First impressions -
Jackson Excl ProPlus Warrior WR HT7 "Thomann-Exklusivmodell"
Hallo Freunde, hier ein kleiner Erfahrungsbericht über meinen neuesten oben genannten Zugang, der in allen Belangen für mich doch eher unüblich ist. Wieso, weshalb, warum und wie isse denn nun...sofern ich das jetzt schon beurteilen kann,... schreibe ich hier.
Wie kam es genau zu dieser Gitarre?
1.)
Grundsätzlich war ich in 2025 immer wieder auf der Suche nach einer Rhoads oder ähnlich ausladenden Gitarre, weil solche mir sowohl im Sitzen als auch im Stehen recht gut in der Hand bzw. am Körper liegen. Ich bin recht groß und habe immer schon Probleme mit der richtigen "Hänge-Höhe". Ich muss grundsätzlich zwar nicht das Griffbrett sehen - mir reichen Side-Dots, auch auf der Bühne - aber der Hals darf doch "pointy" an mir und damit nah an der Greifhand hängen. Zwar bin ich durchaus (Super-)Strat-Typ, aber durch das Hals-Korpus-Verhältnis liegen mir Jazzmaster, Vs, Rhoads eben auch recht gut (im Stehen).
2.) ...hängt damit direkt zusammen:
Gewicht und Komposition. Ich habe eine Ironbird, die wirklich grausam am Gurt hängt, weil sie einfach verdammt kopflastig ist. Daher lag bewusst meine erste Wahrnehmung, wie und wie ausgeglichen hängt die Zukünftige am Gurt und wie schwer ist die Gitarre insgesamt. Daher klangen die Specs der Warrior HT7 erstmal gut, denn ich verbuche Nyatoh als recht leichtes Holz, was mir zusagt.
3.)
Overall Specs: Ok, lassen wir es raus: Eher ein ungewöhnliches Preis-Segment für mich. Ursprünglich war ich auf der Suche nach einer Ergänzung meiner CS King V, aber ich habe schlichtweg nichts gefunden - vorallem nichts mit längerer Mensur bzw. 7-Saiten (die mir neben erstgenannter Mensur tatsächlich eher egal sind). Ihr kennt das, irgendwann forstet man durch alle gängigen Neu- und Gebrauchtmärkte und kommt öfter mal an absurden Preisen vorbei. Weil ich fast ausschließlich nach Baritones gesucht habe, ist die Auswahl erstens überschaubar und zweitens mit dem Sprung in die upper class wie Mayones, Skervesen etc. dann auch recht deutlich an die 3-4K€ Unter-Grenze. So flog ich an der Jackson dann öfter virtuell vorbei und habe bewusst mal das Preisschild ignoriert. Und ganz ehrlich, da auch in meiner Sammlung einige teure Gitarren sind - es muss jawohl auch möglich sein, hier etwas Spielbares zu bekommen. Und die Specs lesen sich verdammt gut. Was soll an einer fixed-Bridge Gitarre schon falsch zusammengedübel sein? Mein Wunsch war, das sich meine Vorurteile in Luft auflösen. Bekräftigt übrigens dadurch, dass ich jüngst einige 2025er Jackson (Pro/USA-Production) in der Hand hatte und dachte "ja, sie könnens irgendwie doch (noch)".
3.) Ich gebe zu, etwas schön geredet:
Sammler(?)-Status. Ich bin selbst nicht ganz schlau daraus geworden, weil die Jackson Homepage nicht (
nie) aktuell ist, was die Baritone-Sektion angeht. Man findet vereinzelt mal unter "HT(->
Hardtail)-Series" Baritones, tatsächlich auch coole Kellys und eben Warrior (sogar mit 6 Saiten, auch geil!) - aber so richtig nachvollziehbar ist es nicht, da auch die Mensuren zwischen 26.5" und 27" schwanken. Lieferbar ist quasi garnichts, gebraucht findet man ebenso nichts. In ein paar Rig-Rundowns der üblichen verdächtigen Krawallmacher sieht man hier und da ein paar HT-Baritones. Also war ich angefixt. Erst beiläufig habe ich auch den Zusatz in den Specs "Thoman Exklusivmodell" gelesen - ich habe übrigens knapp 6 Wochen gewartet. Ein Kumpel hat sich gestern das gleiche Modell bestellt, nun ist sie bei Thomann erst wieder in ca. 3Monaten lieferbar. Ich wüsste also gerne, wieviele es denn nun davon gibt/geben wird.
Hier seht ihr passenderweise zwar die
HT- bzw. Baritone-Abteilung von Jackson, aber lustigerweise auch nur 6Saiter. Auch die
Warrior nur als HT6
Ich warte also zwar vorfreudig aber auch nüchtern auf die Warrior HT7, in der Hoffnung einen soliden Keeper zu bekommen. Hat sie zuviele Baustellen, geht sie emotionslos zurück.
Und heute vor ein paar Stunden kam sie an, nachdem sie noch eine Extra-DHL-Runde aufgrund des Winter-Wetters gedreht hat.
Kurzer Spoiler: Vielleicht ein gutes Omen, den out of the Box kam die Warrior mit einem sehr guten Setup an. Da haben die Minus X Grad auf der Woche Lieferweg anscheinend nichts aus der Bahn geworfen. Ich konnte also gut testen, werde sie aber nach ein paar Tagen Aklimatisierung nochmal feinjustieren.
Also, was kommt da
für knapp 1.300€ aus Indonesien?
Nach meinen bescheidenen ersten Eindrücken, ein solides Arbeitsgerät! Was für mich ja besonders wichtig war, sie hängt wirklich sehr gut am Gurt - und das sogar getestet ohne meinen Leder-Richter-Gurt oder meinen breiten Clip-Strap.
Gewicht: 3391gr.
Ein paar Punkte, die ich nun hier runterschreibe:
- Grundsätzliche Verarbeitung ist wirklich gut. Alle Fräsungen und montierten Teile sind wirklich sauber ver- und eingearbeitet. Manchmal liest man Horror-Stories über die Bridge, aber hier sitzt wirklich alles.
- Ich finde die Edelstahlbünde sind wirklich sehr gut verarbeitet und auch angenehm abgerundet. Das hat mich wirklich positiv überrrascht. Abgerichtet sind die Bünde ebenfalls gut, da geht sicherlich noch was am Setting, aber eine ab Werk "Standard-Saitenlage" ist total in Ordnung abgeliefert worden. Da geht aber noch was.
- Gängige Schlampereien, auf die ich achte - die sich hier absolut nicht zeigen:
- Hals/Korpus-Übergang ist sehr sauber verarbeitet und vA lackiert
- Für mich tatsächlich Königsdisziplin - das hat mich sehr interessiert, weil ich da schon einiges gesehen habe: Die üblichen Sharkfin-Inlays. Und die können sich sehen lassen. Passgenaue Einsätze, gleichmäßiger Füller. Das sieht wirklich gut aus und da gab es schon USA-Gitarren, die schlampiger waren. Ein Inlay hat ein kleines Füller-Loch, das ist aber die einzige Stelle eines Makellosen-Griffbretts.
- Sidedots sind alle sauber verarbeitet. Da springt nichts, keine überflüssigen Füller etc.
- Blick unter die Motorhaube in´s E-Fach: Vernünftige Lackierung und Verarbeitung.
Ich bin echt positiv überrascht!
Wie gehts nun weiter? Die Gute muss sich nun im Fuhrpark beweisen und ganz konkret schaue ich die Tage, was am Setup noch geht. Ich muss aber gestehen, das ist schon auf einem annehmbaren Stand. Ich halte euch auf dem Laufenden. Die Tage treffe ich meinen Kumpel mit der zweiten HT7, dann kann ich auch sagen ob ich Glück hatte oder die Reihe wirklich durchweg was taugt