Korg hat anscheinend endlich kapiert, dass die Sounds in einer Workstation in erster Linie nicht abstrakte Demos von Soundmöglichkeiten (und dann auch noch zugeschnitten auf Kopfhörer und HiFi-Anlagen) sein sollten, sondern praxistaugliche Programme mit einem guten Prozentsatz an bekannten Signature-Sounds. Song-basierte Patches machen viel mehr Sinn, weil viele sie samt ursprünglichem Kontext kennen: sie sind viel bessere Bezugspunkte als diffuse "sieh mal zu, ob du hiermit was machen könntest"-Sounds. Bisher hatte Korg nur sehr begrenzt Song-typische Sounds an Bord (vor allem in der EP-Engine, und auch da nur ein begrenztes Spektrum).
Die Pianos in dem Demo oben z.B. zeigen wirklich unterschiedliche und für unterschiedliche Situationen konzipierter Sounds, und nicht mehr diese typischen halbherzig programmierten Workstation-"dark piano, bright piano, rock piano" Varianten, die man in jedem Fall erst noch mal komplett umarbeiten muss, bevor sie für irgendeinen Song-Kontext taugen. Bei den neuen Patches weiß man sofort, was man kriegt: komplett programmiert von der Piano-Engine bis zur Effekt-Kette.
Korg wäre gut beraten, beginnend mit diesem Update, dieser Spur weiter zu folgen. Denn auf einem Kronos kann man zwar fast alles, was man an Sounds braucht, in erstaunlicher Qualität hinkriegen - wenn man genügend Zeit und Programmierkenntnisse hat und investiert. Aber es ist natürlich viel attraktiver für fast alle Keyboarder, wenn vieles, was im Alltag gebraucht wird, schon gut erkennbar griffbereit vorliegt. Hier, in der praxistauglichen Patch-Programmierung (nicht: Power der Sound-Engine/s oder Sample-Qualität!), hatten die Presets von Kurzweil, Yamaha und Nord bisher m.E. immer die Nase vorn, und ich hoffe, dass sich das bei Korg nun dauerhaft ändert, egal ob es um klassische Signature Sounds geht (die für Cover in Massen gebraucht werden) oder um aktuelle Top40 Sounds.