drin sind.
Dabei waren u.a.
Beast Of Burdon (spielen wir normal mit Orgelunterstützung, geht aber auch ohne)
Black Velvet (neben der eigentlich prägnanten Orgel normalerweise sogar eine Akkustik-Gitarre, auf die wir aber verzichten)
Bitch (auch hier normal mit Orgelunterstützung, geht aber auch ohne)
Brazen (einiges an Streichern, auf die man aber auch verzichten kann)
Bring Me Some Water (spiel ich normal Akkustik-Gitarre)
Give A Little Bit (normal Orgel, geht auch ohne)
Hard To Handle (Piano und Orgel, aber auch Black Crows hatten eine reine Gitarrenversion)
Hedonism (kein Thema, weil ich hier auch sonst nicht mitspiele)
Highway To Hell (sowieso kein Thema, normalerweise hab ich durch eine 2. E-Gitarre ergänzt)
Hip To Be Square (war grenzwertig, weil eigentlich eine sehr prägnante Orgel plus Gebläse)
House Is Burning Down (im Original ohne Keys, ich spiel da Moog-mäßige Einwürfe, sowie Orgel)
Hush (geht auch ohne Orgel, wie Black Crows gezeigt haben)
I Want You To Want Me (Hab ich nur durch ne zweite E-Gitarre ergänzt)
Ironic (läuft unplugmäßig auch ohne Keys gut)
La Grange (eine Gitarre völlig ausreichend)
Like The Way I Do (schwieirg mit nur einer E-Gitarre, klang aber gut, normalerweise spiele ich dort Akkustik-Gitarre)
Long Train Running (geht gut mit einer Gitarre, obwohl im Original min. 3 dabei sind; ich spiel da Orgel)
Mustang Sally (normal mit Klavier und Orgel, und natürlich den Bari-Sax Einwürfen

aber geht auch)
Nutbush City Limits (wird mit einer E-Gitarre zu ner reinen Rocknummer, während ich üblicherweise Clavinet spiele, und neben diversen Brass-Einwürfen natürlich auch das Moog-Solo spiele)
Play That Funky Music (wird mit einer E-Git auch mehr zur Rocknummer, während ich normal Clav und Brass-Einwüfe mache)
Son Of A Preacher Man (spielen wir eh ohne die typischen Brass-Einwürfe, nur mit ner sparsamen Rhodes-Begleitung, auf die zur Not auch verzichtet werden kann)
Sweet Child O' Mine (normal zwei E-Gitarren, geht aber auch mit einer)
Tubthumping (klingt zwar ohne die Pads ein wenig leer, geht aber, und auf das Trumpetsolo kann man verzichten)
Walk This Way (zwar sowieso ohne Keys, aber schon heftig für nur eine E-Git)
What's Up (normal spiele ich hier Akk-Git, aber geht zur Not auch mit nur einer E-Git)
You Oughta Know (geht zur Not auch ohne Keys, wenn die Gitarre n paar Mod-Effekte bekommt)
Ich muss allerdings dazu sagen, wir haben einen extrem guten Gitarristen, der vieles kompensieren kann, und einen Bassisten, der während der Gitarrensoli reichlich Druck machen kann.
Trotzdem - nicht nur aus meiner Keyboarder-Sicht, sondern allgemeine Bandmeinung - klingt's mit Keys um Klassen besser!