CubaseEffekt -> Expander? Gibts sowas?

von Shadow, 26.08.03.

  1. Shadow

    Shadow Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.08.03   #1
    Wir sind grad mitten in den Aufnahmen der Band "Aahas" mittels Cubase und ich hab da ein massives Problem: Bei schnellen 16tel-Drumparts wird natürlich die Snare leiser gespielt als bei langsameren Parts, jetzt hört man die Snare nicht mehr, weil da voll die Gitarren drüberfahren.

    Um diesen unerwünschten Effekt auszugleichen, bräucht ich eine Art "Expander", der mir Signale, die unter einem bestimmten Wert liegen, automatisch lauter dreht.
    Gibts sowas ähnlichs für Cubase?

    Dank euch!
     
  2. Patrick Beyer

    Patrick Beyer Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 26.08.03   #2
    Der Expander wird am häufigsten als Abwärts-Expander verwendet, der den Pegel reduziert bei bestimmten Voraussetzungen. Ein Aufwärts-Expander ist eher selten in Gebrauch, und daher wohl auch schwierig für Cubase zu beschaffen.
    Das was du vorhast, kannst aber auch mit einem Kompressor bewerkstelligen (denn ein Expander arbeitet im Grunde genauso wie ein Kompressor). Kompressoren gibts für Cubase auf VST wie auf DX Basis reichlich. Außerdem ist bereits einer werksseitig eingebaut, der bei richtigem Gebrauch sogar ziemlich gut ist. Ansonsten gibts welche von TC und Waves, die natürlich tofte sind, aber auch teuer in der Anschaffung.
     
  3. Shadow

    Shadow Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.08.03   #3
    Du hast vollkommen recht, ich könnte natürlich auch das Signal komprimeren. Aber in einem anderen Thema wurde mir hier im Forum geraten, ich solle mit dem Kompressor vorsichtig umgehen und auf keinen Fall zuviel komprimieren.
    Da der Pegel zwischen den Parts aber verdammt unterschiedlich ist, werd ich wohl nicht darum herumkommen... :( (ein Königreich für einen Trigger :mrgreen: )

    Danke für den Tip! :D
     
  4. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 26.08.03   #4
    @Patrick: Warum so kompliziert ("kannst aber auch mit einem Kompressor bewerkstelligen ")? Das ist doch die klassischste aller Aufgaben für einen Kompressor!
    Unter Expander versteht man ja nun im allgemeinen Sprachgebrauch quasi das Gegenteil eines Kompressors, also ein Gerät, was die die Dynamik eines Signals streckt (Extremfall = Gate). Auch sowas gibt's für VST, aber hier wollen wir doch die Dynamik reduzieren... :arrow: da tut der mitgelieferte Kompressor genau das, was er soll.

    Inwieweit da abgeschwächt oder eher verstärkt wird, ist eine eher philosophische Frage. Der eigentliche Kompressor dämpft ja erstmal das Signal oberhalb der Schwelle (Threshold) mit der eingestellten Ratio. Was man dann per Make Up Gain wieder aufholt... Unterm Strich verstärkt der Kompressor dann also die Signale unterhalb der Schwelle.
    Wichtig für die Unterscheidung Comp/Exp (so, wie man die beiden Begriffe üblicherweise versteht) ist eigentlich nur die Form der Kennlinie: Beim Kompressor wird die nach oben hin flacher, beim Expander steiler.

    Jens
     
  5. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 26.08.03   #5
    @ Shadow: Wenn es sich um klar voneinander abgegrenzte Parts handelt, würde ich auch eher die Faderautomation in Cubase nutzen als das mit zu harter Kompression zu lösen. Da hat man noch bessere Kontrolle über das, was man tut.

    Jens
     
  6. Patrick Beyer

    Patrick Beyer Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 26.08.03   #6
    @Jens
    Wieso kompliziert? Er wollte einen Expander benutzten, um schwache Pegel anzuheben. Das geht zwar mit einem Aufwärts-Expander (den ich noch nicht für Cubase gesehen habe), allerdings kann er das auch mit einem Kompressor machen. Kompliziert? hmmm... ;) Na gut, ich hab nicht reingeschrieben, dass der Kompressor dafür gedacht ist. :) Hast gewonnen. 8)

    @Shadow
    Mit der Mixeraautomation würde ich aber auch mal experimentieren, wie Jens schon sagte, wenns möglich ist von der Spuraufteilung her.
    Ansonsten benutzt man einen Expander (abwärts, der gewöhnliche Gebrauch) dazu, Störgeräusche, wie zu lautes Atmen eines Sängers nach Kompression der Spur wieder abzuschwächen. Dabei arbeitet der Expander auch meist nur (außer Multiband; vollparametisch) in einem bestimmten, meist hohen Frequenzbereich. Für sowas ist der Expander besser geeignet als ein Gate, weil er unauffälliger arbeitet.
     
  7. Shadow

    Shadow Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.08.03   #7
    Das ist ja grade das Problem, dass die Parts schnell wechseln und ineinander übergehen, Also leiser Sechzentel und zack, wieder ein lauter Übergang, wieder leise, laut, leise, hin und her...

    Also Kompressor sagt ihr. Ok.

    Wie ist das eingentlich, muss ich mit dem Makeupgain arbeiten?
    Ich habs bisher so gemcht, dass ich halt den Kompressor eingestellt habe und danach einfach den Fader raufgeschoben habe, hat ja auch den gleichen Effekt wie das Makeupgain, oder?
     
  8. Patrick Beyer

    Patrick Beyer Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 26.08.03   #8
    @Shadow
    Kommt drauf an, ob du den Kompressor für die gesamte Spur einsetzt oder nur für einen bestimmten Abschnitt. Im Grunde ist der Makeupgain ja nur ein Nachverstärker, der das ganze wieder anhebt. Kannst du - wenn du die gesamte Spur nimmst auch mit dem Fader machen.
     
  9. Shadow

    Shadow Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.08.03   #9
    Ähhhh ganz blöde Frage, wo find ich denn diese Mixerautomation? Hab ich noch nie was davon gehört... :D
     
  10. Shadow

    Shadow Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.08.03   #10
    Ja genau, ich wende denn immer auf die ganze Spur an...
     
  11. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 26.08.03   #11
    Ja. Der Unterschied ist bei einer rein digitalen (und vor allem intern Fließkommarechnenden) Umgebung wie Cubase erstmal nicht vorhanden. In einer analogen Umgebung würde man mit dem makeupgain arbeiten, damit man im Pult wieder seinen Arbeitspegel erreicht (besserer Rauschabstand).
    Interessant wird es, wenn du im Insert (auch rein digital) noch weitere "Geräte" stecken hast, etwa einen Limiter o.ä. Wenn man dann mit dem Fader arbeiten möchte, muss man ggf. alle anderen Insert-effekte auch noch angleichen, da ist man mit Makeupgain einfacher dran. Gilt im übrigen auch für Send-Effekte (z.B. stärkere Kompression -> weniger Pegel auf dem Aux-Bus, wenn nicht per Makeupgain gearbeitet wird).

    Jens
     
  12. Shadow

    Shadow Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.08.03   #12
    Ok, dann mach ich das eh richtig :D

    Nochmal zu der Mixerautomation, meint ihr vieleicht die Sache mit dem "Read" und "Write"-Schalter? Das hab ich bis jetzt nähmlich noch nicht überlauert... :D
     
  13. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 26.08.03   #13
    @Patrick: Mit "Kompliziert" meinte ich das weit verbreitete Verwirrspiel mit allen Permutationen von auf- und abwärts arbeitenden Kompressoren und Expandern. Ein Abwärtsexpander ist ja vom Prinzip her dasselbe wie [Aufwärtskompressor + Makeupgain]. Natürlich gibt es da bei den Kennlinienformen kleine Unterschiede, aber für den Alltagsgebrauch ist diese Differenzierung IMHO etwas zu akademisch.

    Mit der Unterscheidung Comp/Exp, wie ich sie oben skizziert habe, hat man nach meiner Erfahrung die wenigsten Missverständnisse zu befürchten.

    @Shadow: Im Prinzip ja. Du kannst den Song einfach wiedergeben, und dabei wird auf allen Spuren, auf denen "Write" aktiviert ist, alles, was du im Mixer während der Wiedergabe angestellt wird, aufgezeichnet. Per "Read" werden diese Änderungen dann bei jeder weiteren Wiedergabe wieder so abgespielt.
    Einfacher ist es aber manchmal, in der entsprechenden Automationsspur (die kriegt man in SX z.B. über dieses kleine "+"-Symbol in der Trackinfo), den Verlauf von Hand zu "malen". Insbesondere dann, wenn man schnelle Pegelsprünge präzise realisieren will.

    Jens
     
  14. Patrick Beyer

    Patrick Beyer Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 26.08.03   #14
    Jens hat schon recht, das es zu Komplikationen kommen kann, wenn deine Spur, die du komprimierst noch weitere Effekte beherbergt. (ist das nicht schön formuliert ;)) Dann solltest du lieber mit MakeUp arbeiten, ansonsten, wenn sie furz-trocken ist und bleibt, dann gehts auch ungeschminkt. :)

    Ja ja, diese Funktion Read-Write. Die macht die Automation möglich (Fader mit der Maus in Echtzeit verschieben, mit Write aufnehmen, mit Read ablaufen lassen). Du kannt aber auch die Automation super genau in einer extra spur programmieren, bzw. Kurven "zeichen" und so das ganze fast beliebig genau steuern.
     
  15. .Jens

    .Jens Mod Emeritus Ex-Moderator HCA

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    Erstellt: 26.08.03   #15
    Patrick, wir sollten uns mal einigen, wer wann was schreibt... Das wird ja langsam unheimlich, dass wir hier immer parallel arbeiten :D :D
     
  16. Patrick Beyer

    Patrick Beyer Mod Emeritus Ex-Moderator

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    Erstellt: 26.08.03   #16
    LOL, ich würde mal sagen: X-Factor, das mysteriöse ist unter uns! :evil:
     
  17. Shadow

    Shadow Threadersteller Registrierter Benutzer

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    Erstellt: 26.08.03   #17
    Ich dank euch recht schön ihr zwei, ihr habt mir sehr geholfen, ihr kennt euch ja offensichtlich sehr gut aus! [​IMG]
    Heute abend werd ich mal inn Proberaum fahren und das ganze in der Praxis ausprobieren... :mrgreen:
     
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