Beim Singen läuft da bei mir aber irgendwie ein anderer Mechanismus ab, so als würde ich auf der Leitung stehen. Deshalb lese oder höre ich z. B. im Netz oder offline immer wieder Vlogs oder Artikel zu dem Thema, in der Hoffnung, Beschreibungen zu finden, die mir bei der Umsetzung auf die Sprünge helfen. Irgendwie werde ich nämlich das Gefühl nicht los, dass ich technisch immer noch was falsch mache und das, was mir die Gesangslehrerin erzählt, nicht richtig kapiere oder zwar zu verstehen glaube, aber dann doch falsch umsetze. Ich muss mich z. B. tierisch konzentrieren, die "Röhre" offenzuhalten und den Atem gleichmäßig fließen zu lassen. Genau das soll ja aber angeblich irgendwann leichter werden. Vielleicht probiere ich aber auch immer noch zu viel herum und zu viel Verschiedenes, statt einfach stur zu üben und werde deshalb ganz narrisch.
Mit dem klassischen "Gähn-Bild" kann ich auch nichts anfangen, mir verkrampft sich da der Nackenring und die Halsmuskulatur, und wenn ich auf Anweisung darauf achte, den Kehlkopf unten zu halten, klinge ich ziemlich schnell gepresst. Komischerweise gibt es dann aber wieder Tage, wo es von ganz alleine "flutscht", ich kann das aber nicht so richtig steuern, weil ich nicht weiß und nicht merke, woran es liegt. Das meinte ich mit "Automatisieren". Aber möglicherweise funzt das Automatisieren eben doch über sehr viel kontinuierlicheres Üben, als ich das tue. Vielleicht suche ich einfach vergeblich nach dem Dreh oder dem Moment, wo es "schnackselt", statt mich auf langweiliges, stoisches Üben einzulassen. Gut möglich, dass ich dem aus dem Weg gehe, weil ich wiederholte Abläufe hasse und ziemlich schnell ungeduldig werde. Und dann wird's larifari.